Was die Klavierbauer noch nicht begriffen haben (und im Geigenbau seit jeher Standard ist)

  • Ersteller Ersteller Flint
  • Erstellt am Erstellt am

F

Flint

Registriert
09.03.2024
Beiträge
247
Reaktionen
69
 
  • Like
Reaktionen: ganzenote

Wenn Du die Kosten dafür aufbringst, mache ich dir das in fast jeder gewünschten Teilung.
 
Geigen gibt's doch sogar mit extra langer Mensur, für Leute die zu grobmotorisch zum Intonieren sind. Die heißen dann Viola.
 
  • Like
Reaktionen: Peter und Flieger

Wenn Du die Kosten dafür aufbringst, mache ich dir das in fast jeder gewünschten Teilung.
Wäre ein Leichtes für die Fabriken, 2-3 Reihen aufzulegen. Da muss nicht jedes Klavier einzeln vermessen werden. Macht die Modebranche so, machen Kühli- und WaMa-Hersteller so etc.
Der Klavierbauer sagt hingegen gern: "Mach'n wa schon imma so".
 
Geigen gibt's doch sogar mit extra langer Mensur, für Leute die zu grobmotorisch zum Intonieren sind. Die heißen dann Viola.
Nee, isklar! Und auf'm Bau spielen se Cello...
 
Der Klavierbauer sagt hingegen gern: "Mach'n wa schon imma so".
Das wäre zu einfach, es darauf hinunterzubrechen.
Im Vergleich zu ner Geige* ist ein Klavier nun mal nicht mobil, relativ platzraubend und relativ teuer. Stelle Dir mal eine Musik(hoch)schule vor oder das Vorhalten von Bühnenausstattung. Oder ne Familie mit drei unterschiedlich kleinen/großen Kindern, zwei Erwachsenen, alle klimpern. Wie viele Klaviere willste in die Wohnung stapeln? Da macht es schon Sinn, sich auf einen Standard zu einigen, der am Ende halt ein Kompromiss ist.
Mir wären für meine Wurstfinger z.B. breitere weiße Tasten oder/und schmalere schwarze lieber. Beim nächsten ist es wieder genau umgekehrt...

*) gibt es denn für Erwachsene überhaupt unterschiedliche Geigengrößen? Die fiedeln doch auch alle nur auf ner "ganzen", oder nicht?
 
  • Like
Reaktionen: Monsieur_Barso, sputnik57, abschweb und 10 andere
*) gibt es denn für Erwachsene überhaupt unterschiedliche Geigengrößen? Die fiedeln doch auch alle nur auf ner "ganzen", oder nicht?
Nö. Die Meisten zwar, aber es gibt durchaus 7/8 Geigen. Sog. "Damengeigen".

Wie viele Klaviere willste in die Wohnung stapeln?
Das kommt auf die Deckenhöhe an. Ich wohne ja gern im Altbau.
Aber im Ernst: es ist wohl ein Unterschied, ob eine Familie mehrere Klaviere vorhält oder ein Konzerthaus, das SOWIESO mehrere Klaviere vorhält, damit versnobte Pianisten ihre Lieblingsmarke wählen können. Da könnte genauso gut Eines 7/8 Größe haben. Hast doch die Leute im Video gesehen, was für eine Erleichterung die spüren. Und es ist auch ein Unterschied, ob sich eine Familie auf einen Kompromiss einigt (aus einer VORHANDENEN Auswahl) oder die Industrie den "Kompromiss" vorgibt.
Dein Argument erinnert mich an meinen dumpfen Tischlermeister, der meinte, die niedrige Hobelbank hätte ihm auch nicht geschadet. Jomei..., aber MIR! Warum soll ich 8 Stunden gebückt stehen? Frage für einen Freund, der ist Orthopäde...
 
Zuletzt bearbeitet:
Und es ist auch ein Unterschied, ob sich eine Familie auf einen Kompromiss einigt (aus einer VORHANDENEN Auswahl) oder die Industrie den "Kompromiss" vorgibt.
Es macht genauso einen Unterschied, ob die Industrie einen Kompromiß einfach willkürlich vorgibt, oder ob er sich über Jahrhunderte ergibt.
Es ist ja nicht das erste mal, dass Klavierbauer diese Idee haben ... dass es dennoch nur wenige Hersteller gibt, die schmalere Tasten anbieten, könnte auch dem Markt geschuldet sein.
Das Problem der kleinen Hände gibt es ja auch nicht erst seit 25 Jahren ... wahrscheinlich war es bisher nie profitabel genug, sowas in Serie zu produzieren.
Auch bei Bechstein wird das eher als Nischenprodukt gesehen werden, dessen primäre Aufgabe es ist, den Namen in der Fachpresse zu platzieren.
 
