Petition für bedingungsloses Grundeinkommen

Demian

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Wir alle wissen, wie ernst die Lage in dieser Krise für die Freiberufler ist. Es geht mittlerweile um Leben und Tod der Existenz. Daher halte ich die folgende Petition für sehr unterstützenswert und möchte sie auf diesem Wege bekannt machen.

Es geht um ein bedingungsloses Grundeinkommen für 6 Monate:

https://www.change.org/p/finanzminister-olaf-scholz-und-wirtschaftsminister-peter-altmaier-mit-dem-bedingungslosen-grundeinkommen-durch-die-coronakrise-coronavirusde-olafscholz-peteraltmaier?utm_content=cl_sharecopy_20820136_de-DE:v4&recruited_by_id=6e1b4020-6830-11ea-a377-099d5f2d3746&utm_source=share_petition&utm_medium=copylink&utm_campaign=psf_combo_share_initial&utm_term=psf_combo_share_message
 
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dilettant

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Klingt absolut sinnvoll in der aktuellen Situation. Es soll (muss?) ohnehin viel Geld unter die Leute gebracht werden. BGE könnte ein schneller unbürokratischer Weg sein.

Klingt andererseits, als ob man in der Krise was durchsetzen will, was sowieso man schon immer haben wollte. Man hat nun endlich eine Situation, in der das BGE "alternativlos" ist.

Schwierig.
 
trialogo

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Bei mir sind jetzt 60% der Einnahmen weg, Tendenz fallend eventuell Totalausfall, wenn Heilmittelerbringer schließen müssen, aber die Patienten wollen ohnehin keine Therapie.
 
Demian

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@dilettant
Was in der Vergangenheit war, sollte bei dieser existenziellen Frage keine Rolle spielen. Beim Blick in die Zukunft ist die Gesellschaft gefordert, eine Antwort auf die Frage zu finden, was sie bereit ist für Menschen zu tun, die freiberuflich-künstlerisch arbeiten. Banken wurden durch Steuergelder gerettet, weil einige den Hals nicht voll genug kriegen konnten. Jetzt sind die dran sich zu melden, die jahrelang durch ehrliche Arbeit ihr Geld ohnehin schon hart genug verdient haben.

Und nebenbei: Ich gehöre nicht primär zur „Lobby“.
 
Musikanna

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Kollegin hat am Telefon erzählt, mehr als die Hälfte ihrer Schüler verlangen Geld zurück...
Bei mir ist es noch nicht eingetreten, zum Glück.
 
Peter

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Bechsteinfan
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Ich finde es sehr einfach. Die Situation, das Zeitlimit..."ideale" Voraussetzungen für einen Test.
Was ich mich jedoch frage, ist, ob bei aller möglichen Vermeidung von Bürokratie die Verwaltung überhaupt in der Lage sein wird, das kurzfristig zu stemmen.

Unterschrieben.

Mich selbst betrifft es noch nicht. Heute mit diversen Groß- und Fachhändlern telefoniert, ob sich was anbahnt. "Nö. alles ok". Aber bei der Dynamik in den letzten Tagen weiß man nie...
 
pianochris66

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Ich bin durchaus der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens nicht abgeneigt, dafür müssten aber erst einmal die Voraussetzungen geschaffen und andere bisherige Leistungen abgeschafft oder zumindest auf den Prüfstand gestellt werden. So einen einschneidenden Systemwechsel übers Knie zu brechen wird und kann nicht funktionieren. Den Berufsgruppen und Branchen, die nun durch die momentane Situation ganz existentiell betroffen sind, soll laut den Ankündigungen der Bundesregierung ja auf andere Weise geholfen werden.
 
Demian

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@pianochris66
Es geht in dieser Petition um sechs Monate, nicht um einen Systemwechsel.
 
dilettant

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Siehste, genau das meine ich.

Als Weg, die von Altmeier versprochenen unbegrenzten Hilfen unter die Leute zu bringen, und zwar mit wenig Bürokratie und wirklich als Zuwendung und nicht als Kredit, finde ich die Idee toll. Und die Petition ist fair genug, es zeitlich begrenzen zu wollen.

So bald es jemand als "Test" betrachtet (was die Petition nicht tut!), gehen bei mir alle Alarmglocken an. Es gibt ja diese Heinis, die meinen, dass niemand gezwungen sein soll, für seinen Unterhalt primär selbst zu sorgen, weil Arbeit grundsätzlich unmenschlich sei. Die werden auf den Zug schnell aufspringen um im Windschatten der wirklich Bedürftigen versuchen, ihre Klientel möglichst dauerhaft mitzuversorgen. Nach dem Motte "es war doch so toll".

Vielleicht sollte man es einfach nicht BGE nennen.

