Adäquates Klavier??

impromptuzZz

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20. Aug. 2023
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Guten Tag,
wurde in diesem Forum zufällig schon einmal darüber diskutiert, an welchen spielerischen bzw. technischen Klavierfähigkeiten, man den Kauf eines neuen Klaviers festlegen sollte? Ich persönlich finde das recht schwierig, so Mal man ja auf jeden dieser Tasteninstrumente in gewissem Maße musizieren kann… Auf der anderen Seite denke ich mir, dass doch mit Sicherheit Grenzen hinsichtlich der technischen Weiterentwicklung bei einem “ vielleicht nicht so guten Klavier”einhergehen sollten. Angefangen von unterschiedlich schnellen und präzisen Mechaniken bis hinzu dem erzeugten Ton muss es ja schließlich Abweichungen geben. Ein VW Touran ist ja auch nicht gleich ein Sportwagen, nur aufgrund der Tatsache, dass sich die Grundkonzeption zu dem Letzteren ähnelt. Was sind diesbezüglich eure Erfahrungen und welche Entscheidungskriterien könntet ihr mir, als eine Person die das Klavier spielen recht beherrscht, empfehlen. Einfach nur nach den entsprechenden Preisklassen zu gehen mag sicher funktionieren, führt denke ich aber in den wenigsten Fällen zu einem entschlossenen Kauf, bei dem man sich sicher sein kann, dass das Instrument langfristig gesehen all meine Wunschvorstellungen befriedigt und mir das leistet was ich mir erhofft habe.
✌️
 
Ich glaube, das ist ziemlich individuell und lässt sich vermutlich gar nicht allgemein diskutieren.
Wenn du gut spielen kannst, warum spielst du nicht einfach verschiedene Instrumente an (innerhalb des anvisierten Budgets, am besten mit abgeklebtem Markennamen)?
Das bei dem du das Gefühl hast, dich musikalisch gut ausdrücken zu können, ist für dich (!) dann das richtige.

Der Vergleich zum Auto hinkt, denn es ist bloß ein Mittel um von A nach B zu kommen, schneller oder komfortabler oder irgendwas. Das würde dann einem PC entsprechen, der Töne abnudelt, auch schneller, lauter mit komfortabler Software. Aber beim Musik machen geht es ja nicht um technische oder objektivierbare Faktoren. Selbst ein baugleiches Instrument ist ja nicht das gleiche.
 
Ja das Antesten diverser Instrument wird wohl am meisten hilfreich sein. Doch ich finde den Vergleich eigentlich recht passend.😄 Der Autofahrer mit normaler Motorisierung wird nie in seinem Leben die Fähigkeiten entwickeln, das Gefährt in teils wagen Kurven immernoch mit Sicherheit und Präzision zu steuern, da er dies ja so noch gar nicht praktizieren konnte.Wenn du eine Person in einen Sportwagen setzt, die sein ganzes Leben nichts anderes gemacht hat, wie mit schnellen Autos geübt in die Kurven zu jagen, wird sicherlich von außen ein anderes Ergebnis zu beobachten sein.
 
Um vielleicht mein Vorliegen genauer zu differenzieren:
Inwiefern unterscheiden sich denn die diversen Mechaniken ganz allgemein bzw. was kann mir die eine bieten, was die andere mir wieder herum überhaupt nicht kann? Und wo genau trennt sich diesbezüglich der Spreu vom Weizen, wenn man ein tendenziell teureres Klavier in Betracht ziehen würde. Ich finde solche Feststellungen immer so schwierig, da man das Innenleben als Laie bzw. normaler Klavierspieler überhaupt gar nicht nachvollziehen kann. Das einzige ist und bleibt in erster Linie die Optik und das Erscheinungsbild des Instrumentes.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Autofahrer mit normaler Motorisierung wird nie in seinem Leben die Fähigkeiten entwickeln, das Gefährt in teils wagen Kurven immernoch mit Sicherheit und Präzision zu steuern, da er dies ja so noch gar nicht praktizieren konnte.
Das möge der Autofahrer auch mit starker Motorisierung nicht auf den öffentlichen Straßen machen, sondern auf einer Rennstrecke. Also nein, der Autovergleich ist suboptimal.

Das einzige ist und bleibt in erster Linie die Optik und das Erscheinungsbild des Instrumentes.
Na hoffentlich nicht. Deswegen gehst du die Instrumente ja anSPIELEN und nicht anSCHAUEN!

Inwiefern unterscheiden sich denn die diversen Mechaniken ganz allgemein bzw. was kann mir die eine bieten, was die andere mir wieder herum überhaupt nicht kann?
Jede Mechanik jedes halbwegs renommierten Herstellers kann dir alles bieten, was du brauchst (zB ausreichend schnelle Repetition). Eine Frage, die du dir stellen solltest: Brauchst du ein Silent-System?

