Einmischung der Eltern - erwünscht oder Albtraum?

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Viva la musica

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Liebe KlavierlehrerInnen,
meine beiden Kinder (7 und 9) und auch ich (als Späteinsteigerin) haben Klavierunterricht.
Als eifrige Leserin dieses Forums erhalte ich durch eure interessanten Beiträge tolle neue Einsichten nicht nur rund um die Musik, sondern auch, wie ihr Klavierunterricht angeht.

Vielen Dank z.B. für eure ausführlichen Feedbacks in Sachen geeigneter Klavierschule oder auch die interessanten Einblicke, wie ihr Improvisation im Unterricht einbaut!

Aber nun zu meiner Frage: wie setze ich diese Anregungen nun um? Wie findet ihr das als KL, wenn Eltern eurer Schüler daherkommen und sagen: "lass die Kinder doch auch mal improvisieren." "Uns gefällt die Klavierschule nicht, wir möchten eine andere..."

Ist das für euch ein Albtraum von Elterneinmischung? Oder nehmt ihr das als Interesse und Engagement der Eltern wahr? Wollt ihr euer Unterrichtskonzept erläutern oder ist das eine Zumutung?

Mir fällt es sehr schwer, hier das Gespräch zu suchen, weil ich erst einmal grundsätzlich die pädagogische Qualifikation von Lehrern anerkenne und davon ausgehe, dass sie ein Konzept haben, in das ich mich eher nicht einmischen sollte.

Oder vielleicht die Frage noch grundsätzlicher: wie sollten die Eltern eurer Schüler sich aus eurer Sicht einbringen, verhalten? Wie sollen euch Eltern unterstützen? Wie weit wollt ihr gemeinsam das Unterrichtskonzept nach Bedarf und Wünschen festlegen/modifizieren?
 
hasenbein

hasenbein

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Nicht einmischen.

Nervt nur und führt nur zu Ärger.

Sondern Lehrer suchen, dessen Kompetenz man vertraut.

Ist genauso wie bei der Partnersuche, Viva la musica: Du willst keinen Mann, dem Du immer sagen musst "mach mal bitte dies, vergiss das bitte nicht, bitte nicht jenes etc." Einen Mann, bei dem Du Dich wiederholt bemüßigt fühlst, solche Dinge zu sagen, kannst Du nicht wirklich achten, und wir wissen alle: Wenn diese Art von Gequake losgeht, ist das der Anfang vom Ende der Beziehung. Du willst einen Mann, dem Du vertraust und von dem Du weißt, dass er schon irgendwie das Richtige machen und vorschlagen wird. Den findest Du attraktiv, und da ist die Basis für eine gute Beziehung da.
 
Demian

Demian

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Hinzu kommt, dass KL, selbst wenn sie nach einem Gespräch bereit wären, ihren Unterricht zu verändern, dies vielleicht wollen, aber nicht können. Es ist also sinnvoll, sich schon beim ersten Kennenlerngespräch das Konzept im Groben erläutern zu lassen. Oder man hört sich um, was andere über ihre Lehrer berichten. Daran kann man als versierte Eltern in gewissem Maße erkennen, ob der Unterricht geeignet ist.
 
chiarina

chiarina

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Sondern Lehrer suchen, dessen Kompetenz man vertraut.

Wenn man aber berücksichtigt, dass hier im Forum sehr viele Klavierlehrer als KKL (Kackklavierlehrer) bezeichnet werden und ein kritischer Blick auf den Klavierunterricht diesbezgl. durchaus gewünscht wird, kann man das auch anders sehen. Vertrauen ist unabdingbar, aber Fragen wird man doch wohl stellen dürfen.

Ich sage allen Eltern zu Beginn des Unterrichts, dass sie mit Fragen, Unsicherheiten, Kritik und Feedback immer zu mir kommen können und ich das ausdrücklich wünsche! Aus meiner Sicht sollte es jederzeit Klarheit geben - das kommt mir selbst wie auch dem Unterricht zugute!

Liebe Viva la musica, ich würde es allerdings anders formulieren. Als Aufforderung oder sogar Befehl formuliert könnte es tatsächlich Ärger geben.

"lass die Kinder doch auch mal improvisieren." "Uns gefällt die Klavierschule nicht, wir möchten eine andere..."

Dein Punkt ist ja der, dass du verunsichert bist und Fragen hast, wenn ich das richtig verstehe. Genau das könntest du rüberbringen! Statt der Aufforderung "lass die Kinder doch auch mal improvisieren" solltest du lieber fragen. Du kannst auch Wünsche äußern. Wenn die KL dem aber ablehnend gegenübersteht, kannst du nichts machen. Dann entweder Lehrer wechseln oder ohne Improvisation dort bleiben, wenn es deinen Kindern gefällt und ihr ansonsten zufrieden seid.

