Wie KL Kündigung ansprechen?

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  • #101
Es ist unglaublich, welche wundervolle Dinge man hier lernen kann :)
 
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  • #102
Sie unterscheidet sich im Klang! Wer sich intensiv Klang und Charakter anderer Instrumente vorstellen kann, kann dies auf dem Klavier imitieren. Dies führt zu deutlich größerer Farbigkeit und Klangdifferenzierung.

Liebe Grüße

chiarina
Mag sein, aber wie?
 
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  • #103
@schmickus ich probiere mich ja gerade daran und auch wenn man mich jetzt sehr gerne korrigieren darf: die Klarinette klingt für mich voller, sie steht mehr "auf dem Boden". Die Flöte klingt da spielerischer, filigraner. Auf dem Klavier löst diese Vorstellung der Flöte aus, dass ich die Tasten nicht ganz zum tiefsten Punkt spiele, sondern es leicht portato (?!) klingt.
Aber das ist nur die Laienmeinung nach dem erstem Probieren/drüber Gedankenmachens.
 
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  • #104
Eine Klarinette hat ein sehr dichtes Legato und in solchen Phrasen eine ausgeprägte Binnendynamik. Das Legato der Flöte ist perlender, der Klang weniger grundtönig und gibt der Klarinettenstimme Glanz, ohne allzu deutlich hervorzutreten.
 
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  • #105
Danke!
Das "Perlende" der Flöte ist ja eigentlich das Anblasgeräusch. Auf dem Klavier eher schwierig. Natürlich kann man bei Oktaven den unteren Ton mehr gewichten und versuchen, ihn dynamisch deutlicher zu differenzieren. Oder genau umgekehrt. Es muss halt gut klingen. Ob jetzt Flöte, Klarinette, Oboe, Englischhorn, you name it, ich bin immer ein bisschen skeptisch bei solchen Vorstellungen/Mutmaßungen.
 
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  • #106
ich bin immer ein bisschen skeptisch bei solchen Vorstellungen/Mutmaßungen.
Du hast ja hier eh schon zwei Varianten bekommen. Möglichkeit 1 ist: Stell dir Instrument XY vor und versuche, das zu imitieren. Dieser Ansatz geht über ein Gefühl, eher im Unterbewussten.
Möglichkeit 2: Spiele diese Stimme mit einer adaptierten Technik, zB ausgeprägteres Legato. Hier ist eine detailliertere Beschreibung nötig.

Für Leute, die mit Möglichkeit 1 direkt etwas anfangen können, lässt sich das Ziel vermutlich schneller erreichen. Die ganze Information ist in "Klarinette" verpackt.
Andere können mit Möglichkeit 2 mehr anfangen. Wie so oft wieder einmal abhängig von persönlichen Präferenzen.
 
  • #107
Ob jetzt Flöte, Klarinette, Oboe, Englischhorn, you name it, ich bin immer ein bisschen skeptisch bei solchen Vorstellungen/Mutmaßungen.
Du wirst sicher zustimmen, dass ein möglichst differenziertes und klares inneres Hören essentiell für ein möglichst differenziertes Klavierspiel ist. Die stetige Verbesserung der Klangvorstellung ist also ein wichtiges Ziel zur Verbesserung der eigenen musikalischen und pianistischen Fertigkeiten.

Wir haben als Pianisten das Problem, dass nach dem Anschlag eines Tons dieser Ton leiser wird. Wir haben keinen Einfluss auf den Klang des weiterklingenden einzelnen Tons durch dynamische Veränderungen, Vibrato u.ä. Die Verbindung von einem Ton zum andern ist von diesem, vom Instrument erzeugten decrescendo geprägt, ein Ton "endet" immer mit einem decrescendo.

Bläser, Sänger, Streicher haben ganz andere Möglichkeiten. Zwei Töne nacheinander können sie auf unzählige Arten miteinander verbinden. Nicht nur in dynamischer Hinsicht oder mit Vibrato, sondern auch in Hinsicht ihrer Artikulation. Mit der Zunge, mit dem Bogen etc. lässt sich eine Vielzahl von Trennungen/Verbindungen zweier nachfolgender Töne erreichen.

