Yamaha ETERNA 35 erworben ... und nun aufmöbeln

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Paul Ralder

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Hallo wertes Forum,

nachdem ich vor drei Jahren einen Flügel*, einen sehr gepflegten Yamaha* C3 aus 1980er Jahren in blendendem Zustand, für eine ländliche Bühne mit Bildungsautrag aus Spenden "ersammelt" hatte, war ich wieder Feuer & Flamme für 88 Tasten. Als Kind spielte ich Klavier mehrere Jahre, als Student transportiere ich sie einige Male und stimmte auch ein wenig dran rum (nur um einige Töne im Diskant wieder gerade zu bekommen).

Das könnte die/der geneigte Leser/in hier nachlesen:

Noch 2024 erwarb ich daher (nach langen Jahren mit einem Yamaha* PFP-100) endlich ein jüngeres, neues und konzertantes Keyboard, um immerhin ein wenig üben zu können, ein Yamaha*, man bleibt bei der Marke :), Montage M8x, tolle universale Workstation mit viele Möglichkeiten, vollem und gut gewichtetem 'graded hammer' Manual - was das auch immer bedeuten mag, ein gutes Spielgefühl stellte sich ein. Auch der Flügel*, zu dem ich permanent Zugang habe, machte mir und allen anderen viel Freude.
Und dem Klavierbaumeister, der das edle 183 cm lange recht polierte Gerät fein reinigte, renovierte, intonierte, regulierte, und mehrfach seither stimmte und ein wenig nachpolierte, dem schaute ich gelehrig auf die Finger. Zudem erwarb ich aus purem Übermut und Interesse ein Standardbuch zum Klavier- und Flügelbau (das ebensolche von Herbert Junghanns) und las mich ein.

Die Physik der Töne wurde mir noch etwas vertrauter, bin Ingenieur, auch die Mathematik hinter den Intervallen, die Stimmungsarten, Fein- und Reinheiten etc. Aber nur bis zu einem gewissen Grade, da die Ohrenschule sehr fein ist, Schwebungen, Interferenzen, mir zum Glück keine neuen Begriffe. Immerhin bin ich langjähriger Hobbybassist mit viel Bühnenerfahrung geworden, und baue den ein oder anderen Flageolett ein - haha.

Nun habe ich vor Wochen eine -wie ich finde gute- Gelegenheit ergriffen, ein älteres Schätzchen als "richtiges Klavier" zu erwerben, um es in meiner Wohung aufzustellen. Es ist ein YAMAHA ETERNA 35, war lange inseriert und man wollte erst 1.500,- €, dann 750,- €, dann 500,- €, oje, und ich dachte, da nicht weit, das schaust Du Dir doch mal an:

Verstimmt und äußerlich etwas verstaubt, Klaviatur und Tasten aber dennoch sauber, Innenleben sah für mich sehr gut aus, die Filze der Hämmer, kaum eingekerbt, alles vollständig, alle Tasten "liefen". Von Privat zum Verkauf abgegeben durch einen Todesfall, eine ältere Dame, offenbar kaum genutz! Also wir auch immer: her damit!

Ich erwarb es incl. Transport (40 km) für unsägliche 650,- €, angesichts der Mechanik und des Könnens hinter dem Klavierbau – fast zum Erröten preiswert, und dabei rundete ich noch auf. Aber irgendwie sinkt offenbar das Interesse an (und die Nachfrage nach) diesen doch so edlen Instrumenten, oder ist das nur meine Wahrnehmung?

Nun steht es hier bei mir, freu, schon wieder recht wunderbar glänzend, schaut gut aus und mich an, und ich neige dazu, es selbst einmal zu versuchen:

A) Sauber machen, d.h. Holzplatte vor der Mechanik und auch unter dem Manual abmachen, mit Pinsel und Staubsauger alles genau absaugen, Flusen entfernen, die Mechank im Ganzen dabei mal herausholen, ohne einzelnen Tastmechaniken ohne Not auseinanderzunehmen. Pedalerie polieren (3 x Messing), zugehörige Mechanik verifizieren.

