Bach-Triosonaten

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MartinH

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Hier eine tolle, ja grandiose, neuere Produktion. beeindruckend, dass das dort so überzeugend geht, hätte ich nie gedacht! Ein Kampf für den Klang...
https://www.youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_lakFMYvkX-6LV8Xxyy8ebOkxxPnJT5DIk

PS Weiß nun natürlich nicht, ob dieses automatische YT-Veröffentlichen nicht sehr schädlich ist für diese kleinen Labels/Auflagen, aber so ist es wohl heutzutage (man wird es aber auch verhindern können..) Zahlungen anhand Aufrufzahlen dürften vergleichsweise sehr gering sein, oder? Weiß da jemand was zu?
 
Axel

Axel

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Tja, ich habe mal quer gehört. An einigen Stellen ist es sehr interessant, die Grundstimmen dieser Orgel haben Charakter, das passt sehr gut. Es ist auch ohne Frage sehr virtuos gespielt, allen Respekt auf der Traktur. Manche Artikulation fände ich jetzt etwas spitz und vielleicht auch das Tempo einen Tacken drüber. Und man hört bei dieser direkten Aufnahme natürlich viel an Trakturgeräuschen. Das ist dann schon nervig auf Dauer.
 
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MartinH

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Muss zugeben, nach längerem Hören bin ich auch nicht mehr ganz glücklich. Wobei die Tarkturgeräusche selbst mich gar nicht stören, eher die zähe Traktur an für sich, aber da macht er das beste draus (da muss man wahrscheinlich recht viel Drive "im voraus entwickeln"). Und so manche Stimmen, so charaktervoll sie sind, nerven irgendwann dann doch.. Hach, schlimm, wie verwöhnt und ungnädig man geworden ist. (Einen Ticken mehr Akustik fände ich auch schöner.)
Er spielte oder spielt noch die Dinger dort alle hintereinander im Konzert, das sind so Sachen, die sich wohl eher wenige trauen...
 
mick

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Er spielte oder spielt noch die Dinger dort alle hintereinander im Konzert, das sind so Sachen, die sich wohl eher wenige trauen...
Ob es etwas mit "trauen" zu tun hat, bezweifle ich. Es gibt ja auch kaum Pianisten, die die sechs Partiten in einem Konzert hintereinander wegspielen. Nicht, weil sie es nicht könnten, sondern weil es das Publikum doch arg ermüdet.
 
Axel

Axel

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Es ist halt klanglich mal etwas anders, als man sich jahrelang eine Barockorgel vorgestellt hat. Von daher schon hörenswert.
 
Axel

Axel

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Ob es etwas mit "trauen" zu tun hat, bezweifle ich. Es gibt ja auch kaum Pianisten, die die sechs Partiten in einem Konzert hintereinander wegspielen. Nicht, weil sie es nicht könnten, sondern weil es das Publikum doch arg ermüdet.
Einige Freunde von mir haben das auch schon gemacht. Ich finde, gerade die Sonaten sind recht abwechslungsreich.
 
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MartinH

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Trauen meinte ich vor allem bezogen auf das eigenwillige Gerät dort - zB mit einer selbst für die Barockzeit extrem breiten Pedalmensur. Da kämpft manch einer schon bei Chorälen...
PS Nicht, dass es falsch überkam: für mich auf jeden Fall eine weit überdurchschnittliche Einspielung, und dasss Waltershausen klanglich Bach&Co.-Top-Liga ist, dürfte auch unbestritten sein.
 
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Lübeck

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Und man hört bei dieser direkten Aufnahme natürlich viel an Trakturgeräuschen.
Das muss ich aber auch sagen. Wo stand denn das Mikrofon? Es hört sich ja so an, als ob ich am Spieltisch sitzen würde.
Ich finde, so etwas gehört zu einer Barockorgel. Das macht für mich auch einen Teil des Charmes aus. Vorallem, wenn ich spiele und ich das Klackern höre, finde ich das eigentlich meistens toll. Wenn es nur so laut ist, nervt das bei einer Gesamteinspielung von leiseren Werken als Zuhörer schon auf Dauer.
 
