Smartphone abschaffen

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Nachtmusikerin, 28. Apr. 2019.

  1. Nachtmusikerin
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    Nachtmusikerin

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    Hi ihr Lieben,
    ich bin gerade am Überlegen, ob ich diesen (für mich sehr krassen) Schritt gehen könnte. Dabei würde mich einfach eure Meinung interessieren. Könntet ihr euch das für euch selbst vorstellen?
    Ich würde Google Maps sehr schmerzlich vermissen. Und meine Verwandten mit Sicherheit die Kommunikation per What's App. Aber man würde sich auch wieder daran gewöhnen.
    Ich merke einfach, dass ich meinen Konsum nicht unter Kontrolle habe. Und das stinkt mir kolossal.
    Vielleicht könnte man sich auch anders "therapieren". Vorschläge zur Reduktion des Smartphone-Konsums sind herzlich willkommen.
    LG,
    NaMu
     
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  2. Klafina
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    Klafina

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    Ich könnte mir das nur schwer vorstellen - wobei ich ja immerhin 47 Jahre ohne Handy/Smartphone existiert habe.

    Ich habe mir das erste Handy aufgrund einer familiären Katastrophe (=Todesfall) angeschafft, das Smartphone bei der nächsten Katastrophe. Ich schätze dieses Medium für eine schnelle Kontaktaufnahme unterwegs. Die nächste Generation (8 Personen zwischen 18 und 30 Jahren, ne, nicht alles meine Kinder, aber auch Nichten und Neffen) ist am besten über WhatsApp zu erreichen. Mein Vertretungsplaner kontaktet mich ebenfalls über WhatsApp und der braucht halt nun mal ab und an jemanden für Vertretung.
    Schnelle Infos, wenn ich unterwegs bin, würde ich ebenfalls vermissen. Wenn ich z.B. im Zug lese (in so nem alten Medium, das man Buch nennt ;-)), habe ich durchaus oft Fragen, die ich schnell über das Handy kläre. Ab und an habe ich auch mein (dienstliches) Tablet dabei, das ich dafür nutzen kann.

    Vorschläge zur Reduktion? Hm, da tue ich mich jetzt schwer, denn so viel Zeit verbringe ich nicht damit. Das hängt wohl davon ab, was man tagsüber tut. Ich verbringe deutlich mehr Zeit (beruflich) am Laptop.

    Meine WhatsApp-Kontakte und -gruppen sind durchaus überschaubar.

    Wann und wofür nutzt Du denn das Smartphone? Wo ist der "unnütze" Konsum?
     
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  3. Musikanna
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    Musikanna

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    Ab und zu ohne Smartphone unterwegs zu sein, könnte ich mir vorstellen. Aber ganz ohne Mobiltelefon auf keinen Fall, allein schon wegen der Eltern, die mit ihren +/-80 jederzeit Hilfe brauchen könnten.

    EDIT: Vorschläge zur Reduktion.
    Es gibt eine „Beschränkungsfunktion“ für verschiedene Apps, wie auch immer sie heißt. Sie sagt Dir, dein Tageslimit ist für heute erreicht. Klar, man kann sofort auf „ignorieren“ klicken, aber einen Augenblick lang wirst du nachdenklich.
     
  4. areta87
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    areta87

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    Ich selbst stehe vor der gleichen Entscheidung: mein Samsung-Galaxy zickt. Beim Hochfahren die Meldung "Prozess System läuft nicht", Akku lässt sich nur laden im ausgeschalteten Zustand, und die Buchstabentastatur ist weg. Alle Heilungsversuche (Akku und SIMkarte raus) ohne Erfolg. Garantie ist nicht mehr. Telefonieren kann ich noch, Google-Maps geht, frisst aber Strom (siehe Ladeproblem). Ich glaube, ich spare mir die 7,95 € im Monat und hole mir eine Prepaid-Karte, die nur telefonieren kann. Viel Verbrauch kam bei mir nicht zusammen.
     
