Wie läuft es bei Steinway?

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Wie läuft es bei Steinway*?

Bei Steinway* & Sons stehen die Zeichen weiterhin auf Veränderung. Nach aktuellen Entwicklungen wurde der bisherige Geschäftsführer des Standorts Hamburg, Guido Zimmermann, mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Die Verantwortung für Europa, den Mittleren Osten und Asien übernimmt künftig Gavin English, der bislang als President von Steinway* in den USA tätig war.

Für den Standort Hamburg wurde Joachim Merz als Leiter der Fertigung und Produktion benannt. Gleichzeitig wurden auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung Aussagen getroffen, die viele Mitarbeiter aufhorchen lassen: Offen wurde kommuniziert, dass das Unternehmen langfristig keine zwei Produktionsstandorte mehr benötige.

Zwar soll die Produktion in Hamburg vorerst weitergeführt werden, jedoch mit deutlich reduzierten Kapazitäten. Besonders bitter ist, dass die Belegschaft bereits erhebliche Zugeständnisse gemacht hat. Mitarbeiter verzichteten auf ihres Urlaubsgeldes, um Arbeitsplätze zu sichern und dem Unternehmen in einer schwierigen Phase entgegenzukommen. Dennoch scheint dies die geplanten Umstrukturierungen nicht aufhalten zu können.

Nach dem Betriebsurlaub soll bereits die nächste Kündigungswelle folgen. Für viele langjährige Mitarbeiter bedeutet das große Unsicherheit – und für den traditionsreichen Standort Hamburg wirft es ernste Fragen über die Zukunft auf.

Hamburg war über Jahrzehnte ein Synonym für handwerkliche Exzellenz im europäischen Klavier- und Flügelbau. Sollte dieser Standort weiter geschwächt werden, wäre das nicht nur ein Verlust für die Beschäftigten, sondern auch für die Tradition des deutschen Klavierbaus.

Ich bin gespannt, welche Entscheidungen in den kommenden Monaten getroffen werden und welche Zukunft Steinway* dem Standort Hamburg tatsächlich noch einräumt. Die nächsten Schritte des Unternehmens werden richtungsweisend sein.
 
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Morgan Franke ist seit 2 Tagen Head of Retail Operations & Marketing EMEA bei Steinway*. Er kommt von C.Bechstein, wo er bislang Head of Marketin and Creative war. Quelle:
 

Wenn Du auf das Bild klickst, kommst Du auf den Beitrag (ist ein Link). Eventuell bei Instagram einloggen, falls das nicht klappt.
 
Wieso zeigen die Amis gerade überall Ihre schlechte Seite?

Der Fisch stinkt vom Kopf. Q.e.d.
 
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  • #10
Wie läuft es bei Steinway?

[...]

Ist ja nun schon ein paar Tage alt, dieses Posting. Die genannten Personaländerungen hören sich sehr plausibel an - und im Zusammenhang mit den neuesten Nachrichten von Renner:


kann man durchaus auf die Großwetterlage im Klavierbau schließen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass mehrere europäische Hersteller Kurzarbeit fahren oder zumindest die Produktionskapazitäten reduziert haben.

Dennoch: Gibt es für die spezifischen Spekulationen zu Steinway eigentlich mehr als Hörensagen? Die einleitenden Sätze des Postings lesen sich wie eine Tatsachenbeschreibung, aber außerhalb von diesem Forum hat man davon genau gar nichts gehört, weder in der Presse, noch auf anderen Plattformen von möglichen Insidern.

Offen wurde kommuniziert, dass das Unternehmen langfristig keine zwei Produktionsstandorte mehr benötige.

Da sich das auf eine nicht-datierte außerordentliche Mitarbeiterversammlung beruft, wäre die Kernaussage ja klar, dass die Hamburger Fabrik in absehbarer Zeit zusperren wird, zumal ein vergleichbares Statement aus New York nicht zu vernehmen war.

Ich halte mich jetzt mal mit einer Einschätzung zurück und möchte viel lieber wissen, ob es irgendeinen belastbaren Grund gibt, diesen sehr spezifischen Gerüchten irgendwelchen Glauben zu schenken.
 
