Benedictus - Ch.V.Alkan, Op. 54

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Guendola

Guendola

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Das Stück wurde ursprünglich für dreihändiges Klavier geschrieben (also mit Pedal), ist aber ebenfalls orgeltauglich. Allerdings haben die handelsüblichen Kirchenorgeln nicht den nötigen Tonumfang.

Gibt es eine speziell für "normale Orgeln geschriebene Transkription oder hat jemand Tips, wie man das Stück gut auf Orgel umsetzen kann ohne daß es zu sehr darunter leidet? Es geht vor allem um die Stellen, wo die Noten den Tonumfang der Orgel überschreiten.

Wen es interessiert, ich habe die Noten unter der folgenden Webadresse gefunden:

https://urresearch.rochester.edu/handle/1802/3223

Eine Hörprobe gibt es hier:

http://www.toccataclassics.com/cddetail.php?CN=TOCC0030

Ich hatte noch eine schönere Aufnahme gefunden aber der Link ist verschwunden.
 
Mindenblues

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Für Pedal geht es ja im Wesentlichen um das tiefe A über dem tiefsten C, was die Orgeln nicht haben. Was bleibt übrig, als dafür das A eine Oktave höher zu nehmen?

Auf Seite 5, zweitunterstes System, mittlerer Takt ist dann noch ein Duolenlauf im Pedal, auch gestartet vom tiefsten A. Das könnte man ganz weglassen (nur diesen einen Takt), schliesslich wird der Kram eh oktaviert auch von der linken Hand gespielt. Im nächsten Takt dann aber spielen, da andere Töne im Vgl. zur linken Hand.

Im übrigen könnte man nachforschen, was die Angaben "8va bassa soltanto" bzw. "Coll' 8va" im Pedal bedeuten. Genau an den Stellen, wo "Coll' 8va" angegeben ist, gibt es die Probleme mit zu tiefen Tönen. Vielleicht heisst ja "Coll' 8va", dass eine Oktave höher gespielt wird (Vielleicht in Kombination, dass man vorher 8-Fuß-Register für Pedal gezogen hat, und an den Stellen 16-Fuß-Register; dies würde nämlich eine Oktaverweiterung im Pedal suggerieren!).

Willst du dir das tatsächlich aufhalsen zu spielen? Viel Spass mit der Herausforderung!
 
Guendola

Guendola

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Wenn sich an meiner Motivation Zweifel ergeben sollten, werde ich einfach nochmal eine Aufnahme hören (möglicherweise kaufe ich mir auch eine CD).

Soweit ich es sehe, ist da Stück in erster Linie lang und die schwereren Stellen sind in den Händen, wo ich mich auf meine Klavierkenntnisse verlassen kann. Allerdings befürchte ich, daß ich es nicht bis zur Aufnahmeprüfung zum C-Kurs fertig bekomme, das sind gerade noch 7 Wochen.
 
Mindenblues

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@ Guendola:

Will eben nur sagen, dass dieses Stück mir für meine C-Kurs-Aufnahmeprüfung zu schwer gewesen wäre (von der Länge mal ganz abgesehen, m.E. eindeutig zu lang). Auch das Pedal geht im Alla Breve-Teil z.T. schon ziemlich zur Sache.

Aber wie gesagt, gehe nur von meinen begrenzten Orgelkenntnissen aus, bevor ich mit dem C-Kurs anfing. Wünsche dir, dass es bei dir ganz anders ist und du viel schneller lernst als ich - also viel Erfolg damit!

Hast du schon mal recherchiert, was die erwähnten Angaben "Coll' 8va" und "8va bassa soltanto" im Pedal bedeuten, um auf deine Ursprungsfrage zurückzukommen?
 
Guendola

Guendola

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Ja, die Länge ist lang. Wohl nichts für eine Prüfung. Ich fange jetzt ganz langsam an und werde mich nochmal schlau machen, was genau "soltanto" heißt, scheint heutzutage das Adverb zu solo zu sein, also "alleine", "nur" oder ähnlich. Damit wäre "bassa soltanto" als "nur bass" zu verstehen.

http://en.wikipedia.org/wiki/Octave erklärt den Rest.

Es ändert aber nichts am Tonumfang, die Läufe sind trotzdem zu lang ):
Die Tonhöre an sich könnte man ja per Registrierung ändern - natürlich nicht mitten im Lauf.
 
musiküsse

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soltanto = lediglich

Dies würde ich so interpretieren (auf der Orgel), das Pedal 16' zu registrieren, Maunual 8'.

