Was macht professionelles Klavierspiel aus?

das ist aber dann erst die Konsequenz aus der Gefühlswallung. Ich spreche jetzt mal für mich: Wenn dies eintritt, dass mich die Musik zu Tränen rührt, dann ist es mir schnurz, piep und egal, was Andere darüber denken oder tun. (…) Na ja, bin halt ein Romantiker.
ja wie oder was @thinman : du bist dann nicht "peinlich berührt"? ...dann war das Konzert nüscht und deine Reaktion also unerheblich --- jedenfalls seit neuestem: ich bin ja auch verblüfft, dass professionelles Musik machen die Leute "peinlich berührt" und darum dann prima war... :-D
 
ja wie oder was @thinman : du bist dann nicht "peinlich berührt"? ...dann war das Konzert nüscht und deine Reaktion also unerheblich --- jedenfalls seit neuestem: ich bin ja auch verblüfft, dass professionelles Musik machen die Leute "peinlich berührt" und darum dann prima war... :-D
@Stilblüte hat das peinlich berührt sein ja nicht zu einer conditio sine qua non erhoben. Oder hab ich jetzt wieder mal nix verstanden? Menno.
 
Das sind die Konzerte, wo man sich berührt, vielleicht sogar peinlich oder gar unangenehm berührt fühlte.
@thinman ich rätsele immer noch, was das bedeuten soll (im zitierten Satz wirkt peinlich berührt als eine Art Steigerung von berührt) - im herkömmlichen Sinn ist peinlich berührt zu sein eigentlich nichts sonderlich positiv konnotiertes... deshalb ja auch mein Hinweis:
was würde man denken, wenn man folgende Rezension beim Frühstück in der Gazette lesen würde: "Das Konzert von XY war erwartungsgemäß ein riesiger Erfolg: der Großteil des Publikums verließ peinlich berührt den Saal"
 
Denk doch mal ein bisschen länger drüber nach. Versetz dich dazu in einen ahnungslosen Konzertbesucher. Und lies nochmal genau, was ich geschrieben habe. Wann warst du mal peinlich berührt?

@thinman in der Tat sind die Tränen möglicherweise das Resultat aus dem Berührtsein. Dass du das nicht als unangenehm oder peinlich empfindest, wundert mich nicht :001:
 
@thinman ich rätsele immer noch, was das bedeuten soll (im zitierten Satz wirkt peinlich berührt als eine Art Steigerung von berührt) - im herkömmlichen Sinn ist peinlich berührt zu sein eigentlich nichts sonderlich positiv konnotiertes... deshalb ja auch mein Hinweis:
stimmt. Ich kann mir nur ein Szenario vorstellen, bei dem ich peinlich berührt eine Aufführung verfolgen würde: Wenn sich der Künstler abmüht und sichtlich in der Musik aufgeht, ich jedoch mit dieser Art von Musik überhaupt nichts anfangen kann und sie nur als nervige Geräusche empfinde. Dann wünschte ich mir, ich könnte sofort in ein Loch abtauchen und erst wieder vor der Bar empor schrecken. :-D
 
Ich meine nicht, dass einen der Vortrag an sich peinlich berührt. Sondern dass man von sich selbst und dem, was er in einem auslöst, peinlich berührt ist.

Peinlich ist keine Steigerung von nicht peinlich. Sondern das hängt mit Punkt 1 zusammen - mit sich in Kontakt kommen / sein. Das sind nicht alle Menschen. Wenn sie dann "von außen" (durch Musik) unerwartet in diese Richtung gestoßen werden und Gefühle empfinden, die sie nicht an sich kennen, kann das ein Gefühl von Peinlichkeit - vielleicht ist auch "Scham" das bessere Wort - auslösen.
Das sind evtl. die Leute, die am lautesten Räuspern und als erstes klatschen. Weil sie es nicht gut aushalten.
 
Denk doch mal ein bisschen länger drüber nach.
...auch wenn ich mich da mühen sollte (worauf ich verzichte) : das ändert am Gebrauch und der Bedeutung von "peinlich berührt" absolut nichts!
Versetz dich dazu in einen ahnungslosen Konzertbesucher.
...das ändert die Bedeutung idiomatischer Ausdrücke?...
Und lies nochmal genau, was ich geschrieben habe.
erneut: das ändert am Gebrauch und der Bedeutung von "peinlich berührt" absolut nichts!
in Zusammenhang mit einem Konzert/Opernbesuch:
Turandot in Warschau: war zwar prima, aber der Kalaaf konnte nicht singen (das war eher das Gekreisch eines abgestochenen Schweins) - peinlich und unangenehm berührt hatte mich, wie der Nessung dorma zerquäkte (was umso peinlicher wirkte, als alle anderen prima waren)
einmal ein misslungener Tristan am roten Main, da wars ähnlich (allerdings hatte ich den dort auch schon erstklassig gehört)

 
Freut mich, dass dus jetzt scheinbar kapiert hast.
 

