Klavier um 10.000 Euro – welche Hersteller und Modelle anspielen?

Stimmt, allein bei Rumler (was immer man von ihm hält) kann man verschiedene Marken anspielen.

In Berlin <frustschieb> fällt mir kein so großer Laden ein. Hier kämen stattdessen in Frage: Das Bechstein-Centrum für alle Bechstein-Marken, Das Steinway-Haus für alle Steinway-Marken, Wüstenberg für Blüthner (aber nur kleine Ausstellung), Goecke & Fahrenholtz für Bösendorfer und ich meine auch für Förster sowie FeuLich. Schimmel, Steingräber, Grotrian-Steinweg - da wüsste ich nicht mal, wo ich hinfahren sollte. Für Yamaha käme René George in Frage, aber auch nur mit kleiner Ausstellung und irgendwie komischen Instrumenten, oder die Pianogalerie von JustMusic, da war ich noch nie aber vermutlich haben die ziemlich viele Modelle in der Ausstellung. Also einen Überblick über verschieden Marken und Modelle dauert hier mehrere Tage.

Vielleicht wäre Klatt noch eine Adresse, da war ich nie, aber wenn man erstmal bis zu denen gefahren ist, kann man auch gleich ganz bis nach Braunschweig zu Schimmel und Grotrian-Steinweg weiterfahren ...

Berlin hat halt keinen Sinn für ein derart bürgerliches Kulturerlebnis wie Klavierspielen ...
 
Bei meiner Suche nach einem Klavier so um die 12.000 EUR (ist ja gerade die genannte Budgetobergrenze) waren Sauter (Ragazza 122) und Schimmel (K-122) meine persönlichen Favoriten. Die Listenpreise sind zwar etwas höher, der Straßenpreis sollte aber gerade noch passen.
 
Stimmt, allein bei Rumler (was immer man von ihm hält) kann man verschiedene Marken anspielen.

Um Gottes Willen nicht in die Rummelbude, wenn einem an Beratung, Betreuung und Umgang liegt ... Wir waren da mal Steinway-Flügel anspielen, durften nicht alleine sein, alle Flügel waren zugeklappt, ungestimmt, und vor keinem stand ein Hocker. Der wurde hinterhergetragen, und das Instrument direkt nach dem Anspiel wieder zugeklappt. Die Tastenklappe wohlgemerkt, die Deckel waren eh nicht offen. Hinter uns stand ein alter Mann und klapperte demonstrativ mit einem fetten Schlüsselbund. So sehr als Störenfried und unerwünscht hab ich mich selten gefühlt.

lavendel
 
@ 40er
Warst du die letzten Wochen auf einer Expedition? K2 Besteigung, Fischen in der Antarktis oder ähnliches....?

Nö, leider nicht so exklusiv. Nur im ländlichen Nordosten der USA. Und da muss ich halt zwengs www in ein Cafe oder Restaurant oder Barnes & Nobles etc. Das mach ich zwar hin und wieder, um Kontakt zu den "Kinderchen" zu halten, aber auch nur dazu. Früher war man "in der Ecke" ganz weg, weil ein gscheites Telefonat nach DE halt gleich 50$ + gekostet hat. Jetzt ist man telefonisch für Cents erreichbar - da will ich mir wenigstens die Auszeit vom www gönnen.

Ich sag Euch - das tut gut. Ein riesiger Zeitgewinn!!!!! Aber a bisserl hat mir Clavio schon gefehlt ... ;-)
 
Naja, ich war mal da wegen älterer Gebrauchter, das war auch nicht so der Bringer. Die standen alle eng gedrängt in der obersten Etage, waren kaum gewartet und nicht mal gestimmt. Man musste sich vorstellen, wie sie mal sein könnten, wenn sie überarbeitet sind.

Die Präsentation der Neu-Instrumente fand ich hingegegen gar nicht so schlecht und ich wurde anschließend sogar noch zum Bahnhof gefahren. Wenn man also viele neue bzw. junge Instrumente verschiedener Marken anspielen möchte, halte ich den Laden für nicht ungeeignet.

