Chopin, Nocturne Nr.8, op.27-2, Maurizio Pollini

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Wiedereinaussteiger

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...spielt auf einem von Fabbrini vorbereiteten Hamburger D-Flügel.

Für mich: ungemein hoch stehende Kunst, wie diese Nocturne gespielt wird. Anbetungswürdig. Der Maestro am Start seines achten Dezenniums.

Dies Spiel: dem Amateur wohl auf immer unerreichbar. In solchen Momenten muss man, sehr plötzlich, für Sekunden schmerzhaft, erkennen, den falschen Beruf ergriffen zu haben. Ich sitze hier fassungslos ... - vor Glück über das Fundstück, und über verlorene Jahrzehnte ohne diese Musik.
 
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Eine technische Frage hier an die Fachleute... (danke für eure Likes).

Pollini spielt in der rechten Hand bei Akkorden teils eine Betonung auf der jeweils unteren Note. Eine Technik, die mir sehr gefällt. Was ich auch probiere mitunter, die Terz bzw. Sext nach unten ein wenig zu betonen, abseits des Akkord-Haupttones (Tonika).

Es gibt in der 27-2 ja Vorschlagsnoten, in der die oberen Töne kleiner gezeichnet sind, dort kann man sich denken, dass der hohe Ton weniger betont wird.

Aber gibt es - bei gleich groß gezeichneten Noten der rechten Hand - eine Anweisung, grafisch, oder textuell, den unteren Akkordton gegen den hohen Ton ein wenig hervorzuheben?

Oder bleibt dies voll der Kunst des Interpreten belassen?
 
LMG

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Hi weas ;)

@ Hervorheben / @ überhaupt in der Nocturne:

Verräterisch für Hervorheben sind immer solche Stellen wie etwa Takt 11, 2. Hälfte ( klar, dass nicht "f-f-f" das wichtigeste ist ), ebenso Takt 15, z.B., ( was wohl wichtiger wäre: die "be" oder die aufsteigende Melodie darunter ? ) ,

ferner OBACHT bei Stellen wie Takt 32:

Für die Wirkung auf den in den Augen des Komponisten dummen - Zuhörer werden für den PIANISTEN divERSESTE Möglichkeiten gegeben, den tumben Zuhörer im UNKLAREN zu lassen, welche der MEHREREN Möglichkeiten, die leggierissimo-Noten zu betonen, man anwenden könnte. Komponisten tun sowas besonders gern und finden das witzig.


Nur bei Chopin kennt man das ja nun mittlerweile. Ausgelutschte alte Hüte.

Bereits gesehen haben wir ja Dinge wie Takt 39, ( "g" unwichtiger als aufsteigendes Melodiegetupfe ), sowie Takt 55.

Ferner deutet z.B. Takt 69 in EINZELNER Form an, wie bedeutend in diesem Stück diese aufsteigenden Figuren sind.

@ r. H. "AKKORDE" in T. 41, 42, 43, 44: Schätze, da machen eh alle, was sie wollen. ( Weiß ich aber nicht genau, diese Stelle befindet sich in einem mir nicht sonderlich zusagenden Bereich. So wie ihn mehrere Chopin-Stücke aufweisen. Trotzdem bin ich in der Lage ( ebenso wie meine Urgroßmutter mit 173 Jahren oder so ), ein c und ein ces mit dem Daumen hervorzuheben. WENN ich es WILL. ( T. 41) Daher mach ich mir darüber gar keine großartigen Gedanken. Außerdem:

So ein Nocturne ist immer stimmungsabhängig. Manchmal mehr "in sich gekehrt", manchmal freudiger, manchmal müde, und manchmal: GENERVT ;);)


;) LG, Olli !

Nachtrag @ besonders schöne Vergleichsstücke mit hervorgehobenen Stimmen, die nicht die obersten sind:

Ausm Kopf fallen mir ein: Rondo c-Moll, Prelude fis-Moll, Krakowiak letzter Teil ( ! sagenhaft ! ), e- Moll- Konzert ( der etwas unangenehme Teil ab Takt 621, 1. Satz, z.B. ), h-Moll-Scherzo "Molto piu lento"-Teil, g- Moll-Ballade, letzter Takt vorm Presto con fuoco.

Zweideutige und wahlfreie Dinger nat. auch zuhauf, bestimmt wird man fündig in..ach so vielen. La ci darem..., Fantasie poln. Lieder, G-Dur-Noct. op 37, 2.. ahh man kann das nicht alles aufzählen.
 
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