Es ist hauptsächlich Geschmackssache, ob dir ein Hersteller bzw. dessen Mechanik zusagt. Willst du ein leichtgängiges Klavier oder lieber spürbaren Widerstand, etc.
Anspielen und sehen, was dir gefällt.

Es gibt ein paar markenspezifische Besonderheiten / Zusatzfunktionen, aber die musst du wirklich wollen, damit sie den Aufpreis wert sind. ZB Mozartzug von Steingraeber, viertes Pedal von Feurich, auch Fazioli hat Spezialpedale, ...

Willst du vom Händler neu kaufen oder gebraucht, evtl. von privat? Für ersteres brauchst du keine großartigen Kenntnisse über "das Innenleben" und bei einem Kauf von privat solltest du das Instrument vor dem Kauf von einem Fachmann überprüfen lassen. Dafür bräuchtest du sonst mehr Kenntnisse und Erfahrung, als man dir im Forum so nebenbei vermitteln kann.
 
Ich bleibe dabei: Autovergleich hinkt. Einerseits weil: Um die Taste schneller treffen zu lernen genügt wahrscheinlich ein ziemlich einfaches Modell.

Andererseits vermisse ich bei Autorennen die B-Note für den künstlerischen Ausdruck des Fahrens, oder gibt es besonders elegant und erhebend oder heiter-fröhlich ausgefahrene Linkskurven. Melancholisch-süße Geradenfahrt?

"Es bleibt nur Optik und Erscheinungsbild" (wo ist eigentlich der Unterschied?).

Das sehe ich gerade nicht so! Idealsterweise würde man ein Instrument blind antesten, ohne sich von der Optik blenden zu lassen. Falls du mit Erscheinungsbild den Zustand (v. a. bei Gebrauchten) meinst: ja, das ist Vertrauenssache. Je nachdem, um wie viel Geld es geht, kann auch ein Gutachten vom Klavierbauer helfen, Zweifel auszuräumen oder zu bestätigen.

Es gibt halt nicht wie bei manchen Sportarten oder Hobbys Einsteigermodelle, Extrazeug für Fortgeschrittene. (Spitzenschuhe im Ballet, Zugkraft beim Bogenschießen, Overlock bei der Nähmaschine,....)
Niemand wird irgendwas Objektivierbares schreiben von Tastengewicht, Spieltischhoehe, Tastenbelag, oder anderem in der Art, was das Klavier "technisch können" sollte.

Leg dir doch eigene Kriterien fest. Was stört dich am jetzigen Instrument? Was soll anders sein? Wie viel darf es kosten? Neu/gebraucht?
Von mir aus auch welche Bauhoehe oder welche Marken sprechen dich an? Und dann zieh los und spiel die. Und wenn es das nicht war erweitere die Kriterien. Und spiel weitere. Du wirst schon merken, wenn plötzlich Dinge möglich sind, die es vorher nicht waren. Oder Dinge, die gar nicht gehen.
 
Naja, das Beispiel bezog sich auch eher auf die “Automechanik” wenn man so will, als auf den künstlerischen Ausdruck😂 Ändert daher nicht wirklich viel daran, dass die Person mit der Möglichkeit solche Example ausfahren zu dürfen schlichtweg bessere Kurven fahren wird, ganz unabhängig davon ob das jetzt auf einer öffentlichen Straße oder eben einer Rennbahn passiert. Aber doch mal abgesehen von diesem Punkt, konnte ich euren Antworten bisher entnehmen, dass sich die Klaviere ab einer bestimmten Preiskategorie gegenseitig nicht wirklich viel nehmen. Sprich jetzt hier noch großartig nach weiteren Entscheidungsaspekten außer dem des spielerischen Ausschau zu halten scheint relativ sinnfrei zu sein, da mir selber nur meine zwei Hände und nicht existierendes Klavierbauwissen zur Verfügung stehen. Für diese doch eigentlich logische aber durchaus wichtige Erkenntnis bin ich euch schon einmal äußerst dankbar!
 
Das sehe ich gerade nicht so! Idealsterweise würde man ein Instrument blind antesten, ohne sich von der Optik blenden zu lassen.
Und wenn die Optik mit zu den Entscheidungskriterien gehört? Ich möchte zum Beispiel keinen schwarzen Sarg in der Wohnung stehen haben. Was besonders doof ist weil fast alle neuen Klaviere im bezahlbaren Bereich aussehen wie schwarze Särge.
 
Weshalb werden ausgerechnet einem Sportwagen besonders ausgeprägte Eigenschaften unterstellt? Man kann mir diesem zwar schnell fahren, aber nicht mehr als eine Person mitnehmen. Und das Fahren ist wenig komfortabel, schlechte Wegstrecken muss man ebenfalls meiden.

