Right, Sir.
Bei all den Gefechten mit einem damaligen kaufmännischen GF – einem selbstgekrönten Controller-„Papst“ – habe ich bloß vergessen, ihm eines zu stecken: Ich würde seinen Job für kein Geld der Welt machen wollen.
Sich auf Kosten nötiger Sicherheitswartungen die Bilanzen schönzurechnen, um die eigene Prämie zu maximieren – und beim ersten Betriebsunfall den ahnungslosen Kaufmann zu mimen, der mit dem Finger auf die Technik zeigt und den Behörden „vollumfängliche Aufklärung“ verspricht...
Ein bekanntes Spiel: Am Ende wird wie in den großen Industrie-Skandalen ein angestellter Ingenieur als Sündenbock vorgeführt – und auf Schadensersatz verklagt.
Ich musste diesem Schlag Manager damals das Renditespielchen verhageln. Als die Instandhaltung gemacht werden musste und er blockierte, stellte ich klar: Entweder gibt es das Geld für die Sicherheit, oder er bekommt die Verantwortung ab sofort schriftlich zur eigenen Haftung. Da schwieg er stille und unterschrieb zähneknirschend.
Um danach intern zu zetern, man habe ihn „erpresst“.
Beim nächsten Eigentümerwechsel räumte dieser Schlag Mensch dann prompt alle Querdenker ab. Später sah man solche Typen gar als Berater im Umfeld der Politik – angeblich hochkompetent und skandalfrei. Dass er nicht Minister wurde, ersparte mir, über ihn ein Buch zu schreiben.
Das ist die schmierige Kehrseite reiner Renditefixierung. Es gibt durchaus noch ehrbare Kaufleute – aber das sind meist Unternehmer, die mit eigenem Risiko haften, und keine angestellten Mietmäuler auf Millionengehalt.