Wie lange am Tag üben? Oder wie oft?

  • Ersteller Ersteller annibee
  • Erstellt am Erstellt am

  • #41
Am Anfang übte ich bei meinem jetzigen Lehrer ca. 4 bis 5h täglich. Davon 1h nach der Arbeit und 4 h abends bis in die Nacht. Leider wurde ich unzufrieden, da mein Lehrer nicht einmal etwas gut empfunden hat. Im Gegenteil: Ich wurde immer wieder kritisiert. Nach einer Lebensveränderung mit Umzug usw. konnte ich nur noch 2h üben. Als ich ihm das sagte, lachte er mich aus und sagte, das wäre viel zu wenig. Ich bin gerade richtig enttäuscht. Wir haben viele Stücke behandelt, aber kein einziges Stück haben wir abgeschlossen. Ich denke, es kommt nicht nur auf den Schüler, sondern auch auf den Lehrer an, wie viel geübt werden sollte. Denn wir haben 2 bis 3 Stücke im Detail besprochen. In der nächsten Woche musste ich es richtig spielen, sonst hätte er mich wieder beleidigt. Du bist faul, Noten lesen ist ja für dich langweilig usw.
4-5 Stunden täglich üben (also spielend am Klavier sitzen) ist nur angezeigt bei professionellen Klassik-Pianisten, die anspruchsvolle Programme konzertreif bekommen bzw. halten müssen.

Für Amateure ist das viel zu viel und auch kontraproduktiv. Wenn man tatsächlich so viel Üben benötigt, um seine Stücke mittleren Schwierigkeitsgrades auf ein einigermaßenes Niveau zu bekommen, dann läuft da etwas grundsätzlich sehr falsch.

Außerdem frage ich mich: Was ist das für ein Leben, in dem man tagsüber arbeitet und sich dann noch die Nacht mit Üben um die Ohren schlägt? Unter welchem inneren Druck stehst Du? Wem willst Du etwas beweisen?
 
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  • #42
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  • #43
Glücklich, wer die Zeit hat, vier Stunden täglich Klavier zu spielen/üben ?! Und selbst, wenn es jetzt nur zwei Stunden sind. Es wäre hilfreich, wenn Du mal schilderst, wie Du die Zeit füllst. Was in jedem Falle ein „no go“ ist: wie Dein Lehrer mit Dir umgeht! Da klingeln bei mir sämtliche Alarmglocken. Das klingt nach pädagogischer Inkompetenz. Und wenn es ihm bei Deinem Zeitaufwand nicht möglich ist, ein Stück zufriedenstellend zu Ende zu bringen, kommt didaktische Inkompetenz noch obendrauf!
 
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  • #44
Außerdem frage ich mich: Was ist das für ein Leben, in dem man tagsüber arbeitet und sich dann noch die Nacht mit Üben um die Ohren schlägt? Unter welchem inneren Druck stehst Du? Wem willst Du etwas beweisen?
Ich wollte mit meinem Beitrag eigentlich nur sagen, dass Menschen unterschiedlich viel Zeit brauchen. Aktuell läuft einiges nicht optimal. Unter anderem fehlt ein klares Konzept. Letzte Woche übergab mir mein Lehrer zwei neue Notenbücher. Eigentlich wollte er gemeinsam mit mir entscheiden und ein neues Stück raussuchen. Auf meine Vorschläge geht er nicht ein. Dazu kommt ein sehr strenger Unterrichtsstil. Dadurch geht viel Zeit ins Üben.
Am Anfang war ich sehr motiviert, weil mein Lehrer viel Engagement zeigte. Ich dachte, dass er ein Konzept hat. Ich sprach die Schwierigkeiten bereits an. 3x haben wir uns getroffen. Aber ein Konzept gibt es noch immer nicht. Er ist nicht auf mich eingegangen, er bleibt seinem Unterrichtsstil treu (Russische Schule) und daher ist meine Motivation auch nicht mehr so hoch, aber noch da. Aber ich wollte nicht jammern...sondern nur deutlich machen, dass jeder unterschiedlich viel Zeit zum Üben benötigt.
 
  • #45
Glücklich, wer die Zeit hat, vier Stunden täglich Klavier zu spielen/üben ?!
Das war grundsätzlich möglich, aber ist ehrlich gesagt nicht so effektiv: Von 20 bis 0:00 Uhr/ 1:00 Uhr ...ich habe keinen Fernseher...
 
