Beratung Érard Piano (Antik, neu restauriert)

Meine Großeltern hatten u.a. ein Erard-Klavier. Klang sehr schön, eher hell und intim, ließ sich aber irgendwann nicht mehr lange auf Kammerton 440 halten.
 
Bitte um Erklärung: was genau schaut denn anders aus? Erad war ja sehr renommiert und mich beeindruckt auch seine Geschichte
Um das im Detail zu beantworten, müssten wir erst Fotos vom Innenleben sehen.

Unterschiede generell in der Zeit: Geradsaiter, kein vollständiger Gussrahmen, anderes Material auf den Hammerköpfen, andere Mechanik und Spielart, weniger Tasten. In diesem Fall nicht einmal 7 ganze Oktaven - 82 Tasten, wenn ich mich nicht verzählt habe.

Aber wie gesagt wäre das tatsächliche Baujahr interessant. 1843 schließe ich aus, weil wie schon erwähnt die Medaille im Foto aus einer 8 Jahre späteren Ausstellung ist.

Dass Erard renommiert war, ist schön und gut. Das gilt aber immer nach Maßstäben aus der jeweiligen Zeit. Du brauchst aber ein nach heutigen(!) Maßstäben gutes Instrument.
 
Liebe alle, Danke für die Rückmeldungen. Spielt oder hat denn einer von euch so ein Antikes Klavier und wie sie die Erfahrungen damit ?
Ich spiele nicht so eins, aber ich stimme einige von diesen Kisten. Die halten die Stimmung nicht und haben einen komplett anderen Klang und vor allem Anschlag als moderne Klaviere. Wenn einem das gefällt, ist das ja in Ordnung. Was nicht in Ordnung ist, ist halt die Stimmhaltung.
 
Spielt oder hat denn einer von euch so ein Antikes Klavier und wie sie die Erfahrungen damit ?
Ich habe ein Klavier von 1870, wo ich noch nicht weiß, ob wir jemals Freunde werden, und einen Flügel von 1879 mit einer sagenhaft guten Stimmhaltung und sehr schönem Klang.
Das alles sagt aber nichts über andere Instrumente aus der Zeit aus.
 
Liebe alle, Danke für die Rückmeldungen. Spielt oder hat denn einer von euch so ein Antikes Klavier und wie sie die Erfahrungen damit ?
Gerade war ich an Weihnachten bei meinen Eltern, da steht das alte Klavier aus den 1920ern. Ich hatte mal überlegt, das zu übernehmen und restaurieren zu lassen (es wurde seit Jahrzehnten nicht gestimmt und auch sonst nichts gemacht), und war jetzt doch sehr froh, das nicht getan zu haben. Beim Spielen in diesem Zustand fand ich es anstrengend und belastend und kaum kontrollierbar. Wie soll man da lernen, wenn das Instrument so unpräzise ist? Restauriert weiß man nicht, wie es herausgekommen wäre. Jedenfalls war ich doch froh, dass ich mir ein neues „Arbeitstier“ gekauft habe, an dem ich an meiner Präzision arbeiten kann und nicht auf das Instrument Rücksicht nehmen bzw. seine Schwächen ausgleichen muss… (Falls es Dich interessiert, kannst Du den Weg hier nachlesen.)
 
Liebe alle, Danke für die Rückmeldungen. Spielt oder hat denn einer von euch so ein Antikes Klavier und wie sie die Erfahrungen damit ?

Mein Kriebel ist von 1920 und spielt wie klingt ganz wunderbar (für meine Ohren...). Die technische Ausführung ist im 20ten Jahrhundert bei einem Unterdämpfer eigentlich nicht anders als bei modernen Klavieren auch, bei entsprechender Wartung und Reparatur, eventuell Generalüberholung müssen diese Klaviere nicht schlechter sein als moderne!

Und Sie haben eindeutig mehr Seele (meines ist seit 1920 unser Familienklavier)

Die Stimmhaltung ist allerdings nicht so toll wie bei einem frischen Stimmstock und neuen Stimmnägeln, da muss ich ein paar Kompromisse eingehen.

150 Jahre alt ist allerdings eine Hausnummer... das könnte eine Überaschungsbox werden, zudem ja nicht das Herz dran hängt.
 

Zurück
Top Bottom