Coll = mit = Pedal + 8' (?)

Gruß,
Sascha
 
A

Atra

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Wenn sich an meiner Motivation Zweifel ergeben sollten, werde ich einfach nochmal eine Aufnahme hören (möglicherweise kaufe ich mir auch eine CD).

Soweit ich es sehe, ist da Stück in erster Linie lang und die schwereren Stellen sind in den Händen, wo ich mich auf meine Klavierkenntnisse verlassen kann. Allerdings befürchte ich, daß ich es nicht bis zur Aufnahmeprüfung zum C-Kurs fertig bekomme, das sind gerade noch 7 Wochen.
Ein Tipp: Die Kirchenmusiker hier beömmeln sich immer, wenn ein C-Aspirant zur Aufnahmeprüfung mit irgendwelchen exqusiten, schweren Stücken anrückt und aufspielt, als wäre er Orgel-Gottkönig (nicht böse aufnehmen).
Denen ist es 10x lieber ein Kleines Präludium + Fuge von Bach zu hören, das aber sauber und rhytmisch ganz exakt.
Ausserdem ist es wohl zu lang, und man weckt Erwartungen, d.h. man muss sich bis zur Zwischen- und Abschlussprüfung dannnochmal deutlich steigern.
Welches Stück empfiehlt denn Dein Orgellehrer zur Aufnahmeprüfung?

LG Atra
 
Guendola

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Ein Tipp: Die Kirchenmusiker hier beömmeln sich immer, wenn ein C-Aspirant zur Aufnahmeprüfung mit irgendwelchen exqusiten, schweren Stücken anrückt und aufspielt, als wäre er Orgel-Gottkönig (nicht böse aufnehmen).
Denen ist es 10x lieber ein Kleines Präludium + Fuge von Bach zu hören, das aber sauber und rhytmisch ganz exakt.
Ausserdem ist es wohl zu lang, und man weckt Erwartungen, d.h. man muss sich bis zur Zwischen- und Abschlussprüfung dannnochmal deutlich steigern.
Welches Stück empfiehlt denn Dein Orgellehrer zur Aufnahmeprüfung?

LG Atra
Das leuchtet ein ^^

Die Aufnahmeprüfung hatte ich erwähnt, weil ich das Stück auf der Suche nach Musik für die Aufnahmeprüfung gefunden hatte und im ersten Moment auch in Erwägung gezogen hatte. Aber die Länge alleine macht es schon untauglich. Deine Bemerkung ist aber noch viel wichtiger!

Mir geht es in diesem Thema aber wirklich darum, wie man das Stück am besten spielt, völlig unabhängig von irgendwelchen Prüfungen, denn ich werde es spielen. Allerdings hat die Aufnahmeprüfung erstmal Priorität.

Noch mal eine Frage zu den Präludien: Ist damit BWV 553 etc. gemeint, die Stücke, die mal Bach und dann wieder Krebs zugeschrieben werden?

Für die Aufnahmeprüfung habe ich ansonsten inzwischen ein schönes Vorspiel für "Wer nur den lieben Gott läßt walten" von Otto Dienel, um die zweite Stilepoche abzudecken. Fragt sich nur, ob das ausreicht, aber das kann ich am Montag klären.
 
Axel

Axel

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Hallo Guendola,

ein erstaunliches Stück. Offenbar für Pedal-Flügel geschrieben, ähnlich wie die Schumann Stücke.

Ich vermute, die Anweisung im 1. Takt soll die Ped.-Stimme ausschließlich auf 16' Basis, eben 8va bassa erklingen lassen. In notierter Lage gäbe es sehr merkwürdige Akkordumkehrungen, gleich im 1. T. einen Quartsextakkord.

Die Ped.-Bezeichnungen im weiteren Verlauf dürften sich auf das Haltepedal beziehen, den rechten Fuß hätte man ja frei.

Das ist vom Satzbild her eindeutig Klaviermusik. Eine Realisation auf der Orgel würde eine echte Transkription bedeuten. Man müsste über Ausdünnung des Satzes nachdenken und über die Umfänge, die die Tastatur einer Orgel in beide Richtungen sprengen. Zum Vergleich kann man Busonis Bach-Bearbeitungen heranziehen und dann "rückwärts" vorgehen.