Oder vielleicht die Frage noch grundsätzlicher: wie sollten die Eltern eurer Schüler sich aus eurer Sicht einbringen, verhalten? Wie sollen euch Eltern unterstützen? Wie weit wollt ihr gemeinsam das Unterrichtskonzept nach Bedarf und Wünschen festlegen/modifizieren?

Ich freue mich, wenn Eltern Interesse zeigen und zu Hause Klavierspielen als möglichst tägliches Ritual etablieren. Ansonsten freue ich mich, wenn Eltern sich raushalten. :D Näheres hier.

Das Unterrichtskonzept lege ich als Lehrerin fest. Jeder Unterricht ist natürlich individuell, weil jeder Schüler anders ist, aber bei grundsätzlichen und grundlegenden Dingen wie z.B. dem Beginn ohne Noten bei Kindern, die noch keine Noten können und kein anders Instrument spielen, bin ich kompromisslos. :D Dann müssten die Eltern zu einem anderen Lehrer gehen, was allerdings noch nie vorgekommen ist. Ich erkläre meine Vorstellungen, meine didaktischen und methodischen Wege sehr gerne und bei Bedarf immer wieder und stehe jederzeit für Fragen zur Verfügung. Denn ich möchte mit den Eltern an einem Strang ziehen und sehe uns als Team. Was aber wie vermittelt wird und was jetzt gerade sinnvoll ist, können Eltern nicht wissen. Dazu haben sie ja mich beauftragt und das nehme ich gerne wahr. :003:

Liebe Grüße

chiarina
 
V

Viva la musica

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Als Aufforderung oder sogar Befehl formuliert könnte es tatsächlich Ärger geben.

Ja, keine Frage, hab das nur für den Beitrag kurz pointiert formulieren wollen... ich habe schon drei seeehr vorsichtige Anläufe zum Wechsel der Klavierschule meines Sohnes hinter mir. So vorsichtig, dass ich immer noch auf eine ferne Zukunft nach den Ferien vertröstet bin.. da bin ich den Forumsmitgliedern sehr dankbar, dass sie mich in meiner tiefen Abneigung dieser Schule bestärkt und zu Anlauf 2 und 3 ermutigt haben...

Dein Punkt ist ja der, dass du verunsichert bist und Fragen hast, wenn ich das richtig verstehe
Ja genau das ist wohl eine Nebenwirkung dieses Forums, dass man seine KL plötzlich nochmal anders hinterfragt. Da muss man glaube ich schon etwas aufpassen, dass man von einem halbwegs zufriedenen Schüler nicht schnell zu einem verunsicherten Schüler wird, der (fast) alle für KKL hält? :denken:

Deswegen wäre mir die Gesprächsbasis ja auch viel lieber als gleich weiter zu ziehen auf der Suche nach dem/der Traum-KL... aber bei der Debatte um die klavierschule hab ich schon gemerkt, wie anstrengend das werden kann... dabei war da echt ein Leidensdruck da von Seiten meines Sohnes...
Das Unterrichtskonzept lege ich als Lehrerin fest
Und da hast du natürlich recht, da will man als unwissende Nichtmusikpädagogin auch nicht reingrätschen, was es ja grad wieder so schwierig macht mit den tollen Anregungen aus diesem Forum... seufz...

Also doch mal die Clavio KL-Vermittlung? ;-)
 
Hekse

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Liebe @Viva la musica ich habe mich hier auch vor einem halben Jahr angemeldet, da mir Zweifel bei meiner KL gekommen sind...
Leider hat Reden nicht so schrecklich viel geholfen, aber Dank diverser Clavio Fäden habe ich jetzt einen wirklich guten KL (für mich) gefunden.

Ich hab mir aus den ganzen tollen Sachen, die hier beschrieben werden eine Art Prio Liste gemacht und hab mir angehört, was die KLs so zu diesen Themen sagen.

Jetzt habe ich einen sehr netten, älteren Barockmusik Enthusiasten, der extrem viel Wert auf Bewegung, Entspannung, Musiktheorie inkl. Improvisation legt. (Für ihn muss jede Tastenberührung zu "Musik" werden und darf niemals beliebig sein)

Mit seiner Barockbegeisterung schafft er es vielleicht irgendwann noch, dass ich auch Barock Fan werde. (Für ihn ist alles ab Liszt moderner Firlefanz)

Vielleicht gibt es den einen "Traumprinz KL" nicht (na ja, keiner kennt hasenbein wirklich), aber wenn du weißt, was für euch wichtig ist, wird die KL Suche, bzw. ein zielführendes Gespräch bestimmt leichter.

