Meine Eigenkompositionen

Dieses Thema im Forum "Theorie, Arrangement & Komposition" wurde erstellt von FredericBernard, 9. Sep. 2017.

  1. FredericBernard
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    FredericBernard

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    Hi Liebes Forum!

    ich hab hier schon lange mitgelesen, möchte nun aber auch mal aktiv etwas beitragen. Ich selbst bin 28, hauptberuflich Komponist und Pianist, wobei meine Kompositionen von Klaviermusik, zu Kammermusik oder großangelegten Orchesterwerken reichen. Hier mal zwei kleiner angelegte Kompositionen und ein orchestrales Stück zum Einstieg:

    https://soundcloud.com/fredericbernard/a-murderous-romance-for-piano-and-two-cellos
    https://soundcloud.com/fredericbernard/op0-no-2-piano-episode-inside-a-devastated-mind
    https://soundcloud.com/fredericbernard/spaghetti-con-brio

    Noten zu der Romanze und "Spaghetti Con Brio" gibt es hier:
    http://fredericbernardmusic.com/pdf-scorestutorials/

    Über Feedback würd ich mich natürlich freuen.

    Viele Grüße,
    Frederic
     
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  2. hasenbein
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    hasenbein

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    Hallo Frederic,

    was möchtest Du gerne hören?

    "Ooooh, toll, so schöne Stücke!" ???

    Ich finde, offen gestanden, Deine Stücke sehr typisch für die heutige Zeit.
    Zum einen, dass das Filmmusikartige und Deskriptive überwiegt.
    Zum anderen, dass alles hübsch und nett und rückwärtsgewandt ist. Im Grunde wird permanent nur aus vergangenen Stilepochen zitiert. Und wird es mal "schräger", dann ist das immer noch die Schrägheit, die man auch Schwiegermami zumuten kann.

    Komponisten wie Dir merkt man die Herkunft vom braven, bürgerlichen Klavierunterricht an, von den braven, bürgerlichen Kompositionsversuchen als Teenager, wahrscheinlich orientiert an Filmmusik.

    Das ist alles so spießig, "biedermeierlich", "Gebet einer Jungfrau"-mäßig.

    Aber wen wundert das in einer Zeit, in der eine Klavierspielerin wie "Younee" mit belanglosem "erweitertem Pop-Gedudel" als neue "Jazz"-Hoffnung vermarktet wird? Oder ein Francesco Tristano "Keith Jarrett für Arme" spielt, dies aber im 3sat-Kulturjournal groß portraitiert wird?

    Man muss nicht unbedingt so wie Boulez komponieren, nein. Auch nicht wie Ligeti, Messiaen oder Cage.

    Aber die heutigen wirklichen Jazzmusiker (und natürlich auch einige Komponisten aus dem Bereich der "Neuen Musik") zeigen jedermann, der interessiert ist, eigentlich doch sehr gut, wie man auch 2017 zeitgenössisch und kreativ spielen und komponieren kann; wie man Musik machen kann, die "Biss" hat, aber auch zu unsentimentaler, echter Schönheit fähig ist - im Gegensatz zu, sorry, Kitsch wie Obigem.

    LG,
    Hasenbein
     
  3. Doc88
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    Doc88 Guest

    Hallo @FredericBernard , ich finde Deine Kompositionen gar nicht so schlecht. Lass Dich nur nicht von den gewohnt gehässigen Underdog-Pöbeleien des frustrierten Klavierlehrers @hasenbein beeindrucken. Er weiß zwar alles besser , hat aber meines Wissens bis heute nicht den Mumm gehabt hier einmal eine kleine Kostprobe seiner Pianistischen Fähigkeiten einzustellen. Es ist wohl mehr der Mann der Worte. :-D
     
  4. pianochris66
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    pianochris66

