Na endlich, ich bin unter Meinesgleichen

Dieses Thema im Forum "Vorstellungsrunde" wurde erstellt von Leichenbraut, 3. Juni 2007.

  1. Leichenbraut
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    Leichenbraut

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    Hallo, ihr Gleichgesinnten!
    Erst mal ein großes Lob an dieses Forum - es ist genau das, was ich gesucht habe. Sich mit anderen rund ums Thema Klavier austauschen - was will man mehr? :-D

    Ich hatte mit sechs Jahren zum ersten Mal Klavierunterricht, den meine Eltern aber nach einem Jahr abbrachen, weil ich nie richtig geübt habe. Im Nachhinein ärgere ich mich schwarz darüber - wie weit ich heute wäre! - aber meine Eltern waren einfach zu gnädig mit mir. ;)
    Mit elf habe ich wieder angefangen, jedoch ohne Lehrer, und mir Schritt für Schritt mit verschiedenen Klavierbüchern die Grundlagen beigebracht. Seit gut einem halben Jahr - jetzt bin ich übrigens 16 - habe ich wieder Unterricht, was wirklich toll ist. Ich liebe das Instrument und die Musik und habe ziemlich schnell Tränen in den Augen, wenn ich eine schöne Harmonie auf dem Klavier anschlage - nicht, weil ich mich so darüber freue, dass ich mich nicht verspielt habe :p ... nein, es scheint in meine Anatomie eingebaut zu sein, dass meine Augen sofort feucht werden, wenn ich Harmonien höre. Komisch, aber unaufhaltsam!;)
    Leider muss ich sagen, dass mir einfach nicht gelingen will, anderen Leuten vorzuspielen, ohne ständig Fehler reinzuhauen, weil ich mir die ganze Zeit denke "keine Fehler machen, bloß keine Fehler machen ...". Ich schaff es nicht, jemandem vorzuspielen, ohne Zitteranfälle und Herzflattern zu kriegen - ich kann mir nicht mal, wenn ich alleine spiele, vorstellen, mir höre jemand zu, ohne mich sofort zu verspielen. Aber ich denke, das wird sich schon legen, irgendwann, wenn ich mehr Übung und Selbstvertrauen habe.

    Ach ja, was ich zu meiner musikalischen Betätigung noch sagen sollte: Ich singe einerseits im Schulchor und andererseits im Jugendchor der Stadt Nürnberg, und im November werde ich zum ersten Mal in einer richtigen Oper mitsingen, Hänsel und Gretel ... *freu*

    Ich höre am liebsten Chopin, Mozart, Debussy, andere Klassik und allerlei Soundtracks, außerdem bin ich total verliebt in Musicals und Opern. Meine Lieblingsbands sind die Beatles, Queen, Aerosmith, die Ärzte und noch einige andere.

    Außerdem male, schreibe und lese ich in meiner Freizeit, und ich mag Tiere.

    Ich weiß, das war ganz schön viel, aber mich kurz zu fassen, fällt mir leider furchtbar schwer. *grins*
    Liebe Grüße,
    Leichenbraut
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 3. Juni 2007
  2. schiddie
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    schiddie

