Warum werden die Stücke von Einaudi hier so negativ gesehen?

  • Ersteller Ersteller annibee
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  • #61
Aber sehr, sehr schnell ist die Diskussion in größeren Teilen gekapert worden und bei einigen von einer fachlich-neutralen Ebene hin zu einem Bashing u.a. von denen, die bestimmte Sachen mögen oder spielen geworden.
Wo denn?

Ich lese nur Kritik an der Sache (also an der Musik Einaudis). Bashing auf persönlicher Ebene finde ich beim besten Willen nicht. Kann es sein, dass du bei deiner Fragestellung andere Antworten erhofft hast und die Kritik an der Musik nun auf dich selbst beziehst?

Ich finde Einaudi furchtbar langweilig und empfinde seine Musik als eine Beleidigung meines Intellektes. Die Empfindung musst du ja nicht teilen, aber solche Meinungen musst du schon aushalten.
 
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  • #62
In diesem Thread eigentlich viel inhaltlich viel interessantes. Ich habe jetzt erstmals bewusst etwas von Einaudi angehört und erfahren, dass er rätselhafterweise einmal Assistent von Berio war.
 
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  • #64
, dass er rätselhafterweise einmal Assistent von Berio war.
So rätselhaft ist das gar nicht. Er ist einer von denen, die hochkomplex komponieren konnten und sich dann mit schlichteren Kompositionen der Einfachheit zugewandt hat. Auf anderer Ebene hat das auch Franz Liszt an seinem Lebensende gemacht. Und auch Simeon ten Holt, der jahrelang seriell komponierte, bevor er sich repetitiver Musik zuwandte.
 
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  • #65
Die Rubrik ist Anfängerfragen.

Dass auch diese Rubrik für „Literaturkritiker“ ist, hatte ich nicht gesehen, das habe ich wohl übersehen.
Aber von wem wolltest du denn eine Meinung hören? Von Anfängern, die Einaudi auch mögen?
Abgesehen davon kannst du ja spielen, was dir gefällt.
 
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  • #66
Auf anderer Ebene hat das auch Franz Liszt an seinem Lebensende gemacht.
Nein. Er hat ja nicht - wie Einaudi - auf schon lange Dagewesenes zurückgegriffen, um daraus Gefälliges zu basteln. Liszt hat seine frühere, machmal vielleicht sogar etwas oberflächliche Virtuosität gegen eine neue, harmonisch äußerst kühne Expressivität eingetauscht und damit den Weg in die Atonalität gewiesen.

Einaudi hat es sich in der Vergangenheit bequem gemacht, Liszt hat die Zukunft vorweggenommen.
 
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  • #67
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  • #69
Hm. Ein Anfänger freut sich aber über Erfolge in vermeintlich Einfachem und Belanglosem. Einem Leseanfänger erkläre ich vor dem Hintergrund nicht, dass seine Büchlein, die er sich aufgrund seiner Fähigkeiten erst erlesen kann, Schund sind. Ich erkläre ihm doch eher bei Nachfrage, dass ich verstehe und sehe, was er leistet und dass er irgendwann vielleicht Schwierigeres lesen will und kann (und ich die Bücher meinetwegen nicht lesen möchte). Im Moment wirkt es auf mich so, als würden sich hier die Reich-Ranitzkies und Schecks usw. auf die Frage hin überbieten wollen. In einer Rubrik für Fragen für KlavierANFÄNGER hätte ich jetzt eher erwartet, dass man da nicht in ein solches Gebahren rutscht, aber gut. Danke für eure Antworten.
Es heißt korrekt "Reich-Ranicki" und "Gebaren". 😁

Man kann mühelos Leseanfänger sein, ohne eine einzige Zeile "Schund" zu lesen.

Du denkst trotz einiger Erläuterungen hier immer noch, wir würden uns gegen Einfachheit wenden. Nein, tun wir nicht. Es gibt sehr simple Lieder oder Popsongs, die große Kunst sind. Einfachheit ist nicht das Gleiche wie Trivialität. Im 19.Jahrhundert gab es so manche "Salonstücke", die wesentlich weniger einfach strukturiert waren als Einaudi, aber nichtsdestotrotz trivial und ohne musikalischen "Nährwert" waren. Es gibt auch Begriffe wie "leere Virtuosität".
 
