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Paul Ralder
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- 17.03.2023
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Hallo wertes Forum,
nachdem ich vor drei Jahren einen Flügel*, einen sehr gepflegten Yamaha* C3 aus 1980er Jahren in blendendem Zustand, für eine ländliche Bühne mit Bildungsautrag aus Spenden "ersammelt" hatte, war ich wieder Feuer & Flamme für 88 Tasten. Als Kind spielte ich Klavier mehrere Jahre, als Student transportiere ich sie einige Male und stimmte auch ein wenig dran rum (nur um einige Töne im Diskant wieder gerade zu bekommen).
Das könnte die/der geneigte Leser/in hier nachlesen:
Noch 2024 erwarb ich daher (nach langen Jahren mit einem Yamaha* PFP-100) endlich ein jüngeres, neues und konzertantes Keyboard, um immerhin ein wenig üben zu können, ein Yamaha*, man bleibt bei der Marke :), Montage M8x, tolle universale Workstation mit viele Möglichkeiten, vollem und gut gewichtetem 'graded hammer' Manual - was das auch immer bedeuten mag, ein gutes Spielgefühl stellte sich ein. Auch der Flügel*, zu dem ich permanent Zugang habe, machte mir und allen anderen viel Freude.
Und dem Klavierbaumeister, der das edle 183 cm lange recht polierte Gerät fein reinigte, renovierte, intonierte, regulierte, und mehrfach seither stimmte und ein wenig nachpolierte, dem schaute ich gelehrig auf die Finger. Zudem erwarb ich aus purem Übermut und Interesse ein Standardbuch zum Klavier- und Flügelbau (das ebensolche von Herbert Junghanns) und las mich ein.
Die Physik der Töne wurde mir noch etwas vertrauter, bin Ingenieur, auch die Mathematik hinter den Intervallen, die Stimmungsarten, Fein- und Reinheiten etc. Aber nur bis zu einem gewissen Grade, da die Ohrenschule sehr fein ist, Schwebungen, Interferenzen, mir zum Glück keine neuen Begriffe. Immerhin bin ich langjähriger Hobbybassist mit viel Bühnenerfahrung geworden, und baue den ein oder anderen Flageolett ein - haha.
Nun habe ich vor Wochen eine -wie ich finde gute- Gelegenheit ergriffen, ein älteres Schätzchen als "richtiges Klavier" zu erwerben, um es in meiner Wohung aufzustellen. Es ist ein YAMAHA ETERNA 35, war lange inseriert und man wollte erst 1.500,- €, dann 750,- €, dann 500,- €, oje, und ich dachte, da nicht weit, das schaust Du Dir doch mal an:
Verstimmt und äußerlich etwas verstaubt, Klaviatur und Tasten aber dennoch sauber, Innenleben sah für mich sehr gut aus, die Filze der Hämmer, kaum eingekerbt, alles vollständig, alle Tasten "liefen". Von Privat zum Verkauf abgegeben durch einen Todesfall, eine ältere Dame, offenbar kaum genutz! Also wir auch immer: her damit!
Ich erwarb es incl. Transport (40 km) für unsägliche 650,- €, angesichts der Mechanik und des Könnens hinter dem Klavierbau – fast zum Erröten preiswert, und dabei rundete ich noch auf. Aber irgendwie sinkt offenbar das Interesse an (und die Nachfrage nach) diesen doch so edlen Instrumenten, oder ist das nur meine Wahrnehmung?
Nun steht es hier bei mir, freu, schon wieder recht wunderbar glänzend, schaut gut aus und mich an, und ich neige dazu, es selbst einmal zu versuchen:
A) Sauber machen, d.h. Holzplatte vor der Mechanik und auch unter dem Manual abmachen, mit Pinsel und Staubsauger alles genau absaugen, Flusen entfernen, die Mechank im Ganzen dabei mal herausholen, ohne einzelnen Tastmechaniken ohne Not auseinanderzunehmen. Pedalerie polieren (3 x Messing), zugehörige Mechanik verifizieren.
