100 % C

M

MartinH

Guest
Da sind sie endlich, die hauptamtlichen 100%- C-Stellen (gesehen über beiderseits nicht enden wollende eigentlich sehr traurige, auch mehrfach schädliche und leistungshemmende Aktionen von und zu einer gewissen AHS). Nun ja, da wird man hoffentlich von leben können, aber ob man oder frau es will? Mit oder ohne Überqualifikation. 16(!) Kirchorte, paar Örgelchen, "innovative Projekte" erwartet, Gospel, Senioren, Chor, spirituosen- ähh spirituell erfülltes Orgelspiel, alle(!) (kirchenkatholisch bekannte, also doch nicht so viele und eher mäßig aufregende) Stilrichtungen etc. Bestimmt genug Gemeindereferentinnen und Co., die genau wissen, wie es zu laufen hat...
Und das soll ein C-Mensch machen, der noch nicht mal eine Berufseinführungsphase etc.spendiert bekommen hat? Ich wette auf hohe und schnelle Fluktuationen. Vielleicht auch kleine Zusatzkosten für Reha-Träger. Schnelles Auto auch nicht verkehrt. (warum spendieren das nicht einfach die Händler? Ist doch für den Herrgott). Im übrigen müsste auch da ein "Fachberater"verantwortlich sein, der sich aber diskret im Hintergrund hält. Vielleicht hat er ja auch vorgestern noch erzählt, dass sowas niemals nicht geht.

 
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PS Oh, die erste Fluktuation hat wohl schon stattgefunden, nach wenigen Wochen (auch, wenn ich mich an diesem übelst unseligen Hickhack nicht beteiligen will und werde, da blickt man in Internetabgründe). Ich meine auch, dass diese Stelle schon über 1 Jahr, wenn nicht länger ausgeschrieben war. Aber genau das ist der gefragte Typus moderner Kirchenmusiker, ich schätze so auf 80 Prozent der deutschen Stellen.
 
Arbeitest Du eigentlich hauptberuflich für eine Boulevard-Zeitung?
Aus "Bachelor oder C-Examen", wie es im Ausschreibungstext heißt, eine Threadüberschrift "100% C" zu machen erinnert doch arg an Schlagzeilen der Publikationen, die meine Oma Revolverblätter nannte.

Ich geh jetzt arbeiten. Genießt den Sonntag! Zu viel Mäkelei macht trübselig.
 
Diese Stellen gibt es im EB Köln schon seit Jahren. Ich halte es für eine Fehlentwicklung. Da werden x Stunden zusammengekratzt, damit jede Rosenkranzandacht mit 5 Omas beorgelt ist. Am Ende sind es oft die Sachen, auf die der Seelsorgebereichsmusiker keine Lust hat.
Dazu gehören natürlich auch die Dinge, wo man nur verlieren kann, nämlich Kinder-und Jugendchor. Der soll dann aufgebaut werden. Wenn das so einfach ist, was hat dann der Vorgänger gemacht? Das funktioniert aus verschiedenen Gründen nicht mehr und man kann sich dann die Vorwürfe anhören, warum man das nicht schafft.

Und man muss natürlich sagen: Wer bewirbt sich darauf? Als echte C-Stelle, eben nebenbei, nicht zu machen. Und dann kommen da am Ende - das mag jetzt gemein sein - verkrachte Existenzen. Jemand, der mal als Schüler C gemacht und dann Altägyptologie studiert hat und die eine Planstelle in Deutschland dafür nicht bekommen hat. Oder Leute, die nichts zu Ende gebracht haben. Oder Geiger aus Osteuropa, die soviel Klavier spielen können, um die Aufnahmeprüfung für den C-Kurs zu bestehen (vielleicht noch die beste Alternative). Das ist eben ein zweijähriger Wochenendkurs. Da kann man keine Wunder erwarten. Tut man wohl teilweise auch nicht, Hauptsache, es dudelt.

Im konkreten Fall: Wesseling ist ein Industriestandort zwischen Köln und Bonn, mehr als hässlich, aber durch die Nähe zu den Städten eben nicht billig. Da kommt man mit dem C-Gehalt nicht weit. Ich habe in W.-Keldenich neulich eine Taufe gespielt. Höllisch verstimmt Breil-Orgel, aber man ahnte, dass sie auch in gestimmt nicht viel mehr Spaß gemacht hätte. Also, da ist mir klar, dass das keine wirklich machen will.
 

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