Lebenshaltungskosten

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Shiraa, 5. Apr. 2007.

  1. Shiraa
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    Shiraa

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    Hallo Ihr Lieben,

    ich überlege in letzter Zeit (aufgrund von vorangegangenen BAföG-Anträgen) welche Kosten für Lebensunterhalt angemessen sind. Ich weiß, dass diese Frage sehr persönlich sein kann, aber wie viel kann und sollte man Eures Erachtens für die normalen Lebenshaltungskosten ausgeben? Welche Kosten sind gerechtfertigt? Hier mal eine Aufstellung ganz normaler Ausgaben (man wirft mir ein Luxusleben vor):

    Ausgaben Monatlich
    ADAC 5,58 € (67,00 € pro Jahr)
    Frisör 7,50 € (2 x 45,00 € pro Jahr)
    Festnetztelefon 20,00 €
    Haftpflichtversicherung 3,50 € (42,00 € pro Jahr)
    Hausratversicherung 4,17 € (50,00 € pro Jahr)
    Hund: Impfung 3,17 € (38,00 € pro Jahr)
    Hundesteuer 2,58 € (31,00 € pro Jahr)
    Hundehaftpflicht 4,67 € (56,00 € pro Jahr)
    KfZ Steuer 25,33 € (304,00 € pro Jahr)
    Miete incl. NK 330,00 €
    Lebensversicherung 1,50 € (18,00 € pro Jahr)
    Mobiltelefon 35,00 €
    Nahrungsmittel
    /Getränke/Hundefutter 280,00 €
    Praxisgebühr (Zahnarzt) 1,67 € (2 x 10,00 € pro Jahr)
    Rentenversicherung 15,00 €
    Strom 30,00 €
    Kfz Versicherung 73,33 €
    TÜV/ASU 3,54 € (zweijährlich 85,00 €)
    Benzin 75,00 €
    Summe: 921,54 €

    Ich würde einfach mal gern verschiedene Meinungen hören. Einige von Euch studieren ja noch, andere arbeiten usw.
    Ist ein Hund wirklich Luxus? Oder ein Auto (in einer ländlichen Gegend)? Oder die Hausratversicherung? Ist es okay, für den Hund auf Ausgehen zu verzichten (oder auf rauchen)? Was ist mit einer Rentenversicherung (ich bin 26 - das wird wohl nötig werden...)?

    Bitte versteht mich nicht falsch. Ich will hier keine Auskünfte zu Einkommen abfragen - also bitte keine Attacken. Ich möchte nur wissen, was Ihr für angemessen haltet. Vielleicht auch im Hinblick auf die immer wieder kehrende Hartz IV Debatten oder auf BAföG-Diskussionen.
     
  2. clavio
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    clavio

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    Hallo Shiraa,

    in Summe lann ich das nicht kommentieren, hier aber ein paar Einzelkommentare:

    Auto: Ist definitiv Luxus, in ländlicher Gegend vielleicht unumgänglich.

    Frisör: Als kurzhaariger Mann muß ich sicher 10x im Jahr zum Fisör. Jedes Mal etwa 15 Euro macht 12,50 im Monat.

    Lebensversicherung: Absoluter Quatsch als Student, es sei denn, Du hast schon Familie.

    Haftpflicht: Ein Muß!

    Hausratversicherung: Selten in jungen Jahren nötig, es sei denn es existieren viele Wertgegenstände.

    Hund: Luxus! Muß sein ;-)

    Nahrungsmittel/Getränke/Hundefutter 280,00 €: Untere Kante

    Benzin 75,00 €: Kommt mir viel vor. Zum Supermarkt kann man oft auch laufen.

    Gruß
     
  3. bechode
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    bechode

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    Hallo
    Also 35€/Monat fürs Handy ist denk ich etwas zu viel! ich denke das geht auch günstiger es sei denn du telefonierst mit deinem habdy stundenlang pro tag oder lädst dir damit irgendwelche Sachen runter. Ich hab ein handy mit vertrag (O2). Dafür zahl ich 10€ pro Monat und komm damit gut klar. Hast du auch ein Vertrag oder Prepaid?
    Zu den restlichen Sachen kann ich jetzt nicht viel sagen....:D

    gruß bechode
     
  4. Shiraa
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    Shiraa

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    Hi,

    danke für eure Kommentare.

