Vorschläge beruflicher Werdegang

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Mephisto, 13. Dez. 2010.

  1. Klavirus
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    Klavirus

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    Soviel ich weiß, sind die Integrationsämter zuständig, bei der Suche eines Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes zu helfen. Sie veranstalten auch so ne Art Seminar, in denen man sich ausprobieren kann. Mal hinzugehen kann nicht schaden, evtl. Termin ausmachen per E-Mail.

    http://www.integrationsaemter.de/Berlin/89c1413i7/index.html
     
  2. Klimperline
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    Klimperline

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    Ich habe eben im Netz gelesen, dass manche Universitäten auch Studenten mit Fachhochschulreife zum Geschichtsstudium zulassen. Nach welcher Klasse hast Du denn aufgegeben? Vielleicht wäre die Fachhochschulreife ein Kompromiss?

    Wenn Du aber absolut keine Möglichkeit siehst, das Abitur nachzuholen, könntest Du Dir auch einen handwerklichen Beruf vorstellen?
    In Verbindung mit Geschichte fällt mir dabei der Restaurator ein:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Restaurator
     
  3. Klimperline
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    Klimperline

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    Nein, zumindest lt. Wiki gibt es auch die rein handwerkliche Ausbildungsschiene. Genau deshalb habe ich Dir ja den entsprechenden Link beigefügt.

    Wenn ich Du wäre würde ich mich trotzdem erkundigen, wie ich am schnellsten an einen Abschluss komme, der mir ein Studium ermöglicht.
     
  4. annettschn
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    annettschn

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    Also bzgl. Restaurator kann ich dir noch Raten ein Freiwilligesjahr in der Denkmalpflege anzuschaun. Vll. wäre das was für dich (Ich werd mich da mal näher drüber informieren, da grad auch mal wieder auf Suche was nach der Schule passieren soll).

    Und sonst, gibt es bei dir keine Fachober- oder Berufsoberschulen? Da kannst du Fachabi mit der 12. Klasse nachmachen. Ist eine wahnsinnige lernerei (ich bin froh, dass ich mit der 11. angefangen hab) aber es lohnt sich. Danach kannst du zwar nur an der FH studieren, aber nach 30 Credit Points hast du dass allegemeine Abitur und kannst machen, was du willst. (Das wäre jetzt mein zweiter Weg um Lehramt zu studieren. In die 13. komm ich leider nicht, weil ich zu schlecht bin. Aber wenns auch so geht, warum nicht?)
     
  5. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Könntest Du uns bitte die Quelle nennen, aus der Du das hast? Meines Wissens ist die Grundregel, daß man erst mit Ablegung eines BA die Allgemeine Hochschulreife bekommt. Nur einige Bundesländer, z.B. Hessen, erkennen sie bereits nach 90 ECTS FH-Studium (d.h. nach drei Semestern) zu.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 14. Dez. 2010
  6. annettschn
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    annettschn

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    Quelle: Studienberater von der Arbeitsagentur. (letzte Woche)

    Allerdings bin ich selbst auch etwas skeptisch, da der Berater von der FH vor ein paar Wochen auch gesagt hat, dass man erst den BA braucht.
     
  7. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Tja, ich bin auch immer wieder erstaunt, mit welchen phantasievollen Informationen aus der erstgenannten Quelle Studies bei uns auftauchen ...
     
  8. annettschn
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    annettschn

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    Und dabei sollten die ja eigentlich Vertrauenswürdig sein....
     
  9. NewOldie
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    NewOldie

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    ich habe mal eine (nahezu) taubstumme Physiotherapeutin/Krankengymnastin kennengelernt.
    Durch die Behinderung ist sie sensitiver als andere Menschen, jedenfalls ist das keine Einschränkung ihrer Tätigkeit.
    Eher im Gegenteil.:p

    Der Job ist abwechslungsreich, hat mit Menschen zu tun, und nichts für Schreibtischtäter.

    Krankengymnastik ist ohne Studium möglich.
    Physiotherapeut wohl FH-Studium oder ähnlich.:confused:

    Nur mal ne Idee..

