Wie lange am Tag üben? Oder wie oft?

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annibee

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Ich (Anfang 50) steige jetzt erst ein ins Klavierlernen. Da ich zum Teil hier gelesen habe, dass man täglich eine Stunde üben, an anderen Stellen im Netz lese ich 15-20 Minuten, und ich befürchte, es zu übertreiben: Reichen 20 Minuten am Tag wirklich? Oder ist es schlauer, am Tag mehrmals 20 Minuten zu üben?
In den letzen Tagen habe ich mit einer Schule für Erwachsene sehr oft und lange geübt und spüre es jetzt deutlich im linken Arm. Weiß nicht, ob das Überlastung oder einfach nur Folge von unbekannter Beansprung des Arms ist (oder Verkrampfung).
 

Bei Schmerzen sollte man das Üben unbedingt (!) beenden. Das ist ein Alarmsignal des Körpers.

Zur Länge des Übens: Es ist immer sinnvoll, über die Woche verteilt mehrere kleinere Übeeinheiten zu haben, als wenige große. Es ist auch sinnvoll, sich an einem Tag mehrmals ans Instrument zu setzen.

Dein Lehrer bzw. deine Lehrerin sollte die Länge der Übeeinheiten empfehlen. Am Anfang reichen zehn Minuten Improvisation und zehn Minuten Literaturspiel sicherlich aus. Je nach Anzahl, Anspruch und Länge der Stücke wird sich das aber bald erweitern. 30 Minuten sollten es dann schon sein, wenn du vorankommen möchtest.
 
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Ich habe bisher erst bei einer Musikschule angefragt, ob sie Platz für mich haben. Ich hoffe, ich habe bald einen Lehrer oder eine Lehrerin. Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
 

Für konzentriertes (!) Üben wäre meine Empfehlung zweimal täglich 25 Minuten, möglichst inhaltlich verschieden. Nein, keine 50 Minuten am Stück, die Pause ist wichtig!
 
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zweimal täglich 25 Minuten,
Als Schüler ganz am Anfang mit 2-3 Stückchen von jeweils acht Takten reicht natürlich auch weniger. Und es ist durchaus sinnvoll, an einem Tag mit einer längeren Pause dazwischen das Gleiche zu üben, es steigert den Lernfortschritt. Innerhalb der Übeeinheiten sollte bei Anfängern allerdings schon Abwechslung sein, also nicht morgens Stück 1 und abends Stück 2, sondern beide Stücke zu beiden Zeiten. Und Improvisieren sowie Nachspielen nach Gehör geht natürlich auch immer.
 
Ob 20...30min üben pro Tag ausreicht, erscheint mir zweifelhaft. Zugegeben, andere stellen sich vielleicht geschickter an als ich. Habe mit fast 65 gleich nach meinem Renteneintritt bei Null angefangen. Ergebnis, spiele nicht Klavier, über schon reichlich 6 Jahre Klavier und habe auch wöchentlich richtigen Unterricht bei einer studierten Klavierlehrerin, die seit ca. 30 Jahren fest an der Musikschule angestellt ist.
Ich über jeden Tag reichlich 2 h, fast immer aufgeteilt in 2-3 Zeitabschnitte. Beginne den 1. Teil immer mit der Technik (1 Tonleiter beidhändig über die gesamte Tastatur, 3- und 4-Klänge mit Umkehrungen, Arpegien von den 3-Klängen und ein paar ähnliche Übungen), dann sind schon 30...40min. weg.
Dann habe ich noch 2-3 Stücke zum üben. Wenn ich dann 1 Stück als fertig und erledigt weglege, ist es auch dann wieder weg. Versuche ich es nach 2 Wochen wieder vorzuholen, fange ich nur wenig über Null wieder damit an. Für die Filmmusik "The Good, The Bad und The Ugly" habe ich mehrere Monate gebraucht bis es einigermaßen vernünftig klang, verbesserungsbedürftig ist es immer noch.
Klavier spielen (und Klavier spielen lernen) ist sehr mühselig. Dennoch Freude macht es trotzdem. Habe mich auch von einigen Negativmeinungen aus Familie und Bekanntenkreis nicht beeinflussen lassen.
So annebee, vielleicht konnte ich Dir hiermit einen ungeschönten Eindruck vermitteln, was Dich erwartet.
Wenn's Dein Wunsch ist fang. Hast den Vorteil, Dein Start beginnt 10...15 Jahre früher als meiner. Also nur Mut und gutes Gelingen.
 
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Ganz einfach. Würde gerne mal ein einfaches Lied ohne Noten selbstständig in wenigen Tagen zusammen kriegen. Da fängt für mich Klavier SPIELEN an. Davon bin ich aber noch weit entfernt. Und ob ich das jetzt mit 71 (in wenigen Tagen) noch schaffe, ist ohnehin fraglich. Aber nichtsdestotrotz ich bleibe am Ball bzw. an den Tasten.
 