    Die Lebensversicherung war Pflicht wegen des Studienkredites. Ansonsten hätte ich die 1,50 Euro monatlich natürlich gespart :D

    Ich habe zum Glück lange Haare...also muss ich nur zweimal jährlich zum Frisör...dafür ist es dann aber gleich teurer.

    Die Benzinkosten entstehen allein durch den Weg zur Arbeit. Die Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist derart schlecht, dass ich Stunden brauchen würde... naja, und der fette Hund frisst wöchentlich 7kg Fleisch - wer soll das schleppen? *g*

    Zum Thema Hausratversicherung: ich halte die schon für wichtig. Ich wohne zwar momentan im EG, aber wenn mal die Waschmaschine kaputt geht und die darunterliegende Wohung renoviert werden muss, dann ist das auch kein Spaß.

    Ach ja, ich telefoniere eher wenig. Der Betrag liegt mittlerweile bei 20 Euro. Aber das ist so ein Paket-Tarif... und die Verträge lassen sich ja auch nicht so einfach kündigen.

    Ich finde es erstaunlich, wie viele kleine Posten sich so addieren... 2,58 € hier, 3,17 Uhr da... man denkt sich immer, das ist doch nicht viel, aber es ist unglaublich. Ich hatte mich immer gewundert, wo mein Geld bleibt und war nach meiner Analyse erstaunt, wie sehr sich doch die kleinen Beträge summieren.

    Ich bin ja nun keine Studentin mehr, aber man fragt sich doch ernsthaft, wie man sowas wie Urlaub, Ausgehen oder defekte Haushaltsgeräte finanzieren soll, wenn schon so Kleinkram das Geld auffrisst. Was geschieht erst, wenn man noch Kiddys hat? Ich bin wirklich schockiert...
     
  5. clavio
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    clavio

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    Bin zwar kein Experte, ich denke aber, für so einen Fall ist die Haftpflichtversicherung da. Die Hausratsversicherung sichert doch m.E. nur Deinen Hausrat.

    Gruß
     
  6. Shiraa
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    Shiraa

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    Ich glaube, es sichert auch Schäden ab, die mein Hausrat anrichtet... d.h. wenn jetzt z.B. das Parkett dadurch aufgeschwemmt wird. Ich würde ja einen Link reinstellen, aber das lass ich lieber. Man kann es googeln. Eine Haftpflicht versichert Schäden, die ich persönlich verursache. Naja, außerdem ist über die Hausrat das Fahrrad mitversichert. Hier werden ständig Fahrräder geklaut... das lohnt sich dann schon.
     
  7. chief
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    chief Guest

    Ich will jetzt nicht schon wieder Front machen.

    Meine liebe Shiraa,

    Haste schon mal was von HARTZ IV Emfängern gehört?

    Die müssen nämlich von 350,-€ im Monat leben.

    Versuch das mal, und dann reden wir weiter.

    Gruß Chief
     
  8. Sonnenblume
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    Sonnenblume

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    Hallo Shiraa!

    Bei den Banken gibt es Lebenshaltungspauschalen, die bei einer Wirtschaftlichkeitsberechnung (Einnahmen-Ausgaben Rechnung im Rahmen einer Kreditprüfung f. ein Limit o. Anschaffungsdarlehen)für Privatpersonen angesetzt werden müssen.

    Bei uns wird z.B. für eine Person eine Pauschale i.H.v. 800,- EUR angesetzt.
    Für ein Paar wäre es eine Pauschale von 1.000,- EUR und pro Kind kommen 200,- EUR hinzu.

    Dies nur als ungefährer Anhaltspunkt, damit Du mal sehen kannst, wo Du liegst.
    Allerdings wird die Miete zu dieser Pauschale noch hinzu gerechnet!
    (Du hattest sie ja inklusive angegeben!)

    Also würde ich sagen, dass Du (vor allem im Vergleich zu den monatl. Ausgaben von anderen ...) absolut im Rahmen liegst, eher noch sparsamer bist als das Gros der mir bekannten Kunden.