B) Klanglich in etwa vergleichen, ob einzelne Tasten lautstärke- oder härtetechnisch "hervorstechen", ggf. ein klein wenig aufnadeln (Filzkopf homogenisieren), entschuldigt meine laienhafte Ausdrucksweise. Bisher wirkt es trotz Verstimmung ausgesprochen ausgewogen auf mich, was in mir den Verdacht weckt, es könnte doch ein recht guter Kauf und nicht nur ein emotionaler Erwerb sein?

C) Stimmen. Und hier kommen Fragen auf. Ja, ein Stimmer ist schneller, besser, erfahrener und routinierter, aber ich habe schließlich Ehrgeiz. Das ungestrichene A hat statt ca. 440 Hz gemessene 437 Hz, also etwas abgesackt. Der Boden ist intakt, der Rahmen m.E. ebenfalls. Es ist ein vergleichsweise schweres Klavier.

Nun:
- Ist ein ETERNA 35 dafür geschaffen, es Schritt für Schritt in mehreren Etappen sanft und über alle Oktaven wieder "hochzuziehen" auf ca. 442 Hz? Ich würde dazu ein Stimmprogramm am Laptop nutzen wollen: PIANOSCOPE, die Testversion überzeugte mich, das Soll und Ist nebeneinander zeigt, abgesunkene Tasten/Saiten(trios) erkennt, diverse Stimmungen anbietet - oder ratet Ihr kopfschüttelnd und haareraufend ab? Man kann ja monatsweise abbonnieren, da etwas teuer.

- In zwei Wochen neuer Standort hat sich das Kerlchen nun bereits ein wenig akklimatisiert, bekommt nie Sonne in einer trockenen Wohnung, stets ca. 55-58% Luftfeuchte. Ich habe es vorsichtig abgewischt, ein Wunder, wie gut es bereits jetzt wieder im Lack steht (in schwarz, hochvermutlich Polyester). Mit Polieren kenne ich mich wirklich aus, ich schliff schon von Hand unter Anleitung Spiegel für Teleskope der Astronomie bis 8000er Feinstschliff und Politur (Lambda/20 im grünen Laserlicht also ein Zwanzigstel von 532 Nanometern, wem das etwas sagt) – das optische Finish äußerlich ist also nur eine Zeitfrage für später mal.

- Wie ist Eure Einschätzung zu einem Eterna 35? Es gibt auch Eterna 10 und 30, wie ich gugelte, meines ist doch etwas höher, geht das als Konzertklavierchen durch? Wie stark fällt denn ein Eterna 35 von einem YAMAHA U1 z.B. klanglich und mechanisch ab? Wo liegen denn die Unterschiede im Einzelnen Eurer Meinung nach?

Danke für Tipps beim "behutsamen Hochziehen", vllt. sollte ich es doch nur "Geradeziehen" auf vllt. 438 Hz oder so und gut sein lassen? Wie prüfe ich das angstfrei? Wie sind Eure Erfahrungen?

Ich freue mich wirklich über Eure Einschätzungen und Anregungen, Kritiken und Qualitätsaussagen zum Eterna 35. Ich denke, ich habe mich angesichts des Preises nicht verkauft und bin voller Hoffnung, alles wieder zum Klingen zu bringen. Freuen tue ich mich über mein "neues" Schmuckstück bereits jetzt sehr.

Euer Paul
 
Zuletzt bearbeitet:

Ein Eterna 35 gab es meines Wissens in Europa nie als Neuinstrument zu kaufen, da werden die Erfahrungsberichte rar bleiben.
 
Eterna sind im Prinzip etwas "abgespeckte" Yamahas. Worin genau die Unterschiede liegen kann ich nicht sagen. Aber die sind gut genug. Jedenfalls nicht so schlecht. Klanglich vielleicht etwas harsch. Aber genau so wie Yamaha extrem robust und recht wartungsarm.