Viel Glück,

Hekse
 
hasenbein

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So ein einseitiger Musikgeschmack ist doch auch eine inakzeptable Marotte, sorry.

Ich habe auch so meine Lieblingsrichtungen, aber als KL bin ich verpflichtet, einen möglichst breiten Bereich abzudecken bzw. für den Fall, dass Schüler weitergehende Ambitionen haben, dafür zu sorgen, dass sie die Stilbereiche kennenlernen, die man kennengelernt haben muss (auch wenn man natürlich nicht in jedem in die Tiefe geht und nachher vielleicht tatsächlich nur in einem wirklich "zu Hause" ist).
 
Hekse

Hekse

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@hasenbein
Da stimmt- mein eigener Musikgeschmack ist zum Glück ziemlich offen, sonst würde es nicht funktionieren. Aber es ist ja nicht so, dass man in jeder x- beliebigen Kleinstadt fähige KLs aller Stilrichtungen findet, die auch noch Platz für neue Schüler/ Anfänger haben.
Ich hab für mich beschlossen, dass mir das "Wie" im Zweifelsfall wichtiger ist als das "Was". Zusätzlich bin ich gerne mit Leuten zusammen, die wirklich für ein Thema brennen. Und seine geschichtlichen Ausflüge in die Gepflogenheiten des Barock sind nur sehr selten langweilig.
Da kann ich auch damit leben, dass der Herr Bartok in der RKS konsequent überblättert wird.
 
Dorforganistin

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Dann spiel Bartok wenigstens zuhause für dich. Man kann mit seiner Musik viel Spaß haben.
 
chiarina

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Deswegen wäre mir die Gesprächsbasis ja auch viel lieber als gleich weiter zu ziehen auf der Suche nach dem/der Traum-KL... aber bei der Debatte um die klavierschule hab ich schon gemerkt, wie anstrengend das werden kann... dabei war da echt ein Leidensdruck da von Seiten meines Sohnes...

Liebe Viva la musica,

wenn ich Schülerin wäre, wäre ein Kriterium für meine Zufriedenheit, dass ich mit meinen Fragen und eventuellen Problemen bei meinem KL/meiner KL auf offene Ohren stoße. Wenn dein Sohn also unglücklich ist mit der Klavierschule, seine Motivation leidet und er vielleicht kaum bis keine Fortschritte macht, sollte dein Versuch, mit der KL darüber zu reden, erfolgreich für alle Seiten sein und eine Verbesserung der Situation mit sich bringen. Du solltest auf offene Ohren stoßen. Das heißt nicht unbedingt, dass die Klavierschule gewechselt wird, aber es sollte sich etwas zum Positiven hin verändern.

Leider sind Klavierlehrer in Bezug auf Elterngespräche nicht/zu wenig ausgebildet. Es gibt für Erzieher Fortbildungen in sog. "Tür- und Angelgesprächen". Dabei werden die Situationen zur Kommunikation genutzt, in denen die Eltern ihre Kinder abholen o.ä.. Solche Momentaufnahmen sind wichtig und bieten Chancen, die ggf. genutzt werden können. Und natürlich gibt es in Kindergärten auch ausführliche Elterngespräche.

Bei Problemen und Fragen würde ich mich als Elternteil immer an den Lehrer wenden. Es gibt nicht den Traumlehrer, der hellsehen kann, alle Bedürfnisse erfüllt und bei dem es keine Krisen gibt. Ich finde auch nicht, dass das wünschenswert ist! Krisen bieten Chancen - der Schüler kann daran wachsen und viel lernen. Der Lehrer übrigens auch. :) Der Schüler braucht aber Unterstützung und dabei ist es sehr hilfreich, wenn Eltern und Lehrer an einem Strang ziehen und in einem Gespräch Dinge klären.

Liebe Grüße

chiarina
 
V

Viva la musica

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Leider sind Klavierlehrer in Bezug auf Elterngespräche nicht/zu wenig ausgebildet

Liebe Chiarina,
genau das ist auch der Anlass dieses Posts: vielleicht unterschätzen KL, wie schwierig und auch unangenehm es für Schüler, Eltern ist, so ein Gespräch überhaupt zu beginnen.

