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Matizio
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Ja, das Raumvolumen ins Verhältnis zur Flügelgröße zu setzen ist ist eine sehr vernünftige Vorüberlegung bei der Auswahl. Denn eine schwingende Membranfläche "erwartet" abhängig von ihrer Größe ein passendes Raumvolumen, sozusagen den richtigen Hubraum, um ein optimales akustisches Ergebnis liefern zu können. Kleinere Räume schlucken die Dynamik nicht so gut (weniger Streuung der Schallwellen), sondern die frühen Reflexionen verteilen den Schall weniger bzw. bündeln ihn sogar und überfordern das Ohr durch zu hohen Schalldruck.Ich glaube in Volumen anzugeben macht am meisten Sinn, wenn man sich überlegt, wie groß ein Flügel sein sollte/könnte. Oder gibt es da ganz andere Dinge, die wichtiger sind?
Fehlanpassungen können zwar raumakustisch mit entsprechendem Aufwand abgemildert werden, es bleibt aber immer ein Kompromiß. Besonders große Instrumente benötigen außerdem auch eine größere Raumhöhe von mindestens 3,5m, um Dröhnefffekte im Bass zu vermeiden. Besser ist es daher, sich möglichst an die empfohlenen Vorgaben zu halten.
Bei normaler Deckenhöhe von ca. 2,5m sind das Raumgrößen von
160cm 15-20 m2
170cm 16-25 m2
180cm 20-30 m2
190cm 25-40 m2
210cm 35-60 m2
275cm >55 m2 (mit Deckenhöhe > 3,5m)
Doch das ist es. Ein 275er Flügel* hat etwa einen doppelt so großen Resonanzboden wie ein 160er, also ist er auch doppelt so laut. Meßbar sind das gut 6-10dB Unterschied (6dB entsprechen einer Verdopplung des Schalldruckpegels). Weil sich die Lautheitsempfindung des Ohrs aber nicht nur am Schalldruckpegel, sondern auch an der jeweiligen Frequenz orientiert und tiefe Töne für gleich empfundene Lautheit mehr Pegel erfordern, kommt es oft zu dem Eindruck das größere und tiefer klingende Instrument wäre nicht wesentlich lauter.Ein größeres Instrument ist nicht automatisch (in relevantem Ausmaß) lauter.
Physikalisch stimmt das aber nicht, was man sich auch leicht mit der gedanklichen Gegenprobe klar machen kann: ein 160cm Stutzflügel in einer Konzerthalle müsste ja sonst angeblich fast genauso laut sein und problemlos und gut gegen das Orchester ankommen... wie jeder weiß, hat er da aber keine Chance.
Und wahrnehmumgspsychologisch betrachtet hängt die empfundene Lautheit in Wohnräumen zudem sehr davon ab, wie gut speziell der Bass abgedämpft ist; das Problem verschärft sich massiv, je kleiner die Räume werden. Ohne Abdämpfung und bei normaler Zimmerhöhe ist ein ausgewachsener Konzertflügel in kleinen Umgebungen daher kaum erträglich.
Allerdings neigen Besitzer ohne genug Wohnraum dazu, sich das im Laufe der Zeit dann schön zu hören. Man gewöhnt sich. Auch weil ein anderer Vorteil des eigentlich zu großen Instuments erhalten bleibt: die längeren Tasten erlauben ein feiner kontrollierbares pianissimo , wodurch sich die dynamische Bandbreite nach unten hin erweitert. Wer eh nicht laut spielt, (oder nicht mehr so gut hört?) dem sind die eigentlich falsch angepasste Basswucht und der höhere Schalldruck dann halt egal.
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