Wie lange am Tag üben? Oder wie oft?

  • Ersteller Ersteller annibee
  • Erstellt am Erstellt am

  • #21
Wichtiger als irgendwelche Angaben zur Dauer des Übens finde ich, dass es konzentriert stattfindet. Bei spürbarer mangelnder Konzentration höre ich auf.
Hilfreich kann dabei sein, dass man seinen Biorhythmus kennt, zumindest so pi mal Daumen. Ich weiß, dass ich am besten am Morgen übe oder am frühen bis späteren Nachmittag.
Ja, aufhören, Wasser/Kaffee/Tee trinken, sich bewegen und dann wieder ans Klavier!
 

  • #22
Reichen 20 Minuten am Tag wirklich?
Für was?
Spaß am Klavierspielen zu haben? Mit Sicherheit!
1h wenn du daran Freude hast, warum nicht?

Ist die eigentliche Frage nicht eher was du am Klavier lernen willst? Wenn du virtuos Rachmaninow spielen willst ist der Zeitaufwand sicherlich einige Stunden die Woche. Wenn das Ziel ist den Entertainer zu spielen reichen sicherlich auch 10 Minuten am Tag.
Da du wahrscheinlich nicht hauptberuflich Pianist werden willst macht es mehr Sinn zu spielen wie man Freude daran hat und weniger Sinn sich an einen Zeitplan zu halten. Wenn allerdings der Arm verkrampft war's wohl zu viel des Guten.
 
  • #23
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  • #24
D.G. Türk, Klavierschule (1789):
§. 19. Wer das Klavier nur zum Vergnügen spielern lernt, der hat genug gethan, wenn er täglich zwey Stunden darauf verwendet; anfangs wöchentlich etwa vier, wenn es seyn kann sechs, und in der Folge zwey bis vier Stunden Unterricht mit eingerechnet: wer aber das Klavierspielen zu seinem Hauptgeschäfte machen will, für den sind täglich drey bis vier Stunden Uebung kaum hinreichend, und außer diesen ist wenigstens noch Eine Lectionsstunde nöthig.


Früher rechnete man in Stunden, heutzutage feilscht man um Minuten - so ändern sich die Zeiten …
 
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  • #26
Vielleicht mal die "Technik"-Übephase hinterfragen und sich statt dessen mit Musik beschäftigen?
@Dorforganistin
Habe die "Technik"-Überphase immer etwas mit meinem früheren Sport verglichen. Konditionstraining und reine technische Übungen haben mir auch nie Freude gemacht. Die Notwendigkeit hatte ich aber nie angezweifelt. Wenn nach einer halben Stunde schon die Puste weg war, brauchte ich über ein volles 1,5h Fußballspiel garnicht mehr nachdenken. Ist vielleicht nicht exakt vergleichbar, aber ich habe es eben durchgezogen. Ob es sinnvoll war? Manchmal war ich eben auch schon etwas unzufrieden, dass es nur so zögerlich vorangeht.
Zu Deinem Einwurf "sich statt dessen mit Musik beschäftigen?"
Hast Du eine Idee oder eine Empfehlung für mich wie ich meinem Ziel näher komme und mich endlich in Richtung Klavier SPIELEN entwickeln kann?
 
  • #27
Hast Du eine Idee oder eine Empfehlung für mich wie ich meinem Ziel näher komme und mich endlich in Richtung Klavier SPIELEN entwickeln kann?
Ich habe bestimmt Ideen. Aber du hast doch Unterricht. Das wäre eigentlich ein Thema für deine Lehrperson.

Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, Tonleitern spielen zu können und Arpeggien etc. Aber wer das als reines Konditionstraining sieht, macht vermutlich eher Sport als Musik. Auf Technikübungen ohne musikalischen Sinn kannste eigentlich verzichten. Aber das sollte Unterrichtsthema sein.

Du wirst dich bestimmt nicht eine halbe Stunde warmspielen müssen. Reduziere das mal und nimm dir statt dessen ein kleines leichtes Stück vor. Das spielst du, das transponierst du, da experimentierst du mit verschiedenen Artikulationen, und hörst dir die ganze Zeit dabei zu, und dann spielst du es auswendig. Mach das regelmäßig, und du könntest deinem Ziel,
ein einfaches Lied ohne Noten selbstständig in wenigen Tagen zusammen kriegen
schneller näher kommen als wenn
schon 30...40min. weg
sind allein durch Tonleiterspiel.
 
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  • #28
Und als Letztes und Erstes:
Keine Erwartungen! Die bringen an erster Stelle Verspannung.
Wünsche sind schön und zielführend.
Und Lächeln! ;-)

Das sollte ich mir einrahmen und an die wand hängen :007:
 
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  • #29
Üben wird überschätzt. Mein Lehrer pflegte zu sagen: "Wer übt, hat's nötig". :005:
 
  • #31
Wer übt, fällt den Kollegen in den Rücken.
Alte Orchester-Regel.
 
