Neubesaitung - potenziell schädlich für alte Instrumente?

  • #21
Ein Saitenbezug "warpt", biegt die Platte, da er im Regelfall "von oben" einwirkt, und die Platte nicht nur auf Druck längs belastet, sondern sie sich dabei im Winzigen auch bogenartig etwas durchbiegt. Was von der Plattenauflage auf dem Gehäuseholz gekontert wird. Druck in der Mitte, Zug vorn und hinten.

Die Spannung innerhalb Klavieren und Flügeln werden wesentlich von Stimmstock und Gussplatte aufgenommen. Die das Metall beeinflussenden Spannungen verbleiben im elastischen Bereich, da ist betreffs Metall wenig zu befürchten.

Normalerweise ist eine Grauguss-Varietät verarbeitet, da ist eh keine Spannung bis in einen Bereich der Verformung erwartbar - denn statt bleibender Verformung bedeutete es nahezu immer Bruch.

Bei Stahlvarietäten kann es theoretisch ... sein, dass man in den duktilen/plastischen Bereich käme. Bevor aber eine Platte bräche oder bleibend verformt würde, brächen die Saiten. Eine Frage der beteiligten Querschnitte – klein bei den Saiten, weitaus höher in den Längsverstrebungen der Platten.

Allerdings leidet beim Absaiten und Neubesaiten ein vorhandener Stimmstock. Mit ein Grund, ihn uU. zu erneuern.
 
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  • #23
Mich ... (Theoretiker..., so als Maschibauer) irritiert, dass man Wirbel heraus-DREHT, neue Wirbel dann in größerer Größe aber ein-SCHLÄGT.

Warum dreht man nicht wieder ein?

Das mag aber berufsbedingte maschinenbauliche Verpeilung sein, weil ich da im entwirbelten Holz ein "Gewinde" sehe. (Was dann ja beim Einschlagen ins Schichtholz "beschädigt" wird...)
Sehe ich das falsch?
 
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  • #24
Als Nicht-Theoretiker würde ich sagen, dass eindrehen viel zu lange dauern würde und zu anstrengend ist.

Ich denke, das Gewinde darf ruhig zerstört werden, weil ja ein dickerer Wirbel hinein kommt. Der schneidet dann ein neues.

Man darf allerdings beim heraus drehen des alten Wirbels nicht zu schnell vorgehen. Ansonsten karamellisiert das Holz und der Wirbel hält nicht.
 
  • #29
Man darf allerdings beim heraus drehen des alten Wirbels nicht zu schnell vorgehen. Ansonsten karamellisiert das Holz und der Wirbel hält nicht.
Ich hab Quatsch erzählt. Karamellisieren tut das Holz nur beim zu schnellen Bohren. Wirbel rausdrehen ist kein Problem. Das hab ich verwechselt.
 
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  • #30
Wobei es immer eine gute Idee ist, vorsichtig zu arbeiten. Heiß drehen lassen muss man ja auch die Wirbel nicht beim entfernen.
 
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