Physiker unter uns...?

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Dreiklang, 20. Nov. 2019.

  1. Barratt
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    Die Vakuumlichtgeschwindigkeit hat (nach meinem laienhaften Verständnis) axiomatischen Charakter, oder? :konfus:

    Warum sollte sich "etwas" nicht schneller beschleunigen als Licht? :denken: Welche Auswirkungen hätte es auf das Gesamtkonzept, wenn man Superluminarität annähme und damit das Axiom "nichts ist schneller als Licht" zumindest relativierte?
     
  2. Dreiklang
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    Dreiklang

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    Ob es "etwas" gibt, das schneller als Licht ist, weiss ich nicht (habe mir noch keine Gedanken gemacht, wie dieses "etwas" aussehen könnte).

    Was wir aber wissen, ist, dass Materie ganz offenbar nicht schneller als das Licht werden kann. Die Masse von Materie nimmt immer weiter zu bei v gegen c, bzw. geht mathematisch gegen unendlich.

    Wir sehen das heute sehr gut in Teilchenbeschleunigern: wenn Elektronen sich der LG nähern, braucht es exorbitant mehr Energie, sie immer noch weiter zu beschleunigen.
     
  3. Häretiker
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    Eine Seite:
    Die Lichtgeschwindigkeit ergibt sich schon aus den maxwellschen Gleichungen der Elektrodynamik. Und die ist immer und in jedem Bezugssystem konstant, weil sie nur von der elektrische Feldkonstanten und der magnetische Feldkonstanten abhängt. Und die sind für alle Inertialsysteme gleich. Deswegen hieß auch die Arbeit "Zur Elektrodynamik bewegter Körper".

    Mithin: Schon die Elektrodynamik ist relativistisch korrekt. Magentkräfet sind quasi eine "realtivistische Korrektur".

    Andere Seite:
    Entweder es gibt keine oberste Geschwindigkeit im universum. Oder es gibt sie, dann muss sie für alles Inertialsyteme gleich sein. Gedankenexperimente legten die Existenz einer oberen Grenze nach. Die Befragung der Natur (Experiment) auch. Milliardenfach bestätigt.


    Was ich mich da frage: Wo ist das Problem, die milliardenfach praktisch bestätigte und theortisch notwendige SRT abzulehnen? Das wiederum verstehe ich nicht.


    Oder sind es die 'komischen Komplikationen" (Zeitdilatiton: messtechnisch bestätigt, Längenkontraktion: bestätigt (muss man z.B. bei Schwerionenversuchen berücksichtigen)), Aufabe des Konzepts 'gleichzeitgi' usw.

    Diese Konzepte stimmen nicht uneserem intuitiven Konzepten überein, die wir durch makroskopische Betrachtung der Welt bei kleinen Geschwindigkeiten haben. Aber das tut Quantenmechnik auch nicht. Viele Leute liegen schon mit ihrer Intuition mit F = m * a daneben.


    Die Welt ist nicht so, wie sie scheint. Schon einen Laser kann man nicht mit klassischer physik erklären. Für GPS-Satelliten muss man zwei korrekturen aufrechenen: Die aus der SRT (die bewegen sich schneller raltiv zu uns) und die aus der ART (wir sind tiefer im Schwerkraftschacht). Berücksichtigt man die nicht oder nur ein Faktor, dann geht das GPS falsch, und zwr kummulativ.


    Nehmen wir noch das anomale magnetsiche Momnt des Elektrons.
    klassisch: g = 1
    QM: g = 2
    Und jetzt nimmt man Elektrodynmik, die Verbindung von QM und SRT.

    Langwieirge Rechnungen ergben:
    g, theoretisch: 2,002 319 304 8(8)
    Hochpräzisionsmessungen ergeben:
    g, gemessen: 2, 002 319 304 362 568(35)

    Jetzt zeige mir doch mal eine alternative Theorie, die das erklären kann.

