Verspannung, Impingement, Verrenkungen - Piano und Orthopädie

Hallo,

ich leide seit 2005 am Impingement. Bin in einem tollen Stunt seitlich auf die Schulter gefallen. Die Aussagen diverser Orthopäden lauteten von operieren, damit leben, Spritzen rein (mit denen der Arzt dann jeweils 140,00 kassieren würde). Ich konnte kaum noch ein T-Shirt aus- oder anziehen ohne dass mir die Tränen gekommen sind. Abhilfe schafft seit zwei Monaten ein Chinese, Professor für TCM (Traditionell Chinesische Medizin). Er macht Akkupressurmassagen. Muss man selber bezahlen und schmerzt teilweise höllisch (er massiert den ganze Körper um das Shi zum fließen zu bringen). Aber: schon nach vier oder fünf Massagen (ich lasse es wöchtlich machen) konnte ich die Schulter besser bewegen und jetzt schmerzen nur noch die außergewöhnlichen Bewegungen.

Noch etwas hilft für die, welche ins Fitness-Center gehen: Übungen am Kabelzug für die Rotatorenmanschette.

Gruß
Marlene
 
... Beschwerden nach längeren Autofahrten wie du sie beschreibst kenne ich auch. Allerdings spüre ich die langen Autofahrten dann eher im Nacken. Am Fahrzeug kanns eigentlich nicht liegen, denn ich fahre aktuell nur nagelneue, sitztechnisch gut ausgestattete PKWs. Allerdings glaube ich, dass ich persönlich meine Muskeln einfach grundsätzlich mehr anspanne als nötig. Im Laufe der Zeit addiert sich dieser überflüssige Kraftaufwand und dann kommt es zu Verspannungsleiden....

Hallo Debbie Digitalis,

danke für deinen Bericht - er ergänzt das von mir Begonnene in die nächste Richtung. Die Verspannungen, die du beschreibst, sind, sofern sie den Schultern zuzuweisen sind, deren inneren Gelenken zuzuordnen, also den Gelenkverbindungen zwischen dem Brustbein und den Schlüsselbeinen. Scherereien, die dort zu lokalisieren sind, incl. Nackenverspannungen, können schnell zum dritten Themenstichwort führen, nämlich Verrenkungen, vorzugsweise in der Wirbelsäule beim 5. und 6. Wirbel. Daran anschließend kommt es gern zu größerräumigen orthopädischen Schmerzen, bis hin zu Nervenreizungen, die Migräneanfälle und andere Ärgernisse auslösen können. Meine Freundin hat mit sowas seit Jahren zu tun - aber sie ist auch quasi dafür prädestiniert, sie ist nämlich Organistin. Und wer Orgel spielt, muss den gesamten Körper ausschließlich vom Sitzfleisch her in der Balance halten, alle Gliedmaßen und der Kopf müssen frei schwebend arbeiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein/e Organist/in unter diesen Umständen ständig allen Anforderungen an die Kinästhetik der Wirbelsäule gerecht wird, dürfte nicht allzu groß sein...

Was deine Nackenspannungen beim Autofahren betrifft: Ich vermute, dass deine Rückenlehne zu schräg nach hinten steht. Das wäre nur normal, weil es einfach üblicherweise so gemacht wird. Und doch: Vernünftig mit dem Kopf arbeiten, vor allem mit den Augen, kannst du im Auto nur, wenn der Kopf aufrecht steht. Und das tut er entweder, wenn er auf einer weitestgehend aufrechten Wirbelsäule in der Waage ist, ohne nach vorn oder hinten zu fallen, oder wenn er zwar nach hinten fallen möchte, aber bereits in der korrekten aufrechten Haltung von der Nackenstütze sicher und korrekt in Positur gehalten wird.
Musst du dagegen selbst den Kopf aufrecht halten, also am Nach-Hinten-Fallen hindern, dann ist genau dies eine zwar geringe, dafür aber andauernde und undynamische Anspannung. Die Wahrscheinlichkeit, dass daraus auf Dauer eine Verspannung wird, die Kopf und Innenschulter nicht mehr wirklich locker lässt, dürfte sehr groß sein.