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  • #11
Ich halte mich jetzt mal mit einer Einschätzung zurück und möchte viel lieber wissen, ob es irgendeinen belastbaren Grund gibt, diesen sehr spezifischen Gerüchten irgendwelchen Glauben zu schenken.
Selbstverständlich muss niemand diesen Informationen Glauben schenken. Jeder sollte sich seine eigene Meinung bilden.

Warum darüber bislang kaum in der Presse oder auf anderen Plattformen berichtet wird, ist aus meiner Sicht nachvollziehbar: Solche internen Vorgänge werden von Unternehmen in der Regel nicht aktiv kommuniziert, insbesondere wenn sie negative Auswirkungen auf das Image oder den Verkauf haben könnten.

Auch die derzeit schwierige Marktsituation wird öffentlich nur selten thematisiert. Nach meiner Einschätzung sind die Lagerbestände hoch und der Absatz hat sich im Vergleich zu früher deutlich verlangsamt. Solche Entwicklungen werden jedoch häufig erst mit zeitlicher Verzögerung oder gar nicht öffentlich bekannt.

Letztlich wird sich zeigen, welche Informationen sich bestätigen. Ich teile lediglich das, was mir aus internen Kreisen berichtet wurde – jeder kann selbst entscheiden, wie er diese Informationen bewertet.
 
  • #12
Bei der Vielzahl der täglichen Meldungen über Insolvenzen, Stellenabbau und Umstrukturierungen bei großen Unternehmen ist der Fokus in der Berichterstattung nicht bei kleinen Unternehmen wie Steinway. Das fällt dann unter den Sammelbegriff Mittelstand. Steinway ist halt nicht VW.
 
  • #13
kann man durchaus auf die Großwetterlage im Klavierbau schließen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass mehrere europäische Hersteller Kurzarbeit fahren oder zumindest die Produktionskapazitäten reduziert haben.
Wir erleben gerade den Niedergang einer ganzen Branche in Echtzeit. Der Großteil der deutschen Produktion ging ins Ausland, zu großen Teilen nach China, Russland und USA.

China hat selber (Immobilien)Krise und außerdem ein Programm beendet, mit dem man mittels Instrumentalspiel seinen Score für ein Studium verbessern konnte. Daraufhin haben etliche Musikläden und Musikschulen dicht gemacht. Diejenigen, die dort jetzt noch Klaviere kaufen, nehmen lieber ein günstiges chinesisches und kein teures Made In Germany.

Russland geht wegen Ukraine Krieg und Sanktionen nicht mehr.

USA ist mit den Zöllen von Trump auch ein schlechter Markt.

Innerhalb Deutschlands kauft auch keiner mehr. Schlechte Zukunftsaussichten, Angst um den Job und Deindustrialisierung dank hoher Energiepreise, Fachkräftemangel und überbordender Bürokratie. Renner hatte zuvor schon Kurzarbeit, jetzt wird ein Werk dicht gemacht. Steinway hatte ebenso wie Bechstein und Schimmel bereits Kurzarbeit. Und jetzt auch noch Gerüchte über Schließung von Hamburg? Grotrian Insolvent, Seiler Produktion eingestellt. Alle Hersteller sitzen auf hohen Lagerbeständen, die momentan niemand haben will. Wenn das so weiter geht, kann man froh sein, wenn überhaupt noch eine Handvoll deutscher Hersteller übrig bleibt. Denn das Know How geht mit Betriebsschließung unwiederbringlich verloren. Die ganze Expertise, die sich in Ludwigsburg ansammelt, dürfte damit ebenfalls wackeln. Da gehen ganze Dynastien unter. Die jüngste noch produzierende Firma ist von 1885(!), und das ist Schimmel.

Und bei den Händlern sieht es auch nicht besser aus. Einige machen zu, andere gehen vorzeitig in den Ruhestand, weil eh keine Nachfolger in Sicht sind und auch keiner den Betrieb kaufen würde. Piano Schmitz war ein Großer in Essen gab es seit 100 Jahren, die sind jetzt weg. Merz in Göttingen seit 1960, auch weg. Und viele kleinere Betriebe oder auch große Vollsortimenter, die u.A. auch Klaviere verkauften. Aber hat ja auch was Gutes: so bleibt mehr für die wenigen noch verbliebenen.
 
