Wie KL Kündigung ansprechen?

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Katt

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Hallo, wie spricht man am besten eine Kündigung an? Bei meinem aktuellen KL ist es so, dass ich selten auf die Stunden wirklich Lust habe. Wenn ich erstmal da bin, ist es halb so schlimm und er macht auch objektiv nichts Grobes falsch. Während meinem Jahr in England war es aber so, dass der Unterricht fast jede Woche sowas wie ein Highlight darstellte. Wer mich kennt, weiß vielleicht, dass ich leicht zu begeistern bin - wenn nun die Begeisterung aber kaum auf Resonanz stößt, weil die andere Person da einfach etwas anders tickt? Z.B. spielt meine WG-Mitbewohnerin (eine ältere Dame, der auch ein Flügel* gehört) sporadisch ebenfalls Klavier. Wenn wir uns nun über etwas austauschen, wie man dies und das denn spielen könnte, ist das ein total lebendiger Austausch. Sie oder ich hat vielleicht eine Idee der Herangehensweise im Kopf, wir tauschen uns darüber aus und probieren, wie es funktioniert. Dabei merke ich, wenn ich etwas vorschlage, durch ihre Rückmeldung, dass das vielleicht doch nicht so klar ist und man xy etwas anders machen muss, damit erwünschter Effekt eintritt. Wenn ich dann später selber spiele, fließen diese "Ideen" ganz natürlich mit in die Praxis ein. (Die Frau spielt auf einem ähnlichen Niveau wie ich Klavier, also ist das natürlich kein Unterricht.)
Bei meinem Lehrer hab ich nun aber das Gefühl, Dinge tun zu müssen, weil halt etwas gesagt oder erwartet wird. ("Begreife" ich jedoch die Musik, ergeben sich automatisch Spielweisen, die sinnvoller sind als andere - ich spiele dann etwas, weil ich gelernt hab, es so zu hören, nicht, weil jemand anderes es so von mir will. Falls das jetzt Sinn ergibt, haha)
Klar können wir auch diskutieren, Meinungen äußern und natürlich hat er ja auch meist Recht, mit dem, was er sagt. Aber ich hab irgendwie dauernd, zumindest zu Beginn der Stunde, das Gefühl, kritisch beäugt zu werden ((was ich in England oder in meiner Stunde mit Stilblüte nicht hatte! Dafür gibt es auch keinen Grund, ich bereite mich ja vor)). Das hatte ich auch einmal angesprochen und dadurch wurde es auch kurz besser - aber letztlich kann ich nichts an ihm oder einer Unterrichtsart grundlegend ändern. Wie sagt man also, dass man nicht klar kommt? Ich hab so Kündigungssachen noch nie woanders thematisiert, außerdem entwickelt man ja eine Beziehung zueinander. Und die ist nicht per se schlecht, wenn wir uns normal unterhalten oder auch die Stücke genauer beleuchten. Es zieht nur sehr an der Begeisterung, die aber mein treibender Motor ist.
 

Wie sagt man also, dass man nicht klar kommt? Ich hab so Kündigungssachen noch nie woanders thematisiert, außerdem entwickelt man ja eine Beziehung zueinander. Und die ist nicht per se schlecht, wenn wir uns normal unterhalten oder auch die Stücke genauer beleuchten. Es zieht nur sehr an der Begeisterung, die aber mein treibender Motor ist.
Natürlich ist das aus der Ferne schlecht zu beurteilen ... ich kenne euich beide und eurem Umgang miteinander ja nicht.

Das von mir fett gesetzte stellt aber schon einen guten Ausgangspunkt dar.
Wenn Begeisterung dein treibender Motor ist, und er diesen Motor irgendwie nicht zum laufen kriegt, dann ist das ein ziemlich guter Grund für eine Neuorientierung.

Die Professionalität, sowas nicht persönblich zu nehmen, sollte jeder Lehrer besitzen.
Manchmnal klappt es halt einfach nicht ... der Grund interessiert eigentlich nur, weil man wissen will, ob man selbst (als Lehrperson) bei diesem Schüler etwas falsch gemacht hat.