B) Klanglich in etwa vergleichen, ob einzelne Tasten lautstärke- oder härtetechnisch "hervorstechen", ggf. ein klein wenig aufnadeln (Filzkopf homogenisieren), entschuldigt meine laienhafte Ausdrucksweise. Bisher wirkt es trotz Verstimmung ausgesprochen ausgewogen auf mich, was in mir den Verdacht weckt, es könnte doch ein recht guter Kauf und nicht nur ein emotionaler Erwerb sein?
C) Stimmen. Und hier kommen Fragen auf. Ja, ein Stimmer ist schneller, besser, erfahrener und routinierter, aber ich habe schließlich Ehrgeiz. Das ungestrichene A hat statt ca. 440 Hz gemessene 437 Hz, also etwas abgesackt. Der Boden ist intakt, der Rahmen m.E. ebenfalls. Es ist ein vergleichsweise schweres Klavier.
Nun:
- Ist ein ETERNA 35 dafür geschaffen, es Schritt für Schritt in mehreren Etappen sanft und über alle Oktaven wieder "hochzuziehen" auf ca. 442 Hz? Ich würde dazu ein Stimmprogramm am Laptop nutzen wollen: PIANOSCOPE, die Testversion überzeugte mich, das Soll und Ist nebeneinander zeigt, abgesunkene Tasten/Saiten(trios) erkennt, diverse Stimmungen anbietet - oder ratet Ihr kopfschüttelnd und haareraufend ab? Man kann ja monatsweise abbonnieren, da etwas teuer.
- In zwei Wochen neuer Standort hat sich das Kerlchen nun bereits ein wenig akklimatisiert, bekommt nie Sonne in einer trockenen Wohnung, stets ca. 55-58% Luftfeuchte. Ich habe es vorsichtig abgewischt, ein Wunder, wie gut es bereits jetzt wieder im Lack steht (in schwarz, hochvermutlich Polyester). Mit Polieren kenne ich mich wirklich aus, ich schliff schon von Hand unter Anleitung Spiegel für Teleskope der Astronomie bis 8000er Feinstschliff und Politur (Lambda/20 im grünen Laserlicht also ein Zwanzigstel von 532 Nanometern, wem das etwas sagt) – das optische Finish äußerlich ist also nur eine Zeitfrage für später mal.
- Wie ist Eure Einschätzung zu einem Eterna 35? Es gibt auch Eterna 10 und 30, wie ich gugelte, meines ist doch etwas höher, geht das als Konzertklavierchen durch? Wie stark fällt denn ein Eterna 35 von einem YAMAHA U1 z.B. klanglich und mechanisch ab? Wo liegen denn die Unterschiede im Einzelnen Eurer Meinung nach?
Danke für Tipps beim "behutsamen Hochziehen", vllt. sollte ich es doch nur "Geradeziehen" auf vllt. 438 Hz oder so und gut sein lassen? Wie prüfe ich das angstfrei? Wie sind Eure Erfahrungen?
Ich freue mich wirklich über Eure Einschätzungen und Anregungen, Kritiken und Qualitätsaussagen zum Eterna 35. Ich denke, ich habe mich angesichts des Preises nicht verkauft und bin voller Hoffnung, alles wieder zum Klingen zu bringen. Freuen tue ich mich über mein "neues" Schmuckstück bereits jetzt sehr.
Euer Paul
nachdem ich vor drei Jahren einen Flügel*, einen sehr gepflegten Yamaha* C3 aus 1980er Jahren in blendendem Zustand, für eine ländliche Bühne mit Bildungsautrag aus Spenden "ersammelt" hatte, war ich wieder Feuer & Flamme für 88 Tasten. Als Kind spielte ich Klavier mehrere Jahre, als Student transportiere ich sie einige Male und stimmte auch ein wenig dran rum (nur um einige Töne im Diskant wieder gerade zu bekommen).
Das könnte die/der geneigte Leser/in hier nachlesen:
Hallo,
ich bin der Paul und habe vor, für eine Bühne mit Gemeinwohlorientierung einen intakten akzeptablen Flügel mittels Spenden anzuschaffen, der hie und da bei Veranstaltungen mit etwas festlichem Flair für Intermezzi eingesetzt wird, Budgetobergrenze für das Instrument wird sein 20.000.- €, Wunschfarbe schwarz, nicht allzu häufiger Einsatz (absehbar weniger als einmal im Monat).
