Ökologisch und umweltbewusst Leben

Dieses Thema im Forum "Sonstiges" wurde erstellt von Lizzythep, 1. Juni 2019.

  1. Barratt
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    :014: Es muss so sein: Die Nazikeule kommt zum Einsatz. :013:


    Bei MIR (in meinem Haushalt) kommt demnächst so etwas zum Einsatz. :023:

     
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  2. Marlene
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    Marlene

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    Richtig, und genau deshalb - mir erschien mein Wert viel zu niedrig - habe ich gestern die Berechnung beim WWF gemacht, dort werden viel mehr Fragen gestellt. Bei dieser Berechnung lande ich deutlich schlechter. Auch wegen des Hausbaus, denn die Gewerke sind nicht im Ort ansässig. Es wurde dort auch nach dem Spritverbrauch des Wagens gefragt. Ich fahre einen hässlichen SUV (Ford Kuga), der um die 13 Liter verbraucht. Grund: Der Motor hat 183 PS und das ließ sich leider nicht umgehen, denn ich brauche Automatik und die bekommt man nur übermotorisiert. Den SUV habe ich nur aus einem Grund: Wegen der hohen Sitzposition (die für mich zwingend erforderlich ist). Wer einen SUV fährt macht also nicht unbedingt einen auf dicke Hose.
     
  3. Holger
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    Holger

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  4. dilettant
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    In dem Zusammenhang hab ich eine Frage. Scannt man die Schlagzeilen, dann hat "die deutsche Autobranche den Trend verschlafen" und Tesla ist "der E-Auto-Pionier".

    Bemüht man statt des Journalistengeschwätzes ein paar Fakten, dann ergibt sich ein anderes Bild. Von über 330.000 Neuzulassungen im Mai (lt. KBA) waren lediglich 4300 Elektroautos (lt. AMS). Das heißt, aktuell gibt es keinen "Trend", den man hätte verschlafen können. Im übrigen waren von den 4300 Elektroautos nur 433 Tesla. Der nicht vorhandene Trend ist also gar nicht verschlafen, denn die restlichen 4000 E-Autos sind von Altherstellern geliefert worden, darunter auch deutsche. BMW hat im Mai 860 i3 verkauft, Audi 322 e-Trons, Volkswagen 310 e-Golf. Lächerliche Zahlen, aber nicht lächerlicher, als die von Tesla, und die Modelle sind offenbar da.

    Was also ist das Besondere an Tesla, und woher kommt das Narrativ, ausgerechnet Elon Musk würde uns die emissionsfreie Individualmobilität bringen?

    Anmerkung: Ich habe leider noch nie in einem Tesla gesessen, aber anscheinend hat Tesla definitiv bei dem die Nase vorn, was in der Software "user experience" heißt, d.h. es liegt hier eine tiefe Integration von Fahrfunktionen, Infotainment, Komfortfunktion vor. Hier sehe ich durchaus disruptive Innovationen von Tesla. Aber reicht das als Alleinstellungsmerkmal? Rechtfertigt das den Hype um das Unternehmen und die Häme gegenüber den deutschen Herstellern?

    Quellen:
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Juni 2019
  5. Andre73
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    Andre73

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    Tesla / Musk wollte aus meiner Sicht nie die Umwelt retten. Er wollte einen rasanten Elektroflitzer, nicht mehr und nicht weniger. Ob die neuesten Tesla-Sportwagen mit 800 km Reichweite, 700 PS und Abriegelung bei 250 km/h Spitze nun den Fokus Klimarettung haben, hat von Tesla glaub ich keiner so behauptet. Selbst die kleineren Teslas sind immer halbe Sportwagen.

    Den Umweltaspekt bedienen eher Hyundai, Nissan oder chinesische Hersteller wie Geely, BYD mit ihren Elektrostadtautos und -Bussen.
    Tesla ist hier nur der schillernde Vorreiter, mehr nicht. Die profitierten als Startup davon, dass E-Autos leichter zu bauen sind als moderne Benziner/Diesel - aber umgekehrt ist der Vorsprung deshalb ggf. auch schnell wieder dahin, wenn andere Konzerne mit ganz anderen Finanzmitteln mal loslegen.

    Viele Neuwagen in Deutschland werden immer noch von Firmen gekauft - und hier haben VW, Audi, BMW einfach Heimvorteil - Paketpreise etc. Da kann eine Firma nicht mal eben so Teslas kaufen - und wie soll das für Firmen überhaupt gehen mit E-Auto, nachdem man die Ladeinfrastruktur in Deutschland so schön ignoriert hat.
     