    Jetzt mal ganz konkret:

    Ausgaben Monatlich
    ADAC 5,58 € (67,00 € pro Jahr)
    - weiß nicht, ob das unbedingt notwendig ist, vielleicht wenn man längere Strecken (vielleicht auch zum Arbeitsplatz) fahren muss oder viel auf der Autobahn unterwegs ist

    Frisör 7,50 € (2 x 45,00 € pro Jahr)
    - mit Sicherheit nicht zu teuer, vor allem wenn man bedenkt, was manch andere Frauen für den Frisör o. ihre Schönheit im Allgemeinen so ausgeben können!

    Festnetztelefon 20,00 €
    -günstiger geht´s nicht!

    Haftpflichtversicherung 3,50 € (42,00 € pro Jahr)
    Hausratversicherung 4,17 € (50,00 € pro Jahr)
    - Haftpflicht: Zwingend notwendig! Absolutes Muss! (unbegreiflich, dass manche Kunden sich kategorisch weigern, eine Haftpflicht abzuschließen...und meinen, man wolle denen nur etwas "aufschwatzen")
    Preislich gesehen sehr günstig!
    -Hausrat: O.K. Die Hausratversicherung ist eine sogenannte "Luxusversicherung", d.h. man muss sie nicht unbedingt haben (nicht so wie z.B. die Haftpflicht oder genauso wichtig die BUZ) Ich habe sie aber auch.
    Bei vielen unserer Kunden hat sie sich aber auch schon rentiert, da ein Fahrraddiebstahl mit eingeschlossen werden kann und unsere Gegend berüchtigt dafür ist.....Andere Anekdote: Bei Bekannten von uns ist genau 1 Tag nach Abschluss der Hausratversicherung bei einem Gewitter der Blitz eingeschlagen und alle hochwertigen Elektrogeräte (neuer Fernseher, neue Anlage) waren dahin...Die haben sich natürlich sehr gefreut, dass sie die Versicherung abgeschlossen hatten.....
    Preislich gesehen auch sehr günstig.

    Hund: Impfung 3,17 € (38,00 € pro Jahr)
    Hundesteuer 2,58 € (31,00 € pro Jahr)
    Hundehaftpflicht 4,67 € (56,00 € pro Jahr)
    - kann ich leider nicht viel zu sagen, da wir aufgrund unserer berufl. Tätigkeit den ganzen Tag außer Haus sind und uns deswegen dem Tier zuliebe keinen Hund erlauben können, wäre aber mein größter Traum. Ich liebe Hunde über alles und dieses "Laster" ist allemal besser als sein Geld für Zigaretten o. Alkohol aus dem Fenster zu werfen...also mach Dir da mal keinen Kopf...
    Außerdem sind 11,- EUR auf den Monat runtergerechnet nun wirklich nicht der Rede Wert. Was sind heutzutage schon noch 10,- EUR?

    KfZ Steuer 25,33 € (304,00 € pro Jahr)
    Kfz Versicherung 73,33 €
    - Halte ich persönlich für ziemlich teuer! Kann es vielleicht daran liegen, dass Dein Auto schon etwas älter ist? Ist natürlich auch abhängig von der SF. Zum Vergleich: Wir fahren einen Opel Vectra Kombi und zahlen jährlich 670,- EUR für die Versicherung (Vollkasko). Steuer nur 119,- EUR jährlich!
    Tipp: Wenn die KFZ-Versicherung monatlich abbucht, lass den Einzug auf 1 x jährlich abändern und lege einfach jeden Monat den auf einen Monat runtergebrochenen Betrag auf ein separates Sparkonto. Monatliche Abbuchung ist immer TEURER!

    Benzin 75,00 €
    - Wer in der Großstadt wohnt u. auf öffentl. Verkehrsmittel zurückgreifen kann, kann sich glücklich schätzen. Aber 75,- EUR sind m.E. noch günstig!
    Wir müssen mind. 2 Mal im Monat den Tank voll machen und je nach Benzinpreis kann das schonmal pro Füllung zwischen 50,- und 70,- EUR variieren! Habe jetzt vor Ostern bewußt nur eine halbe Füllung getankt....


    Miete incl. NK 330,00 €
    Strom 30,00 €
    - absolut i.O.