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    Hallo Leichenbraut,

    zuerst herzlich willkommen!!
    Schade, dass ich Deinen richtigen Vornamen nicht kenne. Nach einem so gefühlvollen Beitrag will mir dieser Name nicht so sympathisch werden.
    Das mit dem Vorspielen ist eine Angelegenheit, die nicht von heute auf morgen gelöst werden kann. Das nötige Selbstvertrauen bekommst Du nur durch regelmäßiges Vorspielen. Das Magengrummeln und etwas Lampenfieber dabei, ist aber völlig normal.
    Lass es mich Dir folgendermaßen erklären.
    Ich unterscheide zwischen "vorwärts" und "rückwärts" spielen.:confused:
    Nicht, dass Du beim Rückwärtsspielen die Noten vun hinten nach vorne spielst:D
    Unter "Rückwärtsspielen" verstehe ich, dass Du z.B. beim Üben das genau hörst und analysierst , was Du gerade gespielt hast. D.h. durch diese Kontrolle registrierst Du jeden Fehler, und am besten verbesserst ihn sofort. Also nicht weiterspielen.
    Beim "Vorwärtsspielen" ist jeder Fehler erlaubt. Das Ziel heißt "Durchkommen", egal was auch passiert. Konzentriere Dich auf die Stellen, die kommen und ärgere Dich nicht über die Fehler, die Du gemacht hast.
    Diese beiden Spielweisen musst Du ganz klar voneinander trennen.
    Natürlich ist selbstverständlich, dass man beim Vorspielen immer "vorwärts" spielt, aber das solltest Du zu Hause üben. Freue Dich dann über jede Stelle, die geklappt hat und wie schon gesagt, nicht über das vergangene nachdenken und sich ärgern.
    Eine gewisse "gesunde" Arroganz ist dabei auch nicht schlecht. Wenn Du denkst, dass Du Deine Zuhörer mit Deinem Spiel beschenkst, und sie Dir zuhören "dürfen", dann drehst Du in diesem Augenblick den Spieß um. Dann denke auch daran, dass erst einmal jemand das, was Du vorspielst, selber spielen sollte, um überhaupt über Deine Fehler urteilen zu dürfen.
    Ich denke, das könnten so ein paar kleine Tipps sein, die Dir das Vorspielen erleichtern können.
     
  3. Latur
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    Latur

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    Herzlich Willkommen im Forum!
    Späteinsteiger wirst du hier zuhauf finden, viele haben den ersten Anlauf "verpennt". Fühl` dich hier gut aufgehoben...;.)

    Viele Grüße,

    Latur
     
  4. Amfortas
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    Amfortas

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    Nein wie schön...eine echte Fränkin hier, das gefällt mir!!! Dass du in Nürnberg in den Chor gehst verzeih ich dir (bin Fürther, wir mögen Nürnberg net).

    Toll dass du soviel mit Musik machst, und das mit den Tränen in den Augen, finde ich süß.
    Hänsel und Gretel, eine schöne Oper, macht sicher Spaß da mit zumachen.


    Das mit dem vorspielen....Naja, das legt sich hoffentlich. Wenn ich vorspiel, dann fehlerlos, abe rich spiel selten vor, weil ich lieber noch für mich spiele, halt mich für zu schlecht (was vll. auch stimmt).

    Vielleicht kann man sich ja mal sehen, zum vierhändig spielen, wenn du schon in der Gegend wohnst, weil ich kenne wenig begeisterte Musiker in meinerm Alter hier in der Gegend.

    Viel Spaß am Klavier und immer schön üben, dann geht das mit dem vorspielen auch bald. Und natürlich auch viel Spaß hier im Forum.


    oli
     
  5. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Ein stilvolles Willkommen auch von mir.
    (ich sollte mir einen neuen Satz einfallen lassen...)

    Wie schön, dass du das Klavier wiederentdeckt hast.
    Bei mir war es ähnlich wie bei dir, als die ersten Hürden beim Klavierüben auftauchten, wurde mir das zu anstrengend, aber meine Eltern haben mit viel Geduld und sanfter Gewalt mich zum weitermachen bewegt - und ich bin ihnen heute dafür so sehr dankbar!

    Das Vorspiel-Problem hast du nicht als einziger Mensch, wie du sicher weißt, jeder, der nicht nur für sich allein spielt, kennt das Gefühl.

    Und so, wie bei Höhenangst nur hilft, auf einen Turm zu steigen, so kann man Lampenfieber nur in den Griff kriegen, indem man Vorspielt.
    Irgendwann ist es so, dass einem das plötzlich nicht mehr so viel ausmacht, wie vorher, aber leider kann der Verstand da nicht viel helfen.

