Schumann und Schubert

Dieses Thema im Forum "Einspielungen unserer Forum-Mitglieder" wurde erstellt von Wespennest 100, 19. Okt. 2010.

  1. Wespennest 100
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    Wespennest 100 Guest

    So, ihr dürft mich zerpflücken. Vorher aber Selbstkritik zu dem, was ich selber weiß:

    Schubert: Man hört kaum Bass, ich schieb's aber auf das Mikro. Ich hab nur meine kleine Digitalkamera verwendet. Außerdem habe ich vorher recht oft das Stück (für meine Verhältnisse) relativ schnell gespielt und irgendwann kommt dann der Punkt, das meine Finger auf Befehle von Gehirn nicht mehr reagieren und einfach Töne verschlucken. Das ist mir hier öfters passiert.

    Schumann: War eins meiner ersten Stücke. Ich ziehe den kleinen Lauf nach oben von der Geschwindigkeit an,- das sollte gleichmäßiger sein.

    http://www.youtube.com/watch?v=FfXRynWEad0
    http://www.youtube.com/watch?v=HLZmjQ9qXuE

    Das hier ist von meiner kleinen Tochter (noch ungekämmt gerade nach dem Aufstehen), aber auch schon ziemlich alt.

    http://www.youtube.com/watch?v=oHjq3uGkdwE

    Und noch was: Ich find mich ziemlich häßlich auf den Videos...:mad:
     
  2. ubik
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    ubik

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    Hi,

    dafür, dass du dich hässlich findest, was du überhaupt nicht bist, kannst du ziemlich schön musizieren.

    Du könntest einen noch schöneren Klang erreichen, wenn du den Arm freier bewegen würdest. Dein rechter Arm ist nämlich ziemlich nah an deinem Körper. Das sieht verkrampft aus, aber wirkt sich auch hauptsächlich auf den Klang aus. Wie es mit deinem linken Arm aussieht, kann ich auf dem Video nicht erkennen.

    Besonders bei dem Stück von Schumann könntest du ruhig mit der Armbewegung übertreiben, einen großen Bogen in der Luft zu zeichnen.

    Das kann dir am besten ein Klavierlehrer zeigen, denn über die rein sprachliche Ebene kann ich dir das nicht veranschaulichen.
     
  3. Emma
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    Emma

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    Hallo Wespennest 100,

    habe mir gerade deine Einspielungen angehört, und ich muss sagen: Respekt, du spielst ruhig und immer im Tempo, lässt dich nie aus der Ruhe bringen, mit Gefühl und es hat Spass gemacht dir zuzuhören.
    Auch deine Tochter spielt das Präludium, besonders um diese Zeit!, wunderbar un konzentriert.
    Dass einzige das etwas gestört hat, aber da kannst du nichts zu, sind die Nebengeräusche, ich denke mal das Pedal am Klavier? Es hat immer so geklackert, das war etwas schade, aber wer hat schon ein Tonstudio zu Hause.
    Ansonsten hat es mir sehr gut gefallen! Vielen Dank dafür.
    Lieben Gruß
    Cati
     
  4. amazone
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    amazone

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    Superschön ...:p.
    Ach, wenn ich nur auch schon so toll spielen könnte. :(
    Deine Kleine spielt auch beeindruckend. Wie lange hatte sie zu diesem Zeitpunkt schon Klavier-Unterricht? Bestimmt doch schon einige Jahre, oder?
     
  5. Wespennest 100
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    Wespennest 100 Guest

    Damals hatte sie 2 Jahre Unterricht. Mittlerweile ist sie viel besser. Wenn ich es nur mal schaffen würde, sie mit der "Elise" aufzunehmen..........
     
  6. Wespennest 100
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    Wespennest 100 Guest

    Guter Tip, Danke!
     
  7. ubik
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    ubik

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    Wir Pianisten haben es da ein wenig schwieriger als Bläser oder Streicher, weil der Klang immer weiter nachlässt und wir ihn nicht mehr beeinflussen können, wenn die Saite angespielt wurde. Wir müssen da ein wenig zaubern können und den Tönen Magie verleihen.

    Es ist schon beeindruckend, dass bei dir die Töne wie von einem Zauberer erklingen, obwohl du kaum deine Arme benutzt. :)

    Aber probiere trotzdem die Arme vom Körper zu entfernen und zwar so, dass es sich sogar ungewohnt anfühlt. Achte dann aber auch, dass du die Arme ganz natürlich, geschmeidig bewegst und die Arme zu keinem Zeitpunkt die Musik blockieren.

    Ich habe diesen weiteren Beitrag deswegen verfasst, nicht, weil ich Spaß habe dich zu kritisieren, sondern weil ich nicht möchte, dass du dir falsches anlernst. Am besten wäre es, wenn du das mal mit einem Klavierlehrer besprechen würdest, der dir dann auch die freie Armbewegung beibringt.
     
  8. Wespennest 100
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    Wespennest 100 Guest

    Danke, ich werde das auf jeden Fall tun. Und auch Danke für das hohe Maß an Diplomatie! ;)
     
  9. nico
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    nico

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    Und das bringt dann was genau?
     
  10. ubik
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    ubik

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    Wenn die Muskelpartien nicht verspannt sind, kann man sich auch viel besser bewegen. Das setzt freie und losgelassene Arme voraus, die nicht unbewusst zum Körper hingezogen werden. Das setzt aber auch voraus, dass die Schultern entspannt sind und nicht unbewusst hochgezogen werden.

    Der Anschlag bei dem Stück von Schumann wird nicht durch eine starre Fingerbewegung erzeugt, sondern durch den ganzen Arm und ein geschmeidiges Handgelenk, wodurch man den Klang auch viel besser kontrollieren kann und "abrunden" kann.

    Wobei man sich darüber auch streiten kann, wenn man sich Horowitz anschaut: http://www.youtube.com/watch?v=qq7ncjhSqtk

    Aber zum krassen Unterschied Valentina Lisitsa: http://www.youtube.com/watch?v=ExyCNuG-fBw

    Du kannst es selbst testen, indem du einen Ton mit dem Finger leise, stur "runterdrückst" oder den Ton mit Hilfe des ganzen Arms "streichelst".
     
  11. Wespennest 100
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    Wespennest 100 Guest

    Meine KL hat schon hin und wieder mal was zu meiner Armhaltung gesagt. Es war aber nie richtig klar, ob ich da grundsätzlich was falsch mache oder aber nur in dieser besonderes Situation die Arme besser einsetzen soll. Deshalb war das außerordentlich hilfreich für mich.

    Ich hab dann gestern abend auch mal ganz bewußt den Arm locker geführt. Das war ein ganz anderes Spielgefühl.


    Gruß Ute
     
  12. ubik
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    ubik

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    Falsch kann man nicht sagen. Es gibt meiner Meinung nach kein Falsch oder Richtig beim Klavier spielen, mehrere Wege führen zum Ziel. Das sieht man ja auch bei Pianisten wie Glenn Gould oder eben Horowitz, wenn man sich deren Haltung anschaut. Du kannst nämlich trotzdem einen schönen Klang erzeugen, was ja auch zeigt, dass du sehr musikalisch begabt bist oder zumindest viel Musik gemacht hast in deinem Leben, stimmt es? :)
     
  13. Wespennest 100
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    Wespennest 100 Guest

    :smile:
    schwer zu sagen. Ich weiß eigentlich gar nicht so richtig, wo ich heute stehe und wo ich stehen könnte oder müßte und ob es viel war oder nicht.... So wie es in meiner Signatur steht: