Wie schwer ist es für einen Pianisten auf ein Akkordeon umzusteigen?

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Hi Leute,

ich wollte nur mal unverblühmt diese Frage in den Raum werfen. Wie schwer ist es als halbwegs untauglicher Pianist mit einem Akkordeon klar zu kommen? In letzter Zeit interessiere ich mich immer mehr für Akkordeons, da ich auch ein eher kleineres von meinem Opa geerbt habe, leider hat das nur keine Klaviatur , sondern nur Tasten. Aber als Pianist sollte man die mechanischen Skills ja schon haben, um ein Akkordeon spielen zu können, man mus sich lediglich etwas umgewöhnen, oder?
 

Aber als Pianist sollte man die mechanischen Skills ja schon haben
Nö. Bewegungen sind komplett anders. Es gibt keine Anschlagdynamik, dafür eine "Schub-/Zugdynamik". Und die linke Hand erst... :-)

Als Kind hatte ich öfter mal eines gespielt, bin aber nie damit warm geworden.
 
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Nö. Bewegungen sind komplett anders. Es gibt keine Anschlagdynamik, dafür eine "Schub-/Zugdynamik". Und die linke Hand erst... :-)
Ohhh ja Okay das ergibt Sinn. Ist wohl doch nicht soooo ähnlich wie ich dachte xD
 

Aber als Pianist sollte man die mechanischen Skills ja schon haben, um ein Akkordeon spielen zu können, man mus sich lediglich etwas umgewöhnen, oder?
Naja, ganz so simpel ist es dann doch nicht, selbst wenn du dich für ein Piano-Akkordeon entscheidest.

Du musst dich auf der Bass-Seite ganz ohne hinschauen zu können zurechtfinden. Wie viel Luft du brauchst bzw wie du den Balg passend zum jeweiligen Stück nutzt musst du ebenfalls üben. Beim chromatischen Akkordeon hast du immerhin den Vorteil, dass sich der Ton auf Zug und Druck nicht ändert.

Dann sind die Tasten schmaler als am Klavier, sprich, du lernst neue Abstände.

Dazu kommen je nach Akkordeon noch die verschiedenen Register.

Und, nicht zu unterschätzen ist das Gewicht des Instruments. Selbst wenn du anfangs nur im Sitzen spielst, wirst du eine längere Gewöhnungszeit brauchen und musst auch gucken, dass du dir von Anfang an eine bequeme Haltung angewöhnst.

Apropos Haltung, ich kann nur dazu raten, mindestens in der ersten Zeit mit dem Fingersatz für die linke Hand nicht zu schludern. Ordentlich lernen und üben, dann hast du später alle Freiheiten.
 
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Du hast ja ein Knopfakkordeon.

Auf einem Pianoakkordeon könnte es mit der rechten Hand etwas leichter gehen, wenn man Klavierspieler ist.

Als ich Kind war wollte ich so gern ein Klavier haben. Das konnten meine Eltern sich nicht leisten.

Da mein Vater Akkordeon spielte, er hat oft gesagt, das hätte ihm im Krieg das Leben gerettet, bekam ich eben "nur ein Pianoakkordeon."

Also bekam ich mit 8 Jahren dieses Akkordeon:

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Ich bekam Unterricht in unser Musikschule, hab also nach ein paar Jahren aufgehört, weil es nicht mein Instrument war.
 
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Die heftigste Umgewöhnung beim Umstieg auf Akkordeon ist: Während vorher, als Klavierspieler, immerhin mal irgendeine Dicke oder Postmenopausale einem zuzwinkerte oder sagte "wie toll man spielt", geht dies nun auf absolut Null herunter.

Nix also für Leute, die irgendwann vielleicht nochmal GV haben wollen.
 
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Und Zack, wieder ein oder mehrere Akkordeonspieler weniger. :lol:
 
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Meine Cousine hatte ne Quetschkommode, und mein Onkel in der Tätärä ebenfalls. Als neugieriger Bursch musste ich das natürlich ausprobieren, aber diesen Saugbläser bekam ich einfach nicht unter Kontrolle. So endete meine Akkordeonkarriere bereits bevor sie begonnen hatte. Keine Träne ging auf Reisen...
 
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Das Akkordeon ist ein wunderbares Instrument, weil es atmen kann. Die Bedienung des Balges ist durchaus übenswert und gar nicht mal so einfach (so sollte man niemals während eines Tones die Zugrichtung ändern!).
Ein Knopfakkordeon hat mit Klavierspielen eigentlich nur gemein, dass man die Töne mit den Fingern auslöst.
Und ja, man sieht nix. Es braucht eine Weile, bis man das Gefühl für die Knöpfe hat.
 