    Grüße
    Häretiker
     
  4. Sven
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    Sven

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    Habe ich das mit der Gravitiationslinse richtig verstanden, wenn ich denke, dass da das Inertialsystem für das Licht gleibt bleibt, aber eben gebeugt wird?
     
  5. Häretiker
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    Der Lichtstrahl verfolgt also aus seiner Sicht eine Geodäte, aber der Raum ist gekrümmt. Macht übrigines die Erde in ihrem Lauf um die Sonne auch so.

    Ganz grob:
    Masse schreibt vor, wie die Raumzeit sich krümmt.
    Gekrümmte Raumzeit schreibt vor, wie sich Masse bewegt.

    Grüße
    Häretiker
     
  6. Barratt
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    @Häretiker Nicht gleich so brassig reagieren. :023: An Einstein herumzukritteln käme mir nie in den Sinn, ich müsste ja vollkommen verrückt sein. Eine einzige physikalische Formel ist mir allzeit präsent, nämlich Leistung = Arbeit pro Zeit. :-D Ich hatte mal einen Mitarbeiter, der lieferte exzellente Arbeit bei gleichzeitig miserabler Leistung. Du wirst sofort verstehen, worin das Problem mit diesem Mitarbeiter lag. :004:


    Ich gestattete mir die neugierige/wissbegierige Frage nach der Lichtgeschwindigkeit. Das hat mit Einstein zunächst allenfalls indirekt zu tun. Wir haben bislang keine Ahnung, was "dunkle Materie" und "dunkle Energie" sind, die angeblich großen Einfluss im Universum ausüben. Andererseits sind wir uns aber sicher, dass nichts schneller sei als Licht. Angeblich wurden Überlichtgeschwindigkeiten experimentell nachgewiesen (ebenfalls aus Neugier/Weltinteresse lese ich "Spektrum der Wissenschaft" ;-)).

    Nochmal meine Frage, etwas anders formuliert: Ist die Rolle der Lichtgeschwindigkeit so groß, weil sie eine Konstante ist oder weil sie schneller als alles (?) Andere ist?
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Nov. 2019
  7. Häretiker
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    Sorry, das ging eher in Richtung @Dreiklang.

    Ich zitiere:
    "...
    Die SRT ist als eine "Theorie von Raum und Zeit" ziemlich primitiv aufgebaut... Und liefert einige seltsame bis höchst bedenkliche Vorhersagen, die dummerweise niemand auf der Welt nachprüfen kann...
    ..."
    und
    "...
    Genausogut könnte es nämlich sein, dass ein an mir mit relativistischer Geschwindigkeit vorbei bewegter Körper eben nicht seine Länge ändert *)
    ...
    *) Das Universum müßte schon etwas "seltsam" beschaffen sein meiner Meinung nach, wenn er das täte. Das war eins der ersten Dinge, die mich an der SRT seinerzeit zweifeln liessen
    ..."

    Darauf bezog sich mein
    "...
    Was ich mich da frage: Wo ist das Problem, die milliardenfach praktisch bestätigte und theortisch notwendige SRT abzulehnen? Das wiederum verstehe ich nicht.
    ..."

    Nun, die Antwort hätte ich mir selbst geben können, wenn ich die alten Posts nochmal gelesen hätte, mein Fehler. :-)

    Da würde mich interessieren, was mit "Überlichtgeschwindigkeit" genau gemeint ist.
    Tscherenkow-Strahlung?
    Phasengeschwindigkeit?

    Oder echt etwas, dass schneller ist als die Vakuumlichtgeschwindigkeit und mit dem man Information übertragen könnte?

