Chopin auf Horowitz' Flügel - Nocturne op. 62,1


Chaotica
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Nach längerer Pause gibt es endlich auch von mir wieder etwas zu hören, und zwar das Nocturne in H-Dur, op.62,1, mein Lieblingsnocturne (und -stück) von Chopin. Kritik und sonstige Kommentare sind wie immer ausdrücklich erwünscht.

[MP3="https://www.clavio.de/org/176-chopin_62_1.mp3"]dfg[/MP3]

Gespielt ist dies auf dem Steinway D mit der Nr. 314503, anscheinend Vladimir Horowitz' Lieblingsflügel, den dieser über Jahrzehnte auf seine Tourneen mitnahm - und der den Meister überlebt hat und jetzt alleine auf Tour ist. Vergangenes Wochenende war er im Pianohaus Micke hier in Münster zu Gast und man konnte netterweise einfach hingehen und ihn spielen.
 
violapiano
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Ochja, der könnt mir auch gefallen, der Flügel^^.:kuss:

Wie hast du denn aufgenommen?

LG
violapiano
 
Guendola
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Und wie bist du mit dem Anschlag zurechtgekommen? Der soll ja ziemlich gewöhnungsbedürftig sein.

Den rasanten Aufwärtslauf fand ich etwas zu laut im Verhältnis zu den übrigen Dynamikschwankungen aber man muß sowas ja auch mal ausprobieren :) (insbesondere auf dem Flügel von Horowitz). Die Triller könnten etwas gleichmäßiger sein (ca. 5:00), der Schluß ist dir leider etwas zerfallen, davon abgesehen beachtlich! Sonst kann ich nicht viel zur Aufnahme sagen, dafür kenne ich das Stück nicht gut genug.
 
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Fips7
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Hi Chaotica,

habe mir nun deine Nocturne-Einspielung angehört und bin ziemlich überwältigt. Ich will jetzt eigentlich gar nicht anfangen, irgendwelche Kleinigkeiten zu benennen. Denn im Ganzen gefällt mir deine Interpretation wirklich sehr gut. Stattdessen will ich lieber ein paar Eindrücke zu diesem Stück loswerden.

Von allen Nocturnes Chopins habe ich zu diesem Werk lange Zeit am wenigsten Zugang gehabt. Erst in jüngerer Zeit habe ich überhaupt angefangen, es zu mögen (inzwischen finde ich es ganz unglaublich!). Ich empfinde es als irgendwie sehr "zerbrechlich" im Ausdruck, auch in der Harmonik. Das habe ich zwar nicht genau analysiert, es ist eher Gefühlssache, aber mir kommt die Harmonik so "offen" vor, es gibt immer wieder überraschende harmonische "Wandlungen" und "Weiterführungen", die für mich etwas ungemein Fragendes und Schmerzvolles an sich haben. Der melodische Faden spinnt sich fort von Akkord zu Akkord, ohne dass ich öfters das Gefühl hätte, jetzt wäre ein Ruhepunkt erreicht, der irgendeine "Festigkeit" hätte. Keine Ahnung, ob du mit diesen Worten etwas anfangen kannst. Aber so geht es mir mit diesem Stück. Die beiden Nocturnes op. 62 stehen definitiv auf meiner Liste der gespielt werden wollenden Werke.

Grüße von
Fips

PS: Sollte man vielleicht im Titel noch "Nocturne" und "op. 62,1" ergänzen?
 
Chaotica
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Danke auch euch, Guendola und gubu, und speziell Fips, weil er mich daran erinnert hat, dass ich hier noch etwas schreiben wollte. :)

@ Guendola

Über den Schluss kann man streiten, wenn man möchte. Ich bin sonst auch nicht ganz der Mann für die ganz langsamen, vermeintlich "kunstvollen" Tempi, aber bei diesem Nocturne habe ich einfach das Gefühl, dass es am Ende im Adagio sein muss. Immerhin brauche ich insgesamt nicht die ganzen 10 Minuten, die das Stück laut einem Ratschlag, den ich vor längerer Zeit mal zu diesem Stück bekommen habe, dauern sollte. :)

Der Anschlag ist ziemlich leicht und etwas "wackelig" für meinen Geschmack, und der Klang war beim ersten Anspielen doch überraschend dünn, und ganz ohne die sonst typische Steinway-Brillianz. Das machte sich besonders im Diskant bemerkbar, in den man schon kräftig hineinhauen musste, um etwas zu hören. Aber ansonsten ist es natürlich ein sehr guter Konzertflügel, keine Frage.

@ Fips

Vor ein paar Jahren, als ich das Stück kennenlernte, ging es mir ganz ähnlich. Es braucht doch eine Weile, bis man "durchsteigt" und es genießen kann - wie das so oft ja eben ist. Das liegt für mich an dem "durchwobenen Stil", den Edwin Fischer in den späteren Beethovensonaten ab Op. 78 sieht und den es für mich auch bei Chopin gibt. Die harmonische, melodische und rhythmische Fortführung findet immer wieder in mehreren Ebenen statt, Entwicklungen überschneiden sich. Viele Dissonanzen entstehen, wenn die vorherigen Dissonanzen noch gar nicht aufgelöst sind usw. Dennoch ist es kein Chaos und auch nicht überkompliziert. Zumal Chopin auch interessanterweise die Viertaktgruppierung auch hier noch streng durchhält!

Den Titel kannst du gerne noch ergänzen, wenn du möchtest (beim Erstellen hielt ich die hohe Opuszahl für zu abschreckend ;) )
 
 

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