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  • #10
Die heftigste Umgewöhnung beim Umstieg auf Akkordeon ist: Während vorher, als Klavierspieler, immerhin mal irgendeine Dicke oder Postmenopausale einem zuzwinkerte oder sagte "wie toll man spielt", geht dies nun auf absolut Null herunter.

Nix also für Leute, die irgendwann vielleicht nochmal GV haben wollen.
Das kann ich, als nur Akkordeonspieler, so nicht bestätigen. 🥰.
Allerdings betone ich immer, das es ursprünglich nicht mein Instrument ist und ich Schifferklavier Musik nicht so mag, eher Klassik und Rock darauf spiele. 😉
Ich hätte lieber Gitarre oder Klavier gelernt, liebe aber jetzt mein Akkordeon, inzwischen aber nicht mehr das vom Vater, eher mehr für Klassik gestimmt.

Mir geht es wie @Klein wild Vögelein, das Schifferklavier rettete meinen Vater im Krieg das Leben. Da jetzt alle wieder Bock auf Krieg haben, ist Akkordeon genau das richtige Instrument.
 
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  • #11
"Was sind 10 Akkordeone auf dem Meeresgrund?" - "Immerhin ein guter Anfang!" - duck und weg ...

Walter

(hat und spielt selber seit 50 Jahren gerne Akkordeon, Concerto III, die Tangos lassen sich so scharf rhythmisieren und sie klingen so super gut!)
 
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  • #12
Ich hatte seinerzeit ein antiquarisches Heft "Der Umschulungskurs von Klavier auf Akkordeon" - das habe ich durchgemacht und sehr profitiert. Der Um- oder Einstieg war naturgemäß gewöhnungsbedürtig, Bassläufe kann ich bis heute nicht, ich habe auch kaum einen Bedarf dafür, vor allem darf man das Ziehen oder Drücken nicht vergessen.

Ein großer Vorteil: die angespielten Töne oder Akkorde können während des Anschlaghaltens lauter oder leiser gestaltet werden, es ist auch ein echtes Vibrato möglich. Die Bassknöpfe sind im Quintenzirkel angeordnet und die Fingersätze für die Bassknöpfe sind durch die Tonarten immer gleich.
Es gibt verschiedene Register für verschiedene Klangfarben.

Allerdings "Akkordeon", nicht (Zieh-) Harmonika. Ich kenne den Unterschied in der Bezeichnung so: das Akkordeon hat Klaviertasten und bringt bei Zug und Druck dieselben Töne, die (Knopfgriff-) Harmonika hat im Diskant Knöpfe und bringt bei Zug und Druck verschiedene Töne, wie die Mundharmonika.

Vollklingende, leicht nachösterliche Grüße

Walter
 
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  • #13
Ich habe letztens mein Akkordeon im Auto zurückgelassen. Als ich zurückkam, war die Scheibe zerbrochen, überall lag Glas herum. Und im Auto lagen zwei Akkordeons.
 
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  • #14
Beim Knopfakkordeon kommt es darauf an, ob du ein diatonisches oder chromatisches Instrument hast. Ich vermute ersteres.
Da wirst du dich also erst einmal daran gewöhnen müssen, dass auf Zug und Druck unterschiedliche Töne erklingen und dass du im Gegensatz zum Klavier oder zum chromatischen Akkordeon nicht in allen Tonarten spielen kannst.
Was ich bei den "Lehrbüchern" für diatonische Knopfakkordeons, die ich bisher in der Hand hatte, am verwirrendsten fand, war, dass häufig keine Noten notiert sind sondern Zahlen für die entsprechende Knopfreihe.
Ich spiele meine diatonischen Knopfakkordeons nach Noten bzw nach Gehör.
 