Ciao
- Karsten
 
Rubatos Rat ist gut, allerdings ist das hier:

eine sehr optimistische Aussage. @Rubato: In welcher Gegend wohnst Du denn, dass man in einem halben Tag drei Klaviergeschäfte erreichen kann, die die großen Marken führen, und dabei jeweils noch einige Zeit bleibt, um einige Instrumente anzuspielen!? In Berlin würde mir das vermutlich nicht gelingen. In Hamburg oder München wäre es vielleicht denkbar.

Meiner Erinnerung nach benötigt man eher Tage und Wochen. Schließlich haben die kleineren Hersteller ein recht löcherliges Händlernetz (ich erhielt z.b. vor 5 Jahren die Adresse eines Feurich-Händlers in München, der dann gar kein Instrument da hatte). Aber man kann sich ja auch ein Vergügen daraus machen. Und die Händler der kleineren Hersteller haben oft selber auch eher kleinere Geschäfte, was halbwegs garantiert, daß man vor der breitmäuligen Verkäuferprosa sicher ist, welche einen gelegentlich aus dem großen Geschäft treibt.
 
Berlin hat halt keinen Sinn für ein derart bürgerliches Kulturerlebnis wie Klavierspielen ...

Wenn ich mir durchlese, was du alles so aufzählst, was es in Berlin an Möglichkeiten gibt, dann befällt mich der blanke Neid!

Ich komme aus der Nähe von Kassel. In Kassel gibt es ein einziges Geschäft, welches auch Klaviere verkauft. Die führen Yamaha, Schimmel, Hoffmann und Bechstein. Das war es... und glaub mal bloß nicht, dass die Auswahl sehr groß ist.
 
Rubatos Rat ist gut, allerdings ist das hier:

eine sehr optimistische Aussage. @Rubato: In welcher Gegend wohnst Du denn, dass man in einem halben Tag drei Klaviergeschäfte erreichen kann, die die großen Marken führen, und dabei jeweils noch einige Zeit bleibt, um einige Instrumente anzuspielen!? In Berlin würde mir das vermutlich nicht gelingen. In Hamburg oder München wäre es vielleicht denkbar. Aber sonst?
Stuttgart, Karlsruhe, Frankfurt, Ulm, Mainz, Bonn, Augsburg, München, Hamburg, Oldenburg, dort hab ich das selbst schon geschafft, wenn man von 2 Geschäften ausgeht, und wenn man da nicht direkt wohnt, kommt die Anfahrt noch dazu, klar. Und in den kleineren Städten deckt manmit 2 Geschäften sicher nicht den Großteil der Hersteller ab, aber ob ein 10000Euro-Klavier was bringt oder nicht, merkt man schon.

Gruß
Rubato
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Dann würde ich nicht in den Ausstellungsräumen den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, sondern hätte schon mal etwas Orientierung.

Orientierung, wie macht man die ersten Annäherungen - auch als Ahnungsloser, und bekommt halbwegs schnell welche.... Des Weas' Vormerkung beim Loszockeln war damals:

1- Möbelstück.
Soll sich halbwegs anständig im Wohn-Ambiente machen, muss also der Famillich konveniren. Farbe schwatzweiz, hoch, oder flach. Vermackelt darf, oder darf nicht. Sowas.

2- Klang.
Soll auch halbwegs allen beteiligten Ohren gefällig sein, also Endausscheidung mit Famillich/Partner/Mitmieter/Schwiegermama etc., egal, wer da was mit zu sagen hat.

3- Spielgefühl.
Das, was unter den Fingern abgeht. Was nur die PianHeroes angeht. Das schönste Klavier von herrlichstem Aussehen und dollstem Klang kann zur Katastrophe mutieren, wenn denn das Spielgefühl ein hässliches ist, weich, verschwommen, oder knallhart oder oder. Klavier spielen geschieht mit den Fingern, und die haben ein Anrecht aufs Sich-Wohlfühlen-Dürfen.

Mit diesen drei Kriterien sollte recht schnell dann, mit Sorgfalt, Achtsamkeit auf die eigenen Sinne, auch der Anfänger zum Selektieren beginnen können.