Und auch oft sehr viel später bin ich noch nicht so richtig zurück.
Weiß genau was du meinst . Ich kenne das von einem guten Kinofilm. Der Film ist aus, man geht nach Hause und fühlt sich noch wie im Film. Einer solcher war zum Beispiel Matrix (es gibt viele, viele mehr).

@Stilblüte und @rolf
Wenn ich die Schlichtungsverhandlung führen darf bedeutet "peinlich" auch
https://www.duden.de/rechtschreibung/peinlich
Gefühl der Verlegenheit , des Unbehagens
und somit geht die Runde an @Stilblüte , was mir zugegeben schon ein bisl gefällt ....:lol:
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich frage mal hier aus aktuellem Anlass: Heute Abend habe ich einen Konservatoriumsprofessor mit einem Chopin Kurzprogramm gehört (Impromptu 36,2, Fantaisie Impromptu 66, Scherzo 31, Polonaise Heroique 53). Kannte ihn schon von einem Duo mit Violine und fand ihn da sehr gut. Heute bin ich perplex: das sind ja sehr bekannte Stücke, die ich zwar vorher nicht extra gehört habe, aber grundsätzlich schon kannte. M. M. nach sind ihm in jedem Stück Dinge passiert, die so nicht im Text stehen. Er wirkte danach sehr locker und beim Zugabenwalzer (e-Moll) gelöst. Ist das normal bei diesen Stücken live im Gegensatz zur Aufnahme oder war das ein „Provinz“-Pianist, schlecht vorbereitet oder was weiß ich? (Oder ich hab falsch gehört, auf’s Falsche geachtet oder bin zu kritisch?)
 
Das macht nunmal eine professionelle Performance aus, über Fehler hinwegzuspielen und in der Performance zu bleiben, anstatt zu unterbrechen, die Hand gegen die Stirn zu schlagen und "Scheiße" zu brüllen.
 
Das macht nunmal eine professionelle Performance aus, über Fehler hinwegzuspielen und in der Performance zu bleiben, anstatt zu unterbrechen, die Hand gegen die Stirn zu schlagen und "Scheiße" zu brüllen.
Das hat er auf jeden Fall, durchgezogen. Wenn man die Stücke nicht kennt und auf Feinheiten nicht achtet, würde man evtl. nichts merken. Ich habe aber irgendwie reagiert, wurde angespannt.
 
Das hat er auf jeden Fall, durchgezogen. Wenn man die Stücke nicht kennt und auf Feinheiten nicht achtet, würde man evtl. nichts merken. Ich habe aber irgendwie reagiert, wurde angespannt.

Zu einem professionellen Performer gehört halt immer auch ein professioneller Zuhöher ;-)

Aber im Ernst: Ich mag mir gar nicht wirklich gerne Performances ansehen, von Genres in denen ich selbst unterwegs bin. Schon gar nicht von Stücken, die ich auch spiele.
Ich denke dann immer nur: "Mist, ich sollte auch mal wieder ein Konzert geben".
 
Auch ein Profi kann mal einen schlechten Tag haben.
Wenn ich bei Stücken, die ich selbst gut kenne, von Kolleginnen und Kollegen mal einen Stolperer wahrnehme, reiche ich ihnen innerlich die Hand und denke, hallo Mitmensch, das ist mir auch schon passiert.

Die Frage ist ja, was hört/merkt jemand, der/die ein Stück nicht bis ins kleinste Detail kennt. So lange der Spannungsbogen insgesamt nicht abreißt, merken es wohl die wenigsten.
 
Hast du den Anspruch, wenn du in ein Konzert gehst, das keine Fehler passieren dürfen?

Studioaufnahmen gaukeln einem ständige Perfektion vor, allerdings wird da solange performed und geschnitten, bis jeder Fehler ausgemerzt ist. Bei einem Livemitschnitt sieht es dann schon häufig ganz anders aus, das ist völlig normal und das macht für mich auch gerade den Reiz aus, wie professionell geht der Künstler damit um.

Dieses Analysieren kenne ich leider vom Gesang, um so mehr Unterricht ich selber hatte, um so weniger konnte ich andere Gesangsdarbietungen genießen. Man nimmt sich auf Dauer aber sehr viel Freude bei Konzerten oder sie werden irgendwann nahezu unerträglich.

Fehler sind nichts schlimmes, die passieren jedem Profi und sie dürfen auch passieren!! Solange es nicht anfängt völlig stümperhaft zu werden.
 

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