Warum werden die Stücke von Einaudi hier so negativ gesehen?

  • Ersteller Ersteller annibee
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  • #83
Also ich ertrage, zumindest auf dem Klavier, Einaudi ähnlich schlecht wie Bach. Das ist keine Wertung, sondern einfach nur ein Fakt. Zu den meisten Klavierstücken von Bach bekomme ich einfach keinen Zugang. Zu Einaudi schon, wird aber schnell langweilig.
 

  • #84
Niemand kann mir befehlen, ein Kunstwerk zu mögen oder schlecht zu finden.
Es geht in dem Zusammenhang aber nicht darum, ob du etwas magst oder nicht. Ich z.B. mag die Appassionata nicht sonderlich, aber das ändert ja nichts an ihrer Bedeutung als Kunstwerk.
 
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  • #85
Mir gefällt die Appassionata hingegen sehr gut.
Aber von was für einem Zusammenhang sprichst du? Ich habe schon den Eindruck, dass es hier (unter anderem) darum geht, was einem gefällt. Und darum, was als künstlerisch hochwertig gilt. Und wie sehr sich diese beiden überschneiden.
 
  • #86
Ich habe mir jetzt Fly mal angehört, nachdem das Forum indirekt dazu geraten hat.
Bach und Jim Morrison wird es wohl nicht gleich verdrängen, aber zum Spaß Lebenszeit vergeuden, nur um hier damit anzugeben ☺️, dass ich das Lied 😸 lerne, das würde mich schon reizen 😁.

Mal sehen, wie meine Lehrerin reagiert..
 
  • #87
"leere Virtuosität"
4′33″ ?

Allerdings habe ich bisher jedes Mal nach spätestens einer Minute ausgeschaltet, weil es mich gleichermaßen musikalisch gelangweilt und auch emotional nicht angesprochen hat.

Das ist bei mir genauso, aber viel habe ich nicht von ihm gehört. Das wenige hat mir gereicht und mich genervt.

Bin halt noch eine Anfängerin
:konfus: :denken:
 
  • #88
Niemand kann mir befehlen, ein Kunstwerk zu mögen oder schlecht zu finden.
Das ist Dir natürlich unbenommen! Ich kann es nur nicht ertragen, dass im Bereich Kunst (im weitesten Sinne) jeder meint, mitreden zu können. Es geht ja auch niemand hin und sagt, die Anwaltsarbeit, das verrichtete Handwerk, o.ä. sei Geschmackssache... Mach das mal bei Deinem KFZ-Meister! Danach kannst Du Dir ne neue Werkstatt suchen. :-D Künstler aber müssen es ertragen, dass offensichtlich Unkundige Ihren (nicht oftmals nicht vorhandenen) Geschmack als Maßstab anlegen.
 
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  • #89
Ich schreibe ja, dass Kunst AUCH (also nicht ausschließlich) Geschmackssache ist. Und ich kann auch zwischen den Aussagen "Das gefällt mir" und "Das ist [objektiv] gut" unterscheiden. Ich würde mir nicht anmaßen, einem Künstler zu erklären, ob seine Arbeit gut ist. Aber wenn er mich fragt, ob es mir gefällt, bekommt er Feedback.
 
  • #90
Ich schreibe ja, dass Kunst AUCH (also nicht ausschließlich) Geschmackssache ist.
Im Gegensatz zu Deinen folgenden Zeilen ist der Satz hier leider falsch. Das positive oder negative Empfinden von Kunst ist Geschmackssache, nicht die Definition von Kunst an sich. Ansonsten bin ich gerne bei Dir.
 
  • #92
Im Gegensatz zu Deinen folgenden Zeilen ist der Satz hier leider falsch. Das positive oder negative Empfinden von Kunst ist Geschmackssache, nicht die Definition von Kunst an sich. Ansonsten bin ich gerne bei Dir.
Von der Definition habe ich auch nirgends geschrieben. Wie lautet die denn deiner Meinung nach?
Wer darf definieren, was Kunst ist, und was nicht?
Hat Kunst überhaupt einen Sinn (oje, hier geht gleich das nächste Kapitel auf ;) ), wenn sie nicht den Geschmack, die Ästhetik, die Empfindung, ... (alles nicht-rational) anspricht?

In Kunst steckt bisweilen sehr viel Handwerk, aber nicht nur. Und dieser letzte Rest ...

Ich behaupte weiterhin: Wann immer Kunst im Spiel ist, ist der Geschmack auch involviert.
 
  • #93
Aber was hier teilweise für "verdrehtes" Zeug steht ist schon spannend.
Vielleicht liegt es ja auch am "vermaledeiten" postmodernen Relativismus, der sich durch mein Studium ziehen mag, dass ich bestimmte Dinge durchaus anders sehe. Einige Zirkelschlussargumente kann man dennoch entdecken, die fernab aller Ideologien problematisch sind.
Zwei Fragen: Auf welche Aussagen beziehst du dich konkret? Und durch welches Studium zieht sich der postmoderne Relativismus?
 
  • #94
Wer darf definieren, was Kunst ist, und was nicht?
Immerhin durfte Chopin über Schumanns „Carnaval“ sagen, dass das gar keine richtige Musik sei. Ich bezweifle, dass Chopin als Grund etwas anderes als Geschmack nennen konnte.

Sein Urteil begründet sich auf einer speziellen Ästhetik, und diese sollte doch jedem zugestanden werden, ab dem Moment, indem man in der Lage ist, zwischen zwei verschiedenen Klangergebnissen vergleichen zu können.
 