Was mir beim Autofahren diesbezüglich wichtig ist: Meine Rückenlehne ist immer sehr steil. Und wenn die Stützung der Wirbelsäule von der Lehnenform her nicht richtig stimmt, dann helfe ich nach, bis das der Fall ist. Ich erwarte diesbezüglich die erforderliche Anpassung nicht von den Serienprodukten, auf denen ich sitze. Von Rücken- und Nackenproblemen bin ich daher zum Glück bislang weitgehend verschont geblieben, trotz ca. 40 Tsd km im Jahr.

Gruß
Martin
 
Hallo Debbie,

Kann es sein, daß du wenig (keinen) Sport betreibt, der die Rumpfmuskulatur stabilisiert?

Liebe PianoPuppy,

natürlich hast du recht! Ich bin zwar kein Sportmuffel, denn ich treibe wirklich regelmäßig Sport, allerdings Ausdauersport! Ich laufe mindestens drei- bis viermal die Woche meine 10km-Runde oder mehr, idyllisch durch den Wald. Allerdings war mir Kraftsport immer ein Greuel und im Fitnessstudio konnte mir der einweisende Trainer ein einziges Gerät zeigen, an dem ich etwas für meine Rückenmuskulatur hätte tun können - daher habe ich mich nicht angemeldet. Offenbar neige ich einfach zum Schulterhochziehen, warum kann ich mir bisher auch nicht erklären. In meiner Jugend (d.h. in den Zwanzigern) habe ich täglich mindestens 30 Minuten Hatha-Joga gemacht und war dabei super beweglich. Wenn ich das jetzt versuche, könnte ich nicht bei Null, sondern bei mindestens minus dreißig anfangen. Die muskuläre Ausstattung des Körpers ändert sich eben im Laufe der Zeit, hinzu kommen im Laufe der Zeit unwissentlich eingeübte Fehlhaltungen. Ich glaube ich muss einfach mal Ausschau halten, nach einem geeignete Übungen anbietenden Fitnessstudio oder einfach wieder mein altes Hatha-Yoga-Programm von vor nahezu dreißig Jahren, auch wenn's frustrierend ist, wiederbeleben. Ich hoffe, dass dies dann auch den Verspannungen beim Klavierspielen (insbesondere bei schwierigen Stücken) und beim Autofahren (insbesondere beim Befahren steiler Passstraßen ohne banquette) hilft!!!:D:D

LG

Debbie digitalis
 
Hallo Debbie Digitalis,

danke für deinen Bericht - er ergänzt das von mir Begonnene in die nächste Richtung. ...
Was deine Nackenspannungen beim Autofahren betrifft: Ich vermute, dass deine Rückenlehne zu schräg nach hinten steht.... Das wäre nur normal, weil es einfach üblicherweise so gemacht wird. Und doch: Vernünftig mit dem Kopf arbeiten, vor allem mit den Augen, kannst du im Auto nur, wenn der Kopf aufrecht steht. Musst du dagegen selbst den Kopf aufrecht halten, also am Nach-Hinten-Fallen hindern, dann ist genau dies eine zwar geringe, dafür aber andauernde und undynamische Anspannung. Die Wahrscheinlichkeit, dass daraus auf Dauer eine Verspannung wird, die Kopf und Innenschulter nicht mehr wirklich locker lässt, dürfte sehr groß sein.

Was mir beim Autofahren diesbezüglich wichtig ist: Meine Rückenlehne ist immer sehr steil.