  • #70
Ich habe gesehen, dass es hier einige gibt, die Einaudi gar nicht gut finden, und dass sogar ein Titel gesucht wird für ein Lied, das sehr gefällt - aber wenn es von Einaudi sein sollte, kann es nicht gespielt werden. Da er meinen Ohren gefällt, interessiert mich, was an seinen Stücken die Abneigung hervorruft.
Erst fragst Du danach, was die Abneigung hervorruft.

Wir antworten ausführlich.

Danach beschwerst Du Dich, was für Elitisten wir seien, statt einfach beispielsweise zu sagen: "Vielen Dank, das war mal sehr interessant, als Anfängerin zu hören, was Fachleute, also gestandene Musiker, dazu so sagen. Lehrreich und 'food for thought'!"
 
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  • #71
Ein Anfänger freut sich aber über Erfolge in vermeintlich Einfachem und Belanglosem.
Joa...
Einaudi ist aber nicht nur "einfach und belanglos", sondern m.E. (Achtung, Unterstellung!) gezielter Verblödungstrash ähnlich wie RTL II.
Für Anfänger gibt es unzählige leichte Literatur, an der man sich über Fortschritte freuen kann.
 
  • #74
Nein. Er hat ja nicht - wie Einaudi - auf schon lange Dagewesenes zurückgegriffen, um daraus Gefälliges zu basteln. Liszt hat seine frühere, machmal vielleicht sogar etwas oberflächliche Virtuosität gegen eine neue, harmonisch äußerst kühne Expressivität eingetauscht und damit den Weg in die Atonalität gewiesen.

Einaudi hat es sich in der Vergangenheit bequem gemacht, Liszt hat die Zukunft vorweggenommen.
Deshalb schrieb ich ja auch „auf anderer Ebene“. Dein letzter Satz stellt genau diesen Unterschied heraus. Und natürlich ist das ein Qualitätsunterschied.
 
  • #76
Ich muss selbst einräumen, dass ich Einaudi nur ansatzweise (buchstäblich!) kenne. Zwar habe ich schon oft Stücke von ihm angehört, weil er eben bekannt ist, und hier im Forum viel darüber diskutiert wird. Allerdings habe ich bisher jedes Mal nach spätestens einer Minute ausgeschaltet, weil es mich gleichermaßen musikalisch gelangweilt und auch emotional nicht angesprochen hat.
 
  • #77
Ich bin Anfängerin und muss gestehen, dass ich auch mal eine Phase hatte, in der ich unbedingt ein Stück von TEY lernen wollte. (Um meine Verwandten zu beeindrucken :008:).
Aber ich kann schon kaum mehr als ein Stück in diesem Stil hören, ich bin dann furchtbar genervt. Zu spielen schaffe ich gerade so zwei Zeilen, dann klingelt es in meinen Ohren.

Andererseits finde ich auch Bach furchtbar anstrengend. Wenn ich sowas wie die französiche oder englische Suite höre, kriege ich unweigerlich Kopfschmerzen weil es so anstrengend ist. Bin halt noch eine Anfängerin und kann diese Kompositionen vermutlich nicht erfassen.

Zum Glück gibt's genug andere Komponisten, ich mag Beethoven und Debussy, da gibt's genug Material.

Fazit: es gibt auch Anfänger die mit TEY nix anfangen können.
 
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  • #78
Andererseits finde ich auch Bach furchtbar anstrengend. Wenn ich sowas wie die französiche oder englische Suite höre, kriege ich unweigerlich Kopfschmerzen weil es so anstrengend ist. Bin halt noch eine Anfängerin und kann diese Kompositionen vermutlich nicht erfassen.
Ich habe den Eindruck, Bachs Klavierwerke sind eher zum Spielen als zum Hören gedacht ;-)
 
  • #79
@Sven
... und am besten ist Bachs Musik eigentlich erst bei der Analyse?
 
  • #80
Andererseits finde ich auch Bach furchtbar anstrengend. Wenn ich sowas wie die französiche oder englische Suite höre, kriege ich unweigerlich Kopfschmerzen weil es so anstrengend ist. Bin halt noch eine Anfängerin und kann diese Kompositionen vermutlich nicht erfassen.
Und/oder dir gefällt dieser Stil einfach nicht. Man muss ja nicht alles mögen, was die Profis für "gut" befinden, Kunst ist auch Geschmackssache. Ich bin auch kein Fan (wobei es schon ein paar sehr schöne Stellen gibt...).
 
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