Der Raum für das Instrument ist ausgesprochen groß (ca 400 Besucher passen hinein), Holz-Bühnenboden, durchgeheizt und in Sachen Humidität und Temperatur vergleichsweise wenig Schwankungen unterworfen. Der...
ich bin der Paul und habe vor, für eine Bühne mit Gemeinwohlorientierung einen intakten akzeptablen Flügel mittels Spenden anzuschaffen, der hie und da bei Veranstaltungen mit etwas festlichem Flair für Intermezzi eingesetzt wird, Budgetobergrenze für das Instrument wird sein 20.000.- €, Wunschfarbe schwarz, nicht allzu häufiger Einsatz (absehbar weniger als einmal im Monat).
Der Raum für das Instrument ist ausgesprochen groß (ca 400 Besucher passen hinein), Holz-Bühnenboden, durchgeheizt und in Sachen Humidität und Temperatur vergleichsweise wenig Schwankungen unterworfen. Der...
- Paul Ralder
- Antworten: 93
- Forum: Das Klavier: allgemeine Infos, Kauf, Reparatur
Noch 2024 erwarb ich daher (nach langen Jahren mit einem Yamaha* PFP-100) endlich ein jüngeres, neues und konzertantes Keyboard, um immerhin ein wenig üben zu können, ein Yamaha*, man bleibt bei der Marke :), Montage M8x, tolle universale Workstation mit viele Möglichkeiten, vollem und gut gewichtetem 'graded hammer' Manual - was das auch immer bedeuten mag, ein gutes Spielgefühl stellte sich ein. Auch der Flügel*, zu dem ich permanent Zugang habe, machte mir und allen anderen viel Freude.
Und dem Klavierbaumeister, der das edle 183 cm lange recht polierte Gerät fein reinigte, renovierte, intonierte, regulierte, und mehrfach seither stimmte und ein wenig nachpolierte, dem schaute ich gelehrig auf die Finger. Zudem erwarb ich aus purem Übermut und Interesse ein Standardbuch zum Klavier- und Flügelbau (das ebensolche von Herbert Junghanns) und las mich ein.
Die Physik der Töne wurde mir noch etwas vertrauter, bin Ingenieur, auch die Mathematik hinter den Intervallen, die Stimmungsarten, Fein- und Reinheiten etc. Aber nur bis zu einem gewissen Grade, da die Ohrenschule sehr fein ist, Schwebungen, Interferenzen, mir zum Glück keine neuen Begriffe. Immerhin bin ich langjähriger Hobbybassist mit viel Bühnenerfahrung geworden, und baue den ein oder anderen Flageolett ein - haha.
Nun habe ich vor Wochen eine -wie ich finde gute- Gelegenheit ergriffen, ein älteres Schätzchen als "richtiges Klavier" zu erwerben, um es in meiner Wohung aufzustellen. Es ist ein YAMAHA ETERNA 35, war lange inseriert und man wollte erst 1.500,- €, dann 750,- €, dann 500,- €, oje, und ich dachte, da nicht weit, das schaust Du Dir doch mal an:
Verstimmt und äußerlich etwas verstaubt, Klaviatur und Tasten aber dennoch sauber, Innenleben sah für mich sehr gut aus, die Filze der Hämmer, kaum eingekerbt, alles vollständig, alle Tasten "liefen". Von Privat zum Verkauf abgegeben durch einen Todesfall, eine ältere Dame, offenbar kaum genutz! Also wir auch immer: her damit!
Ich erwarb es incl. Transport (40 km) für unsägliche 650,- €, angesichts der Mechanik und des Könnens hinter dem Klavierbau – fast zum Erröten preiswert, und dabei rundete ich noch auf. Aber irgendwie sinkt offenbar das Interesse an (und die Nachfrage nach) diesen doch so edlen Instrumenten, oder ist das nur meine Wahrnehmung?