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    Hallo Frederic,

    willkommen im Forum. Am besten gefällt mir von den obigen Stücken das "Spaghetti Con Brio", finde ich richtig schöne Filmmusik und wenn man auf Deiner Webseite sieht, wie es mit richtigem Orchester eingespielt wurde und anschließend dann noch die entsprechende Szene aus Ratatouille sieht, dann ist das Bild komplett. Insofern geht der "Vorwurf" des "Filmmusikartigen" von Hasenbein für mich ins Leere, genau das ist es ja:-D. Du machst solides Handwerk, auch in der Werbung, und daran ist absolut nichts auszusetzen. Man muss nicht permanent das musikalische Rad neu erfinden um zu unterhalten oder eine Botschaft zu übermitteln, nicht alles kann und muss holde Kunstmusik sein.

    Viele Grüße
    Christian
     
  5. Peter
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    Peter Bechsteinfan

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    Ich schließe mich @hasenbein und @pianochris66 an. :-)
    Mir hat das Nudelstück auch gut gefallen aber es gab nicht eine Überraschung dabei. Ich wusste schon vorher wie es weiter geht und das "kann man sich anhören" ist aber auch irgendwie langweilig. Selbst für mich als Laien ergab sich genau dieser Eindruck:
    Und wenn Feedback erbeten wird ist es nur legitim, wenn ein Jazzer ehrliches Feedback gibt.
     
  6. hasenbein
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    hasenbein

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    Tja, ganz Ähnliches könntest Du dann auch über Rolf, Mick, Rheinkultur etc. sagen, die hier alle stets mit kompetenten und manchmal auch durchaus unverblümten Beiträgen am Start sind.

    Aber das ist natürlich Käse, und das weißt Du auch. Du bist jetzt nur gnatzig, weil wir Dich in Deinem Technik-Thread so auseinandergenommen haben.
     
  7. hasenbein
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    hasenbein

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    Vielleicht war es ungünstig von mir, in meinem Posting so viel von Jazz zu reden.

    Ich habe nämlich nicht "als Jazzer", sondern als Musiker Feedback gegeben.
    Ich liebe "klassische" Musik genauso wie Jazz und kenne mich dort auch wirklich gut aus (oft besser als so mancher studierte Klassik-Musiker aus meinem Bekanntenkreis).

    Die Kritik an dieser "hübschen Deko-Mucke" ist ganz allgemein zu verstehen; ich habe nur deswegen den Jazz-Bereich angesprochen, weil ich tatsächlich finde, dass man, wenn man heutzutage nach Musik sucht, die weder darmstadthaft-wichtigtuerisch in Komplexität oder "Schrägheit" um ihrer selbst willen verliebt ist noch dieses warmduscherhaft Anbiedernde der heutigen typischen Spießermusik besitzt, im Jazz besonders oft fündig wird.
     
  8. Doc88
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    Doc88 Guest

    Warum stellst Du denn keine Einspielung ein, wenn Du nicht befürchten würdest, daß es nicht so toll rüberkommt. Große Klappe und was ist dahinter ? Das würde mich jetzt wirklich mal interessieren. Aber wahrscheinlich kommt jetzt (wenn überhaupt) irgend eine fadenscheinige Ausrede. Tut mir leid Hasi, ein Pianist muß auch vorspielen, damit man ihn ernst nehmen kann.
     
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  9. hasenbein
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    hasenbein

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    Meister, ich bin hier anonym unterwegs, und daher werde ich hier nichts einstellen. Habe ich in den letzten Jahren bereits öfter hinreichend erklärt. Außerdem bin ich Gestalten wie Dir ganz bestimmt nicht Rechenschaft schuldig - Leute mit Ahnung (Rolf, Mick, Stilblüte, Rheinkultur, Kölnklavier etc.) können das schon sehr gut einschätzen, wer hier ebenfalls Ahnung hat. Peng, aus.

    Weiter bitte on topic, danke.
     