Ein kleines Experiment für diejenigen, die mit anderen Instrumenten als dem Klavier nicht so viel anfangen können: Was ist in der Sprache die dichteste Verbindung zweier Laute? Richtig, zwei Vokale. Welche Vokale es sind, spielt auch noch eine Rolle, wir nehmen als Beispiel mal o - a. Sehr legato klingen sie. Wie kann ich diese zwei Laute nun etwas weniger verbinden, also etwas mehr voneinander trennen? Antwort: ich schiebe einen Konsonanten ein. Welcher Konsonant ist nun am wenigsten trennend? Hm, vielleicht das "n"? Also probieren wir mal o-n-a. Dann versuchen wir o-m-a, o-l-a. Was ist die größte Trennung mit einem Konsonanten? Vielleicht einer der Explosivlaute, zum Beispiel p oder k. O-p-a, o-k-a. Eine kurze Trennung kann mit dem Glottisschlag erfolgen. Oder man spricht die Vokale quasi staccato und lässt eine größere Pause zwischen ihnen.

Und dann der Switch aufs Instrument. Wie klingt o-a, wie o-n-a .... . Das Bekannte (Klangvorstellung) führt uns und lässt uns erfinderisch sein bei der Umsetzung aufs Instrument.

Wie erst wird es sein, wenn wir eine Flöte oder Violine auf dem Instrument imitieren mit all ihren Klang- und Charaktereigenschaften? Wenn man um die Stricharten von Streichern Bescheid weiß und man weiß, dass ein musikalisches Element z.B. mit zwei Aufstrichen gespielt wird, trägt man die Klangvorstellung präzise in sich, findet die entsprechende Bewegung und kann es direkt auf dem Klavier umsetzen.

Mit einer zwingenden, präzisen Klangvorstellung können wir auch auf dem Klavier Melodien spielen, die singen. Die das eigentliche decrescendo nach jedem Ton vergessen lassen. Die das Klavier als Orchester mit unzähligen Farben klingen lässt. So wie viele Komponisten umgekehrt ihre orchestrale Vorstellung auch aufs Klavier übertragen haben.

Liebe Grüße

chiarina

P.S.: Noch eine Frage an @mick: Würde nicht eigentlich die Flöte bei den genannten Oktaven auch mit der ersten Violine zusammen klingen?
 
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  • #108
Noch eine Frage an @mick: Würde nicht eigentlich die Flöte bei den genannten Oktaven auch mit der ersten Violine zusammen klingen?
Sicher, man kann das auf vielfältige Weise instrumentieren. Wir können Beethoven ja nicht mehr fragen, wie er sich das vorgestellt hat. Nach dem zackigen Forte-Einwurf sehe ich diese Pianostelle allerdings eher als trioartigen Kontrast und würde die Violinen erst ab Takt 126 hinzunehmen - da wird es ja auch harmonisch ein wenig expressiver. Das ist ja das Schöne - man hat als Interpret viel mehr Spielraum und Möglichkeiten, als das Notenbild auf den ersten Blick vermuten lässt.

Ich wundere mich immer wieder, wie vielen Pianisten es da an Fantasie mangelt. Und ich freue mich wie ein Schnitzel, wenn ein toller Pianist mir mal wieder Sichtweisen eröffnet, die ich bis dahin noch nicht erkannt habe!
 
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  • #109
Fragt sich nur, ober der HÖRER (jaaa, und die :innen auch) die Klarinette, Flöte und dann noch zusätzliche Streicher erkennt. Da habe ich als einst gedienter Orchestergeiger so meine Zweifel.
Für mich klingt ein Orchester irgendwie anders als ein Klavier...
Von daher fand ich meinen - schnell abgebügelten - Einwand doch richtig gut... :idee:
Wer die Stimmen in einer Hand selbstständig und möglichst unterschiedlich spielen kann, kann letztlich auch die "Farbe" des Gesamtklangs variieren. Jedenfalls so, daß man zwei Stimmen hört, statt einer sich bewegenen Oktave, Terz, wasauchimmer...

Sooo viel Farbe ist beim Klavier nunmal nicht drin. Vielleicht ist das auch der Grund, warum so mancher Pianist versucht, Selbige mit expressiver Mimik vorzutäuschen.

Wie erst wird es sein, wenn wir eine Flöte oder Violine auf dem Instrument imitieren mit all ihren Klang- und Charaktereigenschaften?
Das geht aber nicht. Hast Du doch selbst weiter oben beschrieben. Ich persönlich finde es ja effektiver, mich mit den gegebenen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Mein Lehrer war Dirigent, also vom Fach, und hat diese Klangesoterik auch abgelehnt. Bin froh, daß wir uns im Unterricht immer nur mit Fakten befasst haben...
 