Gruß
Martin

Hallo pianocandle,

danke für deine ausführliche Antwort! Das, was du über die Sitzposition beim Autofahren sagst, erscheint mir sehr interessant. Ich saß im Auto von Anfang an immer recht weit vorn und gerade. Das wurde von meiner Umwelt dann aber immer belächelt: Der entspannte Autofahrer sitzt zurückgelehnt weiter hinten und nicht in 90 Grad Position. Das habe ich dann auch ausprobiert, obwohl es sich für mich nicht gut anfühlte. Es bekam mir aber nicht! Wenn mir jetzt jemand mit einem Auto mit "Sportsitzen" kommt, bekommt er was zu hören! Ich fahre und sitze am besten in den Fahrzeugtypen, die einen relativ geraden Sitz durch ihre Konstruktion bereits vorgeben.

Zum Glück gibt es beim Klavierhocker keine Sportversion und keine vorgeschriebene Sitzhaltung!!:D:D

Liebe Grüße

Debbie digitalis
 
natürlich hast du recht! Ich bin zwar kein Sportmuffel, denn ich treibe wirklich regelmäßig Sport, allerdings Ausdauersport! Ich laufe mindestens drei- bis viermal die Woche meine 10km-Runde oder mehr, idyllisch durch den Wald.

Liebe Debbie,

Damit hast du ja schon super Voraussetzungen und mußt dich nicht erst an regelmäßigen Sport gewöhnen! Ich hatte vor ca. 5 Jahren auch das Problem, Verspannungen im Nackenbereich, hochgezogene Schultern, das ging soweit, daß ich tischtennisballgroße Knoten bekam und einen ständigen brennenden Schmerz hatte - an manchen Tagen konnte ich fast nicht aufstehen und kaum noch meinen Kopf drehen. Ich habe dann in mein Laufprogramm Übungen eingebaut - und innerhalb kürzester Zeit hatte sich das Problem erledigt. Ich arbeite bezüglich Rumpfstabilisation mit den Trainingsprogrammen von Marquardt, vielleicht ist ja das auch was für dich:

http://www.natural-running.com/training/trainingsplaene/10-km-trainingsplaene.html

Auf dieser Seite findest du auch die Übungen selbst, die kann man schön zu Hause machen und braucht in kein Fitnessstudio.

LG, PP
 
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... Rumpfstabilisation mit den Trainingsprogrammen von Marquardt, vielleicht ist ja das auch was für dich: natural running | Laufexperte Dr. Marquardt - 10 km-Trainingspläne Auf dieser Seite findest du auch die Übungen selbst ...

Das ist ja ein toller Link, PianoPuppy, danke! Betrifft mich zwar nicht direkt, werd ich mir aber trotzdem ausgiebig zu Gemüte führen.

@ Debbie digitalis: Ergänzend zu PPs Tipps denke ich noch daran, dass bei langandauernden Verspannungen auch eine psychosomatische Komponente als Möglichkeit einbezogen werden sollte. Nach dieser Logik: Mit Dauerspannungen, die man irgendwo im Körper generiert, versucht man u. U., andere nicht-körperliche Ärgernisse, die noch viel störender wären, virtuell zu umschiffen. Der Körper "hilft" dann dabei gewissermaßen, indem er die energie-aufwändigen aktiven Dauerspannungen zu fest sitzenden Verspannungen umbaut, die "leichter" und "zuverlässiger" aufrecht zu erhalten sind. Bearbeitet man nun diese Verspannungen dahingehend, sie abzubauen, dann sollte man eventuell auch die hinter allem liegenden Spannungen nicht-körperlicher Natur bearbeiten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Körper eine "Symptomverschiebung" generiert: Man nimmt ihm die alteingesessene Verspannung - und zur Aufrechterhaltung der virtuellen Schutzfunktion treten nun körperliche Beeinträchtigungen anderer Art auf, deren Erträglichkeit nicht unbedingt besser sein muss.

Also, Debbie digitalis, kurz gesagt: Lass dir deine Verspannungen nehmen - sofern du sie nicht mehr benötigst.

