Das falsche Gehör

Peter
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Bechsteinfan
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Vor Jahren hat mir Micha mal vorgeführt, wie man bei größeren Intervallen das Gehör sehr leicht veräppeln kann. Er spielte mir wiederholt ein vorher angesagtes Intervall von 4 oder 5 Oktaven an. Dann durfte ich schauen und staunte, dass das eine Terz kürzer (oder weiter?) war. Danach spielte er das Intervall richtig und es klang in den ersten Wiederholungen total schief.

Heute bin ich beim Autoradio auf etwas gestoßen, was wohl schon einige Zeit seine Runden dreht: Green Needle oder Brainstorm.

Es ist verrückt: Je nachdem an was man denkt, danach klingt es auch, und zwar zweifelsfrei.

Seit Micha seinem Beispiel traue ich meinem Gehör nur wenig; seit heute gar nicht mehr. Wie ist das bei Profimusikern? Gibt es mitunter Zweifel beim Hören? Wenn ja: Kommt es auf das Instrument, das Ensemble, die Frequenz, musikalischen oder visuellen Inhalt, kurzfristige Hörgewohnheiten (z.B. durch schlecht gestimmtes Instrument), Tagesform oder was ganz anderes an? Wie eicht Ihr Euer Gehör? Wie groß ist hierbei der Unterschied zwischen "normalen" Profimusikern und Absoluthörern, "Farbenhörern"...
Oder gibt es subjektive bzw. suggerierte Wahrnehmung bei geschultem Gehör gar nicht?
 
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antje2410
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Hallo!
Ich höre das, was ich hören will!

Das ist relativ leicht zu erklären, mit Alter, was man hört, welche Frequenzen mehr, welche schlechter, etc., da gibt es viele Beispiele.

(Konzentriere dich auf die tiefen, dann auf die hohen Frequenzen)
Hier wird es erklärt:
 
Peter
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Bechsteinfan
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Das Laurel-Yanni-Beispiel ist aber ein völlig anderes (ich höre da z.B. immer Laurel).
Bei Green Needle/Brainstorm hört man nicht abhängig von Alter, Gehör, Frequenz sondern abhängig von dem, an was man denkt.
 
antje2410
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Aber da ist es ähnlich, wenn man sich auf die höheren Frequenzen konzentriert, hört man green needle.
Konzentriert man sich auf die tieferen Frequenzen, brainstorm.
Hömma genau hin ;-)

Bei Laurel/Yanni höre ich weder das eine, noch das andere, für mich ist das ein Klangbrei.

Aber es ist doch so, dass unsere Sinne, und zwar alle, sehr leicht zu übertölpeln sind, und manche simple Zeichnung (Vase/Gesicht) zeigt, dass wir uns unsere Wirklichkeit manchmal nur so hinstricken, wie wir sie verstehen können.
 
virtualcai
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Ja, das wollte ich neulich auch schon posten. Ich finde die Sicherheit mit der ich jeweils das gelesene höre beeindruckend aber auch beunruhigend.
Auf der documenta 9 gab es eine schöne Klanginstallation. Beim hinaufgehen hörte man jeweils einen Ton pro Stockwerk, beim hinuntergehen hörte man verblüffenderweise weiterhin die Töne der oberen beiden Stockwerke, so dass sich ein Akkord ergab.
 
DonMias
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Es ist verrückt: Je nachdem an was man denkt, danach klingt es auch, und zwar zweifelsfrei.
Hm, dann muss ich wohl mal wieder zum Ohrenarzt. Ich höre nur Green Needle. Und nur Laurel. Kein Wunder, dass ich so schlecht Klavier spiele, wenn ich so schlecht höre.

Edit: Ups, muss doch nicht zum Arzt. Spooky. Aber was ist dann jetzt meine Ausrede für mein schlechtes Klavierspiel?
 
S
Stefan379
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Tastenscherge
Tastenscherge
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und hier noch die unendliche Tonleiter (Shepard Scale):

 
Albatros2016
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Heute Vormittag hab ich nur Heumido gehört und nun mit viel guten Willen Brain needle. :lol:
Also immer noch nicht das was hier offensichtlich alle anderen hören.

Nur wozu soll das ganze nun gut sein, außer sein Ohr mit grauslichen Geräuschen zu torpedieren?
 

Henry
Henry
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Hab nur gehört "Hol mich doch" :teufel::rauchen:
 
Gernot
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Ich habe zuerst gar nix verstanden, dann green needle, green needle und brainstorm (im Wechsel, z.T. auch beides gleichzeitig) und je länger es dauerte, desto stärker wurde brainstorm. Von dem kam ich dann auch nicht mehr weg, egal, wie sehr ich green needle herauszuhören versuchte. Nach Durchhören des anderen Videos, in dem ja auch dieses Beispiel zitiert wird, war plötzlich wieder green needle da. Und wie beim ersten Mal konnte ich zunächst hin und her wechseln oder auch beides hören und dann übernahm brainstrom wieder die Herrschaft über mein Ohr ;-)

Lustiges Experiment :-)
 
antje2410
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Vielleicht ist das visuelle Äquivalent der berühmte Fußabdruck im Sand.
Oben sehe ich ihn NUR als erhaben, unten sehe ich ihn richtig.
Man muss die Schatten richtig justieren, und da habe ich oben echt ein Problem....Unbenannt.JPG
 
Sylw
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Dreh die beiden Bilder mal aufn Kopf, also um 180 Grad, dann ist es umgekehrt :015:
Es scheint uns schwer zu fallen, uns Licht „von unten“ vorzustellen...
 
 

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