Steinway & Sons Preisliste 1967

  • Ersteller Ersteller Maiwald
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  • #41
Sei nicht so frech zu mir.
Rufe Paolo F an, der erklärt es dir, wenn du das als lizensierter Ludwigsburger Pappenhaber nicht verstanden hast oder provokanzhalber nicht verstanden haben wolltest.

Oft sind die Schmuck-ausgeführten Dinger noch verlängert, mit "Zusatzholz" versehen. Vielleicht reicht dir schon das als Erklärung, dass man auf den Klang mitunter arg "aufpassen" muss. Mit ein bisschen Kenntnis der einschlägigen Bücher z.B. über das Oeuvre Steinway* mit den Ayuso-Herren der geschnitzten Schmuckverziererei einst wäre dir das klar gewesen, und du bräuchtest nicht noch Belehrung von engagierten Amateuren.
 
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  • #42
Warum soll der bescheiden klingen?
Man kauft in diesem Fall jedenfalls ein Instrument, das es noch nicht gibt, und somit in klanglicher Hinsicht die Katze im Sack. Es könnte enttäuschend sein, wenn das Klangbild dieses eigens angefertigten A-188 nicht ganz dem entspricht, was man sich vorgestellt hat. Aber für diejenigen, die sich so ein Stück leisten, wird der Klang wohl ohnehin nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Mit "bescheiden" meinte ich tatsächlich nicht schlecht, aber hinter den Erwartungen, nicht eine Umschreibung für "beschissen". :005:
 
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  • #43
Dann bestellt man halt als gut situierter Klavierspieler 2 davon, einer wird schon klingen …
 
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  • #45
Achtung..., wenn man den Hamburger Vorführsaal an bis zu 12 D leerkauft, dann kann einen uU. auch mal eine zage D-Flügelin treffen - von verhangener Stimme, aber immer noch von herrlicher Spielart. Sowas steht in München im Dt. Museum, nachdem die zarte, aber dennoch schöne Dame in HH wohl lange unbegattet blieb. Mann muss ja nicht immer mit einer D-Amazonin in den Krieg gegen Orchester ziehen ...
 
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  • #46
Goldene Verzierungen haben Einfluß auf den Klang ?
Weißer Lack klingt besser oder schlechter als schwarzer ?
Vergoldete Pedale sind leichter oder schwerer zu kontrollieren?
Ist abnehmender oder zunehmender Vollmond besser für die Spielbarkeit ?
Der Vollmond hat wohl keinen Einfluss auf Klang und Spielbarkeit. Aber beim subjektiven Klangempfinden und bei der Frage, wie sympathisch einem die Tasten sind, spielen ja auch psychische und unbewusste Sachen mit rein. Und das ist der Punkt. Der Prinzessinnenflügel ist einfach hässlich. Und schon mag man gar nicht wirklich hinfassen und wertet die kleinste Macke im Klang als Bestätigung: Was äußerlich hässlich aussieht, muss auch innerlich hässlich sein ...
 
  • #47
Für sich genommen gefällt mir das Design auch nicht. Aber ob man etwas hässlich oder passend, oder sogar schön empfindet, hängt doch auch von Zeit und Umgebung ab.

So manches prächtige Rokoko-Schloß, oder auch manche Rokoko-Kirche wird einen Saal haben, in dem bei Konzerten so ein Prinzessinnenflügel als Anklang an die Vergangenheit vielleicht nicht nur akustisch eine bessere Figur machen wird, als ein zeitgnössisches wurmstichiges Original... (Und bei den Kosten für deren Instandhaltung relativiert sich dann vermutlich auch der Preis).
 
  • #48
in dem bei Konzerten so ein Prinzessinnenflügel als Anklang an die Vergangenheit vielleicht nicht nur akustisch eine bessere Figur machen wird, als ein zeitgnössisches wurmstichiges Original... (Und bei den Kosten für deren Instandhaltung relativiert sich dann vermutlich auch der Preis).
Ganz sicher wäre ein normaler moderner Flügel* die bessere Wahl. Historisches nachempfinden (vulgo: nachäffen) - das sollten wir mal Mr Trump im Weißen Haus überlassen. Der kann das :-D
 
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  • #49
Ganz sicher wäre ein normaler moderner Flügel die bessere Wahl. Historisches nachempfinden (vulgo: nachäffen) - das sollten wir mal Mr Trump im Weißen Haus überlassen. Der kann das :-D
Nee, der kann das nicht. Dieser Home Depot-Style ist einfach nur peinlich und hat ja nicht mal historische Vorbilder.
 