Gruß
Martin
 
Liebe PP,

danke für deine ausführliche Antwort und den link! Rumpfstabilisation ist ein gutes Stichwort! Bist du eigentlich selbst Physiotherapeut oder in einem medizinischen Beruf tätig? [Brauchst du nicht zu beantworten, ich habe nur so den Eindruck!] Ich werde deinen link jetzt mal gründlich studieren!

Liebe Grüße

Debbie digitalis
 
@ Debbie digitalis: Ergänzend zu PPs Tipps denke ich noch daran, dass bei langandauernden Verspannungen auch eine psychosomatische Komponente als Möglichkeit einbezogen werden sollte. Nach dieser Logik: Mit Dauerspannungen, die man irgendwo im Körper generiert, versucht man u. U., andere nicht-körperliche Ärgernisse, die noch viel störender wären, virtuell zu umschiffen. Der Körper "hilft" dann dabei gewissermaßen, indem er die energie-aufwändigen aktiven Dauerspannungen zu fest sitzenden Verspannungen umbaut, die "leichter" und "zuverlässiger" aufrecht zu erhalten sind. Bearbeitet man nun diese Verspannungen dahingehend, sie abzubauen, dann sollte man eventuell auch die hinter allem liegenden Spannungen nicht-körperlicher Natur bearbeiten....]

Also, Debbie digitalis, kurz gesagt: Lass dir deine Verspannungen nehmen - sofern du sie nicht mehr benötigst.

Gruß
Martin

Lieber pianocandle,

danke für deine ausführliche und freundliche Antwort! Allerdings bin ich im eigenen Falle überzeugt, dass meine muskulären Verspannungen (insbesondere im Nackenbereich) andere Ursachen haben.

Die von dir aufgestellte Theorie kenne ich auch, glaube aber, dass sie auf mich nicht zutrifft. Ich reagiere auf alltags- und berufsbedingt ungünstige Körperhaltungen eben regelmäßig mit die Muskulatur betreffenden ungünstigen Symptomen. Hinzu kommt, dass ich einfach ein Mensch bin, der auch auf ausgiebigen Sport nicht spontan mit entsprechender für das Bewegungssystem hilfreicher Muskelbildung reagiert.

Vor Jahren habe ich mal nahezu drei Jahre lang nach einem Lauftrainingsplan eines bekannten Sportarztes trainiert. Ich war täglich laufend und begeistert unterwegs, allerdings war das Ergebnis nach drei Jahren eine "Marschfraktur" mit Wasseransammlung (Ödem) im Schienenbeinknochen - was mich natürlich wieder lange Zeit zurückgeworfen hat.

Für mich persönlich glaube ich, dass ich zu Techniken wie täglichem Hatha-Yoga zurückfinden muss, um rundum wieder muskelverspannungsfrei zu werden! Ich glaube, dass dies dann auch meinem Langfrist-Projekt "Klavierspielen-Lernen" förderlich wäre. :D

LG

Debbie digitalis
 
Hallo an alle Mitschreibenden,
hier meinerseits ein paar weitere Facetten, vor allem hinsichtlich der Entstehunggeschichte meiner Schultergelenkstörungen. Möge allgemein zum Ideenspektrum über Störungsentstehungen beitragen.

- Die Irritation in meiner linken Schulter kann ich ca. 2 Jahre zurück verfolgen. Und zwar bis hin zur damaligen saisonalen Grippe-Impfung: Im Jahr 2009 wurde bekanntermaßen nicht nur gegen Influenza, sondern bei Bedarf auch zusätzlich gegen die "Schweinegrippe" (H1N1) geimpft. Das war damals sehr umstritten, hinsichtlich Nebenwirkungen und verwendeten Wirkverstärkern - später hörte man dann bald nichts mehr davon, letztlich gab es ja auch keine größeren Dramen. Ich hab da mitgemacht, weil ich schon zur Risikogruppe zähle - ich reise ständig in ganz Deutschland herum und will natürlich nirgends von Kunden/innen angesteckt werden, und schon gar nicht Keime zu anderen hintragen. Jedenfalls: Nach dieser Impfung tat tagelang mein linkes Schultergelenk weh, und auch die Impfstelle spannte und war druckempfindlich. Zwar nicht wirklich dramatisch - aber vollkommen aufgehört hat die Irritation seither nicht, ging nur bis kurz über der Unmerklichkeitsgrenze zurück.

