Leise spielen auf dem Flügel

  • Ersteller Ersteller DaniPiani
  • Erstellt am Erstellt am

  • #41
Wenn ich versuche, diese leisen Stellen zu spielen, drücke ich die Tasten oft nicht genug, so dass entweder der Ton gar nicht kommt oder einfach "flach" bleibt. Ich spiele zu vorsichtig, klar, aber wenn ich "normal" spiele, fühlt sich das bei diesem Stück an wie Holz fällen!
War bei mir vor kürzlich auch so. Ein spieltechnisches Problem. Mein KL hat mich mit stoischer Beharrlichkeit genötigt, Fingerübungen im f und ff zu absolvieren, was mir zunächst sehr widerstrebte. Das Problem absaufender Töne ist aber wohl einfach die fehlende Kraft, um deren Einsatz fein dosieren zu können. Der Effekt der Besserung trat plötzlich und unerwartet ein.
Den Einsatz des linken Pedals finde ich hier eher problematisch, weil es die Technik nicht verbessert. Bei mir hat es auch nicht annähernd die Wirkung die ich gehabt hätte, weiß aber nicht ob das an mir oder dem Instrument liegt. Is au wurscht.
 

  • #42
Au wei, diese Übungen sind Blödsinn! Wir alle, sogar kleine Dreijährige haben genug Kraft, das Klavier zum Schreien zu bringen! In der Tat ist hier die Vorstellungskraft wichtig. Wenn der Ton beim leise spielen flach bleibt, dann deshalb, weil man ihn ohne besondere Klangabsicht gespielt hat. Hat man die Idee von einem solistischen Ton, dann klingt das anders. Das Ohr fordert genau die richtige Geschwindigkeit des Anschlags ein.
Eine gute Vorübung ist: Finger haben Kontakt mit den Tasten. Ein Finger senkt sich und sucht den Widerstand der Auslösung. Dann versucht man, ab dieser Stelle einen Ton zu erzeugen. Manchmal kommt dann nix, aber mit der Erfahrung kommt der Ton. Das ist die Basis.
Spielst Du ein Stück und möchtest sehr zart spielen, hast Du trotzdem einen klingenden Ton im Vorohr (also die Erwartung des Tones). Mit der Zeit klingt dann das Instrument immer singender. Das ist das Ziel.
Weg mit ff Übungen! Die schulen nur Unsensibilität. Und was das Gehirn einmal gelernt hat, will es so schnell nicht wieder loswerden.
 
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  • #46
Mal im Ernst, betreffs des Baumarkt-"Allheilmittelchens" WD 40, und ggfs. abseits der Spezifikationen. Habe im Umgang mit WD40 "interessante" Erfahrungen. ...

Es ist eher ein supergut kriechbefähigtes Lösungsmittel bei festsitzenden Metall-Metall-Paarungen (die es im Klavier gar nicht gibt...).
Man muss aber bei Dauerbewegungen immer !! auch noch nachschmieren, weil es eben kein korrektes Dauerschmiermittel ist. Sehr hoher Lösungsmittel-Anteil, hingegen sehr wenig Öl von nicht überall geeigneter Konsistenz...

So isses beim Einweichen von Opas Hercules-Moped, wenn als Grund für das verweigernde Nicht-Antreten-Können der Kolben verdächtigt wird, im Zylinderchen festzubacken nach so ca. anderthalb Jahrhunderten Herumstehen. Kerze raus, WD 40 drauf, und nach einer Nacht Warten mal probieren, ob sich die Kurbelwelle mitsamt Pleuel und Kolben nun wieder bewegen möchte, ansonsten nochmal einen halben Fingerhut WD 40 oben ins Kerzenloch, etc.
Irgendwann "kommt" die Miege.

So isses z.B. bei festsitzenden Loks, den Motoren-Ankern von Märklin. Man löst die Verharzungen durch Einweichen in WD 40, plus einen voorsichtigen "Anpack" am Anker..., dann aber schmiert man mit wesentlich dickeren Schmiermitteln nach, sonst wirrttattnixx.

Aber im Klavier dürfte WD 40 kaum wo was verloren haben, weil alle Lagerstellen zwar Metall halten, die andere Seite aber Filz ist. Das, was man uU. im krummen Koppe mit WD 40 im Klavier würde löten wollen, ist mit einem Protek-Teflon-Stäubchen auf Filze aus der Weißnebel-Sprühpulle einiges besser bedient.
 
  • #48
Gelegentlich schon: am Pedal finden sich manchmal eine Gewindestange und eine Mutter mit Kontermutter.
Prinzipiell hast du da recht, das gibt's dort tatsächlich mal.

...aber dass die so dermaßen festgerostet seien, dass der Einsatz WD 40 nötig würde?
 
  • #49
Bei meinem alten Bechsteinklavier waren die Gewinde so fest, dass die Stangen gerissen sind.
 
  • #50
Manchmal sind die so fest, dass ich ganz schnell nach Hause muss, weil ich den Herd angelassen habe :005:
 
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  • #51
eine Gewindestange und eine Mutter mit Kontermutter
Sowas gibts bei mir nicht. Aber ich weiß, dass das ein "Endgegner" sein kann, wenn so eine Konterung festgerostet ist.

Die "Gewindestangen" sind bei mir relativ grobgewindige Schrauben, die man eher in einer Tischlerei finden dürfte (oben spitz wie Spax), auf denen lediglich ein sechseckiges Holzstück als "Mutter" fungiert. Im Prinzip die 1890er Variante einer "Thumbscrew" ... oder eine kreative Reparatur.
Da rostet zum Glück nix fest ... vielleicht verbindet sich irgendwann der Rost an der Schraube mit dem Rostabrieb im Holz-Gewinde.
Die riesige hölzerne Thumbscrew (sicher 1cm Radius) ist aber extrem praktisch zum Einstellen. Einfach den Kasten unten auf machen, bisschen am Rad drehen, und schauen ob einem das so besser gefällt.
Eine Kontermutter (oder eine geringere Gewindesteigung) hätte freilich verhindert, dass sich das mit der zeit leicht verstellt ... die Holzmutter verdreht sich durch die Vibrationen und den Lastwechsel langsam, also muss man hin und wieder etwas nachjustieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #52
vielleicht verbindet sich irgendwann der Rost an der Schraube mit dem Rostabrieb im Holz-Gewinde
So geschehen bei mir.
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  • #53
Ach du Sch ... @Peter ... zumindest die Holzmuttern sehen fast so aus, wie bei mir.
Und beim Lösen ist dann die Stange abgerissen? Finster.
 
  • #54
zumindest die Holzmuttern sehen fast so aus, wie bei mir.
Ich hatte die nachbauen müssen (aus dem Besenstiel geschnitzt :-D ) , weil die auch kaputtgingen. Auf dem Foto weiß ich gar nicht mehr, welche davon neu oder alt ist.
 
  • #55
aus dem Besenstiel geschnitzt :-D
Oha .... das erinnert mich an den Bau eines neuen Endknopfes für meine bzw. Opas alte Violine ... dafür musste ein Stück Vogelstange herhalten.
 
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