  5. Klimperline
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    Klimperline

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    Meine Umgebung weiß, dass ich - von situativ bedingten Ausnahmen abgesehen - jeden Abend nach 21 Uhr kurz das Handy einschalte und WhatsApp-Nachrichten beantworte. Ansonsten bleibt es ausgeschaltet. In wichtigen Fällen erreicht man mich über das Festnetz am Arbeitsplatz oder per E-Mail, da ich die Mails mehrmals täglich am PC checke.

    Im Zug lese ich die Papierversionen der Tageszeitungen, die ich im Alltag nicht geschafft habe.

    Ich sehe überhaupt nicht ein, mich zum Sklaven dieses winzigen Gerätes werden zu lassen.
     
  6. Issa
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    Issa

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    Seitdem ich mich vor einiger Zeit von den ‚sozialen Medien’ verabschiedet habe und vorletztes Jahr von What‘s App, benutze ich mein Handy nur noch zum telefonieren oder um mal ne sms zu schreiben. Da ich keinen Festnetzanschluss angemeldet habe, werde ich es aber behalten.
    Mich haben vor allem zwei Gründe dazu bewogen, meine Kommunikationskanäle einzuschränken. Die ständige Verfügbarkeit für Andere und die ständige Verfügbarkeit der Anderen (was in beiden Fällen zu unerfüllbaren Erwartungen führt).
    Mich stresst das zu sehr. Und wenn jemand dringend Hilfe benötigt, ruft derjenige besser einen Krankenwagen, die Feuerwehr oder die Polizei. Für alles andere gibt es immer noch die Mailbox, Email, Sms oder man kann ja mal wieder einen Brief schreiben, wär doch auch mal schön.
    Ich habe auf jeden Fall mehr Zeit und vor allem mehr Ruhe.
     
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  7. hasenbein
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    hasenbein

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    Viele Leute sind ja auch noch so bekloppt und nehmen ihr Smartphone mit ins Schlafzimmer. Ich wurde mal von einer Bekannten angepflaumt, weil ich ihr nachts um 12 Nachrichten geschickt hatte (nicht um um jene Zeit mit ihr zu plaudern, sondern einfach weil mir da einfiel, diese Nachrichten zu senden).

    Da herrscht so wenig Common Sense - denn im Schlafzimmer wird ein Smartphone nun mal nicht gebraucht und hält nur von Schlaf und Erholung ab. Zum Wecken gibt es sog. "Wecker". Und selbst wenn man meint, das Smartphone als Wecker benutzen zu müssen, kann man schließlich die WhatsApp- und SMS-Signaltöne ausstellen, um nicht dadurch gestört zu werden.

    Aber diese simplen Dinge sind tatsächlich vielen Leuten nicht zu vermitteln. Es ist wirklich eine Art... wie soll ich sagen... Wahn oder Verblödung, der/die da um sich greift.
     
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  8. cwtoons
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    cwtoons

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    Ich hatte noch nie ein Smartphone. Deswegen vermisse ich es nicht. Die waren mir immer zu groß und zu sperrig. Ich habe nur ein Stupidphone zum Telefonieren, Sms und Wecken.

    Meine Frau hat eines - das reicht im Notfall.

    CW
     
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  9. Peter
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    Peter Bechsteinfan

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    Privat sofort, beruflich nein.
    Ich habe mich noch nicht mal richtig an ein Smartphone gewöhnt. Ich nutze es fast gar nicht. Wenn ich es nutze dann zu 80% zum Telefonieren,10% Navigieren, 5% Fotografieren, 2% Mails lesen, 1% sms und Whatsapp*, 1% Wecker. Das war´s. Insgesamt ca. 10-15 Minuten am Tag (da ist das berufliche schon mit drin), wenn man das Navigieren im Auto weg lässt. Am WE liegt es oft komplett unbenutzt rum.
    Dazu kommen noch Apps für´s Reisen, wenn ich mal auf Reisen bin. Aber das bin ich fast nie.
    Dabei bin ich recht technikbegeistert, beschäftige mich viel mit dem Thema Smartphone, mich faszinieren die Möglichkeiten und seit Jahren nehme ich mir vor, diese Möglichkeiten viel öfter und besser zu nutzen. Aber es klappt einfach nicht. Z.B. anstatt ausgesuchte Musik über Streamingdienste, die ich abonniert habe, zu hören schalte ich einfach das Radio ein. Für alles was mehr als ein Klick braucht bin ich zu faul.