Wie lange hast du denn schon Unterricht bei ihm? Eine gewisse Eingewöhnung brauchts bei jedem neuen Schüler. Man muss ja auch erstmal rausfinden, wie man den kriegt ... und das ist zumindest in meiner Erfahrung bei jedem etwas anders.

Wenn du dein Problem mit ihm schon mal besprochen hast, und das für eine Weile auch gewirkt hat, dann sprich doch einfach nochmal mit ihm .. und nochmal ... bei manchen Menschen muss man sowas regelmäßig wiederholen, damit die nicht wieder in ihre gewohnten Verhaltensmuster zurückkehren. Gerade Menschen, die ansonsten mit ihren gewohnten Verhaltensmustern erfolgreich sind, schaffen das ganz easy.
 
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Liebe Katt,

Ich bin immer für klare Worte. Du könntest also deinem Lehrer genau das erzählen, was du hier geschrieben hast. Sei vor allem du selbst: wenn es dir schwer fällt, über die Kündigung zu sprechen, leite das Gespräch so ein „Mir fällt es wirklich schwer, das folgende Thema anzusprechen … „ o.ä.

Deine Worte sind ein wichtiges Feedback für denen Lehrer. Du gibst ihm die Chance, deine Sichtweise auf seinen Unterricht zu erleben und daraus möglicherweise zu lernen. Es kann sein, dass das nach hinten los geht, vielleicht auch nicht. Das ist für dich letztlich nicht relevant, denn du hast dich innerlich schon verabschiedet und wirst ihn vermutlich nicht mehr lange sehen. Sag auch das, was dir gefallen hat (wobei der Ausdruck „nicht schlecht“ nicht gerade von überbordendem Enthusiasmus deinerseits spricht :D).

Wenn du ein persönliches Gespräch nicht möchtest, könntest du mit einer Mail kündigen und dort alles reinpacken. Da gibst du ihm auch etwas Zeit für seine vermutliche Überraschung. Ein Gespräch im Anschluss finde ich aber schon wichtig.

Toi, toi, toi und liebe Grüße

chiarina
 
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Danke euch beiden für die Antworten. Ich wusste nämlich gar nicht sicher, ob diese Wahrnehmung überhaupt schlüssig ist, denn, wie erwähnt, ist ja objektiv nichts falsch. @chiarina auf die Idee, einfach zu sagen, dass es schwer fällt, war ich noch gar nicht gekommen! Ich seh ihn vor der Urlaubspause noch einmal, werde das also so machen, dass ich davor das schonmal ankündige:super:
Wie lange hast du denn schon Unterricht bei ihm? Eine gewisse Eingewöhnung brauchts bei jedem neuen Schüler. Man muss ja auch erstmal rausfinden, wie man den kriegt ... und das ist zumindest in meiner Erfahrung bei jedem etwas anders.
@DerOlf ja, das dacht ich mir auch, habe deshalb etwas gewartet, jetzt ist "aber" schon ein 3/4 Jahr um. Ich glaube nicht, dass sich da in Zukunft so wahnsinnig viel ändern wird.
 
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Aber ich hab irgendwie dauernd, zumindest zu Beginn der Stunde, das Gefühl, kritisch beäugt zu werden
Das verstehe ich nicht. Ist es nicht genau der Job eines KLs, das zu tun?

Davon abgesehen, wenn es nicht passt, passt es nicht. Und das kann und soll man ohne ein schlechtes Gewissen kommunizieren.
 
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jetzt ist "aber" schon ein 3/4 Jahr um. Ich glaube nicht, dass sich da in Zukunft so wahnsinnig viel ändern wird.
Nö ... nach einem Dreivierteljahr ist das nicht zu erwarten.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass Menschen etwas zu ungeduldig mit ihrer Lehrkraft sind ... bei "3 Wochen" hätte ich gesagt, dass du ihm einfach noch mehr Zeit geben solltest.

Gehörst du auch zu denen, die Wochenlang in etwas drinhängen, weil sie einfach nicht wissen, wie sie den Ausstieg kommunizieren sollen?
Mir geht das immer wieder so ... ich will niemanden enttäuschen, die Leute nicht hängen lassen, es trotzdem durchziehen und so weiter und so fort.

