Paaarty, aber....

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Drahtkommode, 11. Aug. 2017.

  1. Drahtkommode
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    Drahtkommode

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    Hab eben eine der typischen deutschen (?) Einladungen bekommen.

    "Wir machen am Sonntag eine Gartenparty, bring doch was zu essen und zu trinken mit...."

    Hallo? Bin ich eingeladen, oder soll ich euren Kühlschrank auffüllen? Auch wenn ich selbst Gäste habe, finde ich es nervig, wenn sie fragen, was sie mitbringen sollen. Sie sind meine GÄSTE! Ist das eine deutsche Sitte, abgesehen von englischen "Bring a bottle"-Partys, bei denen man sein eigenes Zeug säuft? Wie seht ihr das?

    Es grüßt
    Die Drahtkommode
     
  2. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Ich sehe das so, dass es Mitbringpartys und Einladungspartys gibt. Wenn man nicht immer alles bezahlen will bei einer Zusammenkunft, aber trotzdem gerne mit Freunden isst / kocht, ist es doch ganz normal, dass man entweder den Einkaufspreis ungefähr teilt oder jeder etwas mitbringt. Manche Leute freuen sich sogar, wenn ihnen die Entscheidung über ein sonstiges Mitbringsel abgenommen wird (z.B. an Geburtstagen oder ähnlichen Anlässen).
    Deine Studentenzeit ist wohl schon länger vorbei,...... :-D
     
  3. DonMias
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    DonMias

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    Was soll daran jetzt typisch deutsch sein?
    • Eine Party veranstalten und nur die Location und das Nötigste bereit stellen?
    • Sich darüber aufzuregen?
    • Vermuten, das wäre typisch deutsch?
    Mit freitaglich ironischen Grüßen
    DonMias
     
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  4. Drahtkommode
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    Drahtkommode

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    Weiß ich nicht, ich frag das. Dass man eine Flasche Wein mitbringt, ist völlig angemessen, oder Blumen, aber wie du sagst nur "das Nötigste" bereitzustellen, da fühle ich mich nicht als Gast.

    @Stilblüte Und ja, meine Studentenzeit ist lange vorbei. Die Ansprüche steigen offenbar.
     
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  5. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Vielleicht ist das auch das Problem - dass du dich als Gast fühlen "willst". Dabei kommt es natürlich auf die Art der Einladung an. Wenn es heißt "wir möchten unseren Bekannten für die Hilfe beim Umzug danken, bitte bringt euch was zu Essen mit" ist das etwas merkwürdig. Wenn die Einladung aber nur einen Anlass schafft, Freunde an einen Tisch zu bringen, man aber nicht den ganzen Nachmittag in der Küche Salate schnibbeln oder 100€ ausgeben will, ist das völlig legitim. Es wundert mich irgendwie, dass dich das wundert.
     
  6. Drahtkommode
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    Drahtkommode

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    Richtiger Gedanke, Blüte. Vielleicht ist es auch so, weil ich das bei meinen seltenen Anlässen eben nicht so mache. Eben weil sich die Leute als Gäste fühlen sollen. Ich esse dann eine Woche von dem, was ich bereitgestellt hab... :-)
     
  7. méchant village
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    méchant village

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    Zurück in Deutschland nach 20 Jahren Pause hat mich das auch sehr gewundert.

    @Stilblüte
    Auch meine Studentenzeit liegt bekanntermaßen in der entfernten Vergangenheit. ;-)

    Die Steigerung ist, dass genau festgelegt wird, was man mitzubringen hat - und wehe, man trifft die Geschmacksrichtung nicht hundert pro.
    Fragt sich für wen das dann objektiv gesehen peinlicher ist..

    LG Barbara
     
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  8. méchant village
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    méchant village

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    Für lieben Besuch schnibbel ich doch gern eine Weile und steh in der Küche. Da bin ich Gastgeberin mit allem Drum und dran (ok, OT small Talk liegt mir weniger).
    LG Barbara
     
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  9. mick
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    mick

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    Meine Studentenzeit liegt noch vor mir, aber ich finde Mitbringpartys auch irgendwie blöd. Wenn mich jemand einlädt, soll er mir gefälligst was kochen!

    [​IMG]
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Aug. 2017
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  10. méchant village
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    méchant village

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    DAS ist für mich "typisch deutsch" und ich hab es mir nie abgewöhnen können, zum Amüsement der Franzosen: viel zu große Portionen und Reste ohne Ende.
    :teufel:
     
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  11. 40er
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    40er

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    Ja, typisch Deutsch - beinahe bayerisch spontan.

    Hier in der Schweiz, heisst es nicht wir machen am Sonntag eine Gartenparty, sondern Du bekommst eine Einladung für Sonntag in drei Monaten. :-|
     
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  12. Tanzpause
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    Tanzpause

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    Ne, typisch Amerikanisch!
    Bring your own beverage!

    Ich finds das immer ganz gut, weil ich dann wenigstens weiß was ich mitbringen kann. Sonst ist's ja doch nur die Flasche Wein etc...
     