Zum Hochstimmen: 3 Hz hochziehen auf 440 Hz ist überhaupt kein Problem. Die meiste Stimm-Software hat einen Overpull Modus genau dafür. Der funktioniert je nach Software meist recht gut. Ich würde dir empfehlen, das Klavier erst mal selber im Overpull Modus auf 440 Hz zu stimmen und dann nach einigen Wochen einen Stimmer zu rufen. Oder halt selbst nochmal dran gehen, wenn du das üben willst. Aber das Ergebnis vom Profi dürfte besser sein.
 
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Ich würde dir empfehlen, das Klavier erst mal selber im Overpull Modus auf 440 Hz zu stimmen und dann nach einigen Wochen einen Stimmer zu rufen.
Das kann also in Etappen geschehen. Nach der Sommerpause gehts dann nach der zuvorigen Grundreinigung los.

Gibt es weitere Kommentare zu dieser preiswerteren Serie von YAMAHA?

Wo holt denn ein gutes Klavier seinen Klang her: neben dem Anschlag und den Filzen eher beim (unveränderbaren) Holz. Ich vemute, die Saiten haben auch einen starken Einfluss, denn als Hobby-Bassist kenne ich Saiten neben verschiedenen Stärken und Umwicklungen, auch (semi-)geschliffen, dann welche mit sehr unterschiedlicher Brillianz und auch aus unterschiedlichen Metallen. Diese ergeben einen sehr variablen Klangcharakter und das sollte beim Klavier auch eine Rolle spielen. Wie wirkt sich das Altern und oxidieren der Saiten nach Jahrzehnten aus, ich vermute, der Diskant geht in die Knie wegen des Absinkens der Obertöne?

Ich lese bei Euch weiter und freue mich über Kommentare.

Gruß Paul
 
Zusammenfassung meines angelesenen Wissens — bitte gerne korrigieren und ergänzen:

Die Länge der Saiten bestimmt das Ausmaß der Inharmonizität im unteren Tonbereich. Kleine Klaviere haben notgedrungen kurze und daher recht schwere Saiten, was zu einem hörbar unreinen Bass führt und den typischen "Kleinklavier-Klang" mit sich bringt.


Wenn sich die Umspinnung der Saiten lockert verschlechtert sich der Klang, die Saiten werden "taub".

Die Art des verwendeten Stahls begrenzt ebenso wie die Bauweise des Instruments die maximal nutzbare Saitenspannung und erfordert daher eine Mindestmasse (= Stärke) der jeweiligen Saiten. Ideal wären lange, dünne Saiten, diese klingen reiner.

Die Saitenbereiche außerhalb der eigentlichen schwingenden Länge produzieren teilweise durchaus erwünschte Klanganteile, was als Duplex-Skala bezeichnet und konstruktiv gefördert wird — siehe hier unter dem Abschnitt "Vorrichtungen an beiden Enden einer Saite":


Unerwünschte Schwingungen dieser konstruktiv nötigen Saitenbereiche werden hingegen mit eingeflochtenen Filzstreifen gedämpft.

Womit, wie und wo die Saiten angeschlagen werden, hat ebenso einen ganz wesentlichen Einfluss auf den Klangcharakter. Die Qualität der Hammerfilze, deren innere Spannungs(verteilung) am Hammer und sogar die Holzart der Hammerköpfe ist relevant. Teilweise gibt es mehrlagige Befilzungen an den Hämmern.

Der Resonanzboden mit seinen Rippen ist mitsamt des Steges mit seinen Parametern Größe, Spannung, (tlw. variable) Materialstärke, Stegdruck sowie Holzqualität ebenso ein ganz wesentlicher Bestandteil des Instruments. Im Alter lässt durch das Schwinden des Holzes die Spannung des Resonzbodens nach und der Stegdruck sinkt ab; im schlimmsten Fall kommt es zu Rissbildung was nur aufwändig zu sanieren ist (durch das "Spänen" nach Zerlegung des Instruments).