Ich glaube, das es dabei unbewusst um die Schönheit des "looking-glass-self" geht ... ich will nicht als der gesehen werden, der es beendet hat und mich nicht als den sehen, der "aufgegeben" hat.
Manchmal lohnt das die Mühe ... aber meistens ist es nur anstrengend bis es von selbst zerfällt.
 
Ich glaube ja, mit dem Lehrer ist in diesem Fall gar nichts falsch.
Sondern Katt kommt einfach mit einem Mann bzw. vielleicht auch einer Lehrperson mit einem männlichen Unterrichtsstil (klar, sachorientiert, nüchtern) nicht klar.
Es muss für sie anscheinend alles irgendwie immer so total emotional sein.
 
So Gesangslehrermäßig: "stell' dir vor, du stehst auf einer duftenden Blumenwiese und atmest tieeef ein...". :müde:
 
Das verstehe ich nicht. Ist es nicht genau der Job eines KLs, das zu tun?
Ja, natürlich! :003: Aber für mich kommt es auf die Haltung an, also, wenn ich das mal arg überspitze:
A: spielt was.
B: langes Schweigen.
A: unsicheres Grinsen.
B: ja, also, seitdem du hier bist, wurde x schon besser,
(A kann das eigentlich nicht ganz nachvollziehen)
B: aber... wieder Schweigen und Umschreibung, dass es ihm eigentlich nicht passt.

Wir können super miteinander an den Sachen arbeiten, das ist auch immer der spaßigste Teil der Stunde. Aber wie gesagt, zwischen den Stunden hab ich auf die nächste wenig Lust.
@hasenbein :lol:
Mein KL in England war btw ein Mann. Und es gäbe hier im Forum ebenfalls männliche Personen, bei denen ich gern mal eine Stunde nehmen würde. Dein Kommentar liest sich total herrlich:-D
 
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  • #11
B: ja, also, seitdem du hier bist, wurde x schon besser,
sowas hat mein Lehrer nie gesagt. Der hat gesagt: "Lob macht eingebildet".

(A kann das eigentlich nicht ganz nachvollziehen)
btw: bei gutem Unterricht merkt man m.E. selbst, was sich verbessert und auch warum (eben weil man die im Unterricht besprochenen Übestrategien beherzigt.
 
  • #12
Bei meinem aktuellen KL ist es so, dass ich selten auf die Stunden wirklich Lust habe.
Bei meinem Lehrer hab ich nun aber das Gefühl, Dinge tun zu müssen, weil halt etwas gesagt oder erwartet wird.
Aber ich hab irgendwie dauernd, zumindest zu Beginn der Stunde, das Gefühl, kritisch beäugt zu werden
Manchmal ist es nur ein Bauchgefühl, dass das, was man eigentlich im aktuellen Moment braucht nicht das ist, was man bekommt. Ohne dass man es analytisch auseinanderdividieren und genau benennen kann. Das ändert nichts daran, dass das Bauchgefühl stimmt.

Insgesamt hört sich die Unterrichtsbeziehung so an, als ob Du zuwenig persönliche Resonanz von Deinem Lehrer bekommst. Er selbst kann das ganz anders sehen und empfinden. Aber entscheidend ist doch, wie Du es empfindest.

Wie sagt man also, dass man nicht klar kommt?
Ich würde ihm sagen, dass Du ihn als Lehrer sehr schätzt, aber dass der Unterricht aktuell nicht ganz das ist, was Du brauchst und Dir vorstellst, und dass Du genau über diesen Schritt nachgedacht hast. Und dass Du gerne später, wenn Du selbst mehr Klarheit gewonnen hast, ihm nochmals Rückmeldung geben kannst, welche Faktoren genau aus Deiner Sicht ausschlaggebend waren.
 
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  • #13
Wir können super miteinander an den Sachen arbeiten, das ist auch immer der spaßigste Teil der Stunde. Aber wie gesagt, zwischen den Stunden hab ich auf die nächste wenig Lust.
Erinnert mich an diesen Blödsinn, den manche in bezug auf Partner von sich geben: "Eigentlich verstehen wir uns super, wenn wir zusammen sind, ist es total schön - aber wenn wir uns nicht sehen, habe ich irgendwie gar nicht diese Schmetterlinge und totale Sehnsucht."
Meines Erachtens wird hier ein Nicht-Problem zu einem solchen gemacht, aus merkwürdigen Befindlichkeiten heraus.
 
