Hast du einen guten Notenhandel in der Nähe, wo du auch Beratung bekommen könntest? Oder Noten bei der Stadtbücherei, einfach zum Gucken und Probieren? Stöbere und schau, was dir gefällt und was du für spielbar hältst für dich. Eine Klavierschule kann schon Sinn machen, und wenn dir die Sachen zu einfach sind, solltest du doch rasch voran kommen und dich an die "richtige" Literatur wagen können.
Vielleicht solltest du ohnehin etwas selbstbewusster deine Ziele verfolgen. Du musst doch niemanden um Erlaubnis fragen. Üb, was dir gefällt! Ich habe in den letzten 11 Jahren nacheinander und mit Pausen drei Klavierlehrerinnen gehabt. Ich habe bei allen viel gelernt, aber jetzt, bei der dritten, kann ich wirklich üben, was ich möchte, sie hilft und unterstützt bei allem, hat manchmal Stücke für mich, die passen, meist komme ich selbst mit etwas an und frage, ob ich das wohl schaffen könnte.
Man muss auch nicht jedes Stück vollständig können. Ich habe gerade die Ouvertüre zum "Barbier von Sevilla" in Arbeit (Arrangement für Klavier), die ist so spaßig, aber furchtbar lang und stellenweise (für mich) friemelig. Na und? Ich greife mir Abschnitte heraus und habe meine Freude daran. Und wenn ich irgendwo nicht klarkomme, frage ich meine Lehrerin und wir tüfteln gemeinsam Fingersatz aus oder sie erklärt mir etwas, was mir hilft. Oft sehe ich dann klarer und mit der Struktur darin gelingen mir dann auch die schwierigeren Stellen.
Auch hier habe ich schon gute Tipps bekommen, einfach nur durch Mitlesen. Es gibt einfach Stücke, die höre ich irgendwo und denke: Das will ich auch können. Fühl dich frei. Und wenn es Einaudi ist - na und?
Und wichtig auch: Herumklimpern, improvisieren, ausprobieren, experimentieren. Das geht auf jedem Level. Viel Vergnügen!