Offenbar haben wir mal ähnliche Standpunkte! Aber "auf andere Weise" heißt halt, mit Darlehen. Wenn einem sich selbst ausbeutenden Freiberufler ein halbes Jahr Verdienstausfall nur als Kredit vorgestreckt wird - wie soll der den jemals zurückzahlen? Eine gewisse Wohlfahrt, auch auf Kosten derer, die zufällig in ihren Branchen weiterarbeiten (also Werte schöpfen können), fände ich schon richtig.

@pianochris66
Es geht in dieser Petition um sechs Monate, nicht um einen Systemwechsel.
Wehret den Anfängen! Der Soli war auch nur eine Überbrückungsfinanzierung. Erst für die deutsche Einheit, dann für den Irakkrieg, und jetzt gibt es außer der Gewohnheit keinerlei Rechtfertigung und trotzdem wird er nicht vollständig abgeschafft. So läuft es doch immer!
 
pianochris66

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@pianochris66
Es geht in dieser Petition um sechs Monate, nicht um einen Systemwechsel.
Warum sollen denn jetzt alle ein bedingungsloses Grundeinkommen bekommen, und sei es nur für 6 Monate? Was ist mit bisherigen Sozialleistungen wie z.B. Hartz IV, werden die weiter gezahlt? Das ist doch total unausgegoren und kann doch überhaupt nicht so schnell umgesetzt werden.
 
dilettant

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Warum sollen denn jetzt alle ein bedingungsloses Grundeinkommen bekommen, und sei es nur für 6 Monate? Was ist mit bisherigen Sozialleistungen wie z.B. Hartz IV, werden die weiter gezahlt? Das ist doch total unausgegoren und kann doch überhaupt nicht so schnell umgesetzt werden.
Naja, aber "das klappt doch eh nicht" jetzt auch nicht das Überzeugendste aller Gegenargumente.

Einen perfekten Rettungsschirm, der jedem und allem gerecht wird, wird es sowieso nicht geben. Eine pragmatische Lösung, die sehr vielen hilft und einige wenige übersieht und einige unverdient in Daunen bettet wäre schon mal was. Weil sie der Gesellschaft als Ganzes helfen würde. Es geht ja nicht nur um den einzelnen Freiberufler, sondern um die gesamte wirtschaftliche Dynamik und alle möglichen Kollateralschäden.

Klar, wenn wieder jede Interessengruppe mit irgendwelchen dramatisch-pathologischen Beispielen um die Ecke kommt und Nachbesserungen verlangt, dann wäre das Projekt zum Scheitern verurteilt. Bis sich da alle einig sind, waren 50 Prozent der Bedürftigen schon beim Insolvenzgericht. In der Folge gibts dann die nächste Bankenkrise und dann fließt dasselbe Geld statt in die KMUs, die damit ihre Kredite bezahlen würden, direkt an die Banken. Gleiche Kosten, aber die Arbeitsplätze sind weg.

Ich kann mich nicht durchringen, die Petition zu unterschreiben. Aber ich find sie irgendwie doch gut. Mal kucken, wie sich die Debatte entwickelt.
 

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Curby

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Völlig gaga. Ich meine, das bedingungslose Grundeinkommen uss über kurz oder lang kommen. Aber jetzt mal eben sowas durchzuwürgen halte ich für kontraproduktiv. Das wird nicht von heute auf morgen gehen.
 
Peter

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So bald es jemand als "Test" betrachtet (was die Petition nicht tut!), gehen bei mir alle Alarmglocken an. Es gibt ja diese Heinis, die meinen, dass niemand gezwungen sein soll, für seinen Unterhalt primär selbst zu sorgen, weil Arbeit grundsätzlich unmenschlich sei. Die werden auf den Zug schnell aufspringen um im Windschatten der wirklich Bedürftigen versuchen, ihre Klientel möglichst dauerhaft mitzuversorgen
Siehste, und bei so einem "Test" kann man den Stellenwert der Heinis überhaupt erst mal zur Kenntnis nehmen. Bisher gibt´s doch dazu nur Vermutungen. Geben tut es sie, klar. Der Fakt alleine reicht aber noch lange nicht aus, eine Idee zu verteidigen oder abzulehnen.
 
C

Curby

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Man sollte das auch nicht Test eines BGE nennen, sondern irgendwas wie "Finanzspritze für bedürftige Selbstständige". Und somit klarmachen, dass das erstal wirklich nur eine Notlösung ist.

Tut mir leid, aber wer nach zwei Wochen bereits um Hilfe bittet, obwohl man seit 19 Jahren selbstständig ist mit 5 Angestellten - der hat falsch gewirtschaftet. Eigentlich liegt es auch in der Verantwortung eines jeden, möglichst zügig eine GmbH zu gründen, sobald man Personal hat. Ich halte es für fatal, mit meinem Privateigentum für 5 Mitarbeiter zu haften.
 