Nun steht es hier bei mir, freu, schon wieder recht wunderbar glänzend, schaut gut aus und mich an, und ich neige dazu, es selbst einmal zu versuchen:
A) Sauber machen, d.h. Holzplatte vor der Mechanik und auch unter dem Manual abmachen, mit Pinsel und Staubsauger alles genau absaugen, Flusen entfernen, die Mechank im Ganzen dabei mal herausholen, ohne einzelnen Tastmechaniken ohne Not auseinanderzunehmen. Pedalerie polieren (3 x Messing), zugehörige Mechanik verifizieren.
B) Klanglich in etwa vergleichen, ob einzelne Tasten lautstärke- oder härtetechnisch "hervorstechen", ggf. ein klein wenig aufnadeln (Filzkopf homogenisieren), entschuldigt meine laienhafte Ausdrucksweise. Bisher wirkt es trotz Verstimmung ausgesprochen ausgewogen auf mich, was in mir den Verdacht weckt, es könnte doch ein recht guter Kauf und nicht nur ein emotionaler Erwerb sein?
C) Stimmen. Und hier kommen Fragen auf. Ja, ein Stimmer ist schneller, besser, erfahrener und routinierter, aber ich habe schließlich Ehrgeiz. Das ungestrichene A hat statt ca. 440 Hz gemessene 437 Hz, also etwas abgesackt. Der Boden ist intakt, der Rahmen m.E. ebenfalls. Es ist ein vergleichsweise schweres Klavier.
Nun:
- Ist ein ETERNA 35 dafür geschaffen, es Schritt für Schritt in mehreren Etappen sanft und über alle Oktaven wieder "hochzuziehen" auf ca. 442 Hz? Ich würde dazu ein Stimmprogramm am Laptop nutzen wollen: PIANOSCOPE, die Testversion überzeugte mich, das Soll und Ist nebeneinander zeigt, abgesunkene Tasten/Saiten(trios) erkennt, diverse Stimmungen anbietet - oder ratet Ihr kopfschüttelnd und haareraufend ab? Man kann ja monatsweise abbonnieren, da etwas teuer.
- In zwei Wochen neuer Standort hat sich das Kerlchen nun bereits ein wenig akklimatisiert, bekommt nie Sonne in einer trockenen Wohnung, stets ca. 55-58% Luftfeuchte. Ich habe es vorsichtig abgewischt, ein Wunder, wie gut es bereits jetzt wieder im Lack steht (in schwarz, hochvermutlich Polyester). Mit Polieren kenne ich mich wirklich aus, ich schliff schon von Hand unter Anleitung Spiegel für Teleskope der Astronomie bis 8000er Feinstschliff und Politur (Lambda/20 im grünen Laserlicht also ein Zwanzigstel von 532 Nanometern, wem das etwas sagt) – das optische Finish äußerlich ist also nur eine Zeitfrage für später mal.
- Wie ist Eure Einschätzung zu einem Eterna 35? Es gibt auch Eterna 10 und 30, wie ich gugelte, meines ist doch etwas höher, geht das als Konzertklavierchen durch? Wie stark fällt denn ein Eterna 35 von einem YAMAHA U1 z.B. klanglich und mechanisch ab? Wo liegen denn die Unterschiede im Einzelnen Eurer Meinung nach?
Danke für Tipps beim "behutsamen Hochziehen", vllt. sollte ich es doch nur "Geradeziehen" auf vllt. 438 Hz oder so und gut sein lassen? Wie prüfe ich das angstfrei? Wie sind Eure Erfahrungen?
Ich freue mich wirklich über Eure Einschätzungen und Anregungen, Kritiken und Qualitätsaussagen zum Eterna 35. Ich denke, ich habe mich angesichts des Preises nicht verkauft und bin voller Hoffnung, alles wieder zum Klingen zu bringen. Freuen tue ich mich über mein "neues" Schmuckstück bereits jetzt sehr.
Euer Paul
Zuletzt bearbeitet:
*) Affiliate/Werbung

) ist mir noch nicht eine Saite gerissen. Und die hatten einen Alter zwischen 100 und 40 Jahren, und einigermaßen sicher mit originalen Saiten.