„Mehr Transparenz bei ‚Jugend musiziert‘ – Für nachvollziehbare Bewertungen und faire Kriterien“

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Ist es möglich?

  • Ja

    Stimmen: 4 66,7%
  • Nein

    Stimmen: 4 66,7%

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FairerExpress

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07.06.2026
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SCHLUSS MIT DER INTRANSPARENZ BEI „,JUGEND MUSIZIERT"!

Hallo zusammen,

ich bin Musiklehrer, Musiker und Vater eines Teilnehmers von „Jugend musiziert“. Seit vielen Jahren begleite ich junge Menschen bei ihrer musikalischen Entwicklung und weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Zeit, Disziplin, Leidenschaft und persönliche Hingabe Kinder und Jugendliche in ihre musikalische Ausbildung investieren.

In den vergangenen Monaten habe ich mich intensiv mit den Bewertungsverfahren bei „Jugend musiziert“ beschäftigt. Dabei ist mir aufgefallen, dass viele Eltern, Lehrkräfte und ehemalige Teilnehmer zwar die Bedeutung des Wettbewerbs für die musikalische Nachwuchsförderung anerkennen, gleichzeitig aber Fragen zur Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Juryentscheidungen haben.

Mir geht es ausdrücklich nicht darum, einzelne Juroren oder den Wettbewerb als Ganzes anzugreifen. „Jugend musiziert“ leistet seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur musikalischen Bildung in Deutschland. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass ein öffentlich geförderter Wettbewerb, an dem jedes Jahr tausende Kinder und Jugendliche teilnehmen, höchste Ansprüche an Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Fairness erfüllen sollte.

Als Lehrer bin ich verpflichtet, Leistungen nach transparenten Kriterien zu bewerten und meine Benotungen begründen zu können. Schülerinnen und Schüler haben ein Recht darauf zu erfahren, warum sie eine bestimmte Note erhalten haben und wie sie sich verbessern können. In vielen Bereichen des Bildungswesens sind nachvollziehbare Bewertungsmaßstäbe selbstverständlich.

Vor diesem Hintergrund habe ich mich schriftlich an den Deutschen Musikrat gewandt und um Erläuterungen zu den Bewertungsmaßstäben sowie zu Fragen der Transparenz gebeten. Die Antwort beschränkte sich im Wesentlichen auf den Hinweis, dass Juryentscheidungen nicht anfechtbar seien und nicht weiter begründet würden. Die eigentlichen Fragen nach den Bewertungsmaßstäben, der Gewichtung der Kriterien und der Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen blieben aus meiner Sicht jedoch unbeantwortet.

Gerade diese Antwort hat mich dazu bewegt, aktiv zu werden.

Aus diesem Grund habe ich die Petition „Mehr Transparenz bei ‚Jugend musiziert‘ – Für nachvollziehbare Bewertungen und faire Kriterien“ gestartet. Ziel der Petition ist es nicht, einzelne Juryentscheidungen anzufechten, sondern mehr Transparenz, nachvollziehbare Bewertungsmaßstäbe, standardisierte Feedbackbögen und eine bessere Vergleichbarkeit der Bewertungen zwischen Regional-, Landes- und Bundesebene zu erreichen. Ich bin überzeugt, dass dies sowohl den Teilnehmenden als auch dem Wettbewerb selbst zugutekommen würde.

Mich interessieren insbesondere eure Erfahrungen:

  • Habt ihr Bewertungsunterschiede erlebt, die für euch schwer nachvollziehbar waren?
  • Habt ihr ausreichend Rückmeldungen zu den Gründen der Bewertung erhalten?
  • Würdet ihr euch mehr Transparenz bei den Bewertungskriterien wünschen?
  • Welche Verbesserungen haltet ihr für sinnvoll?
Ich freue mich auf einen sachlichen und konstruktiven Austausch sowie auf Erfahrungsberichte – gerne auch anonym per Privatnachricht.
 