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  • #15
Allerdings "Akkordeon", nicht (Zieh-) Harmonika.
Unter dem Begriff 'Akkordeon' versammelt sich wohl ein ganzer Zoo an Instrumenten, ein Bekannter sprach einmal von einem 'Bestiarium'. Alles kann anders sein: Einzeltonakkordeons (egal ob mit Knöpfen, hier sind die Wege weniger weit, oder Tasten), mit denen man die ganze Literatur für Tasteninstrumente spielen kann (wenn man es kann!), dann die klassischen Akkordeons mit Akkorden links, dann die Sache mit verschiedenen Tönen auf Zug und Druck, dann die Register, dann die Anordnung (hohe Töne oben, hohe Töne unten, rechts und links gleich, rechts und links gegenläufig). Und noch mehr, was ich vergessen habe.
Ich habe letztens mein Akkordeon im Auto zurückgelassen. Als ich zurückkam, war die Scheibe zerbrochen, überall lag Glas herum. Und im Auto lagen zwei Akkordeons.
Übrigens finden die Hardcore-Akkordeonisten die Pianisten auch oft ziemlich doof (und hochnäsig). Nicht nur wegen des Spotts, sondern weil sie ihr Instrument von Tanzmusikpianisten mißbraucht sehen, die früher als Notlösung zum Tastenakkordeon griffen, wenn kein Piano vor Ort war. Das, was dabei herauskam, war wohl nicht nur für die klavierspielende Zunft frustrierend.
Ein verständig gespieltes Akkordeon kann ganz herrlich sein, gerade weil es atmet, wie Tastatula schrieb. Und ein Einzeltonakkordeon ist Mehrstimmigkeit zum Mitnehmen, allerdings wird gerade das eher nicht als Ausweichinstrument gespielt...
 
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  • #16
Unter dem Begriff 'Akkordeon' versammelt sich wohl ein ganzer Zoo an Instrumenten, ein Bekannter sprach einmal von einem 'Bestiarium'. Alles kann anders sein: Einzeltonakkordeons (egal ob mit Knöpfen, hier sind die Wege weniger weit, oder Tasten), mit denen man die ganze Literatur für Tasteninstrumente spielen kann (wenn man es kann!), dann die klassischen Akkordeons mit Akkorden links, dann die Sache mit verschiedenen Tönen auf Zug und Druck, dann die Register, dann die Anordnung (hohe Töne oben, hohe Töne unten, rechts und links gleich, rechts und links gegenläufig). Und noch mehr, was ich vergessen habe.

Übrigens finden die Hardcore-Akkordeonisten die Pianisten auch oft ziemlich doof (und hochnäsig). Nicht nur wegen des Spotts, sondern weil sie ihr Instrument von Tanzmusikpianisten mißbraucht sehen, die früher als Notlösung zum Tastenakkordeon griffen, wenn kein Piano vor Ort war. Das, was dabei herauskam, war wohl nicht nur für die klavierspielende Zunft frustrierend.
Ein verständig gespieltes Akkordeon kann ganz herrlich sein, gerade weil es atmet, wie Tastatula schrieb. Und ein Einzeltonakkordeon ist Mehrstimmigkeit zum Mitnehmen, allerdings wird gerade das eher nicht als Ausweichinstrument gespielt...
Es gibt auch spöttische Sprüche über Klavierspieler:

Warum geht ein Klavierspieler nicht gerne über einen Friedhof? – Zu viele Kreuze!
 
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  • #18
Was ich bei den "Lehrbüchern" für diatonische Knopfakkordeons, die ich bisher in der Hand hatte, am verwirrendsten fand, war, dass häufig keine Noten notiert sind sondern Zahlen für die entsprechende Knopfreihe.
Die sogenannte Griffschrift.
 
  • #19
Die heftigste Umgewöhnung beim Umstieg auf Akkordeon ist: Während vorher, als Klavierspieler, immerhin mal irgendeine Dicke oder Postmenopausale einem zuzwinkerte oder sagte "wie toll man spielt", geht dies nun auf absolut Null herunter.

Nix also für Leute, die irgendwann vielleicht nochmal GV haben wollen.

Ich hatte mal (vor Ewigkeiten) eine sehr attraktive Freundin. Die hatte ein echt großes Akkordeon hat und darauf bspw. Astor Piazolla gespielt. Man musste schon taub und blind sein, um sich nicht in sie zu verlieben.
 
  • #20
Ich hatte mal (vor Ewigkeiten) eine sehr attraktive Freundin. Die hatte ein echt großes Akkordeon hat und darauf bspw. Astor Piazolla gespielt. Man musste schon taub und blind sein, um sich nicht in sie zu verlieben.
Zeigt nur: Beim typischen Mann setzen wichtige Hirnareale aus, sobald er die Chance wittert, ne geile Schnitte zu knattern, oder gar, Gott bewahre, sich in selbige verliebt (ein hirnphysiologisch mit einer Psychose vergleichbarer Zustand). Zum Beispiel halt das Hör- bzw. Musikgeschmackszentrum.
 
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