Es kommt darauf an wie intensiv man übt. Oder auch je nach Tagesfahrt und vor allem Zeit. Ich kann manchmal ne stlunde üben und fühle mich danach nicht erschöpft oder so, ich meine mit üben auch wirklich üben, also popelige Stellen auseinander nehmen, fingersätze üben, schwere Stellen wiederholen, wiederholen wiederholen analysieren, etc. An manchen Tagen reichen mir 20 min und die konzentration sagt, so reicht dann auch… Übertreiben sollte man nicht. Wenn man Zeit und Lust hat schadet viel nicht viel :)
 
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  • #10
2 h am Tag werde ich nicht schaffen. Ich werde versuchen, jeden Tag 30-40 Minuten zu spielen, in zwei Portionen.
 
  • #11
Nach 6 Jahren Unterricht kannst Du nichts auswendig und hast kein Repertoire? Völlig falsche Übestrategien und schlechter Unterricht!
 
  • #12
und ich befürchte, es zu übertreiben:
Ja, das kann passieren.

Welche Dauer für Dich die richtige ist, kann Dir hier niemand mit einer gültigen Minutenzahl beantworten. Das wirst Du schon über kurz oder lang selbst merken. Wenn Du mit einer katastrophalen Haltung am Klavier hockst, ist jede Minute zuviel. Wenn Deine Haltung okay ist, kannst Du üben, soviel oder so wenig wie es dir passt.

CW
 
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  • #13
Deswegen brauche ich einen Lehrer, der das verhindert. :026:
 
  • #14
'N bisschen Selbstvertrauen in die eigene Wahrnehmung und in die eigene Urteilsfähigkeit kann auch beim Klavierunterricht nicht schaden.

CW
 
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  • #15
Ich meinte Rücken- und Handhaltung.
Im Moment habe ich da auch noch Schwierigkeiten wegen einer noch nicht komplett überwundenen Schulter- und Armlähmung, durch die ich auch noch Übungen für die linke Hand machen muss. Da ist jemand, der mit schaut, nicht falsch.
 
  • #16
Würde gerne mal ein einfaches Lied ohne Noten selbstständig in wenigen Tagen zusammen kriegen.

Ich kann mir den Klugsch... modus nicht verkneifen: Falls Du nicht singst ist das Klavierstück kein Lied.

Zu Deiner Frage: Ein gutes Körpergefühl kann nie schaden, auch nicht am Klavier. Nur Du selbst spürst, was zu viel für Dich ist. Deine Lehrersuche ist die richtige Entscheidung.
 
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  • #17
Falls Du nicht singst ist das Klavierstück kein Lied.
Nicht ausgeschlossen ist natürlich, dass man am Klavier ein Lied spielt, ohne dazu zu singen.
Hänschen klein oder Summ summ summ etc. :party:

Stimme allerdings zu, dass nach sechs Jahren Beschäftigung mit dem Instrument
ein einfaches Lied ohne Noten selbstständig in wenigen Tagen zusammen kriegen
eigentlich "drin" sein sollte.

Vielleicht mal die "Technik"-Übephase hinterfragen und sich statt dessen mit Musik beschäftigen?
 
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  • #18
@annibee
Man lernt langsamer, wenn man älter ist. Das ist Fakt. Aber:
Man kann lernen! Und man wird auch besser!
Aber mit der Brechstange wird das nie funktionieren.
Wenn die Übeeinheiten zu lang sind, und dies erst recht ohne sinnvollen Unterricht, dann ist Verkrampfung der erste Lernerfolg. Und den wollen wir nicht!
Jeden Tag das Instrument in die Hand nehmen, sich also daran setzen und spielen, wie Dir ist, das ist der Beginn.
Eine Viertelstunde reicht. Mit wachsender Entspanntheit und Kenntnis von gesunder und zielgerichteter Choreographie (Unterricht) werden die Übephasen von alleine gesund länger.
Und als Letztes und Erstes:
Keine Erwartungen! Die bringen an erster Stelle Verspannung.
Wünsche sind schön und zielführend.
Und Lächeln! ;-)
 
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  • #19
Wichtiger als irgendwelche Angaben zur Dauer des Übens finde ich, dass es konzentriert stattfindet. Bei spürbarer mangelnder Konzentration höre ich auf.
Hilfreich kann dabei sein, dass man seinen Biorhythmus kennt, zumindest so pi mal Daumen. Ich weiß, dass ich am besten am Morgen übe oder am frühen bis späteren Nachmittag.
 
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  • #20
Ich habe mit 58 angefangen Klavier zu spielen. Mein Ziel ist es, jeden Tag eine Stunde zu üben. Allerdings schaffe ich das nicht immer.....
 

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