Das ist viel Arbeit. Ich habe an der Orgel nicht vor allzu vielen Sachen Angst, aber das in 7 Wochen vorzeigbar hinzubekommen, würde mir den Angstschweiß auf die Stirn treiben.

Atra hat übrigens recht: wer mit schweren Stücken in der C-Prüfung ankommt, muss sich mit entsprechenden Maßstäben messen lassen. Schlecht spielen und dann sich damit herausreden, das Stück sei schwer, gilt nicht.
Eine andere Sache: kaum ein Prüfer ist begeistert, wenn jemand ankommt und der Prüfungkommission erst mal zeigt, welche Stücke sie noch nicht kennen.

Grüße
Axel
 
Mindenblues

Mindenblues

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Stimme allem zu, was bisher geschrieben wurde, ausser dem folgenden:

Eine andere Sache: kaum ein Prüfer ist begeistert, wenn jemand ankommt und der Prüfungkommission erst mal zeigt, welche Stücke sie noch nicht kennen.
Da scheint es wohl unterschiedliche Mentalitäten zu geben; habe auch schon die Meinung gehört, dass die ewig gleichen kleinen Präludien BWV553 und folgende (was beliebte Aufnahmestücke sind) den Prüfern zum Hals raushängen und sie froh sind, mal was anderes, auch unbekanntes, zu hören.

Im Gegenteil finde ich es sogar richtig gut, möglichst Unbekanntes zu präsentieren. Wenn die Prüfer jeden Ton kennen, muss das nicht unbedingt von Vorteil sein :D
Zum Beispiel reizt es mich unwahrscheinlich, die neuentdeckte Bach'sche Choralfantasie zu meinem C-Kurs-Abschluss zu spielen, aber sie wird erst in gut 14 Tagen veröffentlicht, und das wird mir leider wohl zu knapp.
 
Guendola

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Ich denke, die Hauptsache ist, daß man bescheiden bleibt, es sei denn, man kann es sich wirklich leisten, unbescheiden zu sein.

Aber meine Frage war wirlich darauf bezogen, wie man das Stück auf Orgel spielt und nicht ob.

Die nächsten Wochen stehen aber andere Dinge an erster Stelle, ich werde also nicht allzu hart am Benedictus arbeiten. Melde mich aber, wenn ich an entsprechende Stellen komme und dann entweder mit Lösungsvorschlägen oder Fragen.
 

Axel

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Stimme allem zu, was bisher geschrieben wurde, ausser dem folgenden:



Da scheint es wohl unterschiedliche Mentalitäten zu geben; habe auch schon die Meinung gehört, dass die ewig gleichen kleinen Präludien BWV553 und folgende (was beliebte Aufnahmestücke sind) den Prüfern zum Hals raushängen und sie froh sind, mal was anderes, auch unbekanntes, zu hören.

Im Gegenteil finde ich es sogar richtig gut, möglichst Unbekanntes zu präsentieren. Wenn die Prüfer jeden Ton kennen, muss das nicht unbedingt von Vorteil sein :D
Zum Beispiel reizt es mich unwahrscheinlich, die neuentdeckte Bach'sche Choralfantasie zu meinem C-Kurs-Abschluss zu spielen, aber sie wird erst in gut 14 Tagen veröffentlicht, und das wird mir leider wohl zu knapp.


Hallo Mindenblues,
klares jein. Du hast völlig recht, 10x das gleiche Stück mag keiner hören. Gerade die 8 kleinen Präludien werden oft strapaziert. Es gibt aber viele "normale" Stücke, die selten gespielt werden. Toll, wenn jemand ein Stück aus der Suite op. 92 von Reger spielt, um nur ein Bsp. zu nennen. Aber das kann ich bewerten, wenn ich prüfe. Wenn es um Bearbeitungen geht, wird das schon kritischer. Ich kann mich erinnern, das mal jemand eine "Bearbeitung" eines eigentlich fertigen Orgelstückes von Schroeder anschleppte und meinte, jetzt käme endlich zur Geltung, was Schroeder "wirklich" sagen wollte. Was will man da bewerten?
Und es ist ein Unterschied, ob ein wenig bekanntes Stück von Krebs, Reger oder Rheinberger gespielt wird, an dem sich sicher jeder Prüfer erfreuen kann, als wenn es so wirkt, als wolle man den Prüfern reinwürgen, was sie alles nicht kennen.
Schöne Grüße
Axel
 
 

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