Konzerte: Warum so wenig Trios?


P
Pianika
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Hallo zusammen,

ich würde gerne mal ein Klaviertriokonzert besuchen, bzw. es unserer Cellistin zum Geburtstag schenken. Allerdings muss man ein solches wie die die Nadel im Heuhaufen suchen.

Frage mich gerade, warum das so ist. Auch auf einer DVD Klassiksammlung mit 1000 Meisterwerken der klassischen Musik finden sich nur äußerst wenige Einspielungen dieser Gattung.

Sooo anspruchsvoll sind die Trios doch auch schon wieder nicht, dass sie gerade Profis nicht auf sich nehmen könnten. Spielen Pianisten denn wirklich lieber alleine? Und wenn mit anderen zusammen, dann gleich Klavierkonzerte?
Sind die Triokompositionen in den Augen anderer nicht gelungen?

Was meint ihr? Oder kommt hier jemand aus NRW und hat einen Geheimtipp für das nächste Trio Konzert hier in der Gegend? Zugegeben, am Donnerstag steht im Rahmen der Klavierfestivals Schuberts Trio in B-Dur mit auf dem Programm, doch das ist auch das einzige, was ich so gefunden habe...

Kammermusikalische Grüße,
Pianika
:keyboard:
 
S
Sabeth
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Hallo Pianika

Trio Konzerte sind auch in der Schweiz eher selten, genau wie andere kleine Kammerorchesterkonzerte. Hier in St.Gallen gibt es eine Konzertreihe namens "Meisterzyklus" in der jeweils kleiner Gruppen von Musikern mit relativ unbekannten Werken auftraten. So viel ich weiss wurde das Programm der Reihe allerdings mangels Besucher geändert.

Ich besuchte auch ein Konzert dieser Reihe, mit gerademal ca. 30 weiteren Leuten, und die Stimmung war ziemlich trostlos. Ich denke, dass sich der durchschnittliche Konzertbesucher einfach mehr für grosse Orchester und bekannte Werke interessiert. So sind zum Beispiel in St.Gallen die Konzerte des Synphonieorchesters meist ausverkauft.

Viele nicht ernsthaft musikinteressierte Konzertgänger sind leider kaum offen für neues oder unbekanntes, sie hören sich lieber eine Beethoven Synphonie o.ä. an, die sie schon mal gehört haben und von der sie wissen, dass sie ihnen bestimmt gefällt.

Ich glaube speziell in Sachen Konzertprogrammen hat leider bei den meisten Häusern der Zuhörer das letzte Wort, da ohne ihn die Finanzierung bald im Eimer wäre. So müssen Kassenschlager ran, die die Massen anziehen. Für Raritäten ist also häufig aus ökonomischen Gründen kein Platz. Das haben mir übrigens auch schon Kollegen berichtet, die in diesem Business engagiert sind.

Meistens sind kleine Veranstaltungen bei Privatpersonen oder sonst in kleinerem Rahmen organisiert. Am besten wendest du dich an jemandem aus dem kulturadministrativen Bereich deiner Region/Stadt. Die können dir häufig weiterhelfen oder dir zumindest jemanden vermitteln.

Ich wünsche dir viel Erfolg und einen schönen Sonntagabend!
Sabeth
 
K
koelnklavier
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Das Kammermusik-Repertoire führt im Konzertbetrieb generell ein Schattendasein. Ob das schon immer so war, weiß ich nicht. Aber Kammermusik ist auch nicht in erster Linie zum Zuhören geschrieben, sondern zum Selbermachen. Und da Hausmusik keine gängige Freizeitbeschäftigung mehr ist, gibt es auch immer weniger, die mit dieser "unspektakulären" Musik etwas anfangen können.

Zudem: Streicher- und Bläserbesetzungen rekrutieren sich häufig aus Orchestern. Einen Pianisten muß man immer einkaufen, wenn er denn nicht aus Liebe zur Musik mitspielt.

Zum Dritten: Ich finde es immer wieder gemein, wie schwer und kniffelig doch der Klavierpart in Kammermusikwerken ist ...
 
 

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