- Vor gut einem Jahr hatte ich verrenkungsähnliche Schmerzen in der rechten Schulter. Nach einer knappen Woche Ibuprofen-Behandlung waren die wieder weg.

- Derzeit nehme ich seit gut vier Tagen Ibu für die linke Schulter. Die Wirkung ist schon erstaunlich, Schmerzen und Bewegungsbehinderungen treten sehr weit in den Hintergrund. Seltsam ist, dass mit dem was an Bemerkbarem überbleibt, eine simultane schwache Irritation an der ehemaligen Impfstelle einhergeht, die sich im Übrigen auch dicker anfühlt als die Vergleichstelle des rechten Armes.

- Mir ist, über das Auto-Lenken hinaus, eine weitere sehr plausible Quelle für Verspannungen des linken Schulter-Umfelds deutlich geworden. Als Klavierstimmer nutze ich den linken Arm stundenlang zum Anschlagen der Töne, während der rechte Arm mit dem Stimmhammer arbeitet. Der rechte Arm führt dabei viele großräumige Bewegungen aus, während der linke eigentlich ständig die Hand für kraftvolle Anschläge in Bereitschaft hält. Mit ist nun aufgefallen, dass dabei mein linker Arm ständig leicht bis mäßig angespannt ist; somit sind Verspannungen auf Dauer vorprogrammiert und wahrscheinlich von dort her auch längst gegeben. Ich werde nun versuchen, die Routinehaltungen und -bewegungen des linken Armes sinnbvoll umzugestalten. Sobald ich zuverlässige Wege sehe und gehe, werde ich sie nennen.

Gruß
Martin
 
Oh liebe Zeit, drei Wochen war ich nicht auf clavio, merk ich gerade...
Also, ich bin nach wie vor vollumfänglich "einsatzbereit", möge also bitte dieser zutreffende Eindruck die Runde machen.
Dennoch: meine linke Schulter ist noch längst nicht durch mit allem. Ibu wird meinerseits so minimal wie möglich dosiert, schon fast homöopathisch, und dass reicht i.d.R. für umfassende Störungsfreiheit. Mein Hausarzt empfahl mir als Alternative stattdessen eine einmalige Dosis Dexamethason. Wieder was, was ich noch nie gehört hatte, wie ja auch Impingement und Kalkschulter bis vor kurzem. Inzwischen weiß ich - das ist Cortison. Und die entsprechende Einmaldosis liegt jetzt bei mir zu Hause, nur für den Fall, dass es mal gar nicht anders gehen sollte. Und davon bin ich um Lichtjahre entfernt, s. o.

Hauptgrund meiner Meldung hier: Vor zwei Tagen hatte ich meine erste von einstweilen drei Stoßwellen-Behandlungen. Die Kasse zahlt's nicht. Der Arzt nimmt für das Trio hundert Euro, was sehr moderat ist lt. Internet-Vergleich. Die Behandlung ist irgendwie lustig, es knattert laut und prickelt an den richtigen Stellen, tut (jedenfalls bislang bei mir) nicht wirklich weh und lässt bei mir die Hoffnung auf Erfolg wachsen. Ergebnis zunächst: Ich spüre mehr von dem was nervt, und muss deshalb einstweilen meine Ibu-Dosis geringfügig erhöhen. Für messbare Erfolge wurde mir eine Zeit von acht bis zwölf Wochen in Aussicht gestellt.
Ich werde weiter berichten, was sich tut. Sicher scheint mir schon jetzt zu sein, dass die Stoßwellen-Therapie was sehr Sinnvolles ist. Aber gemach....