    LG NewOldie
     
  10. backe
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    backe

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    "Ich würde Geschichte studieren"

    Leichter gesagt als getan, wenn man nicht die richtige Einstellung hat. Diese sehe ich als enorm wichtig an! Ich habe nicht ganz verstanden, wieso du NICHT das Abitur nachmachen willst. Fortbildungen werden immer gefördert, informier dich doch mal bei den Ämtern. Du dürftest für sowas sogar elternunabhängiges Bafög bekommen, dh geschenktes Geld. Ohne Anstrengungen wirst du nirgends hinkommen... (sorry, aber dieser Punkt ist so enorm wichtig und wird so gerne von Menschen übersehen...)

    Soweit ich weiß, ist Physiotherapeut eine Ausbildung an einer Fachschule (nicht Fachhochschule!), bei der am Ende ein Staatsexamen abgelegt werden muss. Um intensive Lektüre am Schreibtisch kommt man da nicht rum.
    Infos

    Es gibt in jeder größeren Stadt Informationszentren des Bundes, die über Berufe informieren und die dir Starthilfe geben. Man muss nur mal anrufen oder vorbeigehen...
     
  11. Babette
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    Babette Guest

    Ich hab grad was entdeckt: http://www.bfw-mainz.de/
    damit kann Dir auch keine dummer Berufsberater mehr erzählen. Für den Beruf muss man hören können.
     
  12. violapiano
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    violapiano

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  13. Sesam
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    Sesam

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    Liebe Mephisto,

    deine Lage kann ich gut nachvollziehen: ein ungeliebter Beruf droht Wirklichkeit zu werden, du suchst nach Alternativen, aufgrund eines körperlichen Handicaps, eines versäumten Abiturs und finanziellen Drucks gestaltet sich die Suche schwierig.... :(
    ABER:
    Wenn du deine Ausbildung im Frühjahr abgeschlossen hast, dann kannst du diesen Beruf doch eine zeitlang als "Brotberuf" betrachten und dir mit dem verdienten Geld den Rücken freihalten um an geeigneter Institution dein Abi nachzuholen. Wenn das geschafft ist, dann kannst du mit dem Brotberuf sogar ein Studium finanzieren. Im Grunde ist deine Lage also nicht sooo verkehrt, im Gegensatz zu vielen Schülern und Studenten hättest du die Möglichkeit einer einigermaßen dotierten Tätigkeit nachzugehen.

    Klar ist, das Abi und ein Studium wird kein Spaziergang: tagsüber arbeiten, abends lernen. Ausgefüllte Tage. Aber so etwas kann auch Spaß machen.

    Vielleicht macht es dir Mut, wenn ich dir kurz meinen beruflichen Werdegang beschreibe: nach dem Abi 12 Semester Geschichte, Deutsch und Philosophie studiert, eine geile Zeit!!!, aber etwas zustande gebracht habe ich nicht, immer schön in den vielen, vielen interessanten Sachen verfranst, das war nicht kompatibel mit irgendeiner Prüfungsordnung; mein Magen knurrte, ich sagte der Uni Lebewohl und machte eine Ausbildung zur Physiotherapeutin (in diesen drei Jahren hatte ich mehr zu büffeln, als während Schul- und Unizeit gemeinsam ;)). Seit Abschluss der Ausbildung arbeite ich als Physiotherapeutin, wusste aber recht bald, dass dieser Job eines voraussetzt: ein ausgewachsenes sog. "Helfersyndrom". Ich habe so etwas nicht, also rutscht meine Energiebilanz regelmäßig in die roten Zahlen (und ich sag´ dir, das ist viiiiiel schlimmer als ein überzogenes Konto).
    Mein Physiodasein ist trotzdem zu einem gut: ES FINAZIERT MIR MEIN KLAVIERSPIEL UND ES FINANZIERT MIR EIN STUDIUM. Ja, denn seit zweieinhalb Jahren studiere ich wieder. Ich hatte zunächst etwas gezögert, aber letztlich schien mir die Fernuni Hagen als staatliche Hochschule das beste Angebot zu sein. Vielleicht würde ich dort nicht unbedingt Jura oder Psychologie studieren, das sind Fächer, die gehören m.E. an `ne Präsenzuni, aber für mein Thema "Erwachsenenbildung" bin ich mit dem B.A. Studiengang Bildungswissenschaften und dem anschließenden Master "e-learning" gut aufgehoben.
    Schau, es geht, Vollzeitjob, sehr zeitintensives Hobby und Studium. Solange ich 7 Stunden Schlaf abbekomme, meine Umtriebigkeit mir Spaß macht (auch wenn es manchmal wirklich sehr anstrengend ist) und ich zu nichts gezwungen werde, ist die Welt rosarot.