Das Problem der kleinen Hände gibt es ja auch nicht erst seit 25 Jahren
Stimmt. Aber Cembalos und Orgeln gibt es seit mehr als 25 Jahren. Und die haben gewöhnliche schmalere Tasten. Gut, da braucht man mehr stumme Fingerwechsel, aber ob das der einzige Grund ist, oder schlichte Gewohnheit? Klaviere sind im Grunde erst seit den Virtuosen mit den Riesenpranken verbreitet. Genauso ist es mit der Höhe. Für etliche Menschen sind die Teile einfach zu niedrig. Interessiert keine Sau. Ich habe Meines auf Pflastersteine aufgebockt.

Auch bei Bechstein wird das eher als Nischenprodukt gesehen werden, dessen primäre Aufgabe es ist, den Namen in der Fachpresse zu platzieren.
Interessanter Gedanke... :heilig:
 
  • #10
Nachdem die Menschen mit jeder Generation größer werden sollte es sich mit diesem Problem reziprok verhalten.
 
  • Like
Reaktionen: Flieger
  • #11
Interessanter Gedanke
Ich finde den Gedanken absolut nicht abwegig, aus Marketinggründen etwas zu entwickeln, dessen Marktreichweite begrenzt zu sein scheint.

Das sich die Betroffenen darüber extrem freuen würden, ist keine Frage.
DIe Frage ist aber leider auch eine der Kosten ... umrüsten lassen kann man schon heute ... wenn man nach dem Flügelkauf noch das nötige Kleingeld übrig hat.
Die Frage für einen Hersteller ist aber immer auch, ob sich das für vielleicht 10% der Pianisten auch lohnt.
Würde Bechstein damit nun einen kometenhaften Aufstieg hinlegen, könnte das bei den anderen zu einem Umdenken führen.

Wer baut @Peter seinen Flügel* mit mehr Platz zwischen den schwarzen Tasten?
Für etliche Menschen sind die Teile einfach zu niedrig. Interessiert keine Sau. Ich habe Meines auf Pflastersteine aufgebockt.
Unter meines hatte der Vorbesitzer (einer von ihnen) Rollen montiert. Knapp 3cm höher ist es dadurch geworden.
Unter den Pedalen liegt ein dickes Holzbrett, damit ich den Fuß nicht bis zum Schienbein hochklappen muss, um das Pedal aufzulösen und ich musste nach einem Hocker Ausschau halten, der sich auf fast 60cm hochkurbeln lässt.

Ich empfinde die normale Höhe des Spieltisches als beinahe optimal ... meiner sitzt zu weit oben.
Ich kann aber sehr gut verstehen, dass es doof ist, wenn man die Knie nicht gut unter den Spieltisch bekommt.

Da dieses Problem allerdings sehr einfach zu lösen ist (Pflastersteine reichen ja), frage ich mich schon, warum es nicht einfach gemacht wird. Etwas längere Beine und Lyra und der Spieltisch liegt 5cm höher. Das müsste bei Flügeln nichtmal ein anderes Modell sein.
Klaviere sind da etwas schwieriger, denn da hängt die Höhe des Spieltisches ja auch etwas davon ab, wo die Hämmer die Saiten treffen sollen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #12
  • Like
Reaktionen: Peter
  • #13
Das würde ich ja sogar noch selber hinbekommen. Aber der Flügel* gehört ja jetzt meinem Bruder; da lasse ich die Hände von.
 
  • #14
Super, dass immer mehr Klavierbauer den Bedarf eines vermutlich ziemlich großen Personenkreises erkennen. Jetzt fehlen nur noch Yamaha* und Kawai* !

Für die Klavierhersteller müsste es auch ein Plusgeschäft sein, denn viele Personen mit kleinen Händen - v. a. natürlich Frauen, aber auch etliche Männer - würden dann überhaupt erst an einen Flügelkauf denken oder ernsthaftes Klavierspielen wird überhaupt erst dadurch oder wieder für sie möglich. Ein riesiger Kundenkreis, der momentan noch völlig hinten runterfällt.

