Wo steckt eigentlich

trialogo

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@Peter vielleicht hab ich mich in einem halben Jahr dran gewöhnt ;-)
 
altermann

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@Peter vielleicht hab ich mich in einem halben Jahr dran gewöhnt ;-)
Hab dich nicht so.
Wenn ich mit über 70 mich damit anfreunden kann, kannst du es allemal. Wobei ich zugeben muss, dass mir das neue Erscheinungsbild der Clavio-Software auch nicht in allen Bereichen zusagt. Man gewöhnt sich aber schnell daran. Muss nur regelmäßig reinschauen.
Gauf! :017:
 
T

trm

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Klavirus

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Quatsch, es heißt "trotz der hohen Alten".
Gauf!
 
Ambros_Langleb

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Bisher hielt ich den Spruch "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" für wahr. Falsch!
Du hast die Kasus Genitiv und Dativ miteinander versöhnt! :super: ;-) Krawehl! :-D

@Ambros_Langleb , was sagst du zu dieser grammatischen Sensation?
Nun, dass sie so aufregend nicht ist, von der hübschen Kongruenzkombination, die ja einfach ein Tippfehler sein könnte, abgesehen. Mit dem Genitiv bei "trotz" ist @altermann jedenfalls ganz auf der Höhe der Zeit, und der oben zitierte Autor konnte zwar fetzige Titel fabrizieren, war aber von Linguistik weitgehend unbeleckt und hat deshalb vielleicht nicht bemerkt, dass der Titel nur zum Teil zutrifft.

Er trifft insofern zu, als der Genitiv als Objektskasus beim Verb nahezu vor seinem Ende steht. Kein Mensch sagt mehr "ich aß des Brotes", oder "Eva genaß eines gesunden Knaben"; und "ich erinnere mich der Begebenheit" sagen auch nur noch Archäologen (jedenfalls in meinem Bekanntenkreis). Das ist eine Entwicklung, die auch andere flektierende Sprachen seit Olims Zeiten betrifft, darunter das Griechische und das Lateinische. Der Abbau des Objektsgenitiv beginnt schon im Koiné- Griechisch (also ungefähr nach dem Tod Alexanders des Großen), und im Lateinischen hat er schon meistens Konkurrenz durch einen anderen Kasus, z.B. oblitus sum muneris / munus ("ich habe meine Aufgabe vergessen"). Warum ist das so? Der Objektsgenitiv war in den Indogermanischen Sprachen, abstrakt gesagt, der Kasus der "marginalen Affiziertheit" im Gegensatz zum Akkusativ als Kasus der "hohen Affiziertheit". Wenn jemand "seines Bleistifts vergisst", passiert dem Bleifstift nichts, wenn jemand "seinen Bleistift zerbricht" dagegen sehr wohl. Diese Kategorie wird abgebaut, weil sie funktional entweder entbehrlich ist (d.h. schon im Gegensatz der lexikalischen Bedeutungen wie "vergessen" vs. "zerbrechen" zum Ausdruck kommt) oder durch andere Ausdrucksmittel ersetzt wird ("er aß vom Kuchen" vs. "er aß den Kuchen").

Was aber überhaupt gar nie nicht wahr ist, ist, dass der Genitiv in anderen Funktionen vom Dativ bedroht ist. Teilweise ist es sogar umgekehrt. So sehen wir z.B., dass unter dem Einfluss der Mediensprache der südd. Typ "dem Peter sein Haus" durch den "sächsischen" Genitiv "Peters Haus" als Substandard abqualifiziert wird. Oder, wie in unserem Fall, dass der Genitiv den Dativ bei Präpositionen verdrängt (hier ist die Entwicklung allerdings im Fluss und es gibt regional große Unterschiede; meine Nachbarn hier würden z.B. sagen, dass man wegen dem Genitiv keinen solchen Aufstand machen müsse). Auch hierin zeigt sich eine Tendenz, nämlich dass der Genitiv auf seine traditionelle Hauptfunktion, Kasus der adnominalen Modifikation, der näheren Bestimmung eines Nominals, beschränkt wird: "Peters Haus" (possessiv), "die klügsten der Clavioten" (partitiv), "der Tod des Genitivs" (Gen. subiectivus), "die Endlösung des Genitivproblems" (Gen. obiectivus) etc.

Folglich können wir aufatmen und feststellen: Des Alten Mannes Gebrauch des Genitivs bei "trotz" ist hochmodern und bedarf keiner Rechtfertigung.

(Und dessen Kombination mit dem Dativ eines Adjektivattributs könnte wegweisend sein. ;))
 
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altermann

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Ich bin euch unendlich dankbar, dass ihr mir trotz hohem Alters nicht aus dem Form gesperrt habt. Oder so. :lol:

Gauf! :017:
 
Barratt

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Lieber Friedrich, wie gern ich solche Beiträge von Dir lese! Danke dafür. :024:

Der Objektsgenitiv war in den Indogermanischen Sprachen, abstrakt gesagt, der Kasus der "marginalen Affiziertheit" im Gegensatz zum Akkusativ als Kasus der "hohen Affiziertheit".
Ich habe mir schon manches Mal über die Reihenfolge der Casus Gedanken gemacht. Eine rein spekulative Hypothese meinerseits war, dass die Verbundenheit mit dem Objekt von Fall zu Fall abnimmt. Warum steht Deiner Meinung nach der Genitiv als 2. Fall hinter dem Nominativ, der Dativ an 3., der Akkusativ an 4., der Ablativ an 5. Stelle (um bei den gebräuchlichen zu bleiben)? Könnte das ein Ausdruck zunehmender "Abgekoppeltheit" vom Subjekt/Nominativ sein?
 
Wiedereinaussteiger

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Spekulatius.

Es reicht, wenn man die Verben im Deutschen mit Genitiv-Objekt reichlich kennt und anwendet. Das distinguiert schon für mehr als ausreichend nasehoch, oberhalb im 99,95%-Winz-Perzentil der Bevölkerung oder so.

Wollte man das vgl. in Längenwachstum abbilden, dann müsste jemand schon Dirk Nowitzki oder noch länger sein, >2.13 m, um noch darüber zu gucken.

Des Ablativs war ich einst auch mächtig. Kannst dir heute nix mehr für kaufen. :-P
 
 

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