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  6. dilettant
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    Ich hab noch was. Sorry für die anrüchige Quelle, aber es ist einfach interessant und ich halte es für glaubwürdig: Hier beschreibt jemand ganz praktische Probleme bei der Planung von Schnelladestationen für E-Autos.
     
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  7. J. S. Schwach
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    J. S. Schwach

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    Musk wollte der Henry Ford der E-Mobilität werden, aber sein Fließband funktioniert noch schlechter als sein Business Plan. Inzwischen vergleichen manche Tesla mit Enron.
     
  8. dilettant
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    Er ist halt ein typisch amerikanischer Entrepreneur. Er sieht eine neue Technologie (hier: Tolle Akkus und moderne Software) und versucht, was damit zu erfinden. Dagegen ist überhaupt nichts zu sagen, und auch Häme über seine Startschwierigkeiten ist eher dahingehend angebracht, dass er sich überschätzt, indem er Autos, Ladeinfrastruktur, Raumfahrt alles gleichzeitig mit einem Startup bespielen will.

    Was mich nervt ist der belehrende Ton der hiesigen Presse gegenüber der klassischen Autoindustrie, von der ich sicher bin, dass sie Tesla und den Markt sehr genau beobachtet.
     
  9. Holger
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    Holger

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    Das Problem sind gar nicht so sehr die Fahrzeuge, sondern die Akkuzellen. Fachleute raten den OEMs schon lange, eigene Zellforschung und Entwicklung zu betreiben und sich um die Beschaffung der Rohstoffe zu kümmern. Die europäischen Autohersteller haben sich aber darauf verlassen, dass sie die Zellen von asiatischen Zulieferern in der gewünschten Menge und zum gewünschten Preis bekommen.
    Als jetzt aber konkret Akkus in kleinen Mengen gebraucht wurden z.B. für den E-Golf, mussten sie feststellen, dass die Zellhersteller die Preise diktieren und Mengen zuteilen. Und man bekommt auch gar nicht die Qualität, die man gerne hätte. Z.B. braucht Tesla nur ein Viertel der Menge an Kobalt, die andere Hersteller benötigen.
    Tesla ist dabei, den Strom für die Gigafactories immer mehr aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Asiatischen Herstellern ist es piepegal, wieviel CO2 bei der Herstellung abgegeben wird.

    Außerdem müsste ganz dringend mit Hochdruck an den nächsten Generationen von Akkus entwickelt werden. Im Moment liegt die Energiedichte von Lithium-Ionen Akkus bei ca 180 Wh/kg. Lithium-Schwefel Akkus haben im Labor schon 400-500 Wh/kg, Lithium-Luft Akkus sollen auf 1000Wh/kg kommen. Mit diesen neuen Zellen könnte man jede Menge Lithium einsparen.
    Nur durch diese Forschung und Entwicklungsarbeit könnte man sich unabhängig machen und wieder einen Vorsprung erarbeiten. Die großen OEMs hätten im Moment noch das Geld dafür.
     
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  10. ehenkes
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    Interessant. Mein Mercedes C 280 T (allerdings kein SUV), Vierzylinder, 3,0 Liter Hubraum, auch Automatik (verbraucht kaum noch mehr als Schaltgetriebe), hat über 200 PS und verbraucht 8-9 Liter/100 km/h je nach Fahrweise/Umgebung. Die C-Klasse gibt es auch in der höheren Version (brauche ich noch nicht), dürfte nicht allzuviel mehr verbrauchen.
     
  11. Kalivoda
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    Wow, das ist reichlich. Selbst meine alte 8-Zylinder-Kutsche mit ich glaube 245PS braucht weniger als 14l LPG (oder 11l Benzin). Ich hätte nicht gedacht, dass ich da quasi einen verkappten Öko-Schlitten fahre... :coolguy:
     
  12. Holger
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    13 Liter hört sich nach Kurzstrecke und Stadtverkehr an. Da wird der 8-Zylinder wahrscheinlich noch mehr verbrauchen.
     
  13. Tastenscherge
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    Da passiert ja auch einiges. Hier bei uns in Münster gibt es an der Uni ein Batterieforschungszentrum mit 140 Wissenschaftlern. Und gut möglich, dass demnächst noch eine Forschungsfabrik dazu kommt. Die Bewerbung dafür ist jedenfalls schon raus, Förderumfang durch NRW: 200 Millionen €.
     
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  14. J. S. Schwach
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    Wie Wirtschaft weiß, warum sie zögert. Europa hat noch JEDEN Subventions- und Kostensenkungswettlauf gegen Asien verloren.
     
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  15. Sven
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    Aus dem Artikel, der mich zum Rechnen gebracht hat, habe ich 2,5t pro Jahr in Erinnerung, die sich jeder erlauben dürfte,

    So relativ gut dein Wert also ist, im Vergleich mit dem deutschen Durchschnitt, ist er trotzdem noch schlecht, global gesehen.