  • #95
Zwei Fragen: Auf welche Aussagen beziehst du dich konkret? Und durch welches Studium zieht sich der postmoderne Relativismus?
ich habe es gelöscht, bzw gar nicht in der Form absenden wollen. Der Ton in meinem Kommentar war nicht angebracht

Den Thread habe ich schon vor 2 (?) Tagen gefunden und es war von Anfang an eine erwatrbare Ablehnung von Einaudis Musik zu sehen, die aber schnell teilweise unsachlich wurde.

Zu deinen Fragen:
Die Aussage "vermaledeiter postmoderner Relativismus" ist ein Zitat aus dem Thread, welches ich ganz witzig fand. Es ging um die Haltung zum Thema Geschmack und Objektivität. Hatte nichts mit meinem Studium zu tun, außer dass eingie Studierenden versuchen die Musikgeschichte weiter auszudifferenzieren und Mythen/romantisierten Darstellungen genauer unter die Lupe zu nehmen. War wie gesagt nicht sonderlich nett und deswegen wurde es auch wieder gelöscht.
Ich studiere Musikwissenschaft mit historischem Schwerpunkt und will mich in meiner BA mit dem Thema Crossoverphänomen (zwischen E und U Musik) beschäftigen. Dazu kann man ja auch Einaudi zählen, je nachdem aus welcher Perspektive man es betrachtet.

Sobald ich mehr Zeit habe, antworte ich ausführlicher
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #96
Es geht in dem Zusammenhang aber nicht darum, ob du etwas magst oder nicht. Ich z.B. mag die Appassionata nicht sonderlich, aber das ändert ja nichts an ihrer Bedeutung als Kunstwerk.
Richtig, das ist die gebildete, "erwachsene" Haltung. Persönlich mögen tut man etwas vielleicht nicht so, weiß aber genug Bescheid und hat genug Kunstempfinden, dass man weiß, dass es unabhängig vom eigenen Geschmack ein großes Kunstwerk ist.
Genauso mag man etwas zwar vielleicht, weiß aber beispielsweise, dass es keine hohe Kunst ist.
Zu sagen "ich mag es (oder" ganz viele mögen es doch!")" und daraus zu folgern, dass es daher ein gutes Kunstwerk ist, ist hingegen ungebildet und im Grunde teeniehaft.
 
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  • #98
Wie lautet die denn deiner Meinung nach?
Wer darf definieren, was Kunst ist, und was nicht?
Hat Kunst überhaupt einen Sinn (oje, hier geht gleich das nächste Kapitel auf ;) ), wenn sie nicht den Geschmack, die Ästhetik, die Empfindung, ... (alles nicht-rational) anspricht?
Stoff für einen weinseligen Abend!

Eine wesentliche Anforderung an Kunst ist es, dass sie berühren muss, etwas im Betrachter/Hörer verändern, im besten Fall etwas auslösen, einen Impuls setzen. Das darf durchaus auch Negatives sein. Man darf/soll Kunst auch ablehnen, ja sogar hassen. Sie darf nicht nur zu Tränen rühren, sondern kann durchaus Agressionen auslösen. Könnte man nicht sogar sagen: Je mehr Bewegung/Wirkung, desto Kunst?

Bleibt sie belanglos, wird übersehen, nicht beachtet, überhört, so ist es (fast immer) keine Kunst. Und hier ist Eunaudi FÜR MICH ein prima Beispiel, denn er hat sowohl das eine als auch das andere geschaffen. Fahrstuhlmusik zum Überhören auf der einen Seite und ebenso Stücke, die starke Bilder erzeugen bzw. sie als Filmmusik unterstreichen. Das Gleiche gilt m.E. auch für Mozart, z.B.

Du hast recht, Kunst ist sinnlos (bzw. eben keine Kunst, wenn sie nicht bewegt. Das Wörtchen „Geschmack“ ist da allerdings fehl am Platz, da bei Geschmack auch Mode und Stilistik eine sehr bedeutende Rolle spielen. Und diese beiden haben mit Kunst nun fast nichts zu tun.

Wer darf definieren?
Nun gibt es nicht wenige Philosophen, die hier den Künstler als allein definitionsberechtigt ansehen.
Damit habe ich so meine Probleme und da ich weiß, dass ich nix weiß, stelle ich mich auf den Standpunkt, dass letztendlich die Geschichte definiert, was Kunst ist und was nicht. Und auch die ist nicht gänzlich unfehlbar...
 
  • #99
Wenn ich sowas wie die französiche oder englische Suite höre, kriege ich unweigerlich Kopfschmerzen weil es so anstrengend ist.
Du kriegst Kopfschmerzen, wenn Du diese Bach-Suiten hörst?

Glaube ich nicht.

CW
 
  • #100
Du kriegst Kopfschmerzen, wenn Du diese Bach-Suiten hörst?

Glaube ich nicht.

CW
Wahrscheinlich hat ein Ex-Partner damals immer die französischen Suiten aufgelegt, um mit dem Zaunpfahl zu winken: "Schatz, ein Blowjob wäre jetzt nicht schlecht". Prompt hat nispi mit Kopfschmerzen reagiert ("heute nicht, Mausebär"). Dann pawlowsche Konditionierung -> Exfreund weg, aber Kopfschmerzen bei französischen Suiten bleiben. Doof gelaufen!
 
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