  • #14
Es kann aber auch sein, dass Katt in England die Erfahrung gemacht hat, wieviel mehr Fortschritte sie macht bei einem Unterricht, der ihre Eigenständigkeit und Eigenverantwortung fordert und fördert anstatt immer zu sagen „mach dies, mach das“. Und wieviel mehr Freude und Motivation ihr ein solcher Unterricht gibt. Und dass der Unterricht beim jetzigen Lehrer nicht das Verständnis von Musik fördert, auch etwas gemeinsam entwickelt wird, sondern der Lehrer sehr direktiv ist und eine sehr einseitige Kommunikation führt.

Das habe ich jedenfalls ihrem ersten Beitrag entnommen und das passt auch zu ihrem Auftreten hier im Forum.

Liebe Grüße

chiarina
 
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  • #15
@Flint es gibt Aufnahmen von der Zeit vor und der Zeit mit dem Unterricht. In diesem vom Lehrer erwähnten Punkt, kann ich keine speziellen Unterschiede feststellen. Ob und was sich verbessert, merke ich selbstverständlich jedes Mal, wenn ich am Klavier sitze. :)

@chiarina yes!
 
  • #16
sowas hat mein Lehrer nie gesagt. Der hat gesagt: "Lob macht eingebildet".
"nicht gemeckert ist genug gelobt", oder was?
Sorry, aber nein.
Es motiviert, wenn der/die KL (an)erkennt, dass man sich bemüht und dass man sich verbessert hat. Man kann UND SOLL das Gute und das Schlechte benennen. Und dann vorrangig am Schlechten arbeiten, dafür ist man ja da.
 
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  • #17
Lob im Unterricht iost so ein ganz eigenes Kapitel.

Man kennt es aus der eigenen Schulzeit ... meist wird man nur indirekt gelobt ("nehmt euch mal ein Beispiel an ...").

Es herrscht ein Problembewusstsein, welches alles überschattet. Dabei weiß man eigentlich, dass gelegentliches Lob motivieren kann und sich einige Probleme bei ausreichender Motivation beinahe von selbst lösen.
Dennoch ist es der Job des Lehrers, Probleme zu bearbeiten ... also werden auch vor allem Schwächen thematisiert ... sie sind das eigentliche Thema des Unterrichts.
Leider bleibt da kaum Raum für die Frage, was einen Schüler motivieren könnte, in einer guten schulischen Leistung ein lohnendes Ziel zu sehen.

"Nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben". Der Spruch ist wahr ... aber für Schüler und Schülerinmnen im deutschen Schulsystem kaum zu glauben.
Das "Wofür soll ich den ganzen Scheiß mal brauchen?" ist schnell da.
Die Antwort - das "dafür, dass ich später selbst entscheiden kann, in welche Richtung ich weitermache!" - kommt meist erst viel später.
 
  • #18
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  • #19
@Flint
Ich möchte wetten, dass es dich frustrieren würde (zumindest auf Dauer), wenn dein Lehrer das scheinbar immer anders sieht, als du.

Ich spreche auch nicht von rein pädagogischem Lob (man lobt den Schüler in der Hoffnung, dass er dann mal was tut), sondern von feinen Fühlerchen dafür, ob der Schüler bei sich Fortschritte sieht und ein wenig positive Verstärkung angebracht ist oder ob er Fortschritte nicht bemerkt und man ihn vielleicht mal drauf hinweisen sollte, dass er sich wirklich verbessert hat.

Das darf halt nicht so saftlos kommen, wie @Katt das hier beschreibt, denn dann funktioniert es nicht.
 
  • #20
Das darf halt nicht so saftlos kommen, wie @Katt das hier beschreibt, denn dann funktioniert es nicht.
Du meinst, so ein ordentlicher Klaps auf die Schulter?
"Wallah, gut gespielt. Vertrau' mir, Bruder!"
 
  • Traurig
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