Wie lange der angeschlagene Ton hörbar bleibt hat auch damit zu tun, wie effizient die Saitenschwingung in den Resonanzboden ausgekoppelt wird — eine zu starke Übertragung verkürzt den Ton, da die Schwingungsenergie in der Saite rasch verwertet wird.


Bei den höherwertigen Yamaha-Klavieren werden insbesondere die bessere Bassbesaitung und die Hämmer mit besseren Filzen und Holz als Unterschied herausgestellt. Ebenso mag eine aufwändigere Intonierung und Justage ab Werk zutreffen, zumindest wird die Produktion in Japan anstelle der anderen asiatischen Produktionsstätten gerne herausgestellt. Weiters steigt mit dem Preis die Anzahl der Rasten des Korpus, was einen Einfluss der Gehäusestabilität auf die akustische Anlage naheliegend erscheinen lässt.

Inwiefern Yamaha eine besondere Materialauswahl und -bearbeitung beim Klangholz anwendet ist für mich nicht weiter erkennbar. Wenn man die äußerlich und konstruktiv grundsätzlich sehr ähnlichen Instrumente der Baureihen U — YUS — SE — SU in gleicher Größe anspielt sind doch recht erstaunliche klangliche Unterschiede zu erfahren, was auf zunehmenden Aufwand schließen lässt.


Bei einem gegebenen Instrument lässt sich daher am ehesten an der Besaitung und Intonierung arbeiten, was jedoch vom Aufwand her rasch den Wert eines gebrauchten Einsteigerinstruments übersteigt und die Frage aufkommen lässt, warum man nicht gleich ein höherwertiges Instrument erwirbt. — Als Lehrstück mag dies anders betrachtet werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Art des verwendeten Stahls begrenzt ebenso wie die Bauweise des Instruments die maximal nutzbare Saitenspannung und erfordert daher eine Mindestmasse (= Stärke) der jeweiligen Saiten
Es ist die MINDESTspannung.
Je schwächer die Saite gespannt ist, desto tiefer ist der Ton. Nur entsteht leider kein Klang, wenn die Saite zu locker ist. Deswegen mehr Spannung und mehr Masse, damit die Frequenz niedrig bleibt.

Die Alternative wäre mehr Länge, aber das wird dann SEHR lang, siehe zB Alexanderklavier.
 
Klar macht eine gespanntere Saite den besseren Ton, aber die Stahlsorte mit seiner jeweiligen Streckgrenze bestimmt auch die Maximalspannung — so war das gemeint.
 
Stimmt natürlich, aber beim Thema Basssaiten und Inharmonizität ist das nicht das Problem.
 
  • #10
Das ist interessant, zumal doch einige, wenn auch nicht viele, ETERNA angeboten werden.
Naja, meist in ENGLAND produzierte Eternas, es gab aber auch in JAPAN Eterna als Zweitmarke von YAMAHA. Irgendwo hatte ich gelesen, dass YAMAHA ER 35 stets in Japan gebaut wurden. ER35 quasi als Zweitmarken U3!
 
  • #11
Also wenn das ...

... erworbene ETERNA 35 ein hie und da nach unten angepasster preiswerterer Clone eines YAMAHA U3 ist mit preiswerteren Zutaten vielleicht, dann sollte es sich zumindest um ein solides erhaltenswürdiges Klavier handeln, bei dem sich Mühe und Arbeit lohnen, und das würde mich freuen.

> Ich wäre weiterhin dankbar, wenn jemand die Unterschiede doch kennt und vielleicht dazu etwas schreiben mag, wo der Unterschied zwischen beiden liegt. Ein voller Klang ist dem ETERNA-35 auf alle Fälle zu entlocken.