    Wichtig ist eine Mischung aus Selbstbewusstsein, vermischt mit Freude an dem eigenen Spiel, einem guten Schuss Selbstverliebtheit und außerdem die Fähigkeit, sich in der Musik zu verlieren und vom Publikum zu distanzieren, und nicht zuletzt eine gute Prise Gleichgültigkeit.

    Mag nicht für jeden Verständlich sein, aber das macht nichts :)

    Mach dir deine eigene Mischung.

    Stilblüte
     
  6. Leichenbraut
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    Leichenbraut

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    Ein gerührtes Dankeschön, dass ihr mich so freundlich aufnehmt! Die Seite wird mir immer sympathischer. ;-)
    Ich muss euch allen Recht geben, klar verstehe ich euch -
    @schiddie: meinen richtigen Namen verrate ich nicht - hätte ich einen häufigen Namen, würde ich es tun, aber mein Name kommt sicher nur einmal in Deutschland vor (hupps, das war wohl schon zu viel *lol*) Leichenbraut hab ich mich genannt, weil ich so begeistert von dem Film "Corpse Bride" bin und diese Leichenbraut so wunderschön Klavier spielt (siehe Avatar)... Sie heißt übrigens Emily, vielleicht ist dir der Name sympathischer?:)
    Und was du mit dem Rückwärts- und Vorwärtsspielen meinst, verstehe ich natürlich. Ich versuche immer ganz bewusst, zu hören, was ich da überhaupt spiele, um nicht mechanisch zu spielen. Danke für deine Tipps!

    @Amfortas: Was denkst du denn, natürlich mögen wir Nürnberger (Ich gehe dort nicht nur in den Chor, sondern WOHNE da, jaja! *grins* ) Fürth auch nicht! So etwas beruht immer auf Gegenseitigkeit ...:p Wobei ich bei diesem allgemeinen Wahn eigentlich nicht so wirklich dabei bin. Ich hab selbst eine sehr gute Freundin, die in Fürth wohnt. Ich kenne glücklicherweise ein Mädchen, das gleich in der Nachbarschaft wohnt und auch Klavier spielt, allerdings hab ich noch nie was mit ihr vierhändig gespielt, obwohl es mich total juckt. Aber du hast ja - im Gegensatz zu mir - eine Musikerfamilie, warum beklagst du dich also? Spielen deine Eltern nicht dein Genre?
    Das mit den Tränen war schon immer so, nur dass ich mich als kleines Kind immer gefragt habe, warum das passiert, und völlig irritiert war. Witzig, oder?

    @Stilblüte: Doch, das ist verständlich. Da hast du aber Glück gehabt, dass deine Eltern dich dazu gezwungen haben, weiterzumachen ... Bei mir war es leider nicht so. Dein Anfangssatz ist doch klasse! :) Genau wie dein Name, wirklich originell. Wann hast du denn angefangen mit Klavier und wie lange spielst du jetzt?
    Ich muss noch was loswerden zu deinem Jingle, obwohl ich's in dem andern Thread schon gesagt habe: Der ist soooo schön, echt! Erstens ist die Melodie toll, zweitens klingt die Technik, als wärst du eine begnadete Klaviervirtuosin, und drittens hat das Instrument einen wunderschönen Klang. Ist das ein Flügel?


    Liebe Grüße an alle, Leichenbraut (für Schiddie Emily*grins* )
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 3. Juni 2007
  7. Amfortas
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    Amfortas

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    Ich bitte dich....meine Mutter ist zwar Pianisten und ich hätte auch noch ander pianisten in der Familie, aber die sind alle wesentlich weiter als ich. Das schöne ist doch erst, wenn beide ungefähr gleich gut sind, dann kann man voneinander lernen und so.