  10. Doc88
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    Doc88 Guest

    Alles klar . Kannst ja ein Video aufnehmen, wo man nur die Hände sieht. Da könnte man sich auch für eine Hand voll Dollar vn einem Studenten der Frankfurter MuHo doubeln lassen. :lol:
     
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  11. Revenge
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    Revenge

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    Hi @FredericBernard ,

    gefällt mir gut, schließe mich denen an, denen das "Con Brio" - Ding auch gefällt :super:

    Hat mich am Anfang und auch bei weiteren 1 oder 2 Harmonien etwas an Monkey Island, Le Chuck's Theme, erinnert. Vielleicht könnte man Deine Stücke wohl als Filmmusik verwenden. :-)





    LG, -Rev.-
     
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  12. cwtoons
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    cwtoons

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    Jemandem, der so auf seiner Website firmiert
    "The emphasis of his work lies in providing music for television, films, video games and web-based projects."
    vorzuhalten, er klänge zu sehr nach Filmmusik, ist schon arg drollig.

    CW
     
  13. hasenbein
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    hasenbein

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    Nun, das stimmt. Man kann den heutigen jungen Spielern und Schreibern das gar nicht vorhalten.

    Die werden ja in ein kulturelles "Klima" hineingeboren.

    Und das ist heute in der Musik: rückwärtsgewandt, biedermeierlich, brav, "nett" und vor allem: Nicht der inneren Stimme und Berufung folgen ist angesagt, sondern mehr und mehr fragen sich alle: "Was kommt gut an, was kann ich verkaufen, was ist 'verwendbar'".

    Lob von den anderen (in der Regel in der Form von: "Ooooh, schööön!") und Geld ist heutzutage der Hauptantrieb.

    Zudem gerät der Gedanke, Musik könne für sich stehen, immer mehr in Vergessenheit, stattdessen wird Musik nur noch als etwas gesehen, was "etwas untermalt / illustriert", also sei es als Begleitung einer Singstimme mit einem Text, sei es als Film- oder Videogame-Musik, sei es als Programmmusik.

    Kein Klima, das dem Gedeihen wirklich guter Komponisten förderlich ist.
     
  14. Peter
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    Peter Bechsteinfan

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    Nanana!!! Hier besteht schon lange die klare Regel, dass man keine Einspielung zum Nachweis irgend einer Qualifikation (was an sich in einem Forum schon Blödsinn ist) fordert. Bitte halte Dich daran!

    Die Profis hier haben auch ohne Einspielung sehr deutlich und für jeden nachvollziehbar gemacht, dass sie wissen, wovon sie schreiben.
     
  15. Doc88
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    Doc88 Guest

    Das ist ja wohl ein schlechter Witz. Man soll von einem Pianisten kein Vorspiel erwarten dürfen ? Aber große Sprüche ohne Ende und unverhohlenes Mobbing und Bashing von Neumitgliedern, und dann zu feige mal ein kleines Stücklein hier einzustellen. Hauptsache aus der Anonymität des Internets andere anpissen. Und solche " Koryphäen " untersützt Du hier noch. Da könnte mir übel werden.
     
  16. pianochris66
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    pianochris66

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    Der TE ist auch Profi und macht mir den Eindruck genau zu wissen, was und für wen er da komponiert:idee:. Insofern finde ich schon die ersten beiden Zeilen von Hasenbeins erstem Beitrag in diesem Thema deplatziert, vollkommen unabhängig davon, dass Hasenbein ein Fachmann ist und auch für mich als Amateur seine inhaltliche Kritik absolut nachvollziehbar ist. Ich finde es halt schade, wenn ein neues Mitglied in diesem Forum sich und seine Arbeit vorstellt und so empfangen wird.
     
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  17. hasenbein
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    hasenbein

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    Der TE hat ausdrücklich auch Feedback gewünscht, dieses hat er von mir erhalten. Über die inhaltliche Validität dieses Feedbacks scheinen ja keine sonderlichen Differenzen hier zu bestehen.