Spielgefühl - da, NB, kommt Flügel ins Spiel.

Klar, in der 10 TEU-Liga kann ein Flügl klein und damit mit kleinerem Resonanzboden sein als ein gutes altes Hochklavier. Aber im Spielgefühl ist ein Flügel mit halbwegs in Schuss gehaltener Mechanik jedem Klavier überlegen. Kein Platz? Arbeiten, sparen, Haus kaufen, Flügel kaufen.
 
Neugierige Frage: welches war denn das zweite Geschäft in Augsburg? Und wie hast Du im "ersten" Geschäft den GF dazu gebracht, die Klappe zu halten? ;)
Das mit dem ersten Geschäft war tatsächlich schwierig, aber der Inhaber hatte sich gerade von damals W&L getrennt und ich hörte ihm ganz gerne zu, als er umfassend erklärte, warum. Bis heute weiß ich aber nicht, ob das die Wahrheit war. Das zweite Geschäft war etwas ausserhalb, Königsbronn oder so ähnlich. Weiß jetzt aber nicht mehr genau, was der hatte, ich glaube, hauptsächlich ältere Gebrauchte.

Gruß
Rubato
 


??? Da gibt es nur (noch) einen Laden. Da lohnt sich allerdings der kleine Schritt hibb´ de Rhoi - in Wiesbaden gibt es gleich mehrere. Und in Frankfurt werden sowieso alle Wünsche wahr. :super:


@turbo
Es stellt sich mir die Frage, ob Du gegenüber Deinem B für einen Preis von "nur" um die 10 Tsd eine Investition tätigst, die Dir substanzielle Verbesserung bringt. Mit so einem Anliegen startete ich vor etwas mehr als einem Jahr auch mal. *hüstel*

Lieber würde ich (meine persönliche Meinung!) einen sehr guten Klaviermacher auf Dein aktuelles Instrument loslassen, der alles raus holt, was irgendwie möglich ist. Das Geld würde ich auf jeden Fall erst mal dranhängen.

Wenn Dir das dann immer noch nicht reicht, dann spiel doch mal (im Segment der Neuinstrumente) den C. Bechstein Millennium an.
 
Ich bin der gleichen Meinung wie Barratt. Wenn du jetzt 10 Tsd ausgeben willst, wirst du - zumindest bei einem Neuinstrument - vermutlich keine richtig fühlbare Steigerung erreichen. Zudem schreibst du, dass du dir irgendwann einen Flügel kaufen möchtest. Das heißt, du suchst noch nicht das "endgültige" Instrument, sondern nur etwas, was besser klingt als dein B3 derzeit.

Ich selbst habe auch ein B3 und es in diesem Frühjahr mal in die Hände von Michael (Klaviermacher) gegeben. Es ist ein wirklich großer Klangunterschied festzustellen. Natürlich ist es jetzt immer noch kein Steinway & Sons oder so aber es klingt auch nicht mehr wie vorher. Das Ding hat ja auf einmal Bässe und klirrt im Diskant nicht mehr ;-) Bevor du jetzt um die 10 Tsd Euro in die Hand nimmst und dir etwas kaufst, was vermutlich nur eine marginale Verbesserung ist, könntest du diesen Weg auch mal ausprobieren. Bei mir hat es jedenfalls das gebracht, dass ich mein B3 auf jeden Fall so lange behalte, bis ich mir einen Flügel kaufe.
 
Volle Zustimmung zu Barratt und Pirata (und zu weas, Du kannst das gesparte Geld dann als Grundstock für ein Haus nehmen).
 
Hier in München gibt es für das gesparte Geld gerade einmal 1 - 2 qm Wohnfläche. Das teuerste an einem Klavier wäre demnach nicht das Instrument, sondern der Platz zum aufstellen! Fazit: es lohnt sich kaum, beim Klavier zu knausern ;-)
 
Ich weiß ja nicht, was ihr unter "Grundstock" versteht. Aber mit 10000 € kann man schon ne Menge anfangen:
- Makler bezahlen
oder
- Grundsteuer bezahlen
oder
-Küche kaufen

Oder wenn Du einen Bausparvertrag willst, der in 5 Jahren zuteilungsreif ist, dann kannst Du mit den 10000 € die Zeit verkürzen bis zur Zuteilungsreife, also z.B. 1 Jahr früher bauen.