Gruß
Martin
 
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Was tun

Ich habe soeben nach Schulterschmerzen gesucht und diesen noch recht jungen Faden gefunden.
Habe mich kürzlich einige Wochen nur von Scherztabletten ernährt und konnte wochenlang keinen Ton spielen, auch nicht auf der Gitarre. Die linke Zeigerfingerkuppe fühlt sich immer noch wie erfroren an, wenn man draufdrückt. Es kam über Nacht, erst im Nacken, dann linke Schulter, zieht weiter in den Ellenbogen bis in die Fingerspitze. Schlafen unmöglich, bewegen, inklusive tippen, unmöglich. Das ist laut Orthopäde eine Art Ischias, was es auch im Schulterbereich gibt. Behandlung mit Strom, Galgen, Massage. Habe mir selbst ein TENS-Gerät zugelegt....Bin in der 8. Schmerzwoche.

Inzwischen schmerzt nur noch die Schulter beim Bewegen und draufliegen. Der Finger ist "tot" und fremd, was für einen Gitarristen fürchterlich störend und ist. Klavierspielen geht schlecht, weil man dazu die Handflächen nach unten dreht und also in ein Aussenrotation reinwechselt. Genau diese ist aber zu 70% blockiert.

Obwohl die Schmerzen über Nacht kamen im Schlafen hatten sie sich vorher latent angeschlichen. Dann kam wohl eine sportliche Überbelastung und nach einigen Wochen dann der "Schuss".

Ich habe jedenfalls den Verdacht, dass mein "junges" Klavierspiel wesentlich dazu beigetragen hat, obwohl ich nicht weiß, warum ich was falsch gemacht hatte in den Monaten davor. Es knackt ja auch jedes Gelenk, besonders im Hals :-) Inzwischen bin ich völlig verunsichert, übe halbwegs schmerzfrei nur wenige Minuten, mit Tagespausen. Was mir auffällt, dass ich mir über meine Sitzposition absolut im Unklaren bin. Ich weiß nicht, was ich verändern soll, aber - letzten Endes - sitze ich wie eine Art Fremdkörper vor dem Klavier; wie soll ich es umarmen, dass mir der Kontakt keine Sorgen bereitet? Ich kann die Pfoten doch nicht ohne Aussenrotation auf die Tasten legen, nicht bei meiner angeboren und eingerosteten Schulterstellung...?
 

Ich habe soeben nach Schulterschmerzen gesucht und diesen noch recht jungen Faden gefunden.
Habe mich kürzlich einige Wochen nur von Scherztabletten ernährt...

Entschuldige, dass ich bei so einem ernsten Thema mit einem Scherz anworte, aber du schreibst, du hättest nach den Schmerzen gesucht und dich einige Wochen lang von Scherztabletten ernährt... ;)

Aber jetzt wirklich Spaß beiseite. Hier kann dir wohl kaum jemand helfen, denn wie beim Klavierspielen sind Ferndiagnosen mehr oder weniger sinnlos oder sogar schädlich. So wie dir jeder fachlich Bewanderte immer wieder empfiehlt Klavierunterricht zu nehmen, so muss man dir auch hier empfehlen, dich dringend an einen Fachmenschen, also einen Arzt, zu wenden. Nur der (oder die) kann dich in natura untersuchen und dir - hoffentlich - helfen.

"Ich habe soeben nach Schulterschmerzen gesucht"... Es ist klar, wie du diesen Satz gemeint hast, aber vielleicht hat er noch einen tieferen Sinn. Darüber könnte man nachdenken. Aber geh bitte erst zu einem Arzt!

Grüße von
Fips
 
Lieber Neronick,

das ist ja schrecklich!!! Du Armer!!! Bist du auch ganz sicher, dass das kein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule ist??? Taube Finger sind oft dadurch zu erklären. Da müsstest du aber dringend in einen Kernspintomographen! Meine Tante hatte neulich genau so etwas und wochenlang rumgemacht, bis endlich der Bandscheibenvorfall diagnostiziert wurde. Orthopäden sind leider nicht immer gut (DAS war ein Euphemismus!!!! :-| ).