    *) Bei Whatsapp passiert es oft, dass ich eine Nachricht nicht mitbekommen, gar nicht oder ne Woche später drauf antworte. Die akustische als auch visuelle Benachrichtigung solcher Nachrichten hat sich bei mir irgend wann mal als "unwichtig, überflüssig" eingebrannt. Doof, weil zunehmend auch meine Kundschaft schreibt anstatt einfach anzurufen...

    Weg mit dem Ding! So krass ist der Schritt nicht. Schalte es aus, lege es in die Schublade und schnapp dir ein 5-€-Ding mit dem man nur telefonieren kann, falls das wichtig ist. An dem Tag, an dem Du vergessen hast, in welcher Schublade es liegt, holst es wieder raus. Ab da kontrollierst Du das Smartphone und nicht umgekehrt. :-)
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Apr. 2019
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  10. Marlene
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    Marlene

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    Auf ein Smartphone möchte ich nicht verzichten, denn es bietet viele Vorteile und Erleichterungen.

    Es ist doch eine Entscheidung des eigenen Willens und der Disziplin, wie oft und wofür man es nutzt. Wenn mich eine einseitige Willenserklärung (Anruf, SMS/WhatsApp) erreicht, dann muss ich doch nicht (sofort) darauf reagieren (es sei denn, es ist wichtig). Früher waren wir auch nicht jederzeit erreichbar, heute erwartet es anscheinend fast jeder.

    Ganz schlimm finde ich es, wenn Menschen nicht vom Handy ablassen können, wenn sie in Gesellschaft sind. Kommt eine SMS, dann müssen sie fast zwanghaft nachschauen, wer was von ihnen will. Ich kann so etwas gelassen ignorieren, wenn ich keine Lust habe nachzusehen.

    Weder vom Wetter (ich gehe raus wann ich will) noch vom Smartphone lasse ich mir vorschreiben, was ich zu tun habe.

    Wie gesagt: Alles eine Sache des freien Willens.
     
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  11. Holger
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    Holger

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    Außer Clavio :-) und WhatsApp nutze ich keine sozialen Medien. Meine WhatsApp Kontakte wissen, dass sie mich anrufen müssen, wenn es etwas sehr Dringendes gibt (was nur sehr selten vorkommt). In Gesellschaft bleibt das Smartphone in der Tasche, es sei denn, man möchte mal schnell einige Bilder zeigen oder versenden (was auch sehr selten vorkommt). In sofern bin ich nicht der Slave des Gerätes. Ich bin ja auch über 40 Jahre ohne ausgekommen.
    Für die Digital Natives wäre der Verzicht aber wohl undenkbar.
     
  12. Klein wild Vögelein
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    Klein wild Vögelein

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    Bei uns ist es umgekehrt, mein Smartphone ist mein Sklave!

    Als (privat) Sogutwienietelefonierende, Wenigwhatsapperin mit nur einigen Kontakten benötige ich es als Wecker, um mich an bestimmte Dinge zu erinnern, als Notizzettel, für Mozart u.s.w. auf die Ohren, zum Fotografieren, um mich zu orientieren, als Rechner, als Notruf wegen meiner Allergie oder wenn ich Hilfe. In meinen kurzen Pausen auf der Arbeit schau ich zur Entspannung auch ins Forum.

    Ich finde das Teil klasse!
     
  13. herr_zog
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    herr_zog

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  14. Shigeru
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    Shigeru

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    Flugmodus heisst das Zauberwort/die Funktion: Den schaltest du nur ein, wenn DU das Handy verwenden möchtest. ZB nur morgens, mittags und abends für 10 Minuten oder nur alle 2 Stunden....

    Wenn ich unterwegs bin, ist er eingeschaltet (damit ich für Frau,Kinder,Kunden erreichbar bin)
    Gehe ich mal Essen oder nach Feierabend/während der Nacht ist der Flugmodus natürlich an

    Verzichten geht (bei mir) nicht mehr. Meine Schwägerin ist selbstständig (arbeitet nur zu Hause mit/am Festnetz) und hat keins. Überweisen kann sie nur mit dem Handy ihrer Tochter....
     