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  13. DonMias
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    DonMias

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    @Drahtkommode: Ich finde, Du siehst das zu eng. Wenn jemand eine Party mit allem drum und dran veranstaltet und die Gäste sich um nichts kümmern müssen: Finde ich super. Aber wenn man es so macht, wie von Dir im Start-Posting beschrieben, finde ich es auch ok. Besser, als wenn sich niemand um irgendetwas kümmert und man sich gar nicht trifft.

    Und wenn es Dich schon nervt, wenn Deine Gäste bei einer Einladung von Dir freundlich fragen, ob sie etwas mitbringen können/dürfen/sollen, dann denk vielleicht mal ein wenig über Deine Nerv-Grenze nach. ;-) Locker bleiben. Sie meines es nur nett. :-)
     
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  14. Klein wild Vögelein
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    Klein wild Vögelein

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    Es kommt darauf an, wer einlädt und zu welchem Anlass.

    Mir gefallen am besten die Partys, auf denen es locker zugeht. Also, so nach dem Motto, komm wir machen Party, bring was mit, muss aber nicht sein!

    Wenn ich zu einer, sagen wir mal gediegenen :-D, eher konventionellen "Veranstaltung " eingeladen werde, nehme ich eine Flasche Wein oder Blumen mit.

    Ich selbst lade nie zu konventionellen Festivitäten ein. Am besten finde ich die zwanglosen Zusammentreffen, wer will bringt was mit, kann Fussball gucken, wenn zufällig an diesem Tag ein Spiel übertragen wird, Klavier spielen, die Hunde bespaßen oder was auch immer er will.

    Zu einem Anlass, bei dem ich einen ausgeben möchte, bestelle ich, je nach Wunsch, Essen auf Rädern.

    Ich kann es nicht ausstehen, sterbende Schnittblumen um mich zu haben. Wenn ich welche geschenkt bekomme, wechseln sie in einem günstigen Moment die Besitzer! :lol:
     
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  15. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Ich finde diese Art der Aufforderung ein bisserl unverschämt, das Konzept der "Mitbringparty" selbst jedoch nicht. Es ist auch keineswegs typisch deutsch. Ich habe es in Neuseeland 1982 kennengelernt, wo es allerdings, wenigstens an der Uni, nur diese Art der Party gab, die auch ungeschriebene, aber feste Regeln hatte. So hatte der Gastgeber lediglich die Waschmaschine (man hatte dort den Bottich-Typ) mit gestoßenem Eis zu füllen, in das die Gäste dann das mitgebrachte Bier steckten, außerdem für ein ordentliches Feuer unter dem Grill zu sorgen. Welcher bei meiner ersten Einladung aus einem ehemaligen Mülltonnendeckel bestand, in den mit der Axt ein Schlitz geschlagen war, durch den das Fett ins Feuer tropfte, damit die Götter auch ihren Anteil an der Party hatten...

    Ich finde schon, dass dieses Konzept seine Vorteile hat. Man kann sich spontant für den Abend verabreden, ohne den Gastgeber unter Stress zu setzen, und die "no frills" - Maxime verbannt von vorneherein das agonale und komparatistische Moment, das deutsche Einladungen so oft zur Anstrengung macht.
    Es muß aber entweder voraussetzbar oder verabredet sein. Sich Gäste mit einem "Ihr seid willkommen, wenn Ihr alles erforderliche mitbringt" einzuladen, hat für mich ein Gschmäckle von Knickrigkeit.

    Was man übrigens in der Antike schon so empfand, wie die bekannten satirischen Verse des Catull (c.13) zeigen:

    "Gut wirst Du, mein Fabullus, bei mir speisen, / falls dir die Götter hold sind, nächster Tage, / wenn Du nur ein gutes reiches Essen / mitbringst und nicht vergisst ein hübsches Mädchen / Wein und Witz und des Lachens gute Geister."

     
  16. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Vom Roten Kreuz, der Caritas oder den Johannitern? Ich hoffe, hier lauert ein Geheimtipp. ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Aug. 2017 um 00:06 Uhr
  17. mick
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    mick

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    Wohl eher von Käthe Ring?
     
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  18. mick
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    mick

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    In München trifft man sich für diese Art von Party einfach in den Isarauen. :-)
     
  19. Peter
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    Peter Bechsteinfan Moderator

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    :lol:
    Ich finde das ist eine der schönsten und nützlichsten Sitten die es gibt.
    Es ist auch ein Unterschied ob man zum Essen und Trinken eingeladen wird oder zu einer Party. Eine Party kann auch in einem Lokal oder auf ner öffentlichen Wiese stattfinden. Da zahlt doch auch jeder seine Zeug. So stellt der "Gastgeber" halt Grill und Garten.

    Als Gast fühle ich mich übrigens am wohlsten wenn ich mich wie zu Hause fühle.
     
  20. Drahtkommode
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    Drahtkommode

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    Mein Kühlschrank ist auch immer leer. :-D
     
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