Fingersätze für Profis und Amateure

  • Ersteller des Themas Romantikfreak98
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- speziell der letzte ist der absolute Kracher).
@Carlito und @mick
dieser Fingersatz wie analoge solche sind durchaus ein "Kracher", aber nicht, weil sie unausführbar wären (das Gegenteil ist der Fall: Liszts Fingersätze sind immer (!) prima), sondern weil so eine Spielweise vorher unbekannt war (bzw. fürunmöglich gehalten worden war) *)
z.B. gibt es, je nach Tastenlage, verrückt erscheinende Fingersätze für Skalen von Liszt wie 1-2-3-4-5-2-3-4 etc (Brahms war auf diesem Gebiet auch recht erfinderisch)

Vermutlich meint Brendel genau die Fingersätze, die von schematisierten Schulregeln (z.B. bei Skalen 123-1234) abweichen - man findet solche "genialen" Fingersätze bei Chopin, Liszt, Brahms, Busoni, d´Albert --- vereinzelt findet man vergleichbare, zunächst unorthodox wirkende Lösungen in Editionen, deren Fingersätze von Klindworth, Arrau, Hamelin (sic! bei Rachmaninov ganz taufrisch) sind.
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*) dass wir heute kein Problem damit haben, das verdanken wir Liszt
 
Fingersätze für Skalen von Liszt wie 1-2-3-4-5-2-3-4 etc (Brahms war auf diesem Gebiet auch recht erfinderisch)

Sehr interessant, Rolf. Ich mag sowas. Und ich mag auch, wie ich schonmal erwähnt habe, 1-2-3-4-5-4-3-2.

Der Unterschied zu der von Dir genannten, mich sehr interessierenden, Liszt-Variante dürfte in folgendem nicht ganz unwesentlichen Punkt liegen:

Liszt macht EINE größere Bewegung, um Nr. 2 einzusetzen, z.B. auf dem "a" bei Beispiel "c-d-e-f-g-a-h-c". Wie Du schriebst, landet er dann mit Nr. 4 auf dem nächsten c...

Ich spiele ( zuweilen aus bestimmten Jux-oder Test-Gründen, die hier nicht interessieren sollten ) also ab und an 1-2-3-4-5-4-3-2. Bleiben wir beim Beispiel c-d-e-f-g-a-h-c, r. H.:

Die Hand wird unmerklich in "dauernder kleiner Bewegung" nach rechts bewegt. Ich lande auf dem nächsthöheren "c" mit Finer Nr. 2...

...und habe 3 Finger "in Reserve und frei", die SOFORT 3 Tasten / Akkord / weiteres Skalenmaterial oberhalb des mit Nr. 2 erreichten c SOFORT anschlagen / spielen könnten...wobei es im Grunde egal WÄRE, da sich die Hand, wenn erwünscht, noch weiter in der kleinen "Dauerbewegung" nach rechts verschieben könnte... .

Zwar nicht von Libermann, aber dafür...: Spannend, ne? ( fiel mir allerdings schon ein da war ich so 13 / 14. und wusste nichtmal, wie man Liszt richtig schreibt, naja fast nicht. :) ..) ( Liszt hat auch "3 Finger frei", nach Erreichen des "c", sie ( Daumen, 2 und 3 ) liegen UNTERHALB, meine ( 3,4, und 5 ) oberhalb.

LG, Olli
 
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Liszts Fingersätze sind immer (!) prima
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Das glaube ich natürlich prinzipiell gerne, aber aus diesem letzten 3-2 wurde ich z.B nie schlau, das liegt furchtbar unbequem:

noten1.jpg



ich wagte bisher nicht hier zu schreiben, dass ich dafür immer 2-1 nehme, aber gestern nahm ich die darauf folgende Stelle. als "Problemfall" auf der Uni mit einem renommierten Pianisten durch und ( neben einigen Korrektur-Bemerkungen zu gewissen Fehlern u.a. in der Handhaltung, die die darauf folgende Stelle für mich zum Problemfall werden ließ ) meinte er auch, dass 3-2 für ihn hier nicht nachvollziehbar sei und er auch 1 statt 2 nimmt.

( Dass dieser Fingersatz von Liszt selbst stammt, steht in der Henle Ausgabe)
 
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Ups übersah das ja unten, dachte Problem bezog sich vom dritten auf den 2. finger zu wechseln...mit der rechten Hand

Ansonsten, was spricht gegen diesen Fingersatz?

LG Lustknabe
 
In der Lage nehme ich eher ungern den Daumen auf schwarze Tasten. Ich habe zwar den Mephisto-Walzer noch nicht gespielt, aber vielleicht wäre 4-2 auch eine Alternative?