  • #14
Bei der Vielzahl der täglichen Meldungen über Insolvenzen, Stellenabbau und Umstrukturierungen bei großen Unternehmen ist der Fokus in der Berichterstattung nicht bei kleinen Unternehmen wie Steinway. Das fällt dann unter den Sammelbegriff Mittelstand. Steinway ist halt nicht VW.
Steinway mag klein sein, aber so bekannt wie kaum irgendeine andere Marke. Vergleichbar mit Coca Cola oder McDonalds.
 
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  • #15
Steinway mag klein sein, aber so bekannt wie kaum irgendeine andere Marke. Vergleichbar mit Coca Cola oder McDonalds.
Ja klar hat Steinway einen hohen Bekanntheitsgrad, wobei Coca Cola oder McDonalds nochmals ne ganz andere Hausnummer sind, erst recht, wenn man es weltweit und unter der Einbeziehung aller Bildungsschichten betrachtet. Ich wollte mit meiner Anmerkung ja auch nur einen weiteren möglichen Erklärungsgrund nennen. Bekanntheitsgrad ist halt nicht Bedeutung und Wichtigkeit, wie die Platzierung von Steinway im nachfolgenden Ranking zeigt:

 
  • #17
Es sind halt keine Informationen, sondern Gerüchte.
Was sind für Sie in diesem Fall denn „Informationen“?

Ich veröffentliche nichts, was ich mir ausdenke oder irgendwo im Internet aufgeschnappt habe. Ich berichte über Informationen aus erster Hand. Ob und wann sich diese später öffentlich bestätigen, ist eine andere Frage.

Genau das ist aus meiner Sicht ein Problem: Viele glauben etwas erst dann, wenn es von ARD, ZDF oder anderen großen Medien berichtet wird. Unternehmensinterne Entwicklungen werden aber oft erst Wochen oder Monate später öffentlich – manchmal auch gar nicht.

Sie können meine Aussagen selbstverständlich kritisch hinterfragen. Das ist völlig legitim. Aber sie pauschal als „Gerüchte“ abzutun, nur weil sie noch nicht offiziell bestätigt wurden, halte ich für zu einfach.
 
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  • #18
Wir erleben gerade den Niedergang einer ganzen Branche in Echtzeit. Der Großteil der deutschen Produktion ging ins Ausland, zu großen Teilen nach China, Russland und USA.
Ich sehe das etwas differenzierter.

Die Klavierbranche als Ganzes ist aus meiner Sicht keineswegs am Ende. Im Gegenteil: Ich arbeite mit vielen Herstellern, Händlern und Kunden im In- und Ausland zusammen und hatte persönlich noch nie so viel zu tun wie derzeit. Die Nachfrage ist da – sie verteilt sich heute nur anders.

Das eigentliche Problem betrifft vor allem einen Teil der deutschen Premiumhersteller. Andere Produzenten, insbesondere in Asien, entwickeln sich deutlich besser.

Auch bei den Exportmärkten würde ich nicht pauschal sagen, dass Russland oder die USA keine Rolle mehr spielen. Die Realität ist oft komplexer, als sie von außen erscheint.

Und was das Know-how betrifft: Das sitzt heute längst nicht mehr ausschließlich in den Fabriken. Ein großer Teil der Expertise liegt bei selbstständigen Klavierbauern, Restauratoren, Konzerttechnikern und spezialisierten Werkstätten. Dort wird täglich Wissen weiterentwickelt und weitergegeben – unabhängig von der Serienproduktion.

Deshalb sehe ich die Zukunft des Klavierbaus nicht grundsätzlich pessimistisch. Ich glaube vielmehr, dass sich die Branche verändert. Die Frage ist nur, welche Unternehmen sich an diese Veränderungen anpassen können.
 
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  • #20
Sie können meine Aussagen selbstverständlich kritisch hinterfragen.

Das ist aber nett!

Das ist völlig legitim. Aber sie pauschal als „Gerüchte“ abzutun, nur weil sie noch nicht offiziell bestätigt wurden, halte ich für zu einfach.

Sie können mein kritisches Hinterfragen selbstverständlich für zu einfach halten. Auch das ist legitim.

Genauso wie ich es für legitim halte, Ihre Gerüchte als solche zu bezeichnen, ohne Anführungszeichen.
 
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