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Stegull

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Ich bin erstaunt, wie wenig Existenzgrundlage viele Menschen erarbeitet haben. Woran liegt dass, wenn 2 Monate Verdienstausfall eine Katastrophe bedeuten? Wenn ich 20 oder 30 Jahre arbeite und das meine erarbeitete Existenz ist? Liegt das an mir? Liegt das am System?

Ich arbeite seit 15 Jahren mehr als überdurchschnittlich intensiv, selbstständig. Ich betreibe einen Heidenaufwand, um die ungesunden Streßsymptome, die sich im Alter einstellen, auf natürliche Art und Weise abzudämpfen - mit zeitlichem Aufwand neben meiner produktiven Arbeit.
Seit Jahren sehe ich, wie meine Ausgaben steigen. Ausgaben, die mir abgenommen werden um ein Sozialsystem zu stützen, dass Leute unterstützt, die beruflich nicht weiterkommen.
Ich arbeite in einem Beruf, der nicht hochbezahlt eingestuft ist. Man verdient gut, wenn man viel arbeitet. Mittlerweile arbeite ich viel, weil ich Erfolg und Spaß dabei habe, nicht wegen des Geldes. Ich lebe bescheiden.
Ich frage mich, warum mit meinen erarbeiteten, mir abgenommenen Geldern, Leute unterstützt werden sollen, die nur ein Bruchteil dessen, was ich gearbeitet habe, unterstützen soll.
Kann man sich nicht vorstellen, dass mir das irgendwann den Spaß an der Arbeit verdirbt?
Kann man als erfolgloser Musiker, oder als Musiker mit wenig Einkommen - also nicht viel Arbeit (was macht der eigentlich den ganzen Tag so?), nicht in einem 2. Job, meinetwegen als Taxifahrer oder Spargelstecher Geld verdienen?

Nein?

Muss Vater Staat jetzt dafür aufkommen? Also auch ich? Auf Kosten meiner Gesundheit?
 
Demian

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@Stegull
Ich verstehe, was du meinst und kann deine Sicht auch nachvollziehen. Es ist im Prinzip die uralte Diskussion, in der es darum geht, dass die einen sich den Arsch aufreißen, während die anderen sich schonen und Nutznießer der Leistenden sind. Das ist das Problem, das @dilettant ja auch angesprochen hat, und u.a. daran ist der real existierende Sozialismus gescheitert. So weit, so richtig.

Allerdings bestraft man mit dieser Sicht natürlich auch all diejenigen, die trotz harter, ehrlicher Arbeit unverschuldet nicht auf den grünen Zweig gekommen sind. Das freie Musikergeschäft ist sehr hart, wir hatten diese Debatte ja schon einmal im Zusammenhang mit der Grundrente. Viele hoffen wahrscheinlich auf Erfolg und Durchbruch: Wenn man auf einen anderen Job umsattelt, hat man die Musikerkarriere bereits aufgegeben, wenn man dranbleibt, rutscht man immer weiter ins Prekariat ab. Ein Dilemma.
Hinzu kommen noch die, die z.B. Hauskredite abzahlen müssen und deshalb nur von der Hand in den Mund leben können.

Außerdem: Ist es gerecht, wenn große, „systemrelevante“ Unternehmen wie z.B. die Lufthansa gerettet werden würden, während sich deren Manager weiterhin fette Boni auszahlen, aber Kleinstunternehmer geopfert werden?
 
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Curby

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Einkommen wird nicht nach Leistung, sondern nach Beruf verteilt. Ein Klavierlehrer kann auch voll ausgelastet sein und nur den Bruchteil eines sagen wir Handwerkermeisters verdienen. Der Arbeiter auf dem Bau schuftet hard, bekommt aber einen miesen Lohn, während ich als Entwickler fürstlich bezahlt werde (ok ich nicht, aber viele andere meiner Zunfft) - das finde ich nicht gerechtfertigt. Ich bin sowieso der Meinung, dass ein Studium etc. nicht ein höheres Gehalt rechtfertigt. "Ich habe aber jahrelang was schweres studiert wo ich nachdenken muss, dann soll ich auch mehr kriegen als n blöder Handwerker, der seinen Kopf nicht benutzen muss, mimimi...." - das ist aber ein anderes Thema.

Es gibt also gewiss etliche, die für ihre Situation weniger können. Man kann ihnen vorwerfen den falschen Beruf ergriffen zu haben, das empfinde ich aber als falsch.

Letztendlich greift da die gesellschaftliche Teilhabe und Fürsorge. Was mich stört ist, dass es jedoch scheinbar doch recht viele sind, die überhaupt keine Rücklagen haben.

