Seiler 116 gebraucht — Gut oder Finger weg?

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salto

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Hallo zusammen,

ich bin neu hier und stecke gerade mitten in der Suche nach dem ersten richtigen Klavier für meine Tochter (6 Jahre, nimmt seit September Unterricht). Bisher übt sie auf einem Casio* AP-470, aber jetzt soll ein echtes akustisches Instrument her.

Ich bin absoluter Laie was Klaviere betrifft, und hoffe ihr könnt mir weiterhelfen!

Ich habe auf Kleinanzeigen ein Seiler gefunden, das als Modell "116 Europa" beschrieben wird. Made in Germany, Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre, 116cm, schwarz poliert, wir haben uns mündlich auf 3.000€ Gesamtpreis inkl. Transport geeinigt, allerdings noch nicht schriftlich.

Zur Vorgeschichte: Das Klavier stand ursprünglich in einer anderen Stadt und wurde von dort zu einer Verwandten des Verkäufers in meine Stadt transportiert — laut Verkäufer professionell. Ein Klaviertechniker aus der Herkunftsstadt soll extra angereist sein, das Klavier gestimmt und innen gereinigt haben, und alles für tiptop befunden haben. Einerseits beruhigend — andererseits kann ich das natürlich nicht überprüfen.

Meine Beobachtungen bei der Besichtigung (und ich betone: ich hab wirklich keine Ahnung 😅):
- Mehrere Tasten haben sich komisch angefühlt
- Eine Taste schleift regelrecht und gibt bei leichtem Anschlag gar keinen Ton
- Das Gehäuse hat deutlich mehr Kratzer als auf den Anzeigenfotos erkennbar
- Den Modellnamen "Europa" finde ich nirgendwo bei Seiler — kennt den jemand?

Ich füge ein paar Bilder an.

Zur Kostensituation: Mein Gesamtbudget liegt bei 3.000€ inkl. allem. Ein Gutachten vom Klavierbauer vor Ort würde 90€ kosten. Den Transport würde der Verkäufer notfalls selbst mit Freunden übernehmen — er sagt er hat das schon mal gemacht, aber nicht mit diesem Klavier. Wie riskant das ist, weiß ich nicht.

Meine Fragen:
1. Ist "Europa" ein echtes Seiler-Modell oder sollte mich das stutzig machen?
2. Wie schwerwiegend sind solche Tastenprobleme — was könnte das kosten?
3. Lohnt sich ein Gutachten bei diesem Zustand überhaupt, oder sollte man die Finger davon lassen?
4. Ist das Instrument für ein Anfängerkind überhaupt geeignet, oder wäre das Geld woanders besser investiert?

Für ein Erstinstrument für eine Sechsjährige möchte ich einfach nicht zu viel Lehrgeld zahlen 😄

Vielen Dank schon mal!
Grüße
salto
 

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Eigentlich ein anständiges Instrument. Baujahr 1991. Das mit der Modellbezeichnung könnte schon hinkommen. Aber: es scheint ziemlich viel gespielt worden zu sein. Und wenn sich Tasten komisch anfühlen bzw. kein Ton kommt, muss eh was dran gemacht werden. Da würde ich auf jeden Fall einen Klavierbauer hinzu ziehen.

Da momentan der Klaviermarkt ziemlich danieder liegt, finde ich den Preis zu hoch, vor allem auch mit den vielen Kratzern und weil es viel gespielt wurde. Vermutlich wird der Verkäufer es für 3.000 € nicht los. Vor einigen Jahren wäre der Preis völlig im Rahmen gewesen. Aber du wirst auf jeden Fall für eine "große Inspektion" einiges an Geld ausgeben müssen. Wie viel, hängt vom Umfang ab. Z.b. ob auch Tastengarnierungen erneuert werden müssen etc. Und eine Lieferung durch den Verkäufer und seinen Kumpels würde ich nicht machen lassen.
 
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Ich besitze ein quasi identisches Seiler (gleiches Modell, etwas jünger) und bin sehr glücklich damit, aber Klaviere sind Individuen. Ein paar Hunderter für einige Arbeiten solltest Du auf der hohen Kante haben. Der Preis ist etwas überhöht angesichts des Marktes und des Zustands der Hammerköpfe und des Gehäuses. Zahle 2.500 und investiere den Rest in die Aufarbeitung.

Deiner Tochter bereitest Du mit diesem schönen Stück eine echte Freude, in diesem Alter anzufangen und gleich ein anständiges Instrument zu bekommen sind perfekte Grundlagen!
 
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Ich würde mit 1800 anfangen und bis 2000 gehen, nicht mehr.
 
Ich habe auf Kleinanzeigen ein Seiler gefunden, das als Modell "116 Europa" beschrieben wird. Made in Germany, Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre, 116cm, schwarz poliert, wir haben uns mündlich auf 3.000€ Gesamtpreis inkl. Transport geeinigt, allerdings noch nicht schriftlich.

An sich hat ein Vertrag kein Formerfordernis, also sind auch mündliche Verträge gültig. Die Schriftform hilft nur beim Beweis, bei manchen Geschäften ist sie zwingend, aber nicht beim Klavierkauf. Ein Vertrag ist eine übereinstimmende Willenserklärung, also ist eine Einigung über Preis und Ware bzw Dienstleistung ein gültiger Vertrag, sogar ohne Händeschütteln ^^ Ich deute die Einigung, die du beschreibst in diesem Kontext aber eher so, dass ihr euch geeinigt habt, dass er dir das Klavier um 3.000 Euro inkl Transport verkaufen würde – also nur ein Angebot, das nicht bindet.

Zum Klavier: Einen Techniker musst du sowieso kommen lassen. Ich würde auf jeden Fall regulieren und natürlich stimmen lassen, und dafür auf jeden Fall 500 Euro einplanen. Deine Tochter soll ja Spaß daran haben und sich entwickeln können.
 
Moin salto,
ein Mietkauf bei einem Klaviergeschäft ist auch noch eine Möglichkeit, wenn bei Euch eines in der Nähe ist. Die Instrumente sind gewartet und ihr habt Zeit Euch gemeinsam ein Instrument auszusuchen und zu entscheiden.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #10
Liebe Leute,

vielen Dank für eure zahlreichen Antworten. Ich habe noch nichts entschieden. Ich habe gesagt, dass ich ein Gutachten anfordere und die Transportkosten prüfe. Ich habe nun endlich den Transportkostenvorschlag erhalten, der sich auf etwa 400 € beläuft. Das bedeutet, dass ich maximal 2500 € für das Klavier ausgeben kann. Ich glaube, das wird nicht reichen, zumindest nicht im Moment. Vielleicht kann der Preis nach einigen Wochen gesenkt werden. Dank eurer Tipps hier bin ich mir jedoch sicher, dass der aktuelle Preis zu hoch ist.

Ein Mietkauf wäre zwar theoretisch möglich, aber ich bin finanziell eingeschränkt. Außerdem möchte ich nicht so viel mehr Geld ausgeben, da es „nur“ für ein Kind ist. Wir haben hier vor Ort nicht so viele interessante Klavieranbieter. Ich habe jedoch vor, notfalls auch Klavierunternehmen weiter entfernt zu besuchen und deren Angebote zu vergleichen.
 
  • #11
Warum muss es unbedingt dieses Klavier sein?
Gebrauchte Klaviere gibt es wie Sand am Meer.
 
  • #12
Es muss ja nicht unbedingt, zum Glück, wäre aber praktisch gewesen. Da es in der Nähe ist und meine Recherchen darauf hindeuten, dass es theoretisch solide sein könnte.
 

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