LG, Mick
 

probier's mal spielen :-) das ist ja in ziemlichem Tempo und du musst nachher runter zu dem extrem unangenehm liegenden Anfangsakkord des folgenden Taktes, den schaff ich ohne appeggieren mit meiner Spannweite nicht (man kann auch schummeln und wie ein sehr berühmter Pianist nur das es spielen und sich das des und g schenken :geheim: )

mit 3-2 auf as-c einmal Spreizen, dann runter und es-des-g-greifen (wenn man so große Hände hat).... eben recht unangenehm noch dazu in dem Tempo

In der Lage nehme ich eher ungern den Daumen auf schwarze Tasten. Ich habe zwar den Mephisto-Walzer noch nicht gespielt, aber vielleicht wäre 4-2 auch eine Alternative?

LG, Mick

As-C ! (also Daumen auf C ), den 2. müsste man da unangenehm wegspreizen
 
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Ups. Ich habe da jetzt A-Dur vermutet :-D:-D:-D
 
Eine Alternative wäre, die Hände zu tauschen, also das erste as mit Vorschlag g mit links zu spielen. Ich probier's heute abend mal aus.

LG, Mick
 
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sorry, hier der Zeilenbeginn:



noten.jpg

PS:ich weiss natürlich schon, was der Hintergedanke sein dürfte: mit 3-2 brauch man das Handgelenk nicht drehen, das muss man minimal bei 2-1- oder 3-1 tun, dafür greift man das c leichter, währen bei 3-2 leicht das h gesteift wird wenn man die Finger nicht stark spreizt, deswegen scheint mit 2-1- doch die günstigere Variante zu sein.

Die schwierige Passage aber kommt wohl gemerkt erst danach, (das hier abgebildete Arpeggio IMSLP Noten steht in meiner Henle Ausgabe übrigens nicht! )
 
Ich denke es darf ruhig mit 3-1 gespielt werden. Der Daumen schlägt zwar meist etwas härter an im Tempo, allerdings wird das c ohnehin betont.
 
ich nehme hier 4-2.
Man kann den Sprung danach lockerer ausführen und muss die Hand nicht verändern. Außedem klingt der Daumen hier nicht gut
3-2 ging früher auf den alten Instrumenten etwas leichter (Tasten und Tastenhub war kleiner)
 
PS:ich weiss natürlich schon, was der Hintergedanke sein dürfte: mit 3-2 brauch man das Handgelenk nicht drehen, (...)
so ungefähr (es ist typisch für Liszt, derartige Passagen mit gleichbleibendem Fingersatz vorzuschlagen)

aber was die rapido Stelle betrifft: die ist unproblematisch, wenn man die Hände vertauscht - das hat @mick völlig richtig angedacht. Ich spiele das (l) 32 (r) 23 (l) 32 (r) 24
(die Variante mit vertauschten Händen ist übrigens in manchen Ausgaben als ossia angegeben)

Der Alkkord es-des-g wird in den meisten Ausgaben mit arpp. Zeichen versehen, wenn ich mich richtig erinnere auch in der neuen Budapester Listausgabe (und selbst wenn da kein arpp. Zeichen wäre, ist es völlig normal, sowas rasch zu arpeggieren)
 
gute Idee mit dem Hände tauschen werd's mal ausprobieren, wenn man sich den Sprung mit der Linken dadurch ersparen kann (denn der ist ja das unangenehm Ablenkende, da danach die 16tel Passagen folgen), wäre das durchaus angenehm.

PS: probiert..... da hat man den Sprung dann rechts statt links, werde also doch bei der "normalen" Version bleiben., aber 4-2 statt 3-2 oder 3-1 ist gut.
 
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PS: probiert..... da hat man den Sprung dann rechts statt links,
...das ist doch dann kein Sprung mehr (gerade mal von c nach f)
hingegen ist as-c mit links dann für die l.H. schwierig.

schau mal:
rapido.png
und jetzt überleg: "springt" die l.H. bei der sinnvolleren "leichteren" Ausführung, oder ist sie schon da? (Zeigefinger nah beim des!) ist es für die r.H. weit zu hopsen, wenn sie nach as-c einfach ne Quarte höher die f-Oktave fasst?
 
das Hopsen as-c auf die f-Oktave ist recht ungewohnt (klar, da ich es ja bis jetzt anders spielte) müsste ich wohl eine Zeit lang so üben, um zu sehen was angenehmer liegt. Das es nach den 16teln mit l.H. zu nehmen ist interessant.
 

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