  15. nispi
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    nispi

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    Ich würde mich ohne Smartphone ins soziale Aus schießen. Die Kommunikation im Freundeskreis und der Familie läuft nur über WhatsApp und Co.
    Eine Bekannte hat es abgeschafft und als Ergebnis wird sie nicht mehr kontaktiert und ist nicht mehr in gemeinsamen Aktivitäten involviert. Ich würde nicht von meinem Freundeskreis verlangen dass sie ständig eine Extra-Wurst in Sachen Kommunikation für mich backen.
    Meine Schwägerin ist auch nicht bei WhatsApp und lässt meinen Bruder (ihren Mann...) alle Kommunikation für sich machen. Ich finde sie macht sich da das Leben zu einfach und verlangt von allen anderen Mehrarbeit.

    Außerdem gibt es so sinnvolle Apps wie geteilte KAlender mit dem Mann/großen Kind, eine geteilte Einkaufsliste und eine geteilte Aufgabenliste.

    Das Smartphone bringt so viele Vorteile, ich möchte es nicht mehr missen.

    Und was den Konsum angeht: Ich hatte auch lange Zeit selbstgemachten Stress weil ich so viel dran war. Dann hab ich mich von dem Druck, es reduzieren zu müssen, distanziert und mich dem Konsum ergeben. Interessanterweise ist es seitdem von allein zurückgegangen.
     
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  16. pianochris66
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    pianochris66

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    Ich nutze es zu 99 % beruflich, bin nicht bei WhatsApp, Twitter & Co, es ist eingeschaltet von Montags bis Freitags von 7 -19 Uhr, am Wochenende bleibt es prinzipiell aus wenn ich nicht unterwegs bin und nicht erreichbar sein möchte. Genau so kann es auch sein, dass ich mal ne Woche meine privaten Emails nicht lese. Seltsamerweise geht trotzdem jeden Tag die Sonne auf und unter:-).

    Wenn meine Freunde und Bekannten mich nur involvieren würden, wenn ich dieses ganze Gedöns mitmachen würde, auf solche Freunde und Bekannte könnte ich eh verzichten.
     
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  17. nispi
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    nispi

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    Es ist ja nicht nur der Freundeskreis, auch alle Gruppen, deren Teil ich bin nutzen WhatsApp zur Kommunikation. Zum Beispiel die Krabbelgruppe, meine Laufgruppe, Gruppenabsprachen für diverse Termine oder z.B. zur Geschenkefindung.
    Wenn alle Teilnehmer der Gruppe über WhatsApp kommunizieren finde ich es ehrlich gesagt ziemlich aufwendig wenn ein Einzelner verlangt auf anderem Wege in die Terminfindung/Absprachen/ etc. eingebunden zu werden.

    Die Gruppenabsprachen/-diskussionen sind über WhatsApp sehr komfortabel und einfach, viel einfacher als über Mail oder noch andere Wege.
     
  18. Nachtmusikerin
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    Nachtmusikerin

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    Vielen Dank für diese interessanten Antworten! Ich schreibe heute Abend noch was dazu.
    LG,
    NaMu
     
  19. Issa
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    Issa

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    Die fragwürdige Geschäftspraktik, alle Daten der Nutzer auszuspähen und an Facebook oder sonstwohin weiterzuleiten, wäre auch ein Grund Abstand von diesem Konzern zu nehmen.
    Auch beim Email schreiben gibt es die Möglichkeit eine Verteilerliste zu erstellen.
    Und es gibt Whats App Alternativen, wenn man diese Art der Kommunikation bevorzugt.
     
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  20. hasenbein
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    hasenbein

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    Wenn man abgemacht hat, dass Terminabsprachen über eine WhatsApp-Gruppe gemacht werden (insbesondere wenn junge Leute involviert sind, heutzutage eigentlich die einzige einigermaßen gangbare Möglichkeit), dann geht es nicht, dass sich Einzelne nach Gutdünken ausklinken. Dann will ich mich drauf verlassen , dass alle zeitnah lesen und beantworten, insbesondere wenn es um relativ kurzfristige Dinge geht. Sonst nervt das einfach UNENDLICH.
     
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