    Da er ein professioneller Musiker ist und ein erwachsener Mann von 28 Jahren, braucht er zudem keinen Welpenschutz.

    Also, liebe Buhuhu- und Mimimi-Fraktion, falls Ihr dies lest und mich nicht sowieso schon gesperrt habt, regt Euch einfach ab und geht lieber schnell noch neues Kleenex kaufen, um 20 Uhr machen die Geschäfte zu :-D:party:
     
  18. Doc88
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    Doc88 Guest

    Und bist Du schon am üben Hasi ? Wann steigt denn das Event ? Keine Angst, es wird nichts großartiges erwartet. :-D
     
  19. Stephan
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    Stephan

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    Frederic, ich könnte mir vorstellen, dass Du bei Filmproduktionsfirmen, Homepageanbietern, aber auch Werbefirmen, die markante Musiken suchen, sehr gut ins Geschäft kommen könntest.
    Möchte mal wissen, was der, der das akustische Telecom-Logo "komponiert" hat, dafür auf dem Konto hat, sofern es den überhaupt gibt... Und jeder kennt es...
     
  20. Stilblüte
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    Stilblüte Super-Moderator Mod

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    @FredericBernard Lass dich mal nicht entmutigen; die Tatsache, dass du so viel Rückmeldung erhältst ist ein Zeichen von Interesse. Ob es dann gefällt oder nicht, ist eine andere Sache. Du wirst mit durchdachten Kompositionen immer ein Publikum finden. Dass du Ahnung hast und professionell am Werk bist (im wahrsten Sinne) hört man sofort. Die Frage ist natürlich, was oder wen du ansprechen willst mit den Stücken.

    Für mich klingen die Stücke auch nach Film- oder Computerspielmusik, wobei es auch Mittelsätze aus größeren Werken sein könnten. Nr. 1 ist für mich eine melancholische, hübsche Hintergrundmusik, Nr. 2 gefällt mir klanglich ganz gut, weil ich Impressionismus-Fan bin, Nr. 3 ist wirklich schmissig und erinnert mich irgendwie an Broadway-Musicals oder Disney-Filme.

    Für "große Musik" sind die Stücke für sich zu kurz und haben zu wenig Entwicklung. Es ist ein lichter Moment, aber man weiß nicht, wo er herkommt und hingeht. Ein einzelnes Chopin-Prélude würde auch nicht halb so viel hermachen wie dasselbe Stück mit den anderen davor und dahinter, auch wenn es für sich genommen schön klingt.
    Da vermischt du finde ich Dinge, die man nicht vermischen sollte.
    1. Du findest viele Musik zu "rückwärtsgewandt". Wenn du das bewertest, schränkst du das "Richtige" aber genauso ein - es sollte vorwärtsgewandt sein. Warum? Was ist mit Bach und Rachmaninov, die waren auch nicht (nur!) vorwärtsgewandt in allen Aspekten. Und warum überhaupt muss man immer das Rad neu erfinden?
    2. "Nicht der inneren Stimme folgend" - wenn das so ist, gäbe es zwei Möglichkeiten: 1. Jemand schreibt für einen bestimmten Zweck, dann ist es ok, denn er hat sich so entschieden. 2. Jemand ist von außen beeinflusst, daher unsicher und schreibt deshalb konventioneller. Das ist schade.
    3. Deine Abneigung gegen "Programmmusik" kann ich nach wie vor nicht verstehen, wenn dabei die Musik noch immer ein vollwertiges Werk bleibt. Ich spiele gerade die Miroirs, das ist für mich die genialste Programmmusik, die ich je gehört habe.

    Ach und übrigens - ob jemand Ahnung von Musik hat zeigt sich nicht dadurch, ob er die Revolutionsetüde runterbrettern kann. Das können auch ziemlich viele, die wenig Ahnung haben.
     
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