Irgend eine Art von Eigenkapital braucht man ja zumeist, um ein Haus kaufen / bauen zu können.
 
Ich weiß ja nicht, was ihr unter "Grundstock" versteht. Aber mit 10000 € kann man schon ne Menge anfangen:
- Makler bezahlen
oder
- Grundsteuer bezahlen
oder
-Küche kaufen

Oder wenn Du einen Bausparvertrag willst, der in 5 Jahren zuteilungsreif ist, dann kannst Du mit den 10000 € die Zeit verkürzen bis zur Zuteilungsreife, also z.B. 1 Jahr früher bauen.

Irgend eine Art von Eigenkapital braucht man ja zumeist, um ein Haus kaufen / bauen zu können.

Das mag schon sein, dass man damit eine Zuteilung eines evt. vorhandenen Bausparvertrages früher erreichen kann. Das Klavier-/Flügelkapital ist dann aber weg.

Die ganze Überlegung ist doch widersinnig. Vorhandenes Klavierkapital zurückbehalten, bzw. dazu zu verwenden Wohnraum für einen Flügel zu schaffen, den man sich dann auch erst mal noch leisten können muss, wofür während und kurz nach einen Hausbauprojekt wahrscheinlich eh kein Kapital mehr vorhanden ist.

Ist halt auch rationell nicht einfach nochmal einige Hunderter in die Intonation eines Klaviers zu stecken wenn man schon längere Zeit damit spielt, es selbst für unterdurchschnittlich eingestuft hat und ständig nach was neuen, edleren schielt.

Wichtiger wäre zu wissen, ob die 10000 cash herumliegen und darauf warten auszugeben zu werden, oder ob man schon einen evt. Verkaufserlös des Gebrauchten mit eingerechnet hat.
 
Ich würde mir halt für 10000 € kein Klavier kaufen. Punkt.

Ich habe ein Haus, und ja, nach dem Hausbau war wenig Geld für einen Flügel übrig, weswegen ich dann noch ein paar (wenige) Jahre gewartet habe. Jetzt habe ich einen Flügel, der weniger als 10000 € gekostet hat, und mit dem ich sehr zufrieden bin.

Die zwei Beispiele, die der Threadersteller genannt hat, sind nun mal eher mit einem Flügel zu verbessern:
- Mehr Möglichkeiten im Pianissimo: Hast Du, wegen der besseren Kontrolle über den Ton, beim Flügel
- düsterer Klang bei Mondscheinsonate: Beim Flügel hast Du die Verschiebung (una corda) und den damit (und mit der anderen Intonation) verbundenen Klangunterschied, beim Klavier nicht (oder gibts da jetzt auch echtes una corda?)
 
Ich habe ein Haus, und ja, nach dem Hausbau war wenig Geld für einen Flügel übrig, weswegen ich dann noch ein paar (wenige) Jahre gewartet habe. Jetzt habe ich einen Flügel, der weniger als 10000 € gekostet hat, und mit dem ich sehr zufrieden bin.

Die zwei Beispiele, die der Threadersteller genannt hat, sind nun mal eher mit einem Flügel zu verbessern:
- Mehr Möglichkeiten im Pianissimo: Hast Du, wegen der besseren Kontrolle über den Ton, beim Flügel
- düsterer Klang bei Mondscheinsonate: Beim Flügel hast Du die Verschiebung (una corda) und den damit (und mit der anderen Intonation) verbundenen Klangunterschied, beim Klavier nicht (oder gibts da jetzt auch echtes una corda?)

Dann hast Du alles richtig gemacht.

Der Threadersteller hat halt nicht den Platz für einen Flügel, oder kann diesen nicht schaffen, da meist auch noch Familienangehörige berücksichtigt werden müssen.

Nur der Interesse halber. Welchen Flügel spielst du für <10 k€?
 

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