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4-5 Stunden täglich üben (also spielend am Klavier sitzen) ist nur angezeigt bei professionellen Klassik-Pianisten, die anspruchsvolle Programme konzertreif bekommen bzw. halten müssen.Am Anfang übte ich bei meinem jetzigen Lehrer ca. 4 bis 5h täglich. Davon 1h nach der Arbeit und 4 h abends bis in die Nacht. Leider wurde ich unzufrieden, da mein Lehrer nicht einmal etwas gut empfunden hat. Im Gegenteil: Ich wurde immer wieder kritisiert. Nach einer Lebensveränderung mit Umzug usw. konnte ich nur noch 2h üben. Als ich ihm das sagte, lachte er mich aus und sagte, das wäre viel zu wenig. Ich bin gerade richtig enttäuscht. Wir haben viele Stücke behandelt, aber kein einziges Stück haben wir abgeschlossen. Ich denke, es kommt nicht nur auf den Schüler, sondern auch auf den Lehrer an, wie viel geübt werden sollte. Denn wir haben 2 bis 3 Stücke im Detail besprochen. In der nächsten Woche musste ich es richtig spielen, sonst hätte er mich wieder beleidigt. Du bist faul, Noten lesen ist ja für dich langweilig usw.
Für Amateure ist das viel zu viel und auch kontraproduktiv. Wenn man tatsächlich so viel Üben benötigt, um seine Stücke mittleren Schwierigkeitsgrades auf ein einigermaßenes Niveau zu bekommen, dann läuft da etwas grundsätzlich sehr falsch.
Außerdem frage ich mich: Was ist das für ein Leben, in dem man tagsüber arbeitet und sich dann noch die Nacht mit Üben um die Ohren schlägt? Unter welchem inneren Druck stehst Du? Wem willst Du etwas beweisen?