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Mag sein, aber wie?Sie unterscheidet sich im Klang! Wer sich intensiv Klang und Charakter anderer Instrumente vorstellen kann, kann dies auf dem Klavier imitieren. Dies führt zu deutlich größerer Farbigkeit und Klangdifferenzierung.
Liebe Grüße
chiarina
Du hast ja hier eh schon zwei Varianten bekommen. Möglichkeit 1 ist: Stell dir Instrument XY vor und versuche, das zu imitieren. Dieser Ansatz geht über ein Gefühl, eher im Unterbewussten.ich bin immer ein bisschen skeptisch bei solchen Vorstellungen/Mutmaßungen.
Du wirst sicher zustimmen, dass ein möglichst differenziertes und klares inneres Hören essentiell für ein möglichst differenziertes Klavierspiel ist. Die stetige Verbesserung der Klangvorstellung ist also ein wichtiges Ziel zur Verbesserung der eigenen musikalischen und pianistischen Fertigkeiten.Ob jetzt Flöte, Klarinette, Oboe, Englischhorn, you name it, ich bin immer ein bisschen skeptisch bei solchen Vorstellungen/Mutmaßungen.
Sicher, man kann das auf vielfältige Weise instrumentieren. Wir können Beethoven ja nicht mehr fragen, wie er sich das vorgestellt hat. Nach dem zackigen Forte-Einwurf sehe ich diese Pianostelle allerdings eher als trioartigen Kontrast und würde die Violinen erst ab Takt 126 hinzunehmen - da wird es ja auch harmonisch ein wenig expressiver. Das ist ja das Schöne - man hat als Interpret viel mehr Spielraum und Möglichkeiten, als das Notenbild auf den ersten Blick vermuten lässt.Noch eine Frage an @mick: Würde nicht eigentlich die Flöte bei den genannten Oktaven auch mit der ersten Violine zusammen klingen?

Das geht aber nicht. Hast Du doch selbst weiter oben beschrieben. Ich persönlich finde es ja effektiver, mich mit den gegebenen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Mein Lehrer war Dirigent, also vom Fach, und hat diese Klangesoterik auch abgelehnt. Bin froh, daß wir uns im Unterricht immer nur mit Fakten befasst haben...Wie erst wird es sein, wenn wir eine Flöte oder Violine auf dem Instrument imitieren mit all ihren Klang- und Charaktereigenschaften?
Der springende Punkt ist doch: wie entwickelt sich das. Es geht doch darum - so hab ich das verstanden - dass diese Vorstellungen eine Hilfe sind, genau diese Klänge zu variieren.Wer die Stimmen in einer Hand selbstständig und möglichst unterschiedlich spielen kann, kann letztlich auch die "Farbe" des Gesamtklangs variieren. Jedenfalls so, daß man zwei Stimmen hört, statt einer sich bewegenen Oktave, Terz, ...
Sicher trifft das auf viele nicht zu. Viele hören nicht mal falsche Töne oder rhythmische Schlampereien. Das rechtfertigt aber nicht, im Konzert Mittelmaß abzuliefern. Auf irgendeine Art spürt auch ein musikalisch wenig gebildetes Publikum, ob eine Interpretation durchdacht und stimmig ist, auch wenn ihm die Mittel fehlen, das an konkreten Punkten festzumachen.Fragt sich nur, ober der HÖRER (jaaa, und die :innen auch) die Klarinette, Flöte und dann noch zusätzliche Streicher erkennt.
Ja, wenn es hilft, will ich es niemandem nehmen. Aber da musst du dich selber fragen, ob es hilft. Und ob es einen Unterschied macht, sollte letztlich ein Zuhörer beurteilen, nicht du selbst. Mit Einbildung kann man sich viel vormachen... *) Was nützt es dem Hörer, wenn der Pianist eine Klarinette hört? Das ist mein springender Punkt!Der springende Punkt ist doch: wie entwickelt sich das. Es geht doch darum - so hab ich das verstanden - dass diese Vorstellungen eine Hilfe sind, genau diese Klänge zu variieren.
Es geht doch um die Verbesserung des eigenen Spiels und nicht um die Verbesserung fremder Ohren. Und wenn man differenziertes Herausarbeiten von Stimmen üben will, ist die Vorstellung einer Instrumentalisierung ein ganz normales Mittel. Vermutlich machst auch Du das längst unbewusst.Was nützt es dem Hörer, wenn der Pianist eine Klarinette hört? Das mein springender Punkt!
Vitaly Margulis schrieb:Ein guter Pianist unterscheidet sich von einem schlechten nicht dadurch, dass er gut hört - und der andere nicht -, sondern dadurch, dass er weiß, was man heraushören muss aus dem, was klingt. Der schlechte Pianist weiß das nicht.
Niemand behauptet, man könnte ein Klavier dazu bringen, genau wie ein Orchester zu klingen. Man kann aber sehr wohl gewisse Unterschiede im Klang hervorrufen und diese Unterschiede können Assoziationen zu diversen Instrumenten auslösen.Sooo viel Farbe ist beim Klavier nunmal nicht drin.