    Ich wollte dich nicht vollquasseln mit meiner Geschichte, aber vielleicht tut es dir gut, wenn du siehst, dass auch andere nicht auf Anhieb zu Ziel kommen und sich lange unschlüssig sind, was sie eigentlich wollen.

    LG, Sesam
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 14. Dez. 2010
  14. chiarina
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    chiarina Guest

    Ich meine, dass man wirklich nur dann das Abitur nachmachen sollte, wenn man unbedingt will. Abitur ist nicht für jeden etwas - das hat m.M.n. nichts mit mangelnder Anstrengung oder Einstellung zu tun. Wenn man mir sagen würde, ich sollte jetzt sofort eine Banklehre machen, wäre Holland in Not :p. Außerdem ist das Nachmachen des Abis auch nicht ohne!

    Also, Mephisto, hör auf deine innere Stimme und lass dich nicht zu sehr von vernunftbetonten Ideen leiten ( man müsste, man könnte, man sollte besser....). Hab ich ja mit meinem Beruf auch nicht gemacht :p . Du kannst ja mal eine Liste mit den Berufen machen, wobei du "Wow" sagst. Dann Infos einholen über Ausbildung und Voraussetzungen, Für und Wider erwägen und irgendwann eine Entscheidung treffen.

    Aber erstmal die momentane Ausbildung beenden!

    Liebe Grüße

    chiarina
     
  15. Sesam
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    Sesam

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    Liebe Mephisto,

    ob ein Geschichtsstudium so beneidenswert ist, weiß ich nicht, weiß ich in deinem Fall nicht.
    Zunächst eine kleine Korrektur: man studiert nicht "Geschichte", sondern Geschichtswissenschaften; das ist ein Riesenunterschied. "Geschichte" erscheint da nicht als Präsentation einer der unsäglichen "Dokumentationen" des Herrn "Historikers" Guido Knopp, sondern es geht vor allem um Quellenkunde. Um das Beherrschen von Techniken zum Quellenstudium. Wenn du dich nicht auf Neueste Geschichte und Zeitgeschichte verlegst, kommst du außerdem um Latein und ggf. Altgriechisch nicht herum. Da ich das halbwegs in der Schule abgedeckt bekam, war das für mich nicht so tragisch. Eine weitere Fremdsprache -außer Englisch- wird meines Wissens nach (das war zu meiner Zeit so) immer verlangt. Französisch bspw., aber vielleicht bist du da ja schon gerüstet. Was mir ernsthaft zu schaffen gemacht hat, war die sog. "scientific community". Will heißen: weiche bloß nicht von der anerkannten Wahrheit und Ansicht ab. Sonst gibts keine Scheine = bestandene Prüfungen! Hierin unterscheiden sich wahrscheinlich alle Studiengänge kaum; anderes Thema.
    Wenn dich "Geschichte" als aufregende Reise in vergangene Zeiten interessiert, dann solltest du nicht Geschichtswissenschaften studieren. Aufregend ist daran nämlich gar nichts. Klar gibt es Ausnahmen: glücklicherweise konnte ich noch einige Semester bei Christian Meier studieren, ein ziemlich bekannter Althistoriker und eine zeitlang Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Eine Kapazität sozusagen, seine Vorlesungen und Seminare waren eine Blume zwischen zwei, drei vier, fünf Abgründen :D
    Ich möchte dir den Spaß nicht verderben, aber verschaff´ dir,wenn es soweit ist, einen umfänglichen Überblick, was es heißt "Geschichte" zu studieren.