    Eigentlich beides. :-)

    Grüße
    Häretiker
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Nov. 2019
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  8. Barratt
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    Vorbemerkung: Bitte bedenke, dass ich nur als interessierter Informationsparasit unterwegs bin.
    Man "liest etwas", versucht zu verstehen und nachzudenken und hat Fragen dazu, findet aber im persönlichen Umfeld niemanden, der die Frage beantworten könnte oder sich auch nur für die Fragestellung interessiert. :020:

    Dann trifft man einen oder mehrere Fachleute und wenn man Glück hat, gestatten sie laienhafte Fragen, und wenn man noch mehr Glück hat, versuchen sie sie zu beantworten. Eine freudige Situation. Vom "Informationsparasitentum" spreche ich deshalb, weil diese Fachleute sich in aller Regel nicht für diejenigen Themen interessieren, in denen ich Fachkompetenz habe. Also ziehe ich Informationen aus so einer Unterhaltung, ohne etwas zurückgeben zu können. Parasit = ein Wesen, das anderen Wesen etwas entzieht ohne entsprechende Gegenleistung.

    Ad rem:

    1. Kosmologie: Ich meine so etwas wie das Hubble-Gesetz bzw. eigentlich den Hubble-Flow. Geschwindigkeiten sind, wenn ich es richtig verstanden habe, physikalische Größen innerhalb eines definierten Bezugsystems. Wie kann man sich sicher sein über Geschwindigkeiten außerhalb des definierten Bezugssystems (weil man es noch nicht definieren KANN)? Ich möchte keine Selbstreferenzialität unterstellen, ich möchte gar nichts unterstellen, nur fragen!

    2. Wenn der Detektor selbst technisch nicht in der Lage ist, die "Ankunft" des Signals / der Information schneller als in Lichtgeschwindigkeit zu messen, weil er einfach zu lange braucht um zu reagieren? Der Detektor detektiert ja "nur" die Frontgeschwindigkeit.

    3. Raymond Chiao et al. wiesen Überlichtgeschwindigkeit von Photonen unter bestimmten Bedingungen nach. Also GIBT es sie grundsätzlich.

    Angesichts dieser drei Faktoren plus die Existenz von hidden parameters, "spukhaften" Wechselwirkungen beim EPR und bislang schlicht unbekannter "dunkler" Materie / Energie stellt sich mir als interessierter und wohlgesonnener Laie die übergeordnete Frage: Mit Einsteins Erkenntnissen wird seit Jahrzehnten erfolgreich gearbeitet, also "stimmen" sie für die Systeme, in denen sie bislang angewendet wurden. In bestimmten Konstellationen treten zumindest Unschärfen auf. Systeme, die wir noch gar nicht (er)kennen, können wir sowieso nicht beurteilen. Mir SCHEINT (NB, als Laie!), die Krux könnte bei der Lichtgeschwindigkeit liegen, die axiomatisch gesetzt wurde.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Nov. 2019
  9. Häretiker
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    Moin!

    Zu 2.:

    Man kann in einem Experiment mit synchroniserten Uhren messen:
    Zeitstempel 1: X wurde hier losgeschickt
    Zeitstempel 2: X wurde dort beobachtet
    Aus Entfernung und Zeitdiffrenz hat man die Geschwindigkeit in unserem Bezugssystem.

    Es gab ja mal die "berühmten" Neutrinoexperimente mit vermeintlicher Überlichtgeschwindigkeit. vor ein paar jahren. War aber ein Messfehler.

    Zu 3.
    Das wird kontrovers diskutiert, siehe
    https://de.wikipedia.org/wiki/Überlichtgeschwindigkeit#Superluminares_Tunneln

    Die Lichtgeschwindigkeit ist nicht einfach drangeschraubt oder axiomatisch gefordert, sondern eine zentraler Baustein unserer Physik, wie wir sie bis jetzt kennen. Elektrodynamik und klassische Mechanik sind inkompatibel. Erst mit der SRT passen sie zueinander.


    Was Du mit 'hidden parameters' (sind messtechnisch widerlegt) meinst kann ich nur raten, aber mit der 'spukhaften Fernwirkung' ergibt es seinen Sinn. Quantenmechanik (QM) ist halt merkwürdig und antiintuitiv.