Taubheit bedeutet, dass ein Nerv abgeklemmt ist, warum auch immer. Wenn man nicht schleunigst handelt, könnte er für immer taub bleiben.

An Klavier spielen ist erst mal nicht zu denken. Die Blockade in der Schulter kann durch vieles entstanden sein, da kann nur ein kompetenter Arzt oder Chiropraktiker (Osteopath?) helfen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man so etwas durch das Klavier spielen bekommen kann, es sei denn, du hättest von Null auf 100 mit verkrampfter Technik 7 Stunden geübt.

Du kannst also momentan nur mit rechts üben, wenn überhaupt. Sobald etwas weh tut, bitte aufhören! Wenn du etwas tun willst, könntest du die Feuchtwanger-Übungen mit DVD kaufen und nur rechts probieren. Letzten Endes (wenn diese Sache hoffentlich gut überstanden ist) könntest du wenigstens ein paar Probestunden bei einem guten KL nehmen, damit der mal ein Feedback gibt.

Alles Gute und gute Besserung!!!!

chiarina
 
Neronick, bei dir weiss man generell nicht immer, ob du alle deine Posts ernst meinst.
Sollten deine Schmerzen tatsächlich so sein, wie du sie beschreibst, dann höre auf damit, dich von Schmerzmitteln zu ernähren und suche dir, wie chiarina schon gesagt hat, einen Ostheopathen oder einen Chiropraktiker, einfache Physiotherapie hilft da kaum, die verschreiben munter nur die Schmerzmittel zur "lockerung der muskulatur" das ich hier nicht lache. Das alles natürlich für den Fall, wenn du tatsächlich etwas mit den Bandscheiben hast. Deine Symptome, so wie du sie beschrieben hast, könnten alles mögliche bedeuten, von Schlaganfall bis multiple Sklerose. Jedenfalls bekommt man das von Klavierspielen garantiert nicht und schon gar nicht bei der Klavierliteratur, die du zu spielen versuchst.
 
Deine Symptome, so wie du sie beschrieben hast, könnten alles mögliche bedeuten...
Oh weh... ich habe doch geschrieben, was das bedeutet. Es gibt doch Ärzte! Es gibt Röntgengeräte...da werden sogar die Innereien untersucht :-)
Also, keine Bange. Die Nervenentzündung ist doch sehr gut abgeklungen (welch Glück, es findet sich viel bleibendes Elend im Internet...).

Der Tipp, zum Arzt zu gehen, ist lieb, aber bei den Schmerzen lässt man sich sogar abholen, wenn sein muss. Radfahren ging z.B. GAR nicht mehr. Radfahren geht auf die Halswirbelsäule, muss man den Lenker umbauen...

Ich habe das hier gepostet, dass Leser wissen, was es für Symptome bei entzündeten Nerven geben kann. MIR war das neu, ich dachte immer Hexenschuss gibt es nur unten und zieht über den Po ins Bein. Die Ursache einer solchen Entzündung ist jedoch nicht immer klar. Der erste Verdacht, Bandscheibe, wird natürlich von Ärzten sofort abgeklärt. An dieser Stelle möchte ich noch sagen, dass man bei Schmerzen zuallererst meist "Muskelursachen" vermutet und lockert und dehnt usw. Bei Neuralgie: LASSEN! Absolut schädlich ist z.B. Schwimmen, man denkt die Schulter klemmt...

Ich mache das Piano nicht ursächlich verantwortlich, aber eine anspannende Belastung geht vermutlich schon davon aus; was ich halt nicht schaffe, ist eine wirklich angenehm-vertraute Sitzposition zu finden. Nach "Schulterschmerzen" über die Suchfunktion habe ich gesucht, ob andere Leute über einen Zusammenhang zwischen Sitzposition und Schulterproblem berichtet haben.