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  • #32
Wichtiger als die absolute Minuten- oder Stundensumme scheint mir ein geschicktes, gescheites Pausen-Regime. Per recht genauer Selbstbeobachtung sollte man herauszukriegen versuchen, ob ein Rhythmus 50 min üben - 10 min Pause gut sei, oder was anderes. Vielleicht mag man dann - z.B. am Wochenende - auch mal vier, sechs oder sieben solcher Zyklen machen.
Vielleicht ...

Klavierspielen werde nicht nur ich ... als Grenzgängerei erleben - positiv, den Alltag per Hochkonzentration vollständig hinter sich zu lassen, und vielleicht negativ, über Warnsignale des Körpers vielleicht hinweggehen zu wollen.

Summa mehr als 3 Stunden hatte Chopin seinen Schülern verboten.

Ich ... habe eine zweifache üble Erfahrung - bei intensivem, mechanistischen Editieren am Computer, ähnlich meinem jugendlichen Training an Ragtimes - ein Karpaltunnel-Syndrom, bei einer Gelegenheit auch noch kombiniert mit einer äußerst üblen Verspannung der Nackenmuskulatur. Das war so fies, dass ich beim Heben des rechten Arms um 30 cm zum Schalten des PKW-Getriebes vor Schmerzen hätte schreien wollen. Da hatte ich es mal wirklich überaus böse übertrieben ... Das dauerte an die drei Wochen, bis der Übelstand vorbei war.

Man MUSS ... lernen, LERNEN, auf seinen Körper zu hören.
Je älter man wird, umso mehr.
 
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  • #33
Ich kann mir den Klugsch... modus nicht verkneifen: Falls Du nicht singst ist das Klavierstück kein Lied.

Zu Deiner Frage: Ein gutes Körpergefühl kann nie schaden, auch nicht am Klavier. Nur Du selbst spürst, was zu viel für Dich ist. Deine Lehrersuche ist die richtige Entscheidung.
Mendelssohn verlässt leise den Raum...
 
  • #34
Schrieb "Lieder ohne Worte".

"Lied" ist eben nicht nur "ein Musikstück mit Gesang", sondern auch eine musikalische Form - Die "Lied-Form" (sehr vereinfacht ABA).

Natürlich kann man diese Form mit Musik füllen, ohne dabei einen Text beizulegen ... und diese Musik ist mit "Lied" nicht ganz falsch bezeichnet.
Genau sowas sind auch Mendelsohns "Lieder ohne Worte".

Korrekter wäre an dieser Stelle wohl "(Instrumental-)Stück in Liedform" ... aber ich glaube, sowas verkauft sich nicht so gut wie "Lieder ohne Worte".
 
  • #35
Wie viel ich übe? Keine Ahnung .. ich übe, wenn ich Lust und Zeit habe .. das ist schwer in Minutenangaben zu verpacken, denn mal ist das nur eine Viertelstunde ... aber manchmal verbringe ich auch mal einen halben freien Tag an den Tasten (dann natürlich mit vielen Pausen dazwischen).

Es kommt auch mal vor, dass ich eine ganze Woche immer nur kurz ans Klavier gehe, um z.B. eine hübsche Melodie aus einem Vogelgesang zu rekonstruieren (leider halten die Viecher sich nicht an unser Tonsystem), mal wieder einem meiner musizierenden Bekannten einen "Neapolitaner" zu erklären oder eine Flötenstimme für die Flötistin in einer meiner Bands zu entwickeln.
Manchmal gehts auch nur darum, einen anderen Fingersatz für eine Stelle mal auszuprobieren.

Ich habe auch selten das Gefühl, ich müsste jetzt dringend konzentriert üben und ein gewisses Übepensum konsequent durchziehen ... eigentlich packt mich das nur, wenn Auftritte anstehen ... und bei denen spiele ich meist nicht Klavier, sondern Gitarre, Bass oder Cavaquinho.

Empfehlungen zur optimalen täglichen Übedauer kann ich daher auch nicht geben, denn 15 Minuten mit Spass bringen mir persönlich mehr, als 30 Minuten ohne.
Bei Schmerzen auf jeden Fall aufhören, denn wenn man das nicht tut, riskiert man eine mehrwöchige Zwangspause ... und die bringt einen definitiv nicht weiter.

Noch ein paar platte Sprüche hinterher:
"Wer üben muss, der kann nix" (Götz Alsmann).
"Ohne Proben ganz nach oben" (Sven Gassmann).
"Wir sind total überprobt und treffen uns eigentlich nur noch zum Saufen" (ZZZ Hacker).
"Jungs, wir werden immer besser. Heute haben wir schon zwei Kästen leergeprobt" (Das hängt an der Proberaumtür neben unserem).
 
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