Und ich werde natürlich wie gehabt in Abständen weiter berichten, vielleicht auch mal ein Vergleichs-Audio vorher (aktueller Status) vs. nachher ("eigengestimmt") machen. Aufnahmemöglichkeiten mit ordentllich symmetrierter gespeister Großmembran-Mikrofonierung auf Bandmaschine oder digitalem Medium wären sogar vorhanden. Aber das wird dauern, im Moment habe ich noch etwas wenig Zeit für diese Spaß bereitenden Verschönerungsarbeiten, zumal das Klavier derzeit an einem anderen Ort ist, zu dem ich immer hinfahren muss.

Gruß Paul
 
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  • #12
Zum Thema 'Aufmöbeln und Stimmen meines neuen alten Eterna-Klaviers':

Im Moment lese und höre ich mich in die individuelle Inhamonizität einzelner Klavierinstrumente und das korrekte Spreizen der Oktaven nach oben und unten ein wenig ein, leider steht das Instrument nicht zum Üben vor mir, sondern etwas entfernt, es is aus 1978 lt. KI, und wenn das stimm bei ersten Saiten, gehe ich davon aus, dass die relevanten Obertöne etwas stumpf/zu tief sein könnten. Gern würde ich ein wenig ausprobieren. Aber ich gewinne zunehmend Respekt vor einer/m guten Stimmer/in, die/der das hört, was wirklich wesentlich ist.

Idee: Bringt es etwas, zum Üben der Spreizung, mein digitale Workstation YAMAHA Montage M8x, passend verstärkt, nebendran zu stellen und zu vergleichen, wo ich so "lande", Das Gerät hat ja 150 Klaviere aufwenig über 88 Tasten mit allen Anschalgsdynamiken "gesampelt intus" u.a. auch viele Yamahas, sowohl Klaviere als auch Flügel.

Da könnte ich mich doch orientieren zum Üben - oder ist das Quatsch, weil ein altes Klavier mit seinen individuellen Inharmonizitäten nur mit Erfahrung und nicht mit Schwebungen und Vergleich beizukommen ist? Das menschliche Ohr tut ja, so mein Gedanke, auch nicht mehr als vergleichen. Und die "Steinway", Bösendorfer" und "Bechstein" Samples im Digi-Piano klingen ja auch recht eindrucksvoll, wenn man sie hochwertig & kräftig mit Studiolautsprechern verstärkt. Die Tonhöhen unten und im Diskant wären nachzuempfinden, oder?

Gruß Paul
 
  • #13
PIANOSCOPE, die Testversion überzeugte mich, das Soll und Ist nebeneinander zeigt, abgesunkene Tasten/Saiten(trios) erkennt, diverse Stimmungen anbietet - oder ratet Ihr kopfschüttelnd und haareraufend ab?

Ich würde mal drei Schritte zurücktreten und überlegen, ob Deine Herangehensweise zum Stimmen eines Klaviers tatsächlich zielführend ist. Alleine die verwendete Terminologie "abgesunkene Tasten/Saiten(trios)" lässt darauf schließen, dass Grundzüge beim Stimmen Deinerseits noch nicht erfasst wurden.

Bevor man sich an "Saitentrios" versucht (Chöre nennt man das üblicherweise, unisons im Englischsprachigen), sollte man mit entsprechenden Dämpferkeilen eine einzelne Saite innerhalb eines Chores isolieren und dann mit dem (hoffentlich nicht billigsten) Stimmhammer auf die Tonhöhe zu ziehen, die das Stimmgerät anzeigt.

Das ist fundamental wichtig.

Bevor Du Sich also mit dem Themenbereichen Intervalle, Temperatur und Inharmonizität beschäftigst: Fang damit an, einen einzigen Chor mit seinen drei Saiten sauber zu stimmen, bevor Du überhaupt einen Blick auf das Stimmgerät wirfst.
 