Analog zum Instrument sollte man nicht vergessen, dass ein Instrument auch die Aufgabe haben kann, einen Raum schön zu beschallen. Was nützt ein zufriedener Klavierspieler, wenn das Instrument den Raum nicht in den Griff kriegt? Nicht jeder spielt für sich allein, manche Instrumente sind auch Arbeitstiere. Manche große, teure Flügel ziehen ihren Wert daraus, als Konzert-Arbeitstier besonders langlebig oder bei professionellen Pianisten die Marke des Vertrauens zu sein.
 
Ich möchte zum Beispiel keinen schwarzen Sarg in der Wohnung stehen haben.

Für Särge wird Eiche, Buche und Kiefer, aber auch Fichte, Lärche und Pappel verwendet. Einen schwarz lackierten Sarg habe ich noch nie gesehen.
:konfus: ;-)

Zur Fragestellung, an welchen "spielerischen bzw. technischen Klavierfähigkeiten" man den Kauf eines neuen Klaviers festlegen sollte, kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Auch ein Anfänger ist beim Anspielen in der Lage, "sein" Instrument zu finden. Man sollte bei gebrauchten aber immer einen Klavierbauer hinzuziehen, der das Instrument für gut befindet.

(Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwende ich das generische Maskulinum)
 
Eine wichtige Frage kann sein, ob man seinen Musikstil bereits gefunden hat und beherrscht. Einige Instrumente klingen für bestimmte Musikrichtungen besonders stimmig, so dass man beim Abspielen auch wissen sollte, in welche Richtung man später damit musizieren will. Eventuell entgeht Dir sonst das Potenzial bestimmter Instrumente. Aber das hat wenig damit zu tun, ab welcher Virtuosität man überhaupt anfangen sollte, höherwertige Instrumente in Betracht zu ziehen.
 

Eine wichtige Frage kann sein, ob man seinen Musikstil bereits gefunden hat und beherrscht. Einige Instrumente klingen für bestimmte Musikrichtungen besonders stimmig, so dass man beim Abspielen auch wissen sollte, in welche Richtung man später damit musizieren will. Eventuell entgeht Dir sonst das Potenzial bestimmter Instrumente.
Auch wenn ich verschiedenste Musikstile auf dem Klavier gerne spiele, fasziniert mich am meisten die eher komplexere Klassik und praktiziere diese wohl am häufigsten. Daher eigentlich auch meine ursprüngliche Frage, ob mir ein tendenziell hochwertigeres Klavier dabei behilflich sein könnte, diverse Techniken in solchen Stücken verfeinern zu können.
 
Daher eigentlich auch meine ursprüngliche Frage, ob mir ein tendenziell hochwertigeres Klavier dabei behilflich sein könnte, diverse Techniken in solchen Stücken verfeinern zu können.
Ja.
Je besser das Instrument, desto besser ist es für dich, für dein Klavierspiel, deine Entwicklung, ...

Allerdings wird - wie so ziemlich überall - das Kosten:Nutzen-Verhältnis immer schlechter und du musst entscheiden, wie weit du gehen kannst oder willst.
 
Für Särge wird Eiche, Buche und Kiefer, aber auch Fichte, Lärche und Pappel verwendet. Einen schwarz lackierten Sarg habe ich noch nie gesehen.
Eine Epochenfrage: Bis zur Mitte des 20. Jh. waren die "Schwarzpolierer" ein gut bezahlter und hochgeachteter Berufsstand, weil Schellack schwarz sehr viel diffiziler ist als Schellack transparent-furniersichtig. Und deren Haupt-Betätigungsbereich waren nun mal Klaviere/Flügel (also dein Bechstein z. B.) und eben Särge!
Unter der Schwarzpolitur übrigens typischer- und praktischerweise Ahorn ...
 
Wie aufwändig wäre es eigentlich, den schwarzen Schellack zu entfernen und das darunterliegende Holz sichtbar zu machen?
 
Beträchtlicher Aufwand, wenn der schwarze Lack wirklich gleichmäßig und völlig weg sein soll ... Denk an Ecken, Profile, Schnitzzeug ... Und v. a.: Das darunter liegende Furnier ist nicht schön. Das ist nicht nach ästhetischen Kriterien ausgewählt/zusammengestellt ... Äste ausgeflickt usw. ... Also halt grade das draufgeleimt, was zu Sichtfurnier nicht taugt.
 
Ja, es ist ein Überraschungspaket/Glücksspiel. Man weiß erst, was drunter ist, wenn der Lack schon weg ist... ;)

Im Zuge einer Neulackierung in schwarz müsste man den Lack wohl nicht so gründlich entfernen wie bei einem Wechsel auf transparent?
 
Was heißt transparent? Auch transparent wirkende Instrumente haben doch ein Furnier. Oder meinst Du, darunter kommt plötzlich ein wunderschönes Wurzelholz zum Vorschein?
 

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