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  • #110
Wer die Stimmen in einer Hand selbstständig und möglichst unterschiedlich spielen kann, kann letztlich auch die "Farbe" des Gesamtklangs variieren. Jedenfalls so, daß man zwei Stimmen hört, statt einer sich bewegenen Oktave, Terz, ...
Der springende Punkt ist doch: wie entwickelt sich das. Es geht doch darum - so hab ich das verstanden - dass diese Vorstellungen eine Hilfe sind, genau diese Klänge zu variieren.
 
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  • #111
Fragt sich nur, ober der HÖRER (jaaa, und die :innen auch) die Klarinette, Flöte und dann noch zusätzliche Streicher erkennt.
Sicher trifft das auf viele nicht zu. Viele hören nicht mal falsche Töne oder rhythmische Schlampereien. Das rechtfertigt aber nicht, im Konzert Mittelmaß abzuliefern. Auf irgendeine Art spürt auch ein musikalisch wenig gebildetes Publikum, ob eine Interpretation durchdacht und stimmig ist, auch wenn ihm die Mittel fehlen, das an konkreten Punkten festzumachen.

Wenn ich auf der Bühne oder im Orchestergraben bin, versuche ich immer so zu spielen/dirigieren, als ob die Komponisten im Publikum säßen und meine Karriere davon abhinge, ob sie anschließend den Daumen heben oder senken.
 
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  • #112
Der springende Punkt ist doch: wie entwickelt sich das. Es geht doch darum - so hab ich das verstanden - dass diese Vorstellungen eine Hilfe sind, genau diese Klänge zu variieren.
Ja, wenn es hilft, will ich es niemandem nehmen. Aber da musst du dich selber fragen, ob es hilft. Und ob es einen Unterschied macht, sollte letztlich ein Zuhörer beurteilen, nicht du selbst. Mit Einbildung kann man sich viel vormachen... *) Was nützt es dem Hörer, wenn der Pianist eine Klarinette hört? Das ist mein springender Punkt!
Mir hilft sowas nicht und ich bin immer dankbar für praktisches Handwerk, das ich nachprüfbar entwickeln kann.

*) ...erinnert mich an eine lustige Folge von DSDS: da hat Bohlen einen "Sänger" zu Recht runtergemacht und der meinte nur: "also, ich fand mich MEGA!"
 
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  • #113
Was nützt es dem Hörer, wenn der Pianist eine Klarinette hört? Das mein springender Punkt!
Es geht doch um die Verbesserung des eigenen Spiels und nicht um die Verbesserung fremder Ohren. Und wenn man differenziertes Herausarbeiten von Stimmen üben will, ist die Vorstellung einer Instrumentalisierung ein ganz normales Mittel. Vermutlich machst auch Du das längst unbewusst.
 
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  • #114
Vitaly Margulis schrieb:
Ein guter Pianist unterscheidet sich von einem schlechten nicht dadurch, dass er gut hört - und der andere nicht -, sondern dadurch, dass er weiß, was man heraushören muss aus dem, was klingt. Der schlechte Pianist weiß das nicht.
 
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  • #115
Wenn diese Vorstellungen dem Pianisten helfen, ist es ja völlig in Ordnung. Der Hörer hört (wenn es denn dem Pianisten gelingt) klanglich gutes, differenziertes Klavierspiel, das ggf. eigene Assoziationen auslöst. Klarinetten, Blumenwiesen, Hörner, irgendwas.
Möglicherweise hat sich Beethoven an der einen oder anderen Stelle ein Orchester vorgestellt. Chopin garantiert nicht, allerhöchstens zwei Sänger.
 
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  • #116
Wenn Blumenwiese klar geht, bleibt noch die Frage, wie man einen bemoosten Waldboden darstellt...
 
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  • #117
Sooo viel Farbe ist beim Klavier nunmal nicht drin.
Niemand behauptet, man könnte ein Klavier dazu bringen, genau wie ein Orchester zu klingen. Man kann aber sehr wohl gewisse Unterschiede im Klang hervorrufen und diese Unterschiede können Assoziationen zu diversen Instrumenten auslösen.
Sogar beim Cembalo geht das zu einem gewissen (kleineren) Grad.
 
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