Be-Bop Lines


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Fred
Guest
Hi, Freunde des Be- und Hard-Bops,

die AABA-Form ist neben der 12-taktigen Blues-Form wohl die am meist gebrauchte im Jazz.
Dabei spielen die Changes von Gershwins "I Got Rhythm" eine entscheidende Rolle. Sie sind sozusagen über die Jahre ein Standard-Cliche geworden, gleichwohl wie die Blues-Changes im Blues.
Diese 32-taktige AABA Form mit Gershwins Harmonien wird auch deshalb einfach "Rhythm-Changes" genannt.

Der kadenzielle Ablauf erklärt sich sehr einfach und mit wenigen Worten.
In den 3 A-Teilen sind es jeweils 2 erweiterte, eine Subdominant- und nochmals eine erweiterte 2-taktige Kadenz die unmittelbar aufeinander folgen.
Die Brigde ist ein Dominantkette, die sich in die auf der Eins des letzten A-Teiles befindende Tonika hin auflöst. Die einzelnen Dominanten sind dabei meist noch subdominantisch vorbereitet.

Hier ein Transskription eines Piano-Solos. Die darin notierten Changes weichen allerdings leicht vom Standard ab. Hier die Standardform.

Für einen Jazzer ist es unabdingbar Rhythm-Changes zu beherrschen. Sie liegen vielen Standard zugrunde und ebenso wie die Blues-Form sollten sie in allen Varianten jederzeit Abruf bereit sein.
Auch wenn der harmonische Aufbau einfach scheint ist ein problemloses, flüssiges darüber Improvisieren nicht einfach.
 
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MaBa
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Hallo Fred,

es macht richtig Spaß, dir zuzuhören. Es groovt :bongo: und es reizt, es nachzumachen.

Interessant finde ich, daß du ja eigentlich an mehreren Fronten improvisierst - nicht nur das Solo ansich, sondern noch der Walking Bass, und nebenbei reharmonisierst du auch noch. Du das ganze bei dem Tempo...

Ich sollte für mich besser erst mal den Baß zurechtlegen, und ab besten auch erst mal nur für einen Formteil...
Mir scheinen deine Betonungen in der linken Hand auf 2 und 4 für den Groove sehr wichtig zu sein, und die ab und zu eingeworfenen Ghost Notes.

Eine Frage oder Bitte: Kannst du die Transkription auch als pdf reinstellen? Und danke für den Beitrag.

Gruß
 
F
Fred
Guest
Hi MaBa,

danke für Dein Feedback. Ich hatte eigentlich nicht damit gerechnet, dass hier jemand einsteigt. Die Jazz-Ecke fristet ja bekannterweise in diesem Forum eher ein Mauerblümchen-Dasein.

Auf jeden Fall sollte man sich die eine oder andere Basslinie zurecht legen. Das ist ein absolutes Muss. Durch die Jahre bekommt man dann in der Rechten Routine und viele melodische Wendungen sind dann in Fleisch und Blut übergegangen, so daß sie jederzeit abrufbar sind. Bei schnellen Tempi ist Improvisation so wie so mehr ein spontanes Umsetzen von einstudierten figurativen Kleinstformeln, will sagen, man arbeitet hier nicht mehr Ton für Ton, sondern setzt Schwerpunkte, die dann durch melodische Floskeln verbunden werden.

Ich hätte liebend gerne die PDF-File hier zur Verfügung gestellt, aber die war leider unauffindbar.
 
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Fred
Guest
Hi Basti,

danke für Deine konstruktiven Bemerkungen.

Mit figurativen Kleinstformeln meine ich eigentlich nicht unbedingt ganze Phrasen (Licks). Ich meine vielmehr Kleinstteile die mit Wörten in der Sprache vergleichbar sind.
Wenn Leute von Improvisation reden, werden sie meist über Harmonien reden und seltener über lineare Aspekte, obwohl das Lineare ganz klar das Harmonischen in gewisser Weise bestimmt.

Es gibt nun verschiedene Ansatzpunkte lineares Spiel zu entwickeln. Wichtig dabei ist, die Gesetzmäßigkeiten vom Spannungsverlauf in Tonfolgen zu verstehen.
Wenn man z.B. eine Tonleiter einfach rauf oder runter spielt, ohne in sie wirklich reinzuhören, hat man irgend etwas nicht verstanden.
Die Tonfolge a g f e d c über ein C Bordun gespielt, bewirkt einen ständigen Wechsel von Spannung -> Entspannung. Die gleiche Tonfolge über ein D Bordun gespielt bewirkt den sich wiederholenden konträren Wechsel Entspannung -> Spannung.
D-7 und CMA7 benutzen zwar in gewissen harmonischen Situationen den selben Tonvorrat, haben aber eine andere spezifische Wirkung auf die einzelnen Töne.
Dies gehörmäßig zu realisieren ist durchaus wichtig, da auf diesem Prinzip die ganze Musik aufgebaut ist.

Auch wird in diesem Zusammenhang der Begriff "Kirchentonleiter" fast immer falsch verwendet. Es sind eben keine "Tonleitern" mit denen man improvisiert, sondern Tonsammlungen die durch die Beschaffenheit und das harmonische Umfeld des Akkordes bestimmt werden.
 
C
cbirkholtz
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hi,

na dann wollen wir die Jazz-Ecke mal etwas belegen.

Vielen Dank für Deinen super Beitrag über Rhythm-Changes und auch die Anmerkungen über Horizontale Improvisation. Leider kann ich jedoch die Links nicht öffnen - hätte auch gerne einen Höreindruck bekommen.

Evtl. hätte jemand Lust einen ähnlichen Artikel über Quarten-Harmonik zu schreiben. Damit beschäftige ich mich gerade - d.h. theoretisch zumindest. Klavier spiele ich noch nicht so lange (ca. 1 Jahr) d.h. meine Fingerchen haben meine Theoriekenntnisse noch nicht eingeholt (da ich mittlerweile seit fast 20 jahren musiziere, sind diese etwas weiter)

Christian
 
F
Fred
Guest
Leider kann ich jedoch die Links nicht öffnen - hätte auch gerne einen Höreindruck bekommen.
Müsste nun wieder funzen. Ich gehe öfters Offline, zwecks Daten Auffrischung u.a..

Evtl. hätte jemand Lust einen ähnlichen Artikel über Quarten-Harmonik zu schreiben. Damit beschäftige ich mich gerade - d.h. theoretisch zumindest.
Ist ja toll.
Quarten-Harmonik hat ihren Ursprung in der Pentatonik. Ich habe hier im Forum mal einen ziemlich ausführlich Artikel darüber geschrieben.

Guckst Du und nochmal Guckst Du

Da der Ansturm nicht besonders groß war, es meldeten sich insgesamt 2 Personen zu Wort, wurde das sehr interessante Thema ad Akta gelegt.
 
 

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