Auf der akustika in Nürnberg habe ich einen Sirius 5.5 von Steingräber angespielt. Das wäre eigentlich die richtige Tastaturgröße für meine Hände, um keine Abstriche beim Repertoire machen zu müssen. Ein cm mehr Griffweite in der rechten Hand macht einen riesigen (!) Unterschied, ob etwas überhaupt spielbar ist, ob man es schön ausgestalten kann (Stimmen hervorheben usw.) und vor allem auch im Verletzungsrisiko.

Ich habe es auch so satt, mein Repertoire anpassen zu müssen und immer diese fiesen Verspannungen in der rechten (Mini-)Hand bei bestimmten Komponisten/Stücken zu bekommen.

Ein Streichinstrument ist nach meiner Erfahrung viel (!) handfreundlicher als ein Normklavier, auch wenn es ein 4/4-Instrument ist. Ich spiele mit Begeisterung auf einem 4/4-Cello.

Vielen Dank @Flint fürs Posten, es ist so wichtig, dass dieses Thema immer wieder aufgegriffen wird. Steter Tropfen höhlt den Stein.

Quelle der Graphik: https://www.researchgate.net/publication/287901848_PIANIST_HAND_SPANS_GENDER_AND_ETHNIC_DIFFERENCES_AND_IMPLICATIONS_FOR_PIANO_PLAYING
 

Anhänge

  • Hand Spans_Pianists.webp
    Hand Spans_Pianists.webp
    22,9 KB · Aufrufe: 31
  • Like
Reaktionen: Stilblüte und Flint
  • #15
Zuletzt bearbeitet:
  • #17
Da dieses Problem allerdings sehr einfach zu lösen ist (Pflastersteine reichen ja), frage ich mich schon, warum es nicht einfach gemacht wird.
Wie Du schon bemerkt hast, steigt damit auch das Pedal. Sehr unbequem. Ich habe deshalb das rechte Pedal UNTER das Klavier versetzt. Dazu muss man den Boden durchbohren, um den Zug mit dem Hebel zu verbinden. Viele Leute trauen sich ja nichtmal, ihr Klavier überhaupt nur zu öffnen, weil die Klavierbauer da ganz schlimme Ereignisse prophezeien...
 
  • #19
Aber im Ernst: es ist wohl ein Unterschied, ob eine Familie mehrere Klaviere vorhält oder ein Konzerthaus, das SOWIESO mehrere Klaviere vorhält, damit versnobte Pianisten ihre Lieblingsmarke wählen können.
Die ganz großen Konzerthäuser könnten sich das möglicherweise leisten. 99% aller Konzerte dieser Welt finden aber auf nicht ganz so großen Bühnen statt - und die haben in der Regel genau 1 Instrument für den Konzertgebrauch.

Das heißt im Umkehrschluss, dass jeder professionelle Pianist, der nicht gerade mit dem eigenen Flügel* herumtingelt, gut daran tut, sich an die gängigen Instrumente zu gewöhnen. Zu Hause auf einem 7/8-Flügel üben und dann auf einem 1/1-Flügel zu konzertieren, funktioniert nicht.
 
  • Like
Reaktionen: Cheval blanc, Flieger, Charly70 und 2 andere
  • #20
Die ganz großen Konzerthäuser könnten sich das möglicherweise leisten. 99% aller Konzerte dieser Welt finden aber auf nicht ganz so großen Bühnen statt
Letzteres mag zwar stimmen, aber ich zähle Gemeindehäuser udgl. nicht zu den "Konzerthäusern". Kenne mich hinter den Kulissen nicht aus, aber m.W. ist das in städtischen Konzerthäusern, Opernhäuern etc. völlig normal, verschiedene Flügel zur Auswahl zu haben. Hier ist das so und wir sind keine Weltstadt. Eher Proletenhochburg.
 
×
Dir gefällt Clavio.de? ❤️ Lasse dir unsere neuesten Inhalte in der Google-Suche ganz oben anzeigen!

Affiliate/Werbung
Yamaha
YDP-165 B Arius
1.079 €
Jetzt kaufen
Zurück
Oben Unten