Choralspiel

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Atra

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Hallo,

immer wieder lese ich vom obligaten Choralspiel, dass Choräle eigentlcih (immer) obligat begleitet werden sollen/müssen.
Warum eigentlich?
Ich selber begleite Choräle gerne im Plenum, das gibt eine satte Klangharmonie. Obligat finde ich immer etwas diktatorisch.
Meine Vorgängerin (ich habe vor einem Jahr die stelle gewechselt) hat z.B. immer obligat begleitet. Der Gemeinde fiel das andere Choralspiel sofort auf - und sie nahmen es dankbar an. Dieses permanente Obligatspiel wurde als aufdringlich empfunden.

An kleinen Orgeln gibt meistens eh nur 1-2 Registereinstellungen, die überhaupt vernünftiges Obligatspiel ermöglichen.

Ich lege mehr Wert auf ein variantenreiches Choralspiel, dass die Strophen nicht alle gleich klingen. Bei bekannten Chorälen nehme ich schonmal zwischendrin gerne die Melodie in den Alt und setze eine Sopranklangkorne drauf, oder auch die Melodie ins Pedal (wobei ich das ganz schön schwierig finde und muss das gut üben). Oder auch zwischendrin einen dreistimmigen Satz manualiter.

Wie handhabt ihr das mit dem Choralspiel? Wirklich alle überwiegend obligat?
Und wie macht ihr das mit modernem Liedgut auf der Orgel? Ich finde die klingen obligat ziemlich besch..... Denn da sind gerade diese rhytmischen Begleitstimmen schon fast Bestandteil des Stückes und machen einen wesentlichen Teil aus. Wenn diese dann hinter der Melodie ganz verschwinden, dann wirkt das Lied nicht mehr so, wie es eigentlich gedacht ist.

Ich fahr erstmal im Urlaub. Hoffentlich finden sich nach meiner Rückkehr eine Menge interessante Gedanken hier an dieser Stelle.....

LG Atra
 
Axel

Axel

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Keine Ahnung warum obligat begleitet werden soll. (Soll es das denn?) Ich mache das eher selten, wenn die Gemeinde gar nicht mitsingt oder schleppt.

Mein Eindruck ist, dass das obligate Spiel eine eher evangelische Spieltradition ist. Hier ist ja auch immer von der "Führung" des Gemeindegesangs die Rede, nicht von der "Begleitung". Wobei nicht abzustreiten ist, dass ev. Gemeinden oft beherzter singen. Aber ob's daran liegt?

Grüße
Axel
 
musiküsse

musiküsse

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Wie handhabt ihr das mit dem Choralspiel? Wirklich alle überwiegend obligat?
Mein Orgellehrer fordert mich immer und stets, das ich jedes Lied obligat lerne und spiele (ob auf einem oder zwei Manualen - jedenfalls immer c.f. solo in einer Hand). Das übt natürlich immens.

Als ständige Liedbegleitung würde ich das nie machen und habe ich auch nicht in meiner Aufnahmeprüfung gemacht. Hier würde ich immer ein Mischmasch machen: eine Strophe so, die nächste anders und die dritte (so wie Du) auch mal dreistimmig manualiter.

Gruß,
Sascha
 
tapirnase

tapirnase

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Mein Orgellehrer fordert mich immer und stets, das ich jedes Lied obligat lerne und spiele (ob auf einem oder zwei Manualen - jedenfalls immer c.f. solo in einer Hand). Das übt natürlich immens.

Als ständige Liedbegleitung würde ich das nie machen und habe ich auch nicht in meiner Aufnahmeprüfung gemacht. Hier würde ich immer ein Mischmasch machen: eine Strophe so, die nächste anders und die dritte (so wie Du) auch mal dreistimmig manualiter.

Gruß,
Sascha
Und wie gestalteter Vorspiele? ;)
 
Guendola

Guendola

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Obligat hat wohl den Vorteil, daß die Oberstimme leicht herausgestellt werden kann und die Gemeinde besser hört, was sie singen soll. Aus ähnlichen Gründen soll man auch mit Pedal spielen, nämlich, damit die tief singenden noch eine Basis unter sich spüren.

So wurde es mir erklärt und ich finde das ziemlich einleuchtend. Denn schließlich spielt man die Choräle als Begleitung für den Gemeindegesang und nicht als Solovorträge.

Für Vorspiele helfen einem sicherlich ein paar Anleitungen für Kontrapunkt, etwas Phantasie und Harmonielehre weiter. Ich will das demnächst auch mal angehen. Es erscheint mir jedenfalls leichter, als eine Begleitung für einen Choral obligat und mit Pedal zu improvisieren...
 
Mindenblues

Mindenblues

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Die Realität in meiner kleinen Gemeinde ist, dass eher die Orgel den Hauptpart macht, und nicht nur Begleitung ist, und dass die magere kleine Gemeinde (Alterstdurchschnitt geschätzte ü65) ein bisschen mitsummt; jedenfalls kommt bei mir an der Orgel nicht mehr viel davon an.

Also von daher, c.f. auf einem getrennten Manual mit wenigstens auch 2'Register drin ist bei uns absolut notwendig, leider.
 
Guendola

Guendola

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Bezüglich improvisierter Vorspiele habe ich aus einer Mailingliste folgenden hochinteressanten Tip bekommen:

CF wird im Pedal oder links kräftig registriert als Basis gespielt, dazu registriert man 1-2" Stimmen auf dem Manual für die rechte Hand und improvisiert dazu in schnellen Triolen, Appreggien und diatonischen Tonleitern. Entscheidend ist das Tempo der improvisierten Töne, damit der ungeübte Laie nicht mehr feststellen kann, was da eigentlich abgeht.

Viel Spaß :D
 
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Atra

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Bezüglich improvisierter Vorspiele habe ich aus einer Mailingliste folgenden hochinteressanten Tip bekommen:

CF wird im Pedal oder links kräftig registriert als Basis gespielt, dazu registriert man 1-2" Stimmen auf dem Manual für die rechte Hand und improvisiert dazu in schnellen Triolen, Appreggien und diatonischen Tonleitern. Entscheidend ist das Tempo der improvisierten Töne, damit der ungeübte Laie nicht mehr feststellen kann, was da eigentlich abgeht.

Viel Spaß :D
Joa, so mach ich das auch oft.
Oder die ersten 3-4 Tage im Bass als stetes Ostinato wiederholen und in der rechten Hand einfach nur Quinten oder Quarten, oder abwechselnd beider rauf und runter spielen. Klingt asiatisch-exotisch, und ist super easy....
 
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