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Ich habe von teilnehmenden Musikern in meinem Umfeld (1990er-Jahre) mitbekommen, dass die Punkte damals ohne Begründung vergeben wurden. Und gelegentlich hieß es, dass für Schüler von Lehrer xy, der eine Koryphäe auf seinem Instrument war, bei einer Teilnahme am Regionalwettbewerb eine Weiterleitung zum Landeswettbewerb als selbstverständlich galt,

Ob das heute auch noch so ist, weiß ich nicht. Generell sollte aber gelten, dass die Lehrer:innen bis zur letzten Ebene anonym bleiben, denn zu groß ist m.E. die Gefahr, dass die Juror:innen ihre persönlichen Sympathien und Antipathien gegenüber Kollegen in die Bewertung einfließen lassen.
 
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Ich verstehe ja das Anliegen durchaus - aber das ist nicht machbar.
Was ich mitbekomme, ist Folgendes: In den Wettbewerben machen immer weniger Kinder und Jugendliche mit.
Gleichzeitig lautet überall die politische Devise Inklusion, Chancengleichheit usw.
Das führt dazu, dass inzwischen allzu oft Teilnehmer weitergeleitet werden, die eigentlich echt nicht doll spielen können.
Denn man will, dass - statt "Elitenförderung" - Jugendliche "in der Breite" motiviert werden.
Dass Jugendliche, die tatsächlich wirklich gut spielen, ungerechterweise nicht weitergeleitet werden, oder dass Schüler von Lehrer XY aufgrund dessen Rufs oder dessen Vernetzung ungerechtfertigterweise weitergeleitet werden, mag vereinzelt vorkommen, halte ich aber heutzutage für kein signifikantes Problem, für das man riskieren sollte, dass durch strengere Regulierungen immer weniger Personen Bock haben, Jurymitglied zu sein.
 
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Außer einer kleinen Aufwandsentschädigung und Reisekosten bekommen die Juroren nichts für ihr Engagement. Die Frage stellt sich, ob man überhaupt Juroren findet, wenn man ihnen zusätzlich eine solche Bürokratie auferlegt. Sicher nicht, ohne sie dafür angemessen zu bezahlen. Eine kostenfreie Teilnahme wie bisher wäre dann nicht mehr möglich.
 
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Generell sollte aber gelten, dass die Lehrer:innen bis zur letzten Ebene anonym bleiben, denn zu groß ist m.E. die Gefahr, dass die Juror:innen ihre persönlichen Sympathien und Antipathien gegenüber Kollegen in die Bewertung einfließen lassen.
Das kannst du vergessen. Man kennt sich und man kennt auch die Schüler.

BTW: Muss es nicht Kolleg:innen heißen? Wenn schon Doppelpunkte, dann bitte auch konsequent. Je unleserlicher gegenderte Texte werden, umso eher hört dieser Quatsch wieder auf. :005:
 
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Wettbewerbe und Intransparenzen sind leider oft der Treibstoff für bestimmte Aktivitäten des Bekanntseins und Bekannt-Werdens. Darauf wird im System selten freiwillig verzichtet. Dass aus Gründen der Inklusion und Motivation auch Teilnehmende weiterkommen, die rein technisch noch Nachholbedarf haben – mag man als gutwilligen Ansatz hinnehmen können. Man sollte dafür aber besser Zusatzplätze einplanen und das Budget dafür transparent ausweisen.

Nicht hinnehmbar hingegen ist der umgekehrte Fall: Dass hervorragende Musiker aufgrund limitierter Kontingente aus solchen rein sympathie- oder quotenbasierten Gründen dann nicht weiterkommen. Das ist massiv demotivierend.

Da wird man froh, sein eigenes Hobby des Klavierspielens den Mechanismen von Wettbewerben entzogen zu haben. Aus meiner Erfahrung in der Vokalmusik – gerade in sehr kleinen, spezialisierten Szenen – zeigt sich leider oft das strukturelle Problem, dass man sich untereinander kennt und wechselseitig fördert. Wenn dadurch der Eindruck entsteht, Platzierungen stünden informell schon vorher fest, mutet man den übrigen Teilnehmenden hohe Reise- und Hotelkosten völlig umsonst zu.