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  • #14
Bevor Du Sich also mit dem Themenbereichen Intervalle, Temperatur und Inharmonizität beschäftigst: Fang damit an, einen einzigen Chor mit seinen drei Saiten sauber zu stimmen, bevor Du überhaupt einen Blick auf das Stimmgerät wirfst.
Ja, Danke, das tue ich selbstverständlich - das klappt in sich auch schwebungsfrei, die Köpfe beim ersten Probieren machten da gut mit. Und ich mache das nicht zum ersten Mal. Mein Stimmhammer und die Keile aus Gummi und Filz sind auch nicht aus China, sondern solide und der Hammer sogar aus den Achtziger Jahren, als mein Onkel seinen Musikalienhandel schloss und ihn mir schenkte für mein damaliges "Seiler". Aber ich bin sehr vorsichtig, bestimmt ein wenig unbedarft, vllt. ja selbstüberschätzend - und danke für jeden Tipp! Ich will das schlicht probieren. Geht doch nix kaputt, wenn man nicht übertreibt, das Instrument ist ja nicht völlig aus der klanglichen Form geraten. Der Rahmen wird nicht malträtiert und die Saiten sicher nicht reissen. Manche Akkorde über die Oktaven hinweg klingen auch noch, und das ist schon eine ganz gute Basis. Einen guten Stimmer habe ich als Korrektor letztendlich im Hintergrund, sofern ich gar nicht klar komme, denn ich habe ihm, wie oben geschrieben, auch schon dreimal genauestens zugehört und zugeschaut beim Stimmen eines Flügels – das hat auch immer gedauert und er gab mir Tipps, worauf ich wirklich zu achten habe. Dass man sehr viele Instrumente gestimmt haben muss, um gut und routiniert zu werden, das weiss ich wohl. Aber die Damen und Herren Routiniers haben auch alle mal gelernt, und die eingestreuten Fachtermini, die ich offenbar noch nicht beherrsche, da kein studierter Musiker oder Klavierbauer, sind mir eher zweitrangig. Ich bitte hier um Nachsicht.

Gruß Paul
 
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  • #16
Das wichtigste beim stimmen üben: zuerst sich an der Chorreinheit versuchen. Also die 3 Saiten pro Taste schwebungsfrei bekommen. Dann die Temperatur legen. Und erst dann kann man sich Gedanken machen über Spreizung und sonstige Feinheiten. Und dass Saiten reißen ist bei Anfängern eher die Regel als die Ausnahme. Vor allem im Bass.
 
  • #18
Gehört Spreizung nicht mit zum Temperatur legen dazu?
Jein. Unter Spreizung oder Streckung versteht man eigentlich weitere Oktaven nach oben und unten hin. Aber innerhalb der Temperatur sind die Quarten auch weiter als rein. Aber das nennt man eigentlich nicht Spreizung.
 
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  • #19
Das wichtigste beim stimmen üben: zuerst sich an der Chorreinheit versuchen. Also die 3 Saiten pro Taste schwebungsfrei bekommen. Dann die Temperatur legen. Und erst dann kann man sich Gedanken machen über Spreizung und sonstige Feinheiten.
Genau an dem Punkt springt eine App dann recht souverän dem Laien bei. Und mit Pianoscope habe ich auch so gute Erfahrungen gemacht, das ich die 99 Euro Version gekauft habe. Die Darstellung ist beim Stimmen einfach super und intuitiv für einen Laien (und Temperatur und Spreizung sind auf jeden Fall besser als ein Laie auch das irgendwie mit dem Gehör Konstruieren kann)

Und dass Saiten reißen ist bei Anfängern eher die Regel als die Ausnahme. Vor allem im Bass.
Würde ich nicht so unterstreichen. Wenn man einigermaßen achtsam vorgeht und nicht komplett am Ziel vorbei zieht ist das Risiko überschaubar. Bei allen Klavieren die ich als Laie gestimmt habe (bzw. eine Stimmung versucht habe 😉) ist mir noch nicht eine Saite gerissen. Und die hatten einen Alter zwischen 100 und 40 Jahren, und einigermaßen sicher mit originalen Saiten.
 
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