Was ich allen Anfänger verraten kann, ist, dass die Stücke, die man nach 10 Monaten spielen kann in den zwei folgenden Monaten auch ohne Übung nicht sehr verlernt. Das finde ich, ist eine tolle Eigenschaft des feinmotorischen Gedächtnisses.

Was ich auch berichten kann, ist, dass es immer schwieriger wird auf Ärzte zu treffen, die einen Teil der Zeit mit dem Anfassen (Palpatieren) der Patienten verbringen. Computer und Geräte, die gibt es zuhauf, aber der Beruf der "heilenden Hände" stirbt leider immer mehr aus.

PS.
Danke für die Genesungswünsche!
 
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Oh oh, dieser Faden wird unerwartet aktuell... ja Neronick, da pflichte ich meinen Vorherschreibenden bei, insbesondere chiarina. Geh umgehend zu einem Arzt, über dessen Spezial-Kompetenz du dir bitte möglichst im Vorwege unzweifelhafte Referenzen besorgst. Deine Gesamtschilderung klingt sehr nach Verdrehung, Verrenkung, Vorfall, etcpp, insbesondere anlehnend an deinen Hinweis "es begann im Nacken". Mit Chance liegt dort, im Nacken, auch des Pudels Kern.
Gymnastik: Bitte erst wenn die Ursachen zuverlässig geklärt sind. "Eine Art Ischias" ist m. E. nicht präzise genug.
Ich wünsche dir Erfolg und gute Besserung!

Was nun meine Schulterschmerzen betrifft: Derzeit glaube ich, dass ich über den Berg bin. Bin weitestgehend schmerz- und beschwerdefrei, und die Bewegugsfähigkeit des linken Armes ist schon sehr nahe bei der des rechten Armes. Die Stoßwellen-Therapie kann ich demgemäß für vergleichbare Fälle (Impingement, Kalkschulter) nur wärmstens weiterempfehlen, wie es wohl allenthalben von Fachleuten und Betroffenen auch getan wird. Im Januar habe ich einen Nachsorgetermin beim Orthopäden. Irgendwann werde ich auch nochmal eine Röntgenaufnahme machen lassen, bin gespannt in welchem Ausmaß man die Veränderung wird sehen können.

Lieber Neronick, nochmals: Dir wünsche ich schnellstmöglich vergleichbare hoffnungsfrohe Entwicklungen.

Gruß
Martin
 
Oh weh... ich habe doch geschrieben, was das bedeutet. Es gibt doch Ärzte! Es gibt Röntgengeräte...da werden sogar die Innereien untersucht :-)
Also, keine Bange. Die Nervenentzündung ist doch sehr gut abgeklungen (welch Glück, es findet sich viel bleibendes Elend im Internet...).

Ich dachte eben, dass du noch nicht beim Arzt warst, so ein bisschen liest sich dein Beitrag. Aber wenn du ja weisst was los ist, ist doch alles bestens. Die richtige Diagnose ist schon die halbe Miete :-) Dann aber gute Besserung!

Was ich allen Anfänger verraten kann, ist, dass die Stücke, die man nach 10 Monaten spielen kann in den zwei folgenden Monaten auch ohne Übung nicht sehr verlernt. Das finde ich, ist eine tolle Eigenschaft des feinmotorischen Gedächtnisses.
Das ist in der Tat nicht schlecht. Ich vergesse jedenfalls alles und zwar komplett maximal nach einem Monat!

Was ich auch berichten kann, ist, dass es immer schwieriger wird auf Ärzte zu treffen, die einen Teil der Zeit mit dem Anfassen (Palpatieren) der Patienten verbringen. Computer und Geräte, die gibt es zuhauf, aber der Beruf der "heilenden Hände" stirbt leider immer mehr aus.

Das stimmt natürlich :) Ich hoffe, du hast diesbezüglich den grandiosen Beitrag von Gomez gelesen, besser kann man das nicht beschreiben :D
 

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