    Und das mit Fürth-Nürnberg nehm ich sehr ernst, außer ein Nürnberger ist nett (das schieb ich dann immer darauf, dass er oder sie Fürther Vorfahren)



    oli
     
  8. Leichenbraut
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    Leichenbraut

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    Gleich gut?? Ich schätze, du bist etwas besser als ich.
    Was spielst du denn so zur Zeit (damit ich weiß, welchen Schwierigkeitsgrad deine Stücke haben)? Leider kenne ich mich nicht so weit in der Klassik aus, deshalb werde ich wohl kaum sagen können, ob ein Stück schwierig ist, wenn du mir seinen Titel sagst :roll: ...
    Aber so anspruchsvolle Sachen spiele ich wohl noch nicht.
     
  9. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Hallo Leichnbraut-Emily,
    meine Eltern haben mich natürlich nicht gezwungen, schließlich sind sie keine Unmenschen. Da sie aber selbst Musiker sind und Klavierunterricht geben, kennen sie die kleinen und größeren "Tiefs", die jeder mehr oder weniger stark und häufig in seinem Klavierleben durchmacht und wissen, dass eine "Nullbockstimmung" oft nur vorrübergehend ist und überwunden werden muss.

    Der Jingel ist tatsächlich auf einem Flügel gespielt, da hast du ja sehr begnadete Ohren :)
    Aufgenommen ist er nämlich nur mit einer Digitalkamera.

    Wie ist das eigentlich mit den Tränen?
    Klingt interessant.
    Hélène Grimaud sieht Farben, wenn sie spielt, so wie auch manche andere. Ich las, dass dafür bestimmte, ungewöhnlich starke Vernetzungen im Gehirn verantwortlich sind zwischen gewissen Farb- und Musik- oder Hörbereichen.
    Könnte das auch bei dir so sein, vielleicht Hör-Tränen-Bereich oder so?

    viele Grüße

    Stilblüte
     
  10. Leichenbraut
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    Leichenbraut

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    Das hört man doch automatisch, dass es ein Flügel ist. Hast du etwa auch die Bildaufnahme von dem Jingle? :mrgreen:
    Ich denke, die Tränen kommen, weil mich die Musik rührt, ganz einfach. Du musst nämlich wissen, dass ich sehr nah am Wasser gebaut habe ... ;-) Aber vielleicht ist es auch so, wie du vermutest, wer weiß ... klingt einleuchtend.
     
  11. Amfortas
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    Amfortas

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    Ich spiel momentan den Elfentanz von Grieg, zwei Bachpraeludien und noch eine Haydn-sonatine. (und natrülich die guten Czerny-etüden und den Hanon, wie es sich gehört)

    Stimmt vll., ich bin wohl weiter als du. Schade..wieder ein potentieller Mitspieler weniger....

    Schade dass ich keine Farben sehe oder weine wenn ich Musik höre/spiele. Ich sehe nur Bilder und versinke in die Musik (man schimpft mich immernoch, weil das Telephon genau neben mir geklingelt hat und ich habs nicht gehört....)



    oli
     
  12. Leichenbraut
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    Leichenbraut

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    @Amfortas: *räusper* Entschuldigung, ich weine nicht beim Spielen! Ich bekomme lediglich feuchte Augen, und das meistens nur, wenn ich etwas spiele, das ich nicht aus irgendwelchen Noten habe, sondern improvisiere. ;) Alles klar?

    Übrigens spiele ich zurzeit die "Forrest Gump Suite", falls dir das was sagt, den Valse op. posth. a-moll von Chopin (sag jetzt bitte nichts, was dich gefährden könnte!:twisted: ) und den Rootbeerrag. Vielleicht hast du irgendwo was von dir Gespieltes reingestellt, dass ich mir das anhören könnte?
     
  13. Amfortas
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    Amfortas

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    Das mit dem weinen war nicht so gemeint. mir ist nur nichts anderes ein gefallen zu sagen (das mit den feuchjten ASgen hätte den Satz nur unnötig verlängert)


    oli


    P.S.: Nein, leider nichts von mir reingestellt, aus Gründen des Aufnahmegerätemangels