    Lebensversicherung 1,50 € (18,00 € pro Jahr)
    - Kapitallebensversicherung...hmmm...günstig, aber was steckt dahinter? Wieviel kommt da am Ende bei rum? Ich persönlich halte nicht viel von Kapitalbildenden Lebensversicherungen. Für die Altersvorsorge gibt es wesentlich bessere Alternativen bei denen vor allen Dingen auch mehr bei rumkommt. Um das Risiko abzusichern reicht m.E. wie der Name schon sagt, eine Risikolebensvers. aus, ist aber erst sinnvoll wenn man eine Familie hat.

    Mobiltelefon 35,00 €
    -könnte günstiger gehen, ich selber nutze mein Handy kaum daher bin ich bestimmt nicht der optimale Ansprechpartner aber ich weiß z.B. dass meine Schwester über O2 eine Art Flatrate hat, die -glaube ich- 20,- EUR im Monat kostet. Laß´Dich da doch mal von Deinem Netzanbieter beraten. Die kennen nämlich Dein Telefonierverhalten u. können oftmals entsprechend günstige Angebote machen.

    Nahrungsmittel
    /Getränke/Hundefutter 280,00 €
    - i.O. Vor allem bei den heutigen Preisen seit der Euro-Einführung...
    Ist immer wieder ein beliebtes Gesprächsthema unserer Kundschaft....

    Rentenversicherung 15,00 €
    - würde ich auf jeden Fall MEHR für sparen! Äußerst WICHTIG! Diese Problematik wird leider gerade von den jungen Leuten viel zu sehr unterschätzt!

    GANZ WICHTIGES THEMA!
    Vorschlag: Vereinbare einen unverbindlichen Beratungstermin bei Deinem Bankberater. Dieser kann Dich umfassend über das Thema informieren und Dir Wege aufzeigen, wie Du Deine Versorgungslücke im Alter schließen kannst.
    Ein einzelner Vertrag reicht oft nicht aus! Es gibt mehrere gute Möglichkeiten dem Dilemma, welches uns später betreffen wird, zu entgehen. Nur ganz wichtig dabei ist, dass man so früh wie möglich damit anfängt. Je früher man anfängt, etwas für die Altersvorsorge zurückzulegen, desto kleiner und weniger belastend können die monatl. Beiträge dafür sein.
    Wenn man (am besten schon in der Ausbildung) früh damit anfängt, kleine Beiträge (die gar nicht einmal allzusehr in Gewicht fallen) zurück zu legen, desto einfacher ist es, ein kleines Vermögen für die Altersvorsorge aufzubauen.
    Meiner Meinung nach sollte man die Altersvorsorge auch auf mehrere Säulen gleichzeitig aufbauen.
    1 Baustein:Frage doch einmal bei Deinem Arbeitgeber nach, wie es mit einer betriebl. Altersvorsorge aussieht. (Pensionskasse)
    2. Baustein: Riester! Sehr Interessant! Vor allen Dingen in Verbindung mit einem Fondssparplan! (z.B. UniProfiRente/Union Investment = Testsieger Stiftung Finanztest) M. E. viel besser als in Verbindung mit einer RentenVERSICHERUNG! Sicher sind viele Leute Fondssparplänen ggü. eher skeptisch eingestellt aber in diesem Fall sind die Einzahlungen GARANTIERT.
    Darüber hinaus kannst Du von der staatl. Förderung und steuerl. Vorteilen profitieren. Außerdem bist Du auch schon mit kleinen Beträgen dabei.
    (Noch ein Wort zu RÜRUP: M.E. eher etwas für Selbstständige)
    3. Baustein: Da die beiden anderen "Bausteine" ja erst greifen, wenn Du schon in Rente bist und auch nur in monatl. Rentenzahlungen ausgezahlt werden können (bis auf einen gewissen Teil bei Riester, der einmalig in einer Summe ausgezahlt werden kann), würde ich zusätzlich ganz normale (Fonds-) Sparpläne abschließen, über die Du jederzeit später im Rentenalter verfügen kannst um z.B. eine Kreuzfahrt zu machen :D o. um Dir andere Träume zu erfüllen.
    Aber wie schon gesagt, dieses Thema ist unheimlich umfassend und komplex.
    Zu komplex um es hier genau zu erörtern. Deswegen laß´Dich am besten bei Deiner Bank beraten.