  • #48
Aber dieses Lernen passiert nicht einfach so, da muss ich als Lehrerin schon sagen, wie geübt werden könnte. Und dann schauen, ob mein Schüler das umsetzt und wenn nicht, wieso nicht
Mein Lehrer ist sehr detailliert mit mir durch die Stücke gegangen, was einerseits natürlich hilfreich war. Andererseits waren die Erwartungen dadurch sehr hoch.
 
  • #49
Unter anderem fehlt ein klares Konzept.
Was meinst Du eigentlich genau mit einem Konzept? Bei diesem Begriff runzele ich immer ein wenig die Stirn.
Ich frage als eine, die knapp 40 Jahre unterrichtet hat (allerdings nicht Musik). Ich hatte Lehrpläne (gibt es auch für die Musikschulen!), Leitlinien, viele verschiedene Herangehensweisen, methodische Kniffe und und und .... Aber ein Konzept?
Letzte Woche übergab mir mein Lehrer zwei neue Notenbücher. Eigentlich wollte er gemeinsam mit mir entscheiden und ein neues Stück raussuchen. Auf meine Vorschläge geht er nicht ein.
Waren Deine Vorschläge aus den zwei Notenheften oder waren es andere Stücke? Wie wird die Ablehnung begründet?
Dazu kommt ein sehr strenger Unterrichtsstil. Dadurch geht viel Zeit ins Üben.
Was heißt "streng" hier? Und welcher Zusammenhang ergibt sich mit dem Üben?
Es ist klar, dass Falsches nicht stehen bleiben kann und musikalisch Suboptimales aufgearbeitet werden muss. Oder meinst Du etwas ganz anderes?
er bleibt seinem Unterrichtsstil treu (Russische Schule)
Heißt das, dass er nur die RKS machen will und nichts anderes? (Aber Du sprachst von zwei anderen Notenheften.)
dass jeder unterschiedlich viel Zeit zum Üben benötigt.
Das ist so.
Was heißt das genau?
Stück spielen und oft wiederholen
Wenn Du damit meinst, immer und immer wieder durchzuspielen, ist es mMn der falsche Weg.

Ich bin nicht so schnell im Noten lesen. Er ist etwas ungeduldig.
Notenlesen ist ein ständiger Prozess, abhängig von den Vorkenntnissen (Harmonielehre!) und der Vielzahl an Stimmen, die sich in einem Stück finden.
"Ungeduld" klingt für mich gar nicht gut. Aber Ferndiagnosen sind andererseits auch immer problematisch.

Du kannst Dir mal die HP von @chiarina anschauen. Du findest sie unter Ulrike Danne-Feldmann im Netz.
Vielleicht helfen Dir hier die (sehr guten!) Ausführungen weiter.
 
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  • #51
Wie wird die Ablehnung begründet?
Gar nicht. Er bittet mich darum, eine Liste von Stücken zu erstellen, die ich gerne spielen möchte. Das tat ich. Er schlägt immer wieder andere Stücke vor.
 
  • #56
Du kritisierst deinen Lehrer hier selber bzw. fragst dich, ob das alles so richtig ist. Das liest man deutlich heraus. Mache doch ein paar Probestunden bei anderen Lehrern zum Vergleich.
 
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  • #57
Lass mich das bitte richtig stellen. Ich denke, jeder Lehrer hat gute Eigenschaften. Er ist kein schlechter Lehrer. Im Gegenteil. Er passt nicht zu meinem Lernstil. Studenten passen hervorragend zu ihm. Ich benötige Struktur. Ein Lehrer der alle Stückvorschläge des Schülers ignoriert, kann nicht immer optimal passen.
 
  • #60
Mein Lehrer sagt: Wiederholung ist sehr wichtig!
Das ist richtig. Die Frage ist, WIE und WAS man wiederholt.
was: hinreichend kleine Passagen. Das kann durchaus weniger als ein Takt sein.
wie: abhängig von der jeweilgen Passage, auf mehrere Arten.

3x haben wir uns getroffen.
Du hattest bisher drei Klavierstunden bei deinem KL?
Oben schreibst du, du hast früher 4 Stunden / Tag gespielt und jetzt nach Umzug weniger. Das klingt nach einem langen Zeitraum. Wann war die erste Stunde? Hattest du davor einen anderen KL?

PS: Du kannst auch auf mehrere Dinge in einem einzigen Posting antworten. Dann steht nicht alles auf mehrere Seiten verteilt (20 Postings pro Seite ist fix).
 
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