Kritik daran wird in hierarchischen Verbandstrukturen zudem oft im Keim erstickt, da Funktionäre meist über deutlich mehr Einfluss und Ressourcen verfügen als die betroffenen Amateure.
(mithilfe von KI entschärft, Verbände, Personen, Berufe, Namen usw. unkenntlich gemacht)
 
@FairerExpress
Hättest Du Dir auch diese Mühe gemacht, wenn Dein Sohn nicht den 2., sondern den 1. Platz gemacht hätte?
Frage für einen Freund ...

Grüße
Häretiker
 
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Es muss heißen „bekommen hat“. Preise und Noten in Schule, Studium und Ausbildung macht man nicht, sie werden zugeteilt.

Ist halt Umgangssprache. Wie bei "Ist Strom auf der Steckdose?"

Grüße
Häretiker
 
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  • #10
Ist halt Umgangssprache. Wie bei "Ist Strom auf der Steckdose?"

Grüße
Häretiker
Das, was ich meinte, geht über Umgangssprache hinaus. Der Ausdruck „Preise bekommen“ statt „Preise machen“ spiegelt die Subjektivität der gegebenen Preise (oder Noten) bei den Gebenden wider.
 
  • #11
Das, was ich meinte, geht über Umgangssprache hinaus. Der Ausdruck „Preise bekommen“ statt „Preise machen“ spiegelt die Subjektivität der gegebenen Preise (oder Noten) bei den Gebenden wider.

Aber um die Subjektivität der Preise geht es hier doch, oder!? :-)
Im Ernst: Keine Ahnung, warum Du Dich darüber aufregst. Wird wohl einen Grund haben. Ich will ihn nicht wissen.

Grüße
Häretiker
 
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  • #14
"Isch mach dir gute Preis für Auto!"
"Ich habe den 2. Preis bekommen, weil ich den 2. Platz belegt habe."
 
  • #16
Was ist das für eine seltsame Abstimmung? Man kann "Ja" und/oder "Nein" ankreuzen und "Mehrfachstimmen sind erlaubt". Wo ist da der Sinn? Ich frage für einen Freund...
 
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Reaktionen: Carl Tredt
  • #17
Danke für den Hinweis, habe die Einstellung geändert.
 
  • #18
  • Habt ihr Bewertungsunterschiede erlebt, die für euch schwer nachvollziehbar waren?
  • Habt ihr ausreichend Rückmeldungen zu den Gründen der Bewertung erhalten?
  • Würdet ihr euch mehr Transparenz bei den Bewertungskriterien wünschen?
  • Welche Verbesserungen haltet ihr für sinnvoll?
Ich freue mich auf einen sachlichen und konstruktiven Austausch sowie auf Erfahrungsberichte – gerne auch anonym per Privatnachricht.

Lieber @FairerExpress,

Bewertungen in Wettbewerben sind grundsätzlich immer subjektiv. Jeder hört anders, hat unterschiedliche Prioritäten, was ihm wichtig ist und bewertet insofern auch unterschiedlich. Diese Unterschiede sind in der Regel nicht riesig, aber können doch so groß sein, dass für dieselbe Leistung ein 1., 2., oder 3. Preis vergeben werden kann.

Das kann man nicht ändern, bei keinem Wettbewerb. Es ist immer eine subjektive Bewertung der jeweiligen Jury. Daher sollte man auch die Bewertung nicht als objektiven Maßstab sehen, sondern als wichtiges und sinnvolles subjektives Feedback einer Momentaufnahme des eigenen Spiels.

Transparenz sollte vorhanden sein, Bewertungskriterien sind wünschenswert. Das Wichtigste aber ist aus meiner Sicht das Gespräch mit der Jury, in dem man die Gründe für die Beurteilung erfährt und Fragen stellen kann! Ich wundere mich, dass dies hier nicht erwähnt wird. Denn es wird angeboten, man kann sich für dieses Gespräch im Vorfeld anmelden. Dann weiß man doch, woran man ist und wie man die Bewertung einzuordnen hat. Hast du so ein Gespräch nicht geführt? Ich halte es für eminent wichtig! Dann erübrigen sich auch Feedbackbögen, deren Erstellung mehr Zeit kosten als vorhanden ist.