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  • #50
Ganz sicher wäre ein normaler moderner Flügel die bessere Wahl
"Ganz sicher" - wieso das denn? Das Innenleben und die akustische Qualität ist doch komplett identisch, diese rein psychologischen Voreingenommenheiten mal beiseite.

Ich will keine Geschmacksdiskussion lostreten - aber ob die meisten Leute z.B. für den Marmorsaal von Sanssouci die schwarze Polyesterausführung ganz sicher für "die bessere Wahl" halten würden?
 
  • #51
wie sympathisch einem die Tasten sind
Mein Opa wurde nach eigenen Angaben vom Schwarz/Weiß der Tasten depressiv, weswegen er leider nie Klavier hat spielen lernen können.
Auf die Frage, warum er denn so gut Akkordeon spielt, antwortete er mit einem Zwinkern "da muss ich die Tasten ja nicht ständig sehen".

Das Design spielt sicherlich beim Klangempfinden eine gewisse Rolle. Genau wie Hersteller, bestimmte Baujahre bei bestimmten Modellen oder was auch immer.
Aber da gibts nur eins ... Augen zu und durch.
Man darf sich von der Optik halt nicht ablenken lassen. Am besten achtet man garnicht drauf, was das gerade für ein Gerät ist, an dessen Tasten man rumfingert.

Aber das ist echt garnicht leicht.
Mensch hat Präferenzen, eventuell private Statistiken (von Tipps und Erfahrungsberichten aus Foren wie clavio) oder auch einfach eine kaum erklärbare Faszinazion für einen bestimmtzen Hersteller.
Unterbewusst beeinflusst das eigentlich immer, solange man sich nicht selbst austrickst (was auch nicht alle gleich gut schaffen).
 
  • #52
Ich will keine Geschmacksdiskussion lostreten - aber ob die meisten Leute z.B. für den Marmorsaal von Sanssouci die schwarze Polyesterausführung ganz sicher für "die bessere Wahl" halten würden?
Ja. Ganz sicher. Richtiges Rokoko vs. klobiges Pseudo: Da hat jeder halbwegs zivilisierte Mensch ne Intuition für (damit der o. g. Trump natürlich nicht: Von zivilisiert kann da ja wohl keine Rede sein. Und ob überhaupt Mensch?).
 
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  • #53
Es gab eine Zeit, in der alles verziert sein musste, um als vollkommen gelten zu können. Bis man merkte, dass damit nicht nur eine erhebliche Menge an Ressourcen und Arbeit verschwendet, sondern das menschliche Auge auch vom Erkennen des Wesentlichen abgelenkt wurde. "Ornament ist Verbrechen" und "Form follows function" waren nicht auf Ästhetik, sondern primär auf Wirtschaftlichkeit gerichtete Prinzipien. Das menschliche Auge lässt sich leicht trainieren, aber auch leicht in die Irre führen. So wie Rokokozier an Instrumenten früher eine Selbstverständlichkeit war, so selbstverständlich erscheint und heute der schwarze Glanzflügel. Wer im historischen Musiksaal unbedingt mehr Rokkoko braucht, kann ja einen entsprechenden Bildschirmschoner auf die Flatscreen-Anzeigetafel laden. Ich erwarte von der modernen Instrumentenindustrie keine Neuauflage alter Handwerkskunst in vollautomatischer Massenfabrikation.

Der Baustil in den USA war schon immer eine Erinnerung an die Länder, aus denen die frühe Einwanderung gekommen war. Während diese sich weiterentwickelt haben, haben die USA den Geschmack des frühen 19. Jahrhunderts wie in einer undichten Zeitkapsel bewahrt - irgendwie gut gemeint, aber doch nicht akkurat und vom Zahn der Zeit und der Demenz der Zeitzeugen verwässert.
 
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  • #54
So wie Rokokozier an Instrumenten früher eine Selbstverständlichkeit war, so selbstverständlich erscheint und heute der schwarze Glanzflügel.
Die Hammerflügel aus dem Rokoko waren aber durchweg sehr schlicht:

hammerfluegel_wolfgang_amadeus_mozarts_von_anton_walter_um_1780_original.jpg
 
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  • #57
"Ornament ist Verbrechen" und "Form follows function" waren nicht auf Ästhetik, sondern primär auf Wirtschaftlichkeit gerichtete Prinzipien.
Ich versuche gerade, mir Musik vorzuustellen, die disesen Prinzipien folgt ... und zwar so konsequent wie beim "Haus ohne Augenbrauen" in Wien.
Dagegen ist Einaudi richtig spannend.
 
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