Fördern ohne Überfordern

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butterkeks

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Hallo zusammen,
ich habe das Thema im Faden "Spielen ohne Klavierlehrer" mal angeschnitten, würde das aber gerne auslagern.
Es geht um meinen Sohn, er ist jetzt 17J.
Er hatte etwa 3 Jahre Klavierunterricht und hat dann mit der Pandemie aufgehört. Vom Stand her hat er damals das erste Band vom "der junge Pianist" durchgemacht.
Dann kam eine lange Pause. Wir wollten unser E-Piano schon fast wieder aus dem Wohnzimmer verbannen, da hat er plötzlich wieder angefangen. Hat sich Noten besorgt und sich Tipps und Tricks dazu von Youtube geholt.

Seit dem hat er in dem Instrument wohl einen "Kanal" gefunden, wie er dem Stress eines Schülers entkommen kann. Er sitzt am Klavier, wenn es nur geht, mittags, abends, bevor es ins Bett geht. Mal nur 10 Minuten oder 2 Stunden. Mit Kopfhörer und ohne. Nimmt die Stücke auf und variiert, und hört sich das dann wieder an und fragt uns, welche Variante wir besser finden. Seit dem hat er mehrere Stücke von Chopin eingespielt, aktuell übt er Mozarts Fantasie in d-moll. Da hab ich ihm vor einer Woche die Noten gekauft und er ist jetzt damit so gut wie durch.

Er möchte aber keinen Unterricht. Wir sehen als Eltern, dass er ein Talent hat, wollen ihn aber nicht überfordern. Zu Weihnachten hat er einen "Gutschein" für Klavier-Coaching bekommen, ich kenne einen Musiker, der früher auch Unterricht gegeben hat. Der trifft sich mit ihm "auf Zuruf" und geht mit ihm die Stücke durch, die er gerade einspielt.
Wir schauen jetzt auch gerade nach einem akustischen Instrument, aktuell spielt er auf einem Einsteiger Roland-Digi.

Wir wissen aktuell nicht wirklich, wo er steht, wo die Reise noch hingeht, sehen aber dass er ein gewisses Talent hat und auch den Mut und das Durchhaltevermögen, das man braucht um darin gut zu sein.

Wie können wir ihn da weiter fördern? Klassischen Klavierunterricht schließt er derzeit aus, auch weil er dieses Jahr Abitur noch macht und er sich da nicht stressen lassen will.
Mit dem "Coach" will er sich nochmals treffen, wie das aber weiter geht und wie er davon profitieren kann, ist ungewiss.

In der Nähe gibt es eine Jugend-Musikakademie, diese veranstalten regelmäßig Workshops mit Profis. Die richten sich aber eher an Studenten, "Fortgeschrittene" und "Profi"-Pianisten.
Ich kanns überhaupt nicht einschätzen, ob sowas das Richtige für ihn wäre, oder ob ihn sowas überfordern würde, ob ihm hier Technik etc fehlt. Oder ob er bei sowas vom Kontakt mit anderen Profitiert und mehr Selbstbewusstsein bekommt. Ich denke, normalerweise empfehlen sowas ja Klavierlehrer, die ihre Schüler einschätzen können.

Vielleicht hat hier jemand Tipps, wie wir das weiter fördern können? Klar, er ist jetzt 17 und bald schließt sich das Fenster, wo er von den Eltern noch irgendetwas annimmt.

danke & Grüße
 
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Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Dein Sohn ist 17 Jahre alt (und demnächst wahlmündig). In dem Alter sollten Eltern nur raten, wenn Rat gewünscht wird. Alles andere hätte ich in dem Alter als übergriffig empfunden. Wenn er keinen regulären/regelmäßigen Klavierunterricht wünscht, dann ist das halt so. Du kannst ihm anbieten, bei welchem Projekt auch immer die finanzielle Seite (teilweise) zu übernehmen. Mehr aber auch nicht!
 
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In dem Alter sollten Eltern nur raten, wenn Rat gewünscht wird.
jein. Ich möchte Optionen und Argumente aufzeigen, aber die Entscheidung muss natürlich von ihm kommen. Aber manchmal braucht man einen kleinen Schubser, gerade bei eher schüchternen Menschen. Ich halte gerne die Tür zur Welt auf, durchgehen muss man selber. Und auch mal stolpern.
 
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Klar, er ist jetzt 17 und bald schließt sich das Fenster, wo er von den Eltern noch irgendetwas annimmt.
Man kann das auch umgekehrt sehen: Bald endet die Pubertät und er wird gegenüber Vorschlägen der Eltern offener.
Aber ich weiß ja nicht, wie euer Verhältnis so ist.
 
Ich kanns überhaupt nicht einschätzen, ob sowas das Richtige für ihn wäre, oder ob ihn sowas überfordern würde, ob ihm hier Technik etc fehlt.
Das sind Veranstaltungen für (angehende) Berufsmusiker. Da ist er als aktiver Teilnehmer völlig fehl am Platze. Aber auch mit passiver Teilnahme kann man bei solchen Meisterkursen viel lernen.
 
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Es ist heutzutage absolut nichts Außergewöhnliches mehr, wenn ein Jugendlicher mit Hilfe von Online-Quellen sich mäßig schwere Stücke wie die obengenannten draufschafft, sofern es ihn plötzlich irgendwie "packt".

Da muss man nicht riesig was reindeuten oder den Mega-Aufstand veranstalten.

Aber klar, heutige Eltern hoffen ja immer, dass ihr Kind irgendwie was "Besonderes" ist, das nährt den eigenen Narzissmus.
 
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Vielleicht hat hier jemand Tipps, wie wir das weiter fördern können?
Lasst ihn einfach machen.