    Übgrigens, viel Spaß mit diesem 'Rätsel':

     
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  10. Bernhard Hiller
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    Bernhard Hiller

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    Tja, da gab es mal was... Da wurden Teilchen hoch beschleunigt und hunderte Kilometer entfernt detektiert. Und zwar so früh, daß sie schneller gewesen sein mußten als das Licht.
    Irgendwann wurde festgestellt, daß einfach n Kabel lose war und - salopp ausgedrückt - die Stopuhr zu schnell laufen ließ...
    Siehe auch:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Faster-than-light_neutrino_anomaly
     
  11. Demian
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    Demian

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    Ich glaube, es ist Zeit für ein neues Stichwort:
    Antimaterie!
     
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  12. Moderato
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    Kann man doch alles nachlesen bei Dan Brown, Illuminati.:005:
     
  13. Demian
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    Oh, jetzt sind hier die Nicht-Physiker am Werk... Mein Physik-Wissen speist sich aus den PM-Zeitschriften, die ich als Jugendlicher gerne gelesen hatte, (Mein Physiklehrer sagte dazu damals: „PM ist mit BILD vergleichbar, wobei das eine die Steigerung des anderen ist.“)

    Ich habe gerade den Wikipedia-Artikel zur Antimaterie gelesen und festgestellt, dass für mich bisher Antimaterie und Dunkle Materie das Gleiche waren. Scheint aber nicht zu stimmen. Trotzdem ein spannender Bereich der Physik.
     
  14. Andre73
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    Wer sich für so Sachen interessiert, es gibt dazu einen tollen deutschen Youtube Kanal, wo man das als interessierter Laie alles ganz gut erklärt bekommt:

    "Urknall, Weltall und das Leben"

    Die nehmen sich auch immer mal so einzelne interessante Themen vor, haben aber auch ganze, dann aufeinander aufbauende Vortragsreihen.

    https://www.youtube.com/user/UrknallWeltallLeben
     
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  15. Demian
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    Mit Harald Lesch, der erklärt wirklich gut, danke für den Tipp, @Andre73 !
     
  16. Albatros2016
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    Und auf audible gibt es eine tolle Podcast Reihe "Sag mal, du als Physiker..." da gibt es jede Woche ein Thema, das geht von einfacher Physik im Alltag bis Einsteins Relativitätstheorie oder auch darum was eigentlich Quanten sind u.s w. Und das der Satz "Das ist ein Quantensprung in der Entwicklung/Forschung ..." wenn etwas großes gemeint ist, totaler Quatsch ist. ;-)
     
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  17. Curby
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    Und an vielen deutschen Hochschulen oder Universitäten kann man theoretische Phsyik studieren, falls es jemanden wirklich interessiert.
     
  18. Albatros2016
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    Bei mir hat es leider nur zum Physik Leistungskurs gereicht.:cry2:

    Physik ist so wahnsinng interessant und wenn mein Grips gereicht hätte, dann hätte ich Physik gerne studiert. :cry:
     
  19. Demian
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    @Albatros2016
    Aber immerhin Leistungskurs, alle Achtung! Mit Physik hätte ich vielleicht mehr anfangen können, wenn nicht die Mathematik ihre Sprache wäre. Erst heute, im zarten Alter von über 40, verstehe ich nach und nach die höhere Mathematik.
     
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  20. Albatros2016
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    Ich hatte als 2. Leistungskurs noch Bautechnik.

    Also das technische Gymnasium, auf dem ich war, wäre dann wohl nicht deins gewesen?!;-)

    Physik, Mathe und Chemie (und Kunst) waren meine Lieblingsfächer in der Schule, dafür konnte man mich mit Sprache jagen (außer Grammatik, die mochte ich gerne). Also alles was logisch aufgebaut war und wo nur einmal der Groschen fallen musste, war meins, alles was mit auswendig lernen zu tun hatte, habe ich gehasst. Komischerweise konnte ich mir aber Formeln gut merken. (Und witzigerweise habe ich auch die Stücke ratzefatz auswendig drauf)

    Dafür würde ich gerne so gut wie du oder manch andere(r) hier Klavier spielen können.