Hat dein Kind zum ersten Mal bei Jugend musiziert mitgemacht? Denn normalerweise weiß man, das auf jeder Ebene die Bewertungskriterien deutlich schärfer und strenger ausgelegt werden.

Nur mal zur Geschichte: früher war es so, dass im Regionalwettbewerb und den weiteren Ebenen nur ein erster, zweiter oder dritter Preis vergeben wurde. Nur der erste Preis bekam die Weiterleitung zum Landeswettbewerb. Es wurde viel, viel strenger bewertet, ein Preis war die Ausnahme.

Heute bekommt eigentlich jeder einen Preis. Man hat die Bewertungskriterien und Punkteverteilung extrem milde gemacht, um den Fokus mehr auf Motivation etc. zu legen statt auf Wettbewerb. Die Inflation von Preisen und damit Teilnahmen an Landes- und Bundeswettbewerb hat dazu geführt, dass im letzten Jahr die Jurys nach meinem Wissen angehalten wurden, wieder etwas strenger zu bewerten. Das hat zu Irritationen in der Lehrerschaft geführt, deren Schüler teilweise plötzlich ohne Preis da standen. Trotzdem gibt es immer noch sehr, sehr viele Preise, deutlich über 90 %.

Es ist vor allem in den Regionalwettbewerben trotzdem immer die Frage, in welchem Kreis man antritt. In Städten oder größeren Kreisen ist die Konkurrenz viel größer. Wie soll man dann bewerten? Es wird immer ungerecht bleiben, denn die Wahrscheinlichkeit, dass im kleinen Kreis dieselbe Leistung höher bewertet wird von einer unterschiedlich besetzten Jury als im großen Kreis, ist hoch. Du möchtest gern eine einheitliche Bewertung in allen Teilen des Regionalwettbewerbs und möglichst noch auf allen Ebenen - das ist unmöglich. Es ist auch klar, dass 25 Punkte im Regionalwettbewerb etwas anderes darstellen als Im Landes- oder Bundeswettbewerb. Das kann nicht anders sein, weil die Leistungen immer besser werden. Ansonsten müsste man im Regionalwettbewerb bis etwa 17 Punkte gehen und nur in Ausnahmefällen bei sehr guten Leistungen hohe Punktzahlen geben. Das gäbe auch viel Unverständnis.

Die Anmeldezahlen sind übrigens in Städten häufig gestiegen, nur auf dem Land zurückgegangen, Quelle.

Liebe Grüße

chiarina
 
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  • #19
Man hat die Bewertungskriterien und Punkteverteilung extrem milde gemacht, um den Fokus mehr auf Motivation etc. zu legen statt auf Wettbewerb
öh..., wer sich (nur) durch einen Preis motiviert fühlt, hat den Fokus eben auf dem Wettbewerb.
 
  • #20
Wer den Fokus hart auf Wettbewerbsgewinn gerichtet sieht bei sich, der sollte mal mit seinen Eltern ein ernstes Wörtchen reden betreffs der frühkindlich-familiären Sozialisation.

Vor allem dann, wenn das individuelle Potential irgendwelche Wettbewerbsgewinne unwahrscheinlich macht - dann ist das unter Umständen Erziehungsversagen und oder Verpeiltheit der Eltern. Die vielleicht ihre eigenen Wünsche und Träume über die Kinder übertragen wollen, und sich - angesichts eigener mangelnder Anerkennung - vielleicht die Kinder missbrauchen möchten, indem sie sie im Extremum zu "Zirkuspferdchen" abrichten ..., um sich anschließend in ihren "Erziehungserfolgen" sonnen zu wollen.

Bei Fehleinschätzungen, mangelndem Talent etc., sind solche Verhältnisse geradezu Garant einer unglücklichen Kindheit, und für mangelnden Erfolg, schlechte Angepasstheit im Erwachsenenleben, und machen summa ein glückliches Leben recht unwahrscheinlich.
 
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