Wenn Klavierspielen für ihn ein schönes Hobby ist, wunderbar. Und wenn er für sein Hobby ein gewisses Talent mitbringt, wunderbar.

Nicht alle, die in der Laienspielgruppe hervorragend sind und Spaß daran haben und das Publikum begeistern, müssen auch beruflich schauspielern. Falls das Eure (heimliche?) Intention ist, ihn "fördern" zu wollen?
 
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Nicht alle, die in der Laienspielgruppe hervorragend sind und Spaß daran haben und das Publikum begeistern, müssen auch beruflich schauspielern. Falls das Eure (heimliche?) Intention ist, ihn "fördern" zu wollen?
Nein, das sicher nicht. Er soll seinen Weg finden und sich ausprobieren. Wenn er das nur für sich macht ist das völlig in Ordnung.
 
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Aber klar, heutige Eltern hoffen ja immer, dass ihr Kind irgendwie was "Besonderes" ist, das nährt den eigenen Narzissmus.
Klar.
Früher (tm) haben die Mütter im Kreissaal gebetet, dass da auch ja nichts talentiertes herauskommt, während sich die Väter überall erkundigt haben, wie man mit sowas umgehen kann, wenn es dann doch so ein beschissenes Wunderkind wird.

Das ist lange nicht auf "heutige Eltern" beschränkt.
Der Wunsch, das eigene Kind sei etwas besonderes, stirbt im allgemeinen erst mit der Erkentnis, dass es eben doch nicht so besonders ist ... und bei so manchem Kind dauert das sehr lange ... und bei manchen Eltern noch viel länger.
 
  • #10
@butterkeks
Was hältst du davon, wenn sich dein Sohn selbst hier bei clavio anmeldet?

Wenn er ein vertieftes Interesse am Klavierspielen hat, wird er sich hier bestimmt intensiv umschauen und seine eigene Rolle als Pianist reflektieren.

Falls nicht, ist dies ein Indiz dafür, dass die Leidenschaft fürs Klavierspielen doch nicht so groß ist.
 
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  • #11
Dann lassen wir das einfach Mal so weiterlaufen und hoffen, dass er den Spaß daran nicht verliert.
 
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  • #12
Was hältst du davon, wenn sich dein Sohn selbst hier bei clavio anmeldet?
Eine sehr gute Idee ... nach der Anmeldung ist man ja nicht gezwungen, hier auch an Diskussionen aktiv teilzunehmen. Man kann auch erstmal mitlesen, und wird auch dabei einiges für das eigene Klavierspiel mitnehmen. Und wenn man ein Thema entdeckt hat, was einen interessiert, dann beobachtet man es eben, und bekommt Nachricht, wenn es neue Beiträge gibt.

Da ist es dann wie bei den Meisterkursen ... aktiv teilnehmen kann ich an sowas auch nicht ... aber jedes mal, wenn ich so ein Video bei YT entdeckt habe, habe ich schon vom nur Zuhören einiges gelernt. Oft Kleinigkeiten, über die ich mir vorher nie Gedanken gemacht hatte, die dann aber einen großen Effekt hatten.

Nur mit dem leichten Hang zu Abschweifungen muss man hier klar kommen ... ich finde das interessant ... aber wenn man eine konkrete Frage hat, muss das die Hölle sein.
 
  • #13
Was hältst du davon, wenn sich dein Sohn selbst hier bei clavio anmeldet?
Ich würde mich nur bedingt freuen, einen Thread über mich zu finden. Aber das sehen unterschiedliche Menschen wohl unterschiedlich.
 
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  • #14
Er könnte auch denken: Oh, da geht’s jemand anderem ja genauso wie mir!
 
  • #15
Auch wieder wahr @Flieger. Gerade in dem Alter kommt das nicht gut an.

Ich war einfach mal davon ausgegangen, dass der Sohn darüber informiert und damit einverstanden ist.
 
  • #17
Meisterkurse kann ich nur empfehlen, ich war bald absoulouter Orgel Laie als passiver Teilnehmer/ Zuhörer bei einem Meisterkurs dabei, das hat sich als Kompletterlebnis in mein Gedächnis eingebrannt. Einmal die Profi Musiker, zum anderen aber auch deren Persönlichkeiten beim Gespräch in den Pausen.. Eine super Erfahrung wert!
 
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  • #18
Meisterkurse kann ich nur empfehlen, ich war bald absoulouter Orgel Laie als passiver Teilnehmer/ Zuhörer bei einem Meisterkurs dabei, das hat sich als Kompletterlebnis in mein Gedächnis eingebrannt. Einmal die Profi Musiker, zum anderen aber auch deren Persönlichkeiten beim Gespräch in den Pausen.. Eine super Erfahrung wert!
Ist sowas grundsätzlich möglich? Da muss ich hier Mal anfragen ,wäre ja in der Nähe und auch ohne Übernachtung machbar.
Ob's so ein Forum was für meinen Sohnemann ist, keine Ahnung. Er wird's dann schon auch selber finden bzw die sind eher auf anderen Plattformen unterwegs, von denen ich noch nie was gehört habe. Ich hab mich eher wegen Kaufberatung für ein neues Instrument angemeldet, das Thema hat sich einfach so ergeben.
 
  • #19
Ja klar, man hatte sich sogar gefreut das ich als nicht Profi da war… Als Student konnte ich sogar komplett kostenlos dabei sein (studiere Medizintechnik, also nichtmal Musik). Natürlich brauch man einen Kontakt zu dem Veranstalter , bei mir war es mein Orgellehrer und halt in der Kirche wo ich immer Unterricht habe…
 
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