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MartinH

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Die Traktur finde ich wirklich nicht übermäßig laut, erst recht nicht, wenn man überlegt, wieviel "Impuls" da nötig ist, gerade auch im Pedal. Ist nur manchmal an der Grenze dessen, was die Streicher und auch sonstiges Gewächs in der Ansprache noch mitmacht und bevor es gequält wirkt.
Interessanterweise hört man sowohl viel "Geräusch" als auch unglaublich "fette" Flöten/Gedackte, fast sinusartig das ganze. Und das in diesem "normalen", eher kleinen, trockenen Raum. Der Trost war definitiv interessant drauf...
Die Linien werden hervorragend gezeichnet, also, wenn nicht hier, wo sonst alles am Stück (im Konzert): Wobei live dann doch deutlich abfallen muss, ich halte es für ausgeschlossen, dieses CD-Resultat im Konzert *dort* auch nur annähernd hinzubekommen, das ist direkt unmenschlich.

Das ist schon eine ganz andere Hausnummer als viele, vor allem ältere, doch eher "pauschale" Aufnahmen. (Dass man des Tonmeisters Arbeit in diesem intensiv-exotischen Klangspektrum dann auch mal hört, finde ich nicht schlimm oder beeinträchtigend.)

Oder kennt jemand eine klanglich und spieltechnisch vergleichbare Aufnahme? Also das ist für mich schon eine Entdeckung und ich hätte das so dort auch direkt für unmöglich gehalten.

PS Habe mir vorgenommen, das ganze nun gerne auch zu kaufen, das ist ja pervers, dass man *alles*, auch Booklet for free findet. Übel, wo Musik monetär angekommen ist...
 
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MartinH

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Das muss ich aber auch sagen. Wo stand denn das Mikrofon? Es hört sich ja so an, als ob ich am Spieltisch sitzen würde.
Naja, Gnadenhall steht diesen Stücken ja nun nicht so gut (abgesehen davon gibt es dort auch keinen), insofern finde ich die Aufnahme(position) schon gelungen. Ich war vorhin nur irritiert von den fetten 8' und dachte ich, das könne weiter im Raum vielleicht entschärft bzw, sie aus ihrem "Gefängnis" befreit werden, aber ich bin sicher, dass da viel probiert wurde (Raummoden können das ja sogar noch verschärfen). Für diese Kammermusik muss man einfach "nahe dran" sein.
Die standen also viel näher, als je ein Zuhörer sitzen würde, aber abgesehen davon, dass man diese verschiedenen "Ohren" nicht wirklich vergleichen kann, darf man von einer Produktion sogar "besseren Klang" als "im Konzert" oder "vor Ort" erwarten, finde ich jedenfalls.
 

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Lübeck

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Die standen also viel näher, als je ein Zuhörer sitzen würde, aber abgesehen davon, dass man diese verschiedenen "Ohren" nicht wirklich vergleichen kann, darf man von einer Produktion sogar "besseren Klang" als "im Konzert" oder "vor Ort" erwarten, finde ich jedenfalls.
Das ist aber auch ein Problem. Wenn man das Mirkofon in drei Meter Raumhöhe in der Raummitte aufstellt erhält man vielleicht einen tollen Ton, nur wirkt die Orgel im Original so gar nicht. Ob das das ist, was man will, ist eine andere Frage.
 
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MartinH

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Man muss eh "transferieren", eine Illusion erschaffen. Dazu sind alle Mittel (auch verschiedene zusammengemischte Mikrofonperspektiven) recht. Bedenke auch, dass die ganze Optik (mit den Augen holt man sich ein Klangereignis automatisch ran) wegfällt. Also die teuersten Mikrofone auf dem besten Konzertplatz, das wird nichts....

PS Weil Du immer vom "Mikrofon" redest, es sind mindestens zwei, um die geniale Erfindung der Stereofonie auszukosten...
https://de.wikipedia.org/wiki/Stereofonie
 
 

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