    LG, Sesam
     
  16. chiarina
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    chiarina Guest


    Liebe Mephisto,

    schau mal hier:

    http://www.abi-nachholen.de/

    Meine Schwägerin hat vor ein paar Jahren in Hamburg (Fernuni) ihr Abitur nachgehölt. An einer Fernuni dies zu machen, erfordert allerdings viel Selbstdisziplin (eigenständiges Lernen), dafür kann man sich die Zeit frei einteilen. Allerdings ist es nicht einfach.

    Liebe Grüße

    chiarina
     
  17. Sesam
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    Sesam

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    Hallo Chiarina, hallo Mephisto

    was die Auswahl von "Bildungsinstituten" betrifft, würde ich mich im Hinblick auf die spätere Arbeitssuche sehr auf das staatliche Angebot stützen. Selbst bei der sogenannten "staatlichen Anerkennung" lieber zweimal hinschauen. Leider, leider ist es so, dass private Bildungsangebote nicht immer im besten Rufe stehen, im Zeifelsfall wird Akkreditierung und irgendeine zwielichtige "Zertfizierung" vorgegaukelt; hinterher, nachdem man eine Menge Geld bezahlt und man sich redlich seinen Abschluss erlernt hat.... außer Spesen nix gewesen. Wie das in Sachen Abitur ist, weiß ich nicht, was Studiengänge betrifft, werden da häufig irgendwelche "Lehrgänge" angeboten oder ein "Diplom xy", was meilenweit von akademischen Abschlüssen entfernt liegt.
    Ich bin absolut kein Verfechter von Hochschul-Dünkel, finde diese Engführung von Bildungswegen und vor allem deren Anerkennung eher grausig, aber das Angebot von "Universitäten", die gar keine sind, halte ich für dreist.

    LG, Sesam
     
  18. Nuri
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    Nuri

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    Nun sollte man Mephisto auch nicht zu viel Hoffnung machen; das Lernen hilft ja nichts, wenn es in den meisten (allen?!) Bundesländern keinen dritten Versuch gibt.

    Liebe Grüße,
    Nuri
     
  19. Melodicus
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    Melodicus

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    Nur ein paar Gedanken genrell zum Studium:
    - es kostet viel Zeit
    - es kostet somit viel Geld
    - es kostet viel Kraft, Disziplin, macht Stress, insbesondere nach dieser unsäglichen Bachelor-und-Master-Sache
    - es ist leider keine Gewähr, im studierten Fach einen guten und entsprechend bezahlten Job zu finden. Oft genug ist das nicht der Fall
    - es ist meist total theorielastig, eigentlich studiert man etwas "wissenschaftliches", wird zum Wissenschaftler ausgebildet, und man muß auch dort eine Menge Zeug lernen, das einem nicht gefällt.

    Zumindest muß man sich darüber im Klaren sein. Wenn man es trotzdem macht, egal warum, spricht natürlich nichts dagegen.

    Setz dich nicht unter Druck! Ich verstehe gut, daß du am liebsten nach dem Ende der Ausbildung sofort was anderes machen würdest! Trotzdem: laß es sich entwickeln, ganz in Ruhe. Und wenn du in dem Beruf erst mal eine Weile Geld verdienen mußt, ok, dann ist es so, dann hast du aber Boden unter den Füßen und kannst in Ruhe weiter nachdenken, planen, und dann loslegen.
     
  20. chiarina
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    chiarina Guest


    Liebe Sesam und Nuri,

    ein Abitur ist immer ein staatlicher Abschluss, egal wo man ihn abschließt. An der Hamburger Akademie macht man also auch eine staatliche Nichtschülerprüfung. Der Weg zu dieser Prüfung ist verschieden - bei der H.A. muss man sich also hauptsächlich selbst hinter den Stoff klemmen, was nicht für jeden etwas ist. Und die Prüfungen sind schwer. Wie beim Abitur halt. :p

    Als Voraussetzungen für das Nachmachen steht überall nur der Realschulabschluss o.ä.. Aber sicher sollte man sich erst genau informieren, bevor man weitere Überlegungen anstellt, ganz richtig, Nuri.

    Liebe Grüße

    chiarina