Akkord in der Fughetta BWV 902 auflösen


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classican
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Hallo,
ich habe mich aufgrund mangelndem Wissen (und auch weil es am Jazz doch eher vorbeigeht) dagegen entschieden, diese Frage in der Rubrik Klavierakkorde zu stellen.
Ich bin heute in dieser Fughetta: http://imslp.info/files/imglnks/usimg/e/ee/IMSLP03197-Bach_-_BGA_-_BWV_902.pdf
über einen Akkord gestolpert (Beispiel: 4. Seite, 4.System, 5.Takt), der für meine Ohren fremd klang und von dem ich daher gerne Fragen würde was dieser ist/für Bach war und wohin er aufgelöst werden sollte (generell).
In diesem Beispiel steht vor dem Akkord wohl emoll, während das Fundament ein barocker Lauf bildet.Dann kommt auf 1 in diesem 5.Takt der Akkord f# h e, der mich an einen Quint/Quint- oder Quint/Quart-Klang erinnert (bin leider recht ahnungslos), und von Bach scheinbar nicht aufgelöst wird, er geht, wie ich glaube, in die Dominante hmoll.
Könnt ihr mir helfen Was das wirklich für ein Akkord ist und wohin er aufgelöst wird?
Vielen Dank,
classican
 
Haydnspaß
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Das ist recht einfach: ein h-moll Dreiklang, mit einem Quartvorhalt.

Es wird nur etwas verschleiert dadurch, daß die Akkordtöne fis und h nicht gehalten sind. Das ändert aber nichts am Akkord.

Und das gis der linken Hand gehört zum Akkord nicht mehr dazu, da überlappt sich das Ende der rechten Hand mit dem Auftakt der linken.
 

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classican
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Oh, vielen Dank, das habe ich so gar nicht wahrgenommen.
Eigentlich ist es ja deutlich zu sehen, aber meine Ohren haben mir wohl irgendwie einen Streich gespielt :confused:
Vielen Dank für die Entwirrung,
classican
 
Haydnspaß
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wobei, wenn ich mir das gis der linken Hand nochmal anschaue, könnte man dort auch einen verminderten Septakkord hineindeuten, bestehend aus gis-f-h-d, der sich dann irgendwie in den Auftakten "auflöst" :p
 
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Fred
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wobei, wenn ich mir das gis der linken Hand nochmal anschaue, könnte man dort auch einen verminderten Septakkord hineindeuten, bestehend aus gis-f-h-d, der sich dann irgendwie in den Auftakten "auflöst" :p

Dann wäre aber das f tonleiterfremd. Immerhin spielt die Linke vom Ton f# angefangen die Melodisch Moll Tonleiter aufwärts. Diese hat bekanntlich, auf die Dominante bezogen, die große None, f# in diesem Falle und nicht f als b9. Wenn man also auf den 2. Achtel über dem Ton g# einen Akkord aufbauen würde, hieße der G#-7b5 oder eben G# halbvermindert. Das ist ja bei Bach nichts ungewöhnliches.
 
Haydnspaß
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okay, ich hatte ganz vergessen, daß es noch das fis als Tonartvorzeichnung gibt.

Wenn man also auf den 2. Achtel über dem Ton g# einen Akkord aufbauen würde, hieße der G#-7b5 oder eben G# halbvermindert.

warum so kompliziert?

Wir haben es auf dem 2.Achtell nicht mehr mit einem Vierklang zu tun, sondern höchstens mit einem Dreiklang, nämlich dem verminderten Dreiklang gis, h, d - das ist ein verkürzter E7.

Es erklärt sich dann auch, wieso in der Mittelstimme Pausen stehen: gis geht nicht wegen Oktavparallele zum Baß, e geht nicht wegen Septimparallele zum Sopran. Komisch, daß Bach da solche Skrupel hatte.
 
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Fred
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Wir haben es auf dem 2.Achtell nicht mehr mit einem Vierklang zu tun, sondern höchstens mit einem Dreiklang, nämlich dem verminderten Dreiklang gis, h, d - das ist ein verkürzter E7.

Es erklärt sich dann auch, wieso in der Mittelstimme Pausen stehen: gis geht nicht wegen Oktavparallele zum Baß, e geht nicht wegen Septimparallele zum Sopran. Komisch, daß Bach da solche Skrupel hatte.

Na ja, ich dachte eher, dass man die auf die Eins fallenden Töne f# und b über bindet zum 2. Achtel, so dass dann G#-7b5 entsteht. Bei meiner Art Bach zu interpretieren hätte ich das an dieser Stelle auf jeden Fall gemacht. :D
 
Haydnspaß
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Na ja, ich dachte eher, dass man die auf die Eins fallenden Töne f# und b über bindet zum 2. Achtel, so dass dann G#-7b5 entsteht. Bei meiner Art Bach zu interpretieren hätte ich das an dieser Stelle auf jeden Fall gemacht. :D

Ach so, das fis von Schlag 1, ja, dann ist es ein verkürzter E79, das scheint dann dasselbe zu sein wie dein G#-7b5 (Ich kann mich an diese auf Leittönen stehenden Septakkorde einfach nicht gewöhnen ;)

ich hab da für mich so eine eigene Philosophie: Leittöne rutschen, Akkordgrundtöne hüpfen :) )
 
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Hebi19
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Freude

Bin ich froh, dass ich die Fughetta auch ohne die Theorie inzwischen "hingebracht" habe...

Ich wäre aber froh wenn ich auch so gut in Theorie drauf wäre.
Ich kann Eure Erklärungen an den Noten nachvollziehen, aber selber so drauf kommen?? da muß ich noch etliche Theorieabende investieren.

Grüße
Martin
 
 

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