Ok, vielleicht gibts notorische Nörgler, denen so was liegt, aber w e n n man sich als Nicht-Querulant endlich mühsam zu so einem Gespräch durchdringt, dann könnte es das Unterrichtsklima wirklich immens verbessern, wenn sich daraus ein angeregtes, offenes, sicher auch für alle Seiten informatives Gespräch entwickeln würde.

Das könnte man als KL ja auch super nutzen, um mal über sein Unterrichtskonzept zu reden, seine Meinung über Klavierschulen kundzutun etc.


Vielleicht ist auch genau diese Situation das Problem: da steht dann schon der/die nächste SchülerIn, es ist eigentlich kein Raum für mehr als wenige Sätze unter Zeitdruck.


Vielleicht sollte man als KL dazu einfach auch regelmäßig Zeit einplanen? Immer wieder mal, nicht nur wenn es ein akutes Problem gibt? Muss ja nicht die Dimension eines Kindergartenentwicklungsgesprächs annehmen... aber z.b. quartalsweise mal eine Klavierstunde, bei der die Eltern (teilweise) dabei sind, man Fortschritte bespricht (und auch würdigt, "feiert"), mal bespricht, was die nächsten Ziele sind und wie man da hinkommt...

So ist der Unterricht für Eltern ja auch immer eine komplette "Blackbox", den man irgendwie unterstützen soll, aber im Grunde hat man keine Ahnung, was und wie die Kinder eigentlich üben sollen. Die Kinder gehen halt ans Klavier, spielen 3x ihre aktuellen Stücke und rufen dann "fertig!".

Könnte ja auch für KL ne Chance sein, die Eltern da etwas mehr einzubinden...
 
Ellizza

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Die Einbindung der Eltern ist ein Muss bei Suzuki Methode: die folgende kurze Einführung ist sicher interessant für dich. Im z. B. Geigenunterricht übernehmen auch viele Nicht Suzuki Lehrer die Einbindung der Eltern, weil es ohne deren Hilfe beim häuslichen Üben bei kleineren Kinder gar nicht geht.
Viele Instrumentallehrer übernehmen gerne Elemente der Suzukimusikerziehung, auch wenn sie nicht ausdrücklich als (ausgebildete) Suzukilehrer arbeiten.
 
chiarina

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Könnte ja auch für KL ne Chance sein, die Eltern da etwas mehr einzubinden...

Liebe Viva la musica,

ich kann nur von mir ausgehen und ich führe einmal im Jahr Feedbackgespräche mit meinen Schülern. Bei kleinen Kindern eher nicht, aber ab der 3. Klasse können Schüler sich durchaus artikulieren. Außerdem bemühe ich mich um eine offene und entspannte Atmosphäre, in der die Schüler wissen, dass Feedback jederzeit willkommen ist. Durch eine aufmerksame Interaktion mit dem Schüler bekommt man im Unterricht als Lehrer ständig Feedback, oft auch nonverbal. Nur so weiß man auch, was in der momentanen Unterrichtssituation am sinnvollsten ist. Wenn man das Gefühl hat, man zieht nicht mit dem Schüler an einem Strang, wird man reagieren. Ein Gespräch ist eine Möglichkeit.

Was die Einbindung der Eltern angeht, erkläre ich meist im Kennlerngespräch mein Unterrichtskonzept, denn die meisten Eltern sind verblüfft, dass ich ohne Noten den Unterricht beginne. Wie gesagt besteht die hilfreichste Unterstützung der Eltern, das Üben in einem täglichen Ritual zur gleichen Zeit zu etablieren (immer nach den Hausaufgaben, vor dem Abendessen o.ä,). Bei Kindern, die noch nicht lesen können, bin ich froh, wenn Eltern ihren Kindern die einzelnen Punkte der Hausaufgaben vorlesen und sich auch mal interessiert zeigen lassen, was das denn nun bedeutet und wie das klingt.

Das heißt, dass ich diese Punkte auch aufschreibe und mit den Kindern im Unterricht übe, damit sie wissen, was sie tun und wie sie zu Hause üben sollen. Es ist normalerweise nicht nötig, dass Eltern das mit ihren Kindern tun - oft führt deren Einmischung sogar zu Streit und das ist kontraproduktiv und führt nicht zu Selbstständigkeit und Selbstverantwortung.

Solche Hausaufgaben können zu Beginn z.B. folgendermaßen aussehen:

***************************************************

Datum der Stunde

1. Suche alle c's auf dem Klavier, spiele sie mal laut, mal leise, mal kurz, mal lang, mal mit Pedal, mal ohne. Ratespiel, wenn Spielpartner vorhanden. Mache das auch mit den g's.