    Eine letzte Sache noch:

    Du hast in Deiner Auflistung keine Angabe zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung gemacht. Meiner Meinung nach ist es auch sehr wichtig, seine eigene Arbeitskraft abzusichern, denn selbst die volle Erwerbsminderungsrente (und so schnell wird man nicht voll erwerbsunfähig eingestuft) beträgt vielleicht nur ein Drittel des aktuellen Nettolohns.
    Schau doch mal auf Deinen Rentenbescheid, den Du jährlich zugeschickt bekommst. (Am besten bringst Du ihn zu einem Beratungsgesräch in Deiner Bank mit.)

    Ach ja, und über eine Unfallversicherung könntest Du auch noch nachdenken.

    So, jetzt hab´ich aber genug Senf dazu gegeben, denke ich.
    Tut mir Leid, mußte aber sein, berufsbedingt musste ich einfach etwas dazu schreiben.
    Hab´zwar gedacht, dass ich jetzt schon Wochenende hätte aber nun ja...

    Gruß, Sonnenblume
     
  9. chief
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    chief Guest

    Hallo Sonnnenblume.

    Gibt es für dich Keine HARTZ IV Empfänger?

    Gruß Chief
     
  10. tapirnase
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    tapirnase

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    Hallo Sonnenblume,
    sehr interessnter beitrag von dir ;)
    In welcher Branche arbeitest du denn? Scheinst viele Hintergrund Infos zu haben, und damit meine Neugierde geweckt^^
    Gruß ;)
     
  11. Sonnenblume
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    Sonnenblume

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    Chief:
    Habe ich nie behauptet.

    Es ist mir sowieso schleierhaft wieso unser Staat glaubt, ein Mensch könne mit so wenig auskommen.

    M.E. ist das schon unterhalb des Existenzminimums u. die Hartz IV Empfänger mehr als arm dran. Ein Ding der Unmöglichkeit u. vor allem der Unmenschlichkeit.

    Ich bekomme tagtäglich mit, wie diese Menschen versuchen mit dem Bisschen, was sie haben auszukommen und immer wieder um Geld bitten obwohl ihr Konto das Geld nicht mehr hergibt.

    Die Geschichten, die diese Menschen dann erzählen (z.B. "Es steht doch bald Weihnachten vor der Tür u. wir haben noch nicht einmal mehr Geld um etwas zu Essen zu kaufen") gehen mir teilweise mehr als nah.

    Nur das Schlimme ist, mir sind die Hände gebunden!
    Es ist ja nicht so, dass mich das Alles nicht berührt, im Gegenteil.
    Nur aus banktechnischer Sicht sind Kontoüberziehungen in solchen Fällen völlig indiskutabel u. ich würde eine Abmahnung kassieren, wenn ich mich erweichen ließe.

    Sicherlich gibt es auch einige schwarze Schafe unter ihnen, die einfach nur zu faul sind um arbeiten zu gehen aber ich finde es unfair und ungerecht wenn viele (u.a. auch Arbeitskollegen) Hartz IV Empfänger alle über einen Kamm scheren.

    Da können wir alle nur hoffen, dass es uns nicht trifft.
    Denn das kann manchmal schneller passieren als einem lieb ist.
     
  12. Sonnenblume
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    Sonnenblume

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    Tapirnase:
    Und ich hab´gedacht, mein Outing wäre mittlerweile mehr als offensichtlich.....
    Schleichwerbung inklusive.....;)

    Ich bin Bankkauffrau.

    Gruß, Sonnenblume
     
  13. Shiraa
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    Shiraa

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    @Chief: Mein Bruder bezieht seit Jahren ALGII und ich bezog es 2 Monate lang auch. Ich weiß nicht, bei welchem Amt du deines beantragt hast, aber ich erhielt ungefähr 600 Euro, mein Bruder auch. Ich hätte sogar wegen des Hundes noch eine größere Wohnung beantragen können (+4qm) und eine "Fresspauschale" für ihn bekommen. Ich hätte also 650 