Wie kann das sein? Ich selbst hatte bereits als Student äußerst sparsam gelebt und sogar ohne nennenswert arbeiten zu gehen eine stolze Summe zurückgelegt. Geben denn alle Leute ihr Geld für Schund und Unsinn aus? Anders kann ich mir das nicht erklären.
 
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chiarina

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Ausgaben, die mir abgenommen werden um ein Sozialsystem zu stützen, dass Leute unterstützt, die beruflich nicht weiterkommen.
Lieber Stegull,

dir werden die Ausgaben nicht abgenommen. Vielmehr erklärst du dich als deutscher Bürger bereit, dem Staat, in dem du arbeitest, einen prozentualen Anteil deines Einkommens zu geben (Steuern), mit dem dieser das öffentliche Gemeinwesen, von dem auch du profitierst, finanziert.

Du unterwirfst dich also, indem du in Deutschland arbeitest, der Steuerhoheit dieses Landes und daher gehört dir das Geld gar nicht, was du als "Ausgaben" bezeichnest. Diese Steuern sind auch nicht zweckgebunden und es gibt keine Gewähr auf eine Gegenleistung - der Staat bzw. die vom Volk gewählten Volksvertreter gibt/geben dieses Geld so aus, wie er es für richtig hält.

Über die Verwendung kann man natürlich diskutieren und geteilter Meinung sein!

Ich bezweifle aber sehr, dass dein Steueranteil wesentlich verwendet wird für Leute, die
nur ein Bruchteil dessen, was ich gearbeitet habe
, gearbeitet haben.

Knapp 30% betrug die Sozialleistungsquote 2018. Davon betrug 2011 der prozentuale Anteil für Arbeitslose 4,5%, der Anteil für Alte und Kranke jeweils 32%. Es lässt sich leicht ausrechnen, wie viel Prozent deiner Steuerabgaben tatsächlich für Arbeitslose ausgegeben wurden.

Man kann ja gegen ein 6 Monate dauerndes bedingungsloses Grundeinkommen sein. Ich verstehe deinen Ärger, den ich so verstehe, dass du dich abrackerst, während andere wenig verdienen und nach deinem Empfinden auf der faulen Haut liegen und bei einer Krise nach dem Staat rufen, anstatt wie du vorzusorgen.

Ich weiß auch gar nicht, ob ich dafür bin. Ich muss noch darüber nachdenken. Aber wie auch schon Curby und andere sagten: ein geringer Verdienst ist keineswegs kongruent mit wenig Arbeit! Viele haben Zweit- und sogar Drittjobs, um über die Runden zu kommen (hohe Mieten, Familie etc.). Rücklagen können die kaum bilden.

Liebe Grüße

chiarina
 
S

schmickus

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Das Grundproblem ist doch: Es gibt zu viele professionelle Musiker. Deshalb sind die Honorare schlecht. Der wichtigste Ratschlag lautet: Wenn du kein absolut herausragendes Talent bist, sondern nur sehr gut, werde kein professioneller Musiker! Und nein, die Gesellschaft muss nicht jede persönliche Fehlentscheidung bis zum Sankt-Nimmerleinstag abfedern.
 
Andre73

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Es trifft ja jetzt nicht nur Künster, viele Menschen haben keinerlei finanzielle Polster mehr und stehen sofort mit dem Rücken zur Wand.
Das Grundproblem ist die wachsende soziale Schere - und das es Deutschland allgemein eben nicht gut geht.
Ich habe jahrelang versucht das zu diskutieren - inzwischen kann ich nur noch mit den Schultern zucken. Die Leute saßen wie der Frosch im Topf, der langsam immer heißer wurde - und wählten fleißig weiter CDU und co.
Die Corona-Krise bringt jetzt nur einige Sachen ans Licht, z.B. dass sehr viele Menschen nur noch von der Hand in den Mund leben, dass die Digitalisierung in Deutschland lachhaft ist (Homeoffice mit miesem Netz, Schuldigitalisierung etc.), dass die Pflege im KH total unterbesetzt ist, dass das wirtschaftlich völlig entkoppelte Finanzsystem inzwischen sehr labil ist etc.

Das Frustrierende bei Musikern - oben steht, selbst wenn man nur "sehr gut" ist, solle man es sein lassen - obwohl man vermutlich seit Kindesalter auch noch überdurchschnittlich viel Engagement dort reingesteckt hat.
Es gibt jede Menge Berufe, in denen verdient man richtig viel Kohle und Du hast Glück, wenn Du unter 20 mal einen findest, dem Du das Label "sehr gut" auf die Stirn tackern würdest und der auch sehr viel seiner Lebenszeit in seine Ausbildung investiert hat. Das ist schon ein ziemlich krasses Missverhältnis. Wer weiß am Anfang seines Weges schon, ob er am Ende besser als "sehr gut" ist?
 
 

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