    Pro Tag?
    Pro Mahlzeit?

    NIMBY ...
     
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  16. altermann
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    altermann

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    Da sollte, falls kein Rechenfehler vorliegt, @Marlene bei Ford vorsprechen. Das Dingens gehört stillgelegt, unwiderruflich aus dem Verkehr gezogen, oder so. Dabei halte ich mich mit meiner Aussage vornehm zurück, oder so.

    Gauf! :017:
     
  17. ehenkes
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    Wir sollten uns nicht im Endlos-Thema Pkw fangen, denn nichts ist verlogener als dieser Bereich.
    Erinnert ihr euch an die Vorstandsvorsitzenden (GM, Ford, Chrysler), die nach Washington zitiert und dort durch den Dreck gezogen wurden, weil sie im Firmen-Jet angereist waren? Alle forderten ganz rasch den GM Volt, ein E-Car, als wäre es das Wichtigste auf der Welt. Nur wenige Jahre später war alles verdrängt, und gefragt waren wieder SUV, möglichst viel Leistung, möglichst viel Statusausstrahlung (bullig, schwer, stark). Momentan beherrschen gigantische SUV immer noch die heimlichen Sehnsüchte unserer Elite. So ist das, und so wird das vermutlich bleiben, egal ob E-, Hybrid- oder Verbrenner-Car. Frauen stehen da voll drauf.
     
  18. Bassplayer
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    Statussymbole gab es schon immer und wird es auch immer geben. Beim PKW gibt es jedoch einen Konflikt: genauso, wie man Kindern normalerweise beibringt, dass man kein Wasser, keine Lebensmittel verschwendet und und nicht unnötig Strom verschwendet, auch wenn z. T. finanzielle Gründe dahinter stehen und nicht nur moralische oder ökologische, so bedeutet dies halt weiter gedacht auch, dass man nicht unnötig die Umwelt belastet. Und je mehr dieser Zusammenhang ins Bewusstsein kommt, umso größer ist dieser Konflikt.

    Dabei hat man aktuell noch die Freiheit, aus dem großen Angebot zu wählen, etwa wenn es um PKWs oder Personenbeförderung allgemein geht. Wenn aber der moralische Druck größer wird - die Forderungen der jüngsten Generation werden bereits bei Fridays for Future formuliert - oder die aktuell gewählten Regierungen ihre Klimaziele ernsthaft und konsequent verfolgen, könnte es z. B. sein, dass Flugreisen auf einmal viel teurer werden als der Zug, dass ein Tempolimit von z. B. 120, wie man es in Nachbarländern bereits kennt, etwas vom Reiz des PS-Boliden nehmen oder die Hersteller gar gezwungen werden, ihre Flotte auf ein niedrigeres Verbrauchsniveau zu bringen und die heutigen AMGs, Ms, oder (R)S-Modelle gar nicht mehr zur Verfügung stehen und der Inlandsflug oder Flug ins Nachbarland preislich und moralisch recht unattraktiv wird.
     
  19. Holger
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    Aber nur in Deutschland.
     
  20. Bassplayer
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    Und Deutschland ist auch nicht wie immer wieder behauptet wird das einzige Land, in dem etwas geschieht oder zur Entscheidung steht. Man kann ja zu E-Autos stehen wie man möchte, denn ob die Technologie sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Parametern ab, z. B. ob der Strom regenerativ gewonnen wird, mit dem sie betrieben werden. Aber im ach so bösen und schmutzigen China ist der Anteil der im letzten Jahr verkauften E-Autos mit 4,6% immerhin doppelt so hoch wie in Deutschland und in Norwegen hat man bemerkenswerte 50%.
    https://www.focus.de/auto/elektroau...-knackt-die-millionen-grenze_id_10062826.html

    Darum kann sich niemand - auch nicht Politiker in Talkshows, die die Menschen für dumm verkaufen wollen - damit rausreden, dass es nichts bringe, in Deutschland etwas zu verändern, weil das nur 2,6% Auswirkung auf die Welt hätte und deshalb einzig globale Abkommen geeignet wären, um ökologische Veränderungen herbeizuführen. Mit dieser Argumentation bleibt Deutschland inzwischen hinter vielen anderen Ländern zurück und prescht nicht im Alleingang vor.

    Die Lüge mit den Arbeitsplätzen erinnert mich an die falschen Einschätzungen der CDU/CSU, als es um die Einführung des Mindestlohnes ging und sie behaupteten, damit gingen Arbeitsplätze verloren, obwohl schon damals der Vergleich mit anderen Ländern zeigte, dass diese Kausalität nicht zu befürchten war.
     
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