2. Mache die Augen zu, dreh dich einmal auf der Stelle rund herum und finde "blind" eine 2er-Gruppe der schwarzen Tasten und dann das c. Spiele es. Ist es richtig?

3. Spiele und singe die C-Dur-Tonleiter 2 Mal; dann zeige und singe die Tonleiter; dann spiele die Tasten stumm und singe die C-Dur-Tonleiter

4. spiele von c aus "Bruder Jakob" (nach Gehör), mal mit rechts, mal mit links, mal unisono mit beiden Händen, probiere es von verschiedenen c's aus; spiele dann alle C-Quinten mit links (s. Bild) auf dem Klavier, die du finden kannst, gerne mit Pedal; spiele dann Bruder Jakob mit C-Quinte (Melodie rechts, Quinte links); Hände tauschen, Lagen verändern

5. Singe Bruder Jakob und klopfe den Puls (Herzschlag) dazu.

6. Versuche, "Bruder Jakob" von d aus zu spielen. Denke an den Trick!

6. Spiele:
a) bettelnder Hund
b) winken
c) Klavier putzen
d) Rinne ziehen
e) Wellen machen

8. erfinde eine Tiergeschichte, z.B. die von Katz und Maus. Welche fallen dir noch ein? Pedal

***************************************************
Es ist sehr wichtig, später Übestrategien zu etablieren, z.B. Abschnitte zu machen (nenne ich Sternchenstellen, die man dann im Notentext auch mit Sternchen markiert) und zu wiederholen. Ggf. kann man zur Wiederholung drei Legoklötze o.ä. an die rechte Seite von der Klaviatur legen und nach jeder Wiederholung einen Stein auf die linke Seite legen, dann weiß man, wie oft man wiederholt hat. Oder man sagt, drei Mal wiederholen und auch mal variieren, eine Oktave höher spielen, lauter/leiser spielen etc..

Das muss man auch alles im Unterricht machen und so wird sich mit der Zeit ein Automatismus einstellen. Die Schüler wissen genau, was und wie sie üben sollen und wenn sie es mal nicht (mehr) wissen oder keine Lust hatten, so zu üben, ist das hilfreich für mich als Lehrerin.

Bei so einer Herangehensweise machen Schüler Fortschritte und Eltern haben nach meiner Erfahrung gar nicht das Bedürfnis nach einem Gespräch. Und wenn doch, kann man telefonieren (was man sowieso wegen terminlicher Dinge manchmal tut) oder sich treffen.

Liebe Grüße

chiarina
 
Peter

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ich führe einmal im Jahr Feedbackgespräche mit meinen Schülern.
Das glaube ich Dir nicht! :-D
Durch eine aufmerksame Interaktion mit dem Schüler bekommt man im Unterricht als Lehrer ständig Feedback, oft auch nonverbal. Nur so weiß man auch, was in der momentanen Unterrichtssituation am sinnvollsten ist.
Eben!

Ich hab da mal ne Idee :idee:🤣 :
Weiter oben wurde ja beschrieben, dass es für Schüler recht schwer sein kann, ehrliches Feedback zu geben oder sich richtig auszudrücken (Angst, Schüchternheit, Respekt....). Kann ich gut nachvollziehen, auch aus eigener Erfahrung. Wie wäre es mit einem lustigen Meckerzettel? Der Schüler darf, soll, muss! sanktionsfrei in regelmäßigem Abstand ungehemmt herummeckern.
 
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Shigeru

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@chiarina Warum gibt es keine Nummer 7, aber 6, 6a-e und 8? Möchtest du die Schüler dadurch zum Mitdenken anregen ;-)
 
chiarina

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Das glaube ich Dir nicht! :-D

Eben!

Ich hab da mal ne Idee :idee:🤣 :
Weiter oben wurde ja beschrieben, dass es für Schüler recht schwer sein kann, ehrliches Feedback zu geben oder sich richtgig auszudrücken (Angst, Schüchternheit, Respekt....). Kann ich gut nachvollziehen, auch aus eigener Erfahrung. Wie wäre es mit einem lustigen Meckerzettel? Der Schüler darf, soll, muss! sanktionsfrei in regelmäßigem Abstand ungehemmt herummeckern.

:003: - glaub mir, dass weder meine Schüler noch ich je Probleme damit hatten. :D
 
Peter

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Ja, DIR glaube ich das. Aber ist ja nicht jeder Lehrer wie Du. Wenn ich an meinen zweiten Geigenlehrer denke.... :cry2:

Hätte der mir so nen Zettel gegeben....uhhh... :-D
 
 

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