Anfangsunterricht ist weder klassisch noch Pop-orientiert, sondern Anfangsunterricht. Da geht es um Improvisation, Spielen nach Gehör, um das Verständnis musikalischer Grundlagen (Parameter) sowie natürlich um spieltechnische Skills.
Dann ist es empfehlenswert, zum einen klassische Literatur zu spielen und sich außerdem schon früh mit Harmonielehre zu beschäftigen. Das ist, wenn man in Richtung Pop oder Jazz gehen will, eine unverzichtbare Grundlage.
Popmusik und auch Jazz spielt man nicht nach irgendwelchen drittklassigen Arrangements nach Noten, sondern man benutzt ein Leadsheet, in dem die Melodie und die Akkordsymbole notiert sind. Diese Akkordsymbole lassen sich nur mit einem Grundwissen an Harmonielehre umsetzen. Und zusätzlich braucht man noch ein rhythmisches Begleitpattern.
Dieser Weg mag erstmal schwierig erscheinen, aber das Schöne ist, dass die Anzahl der Akkordsymbole (v.a. in der Popmusik) begrenzt ist, und auch die verwendeten Begleitpatterns kann man „recyceln“.
Lass dir nicht einreden, dass es cool ist, Popsongs nach Noten zu spielen. Für Studienzwecke kann es manchmal sinnvoll sein, eine gut gemachte Transkription (also eine Aufnahme, die als Noten aufgeschrieben ist) zu spielen, um die Machart zu verstehen, aber Popmusik entsteht in der Regel aus der Improvisation innerhalb eines Rahmens, den das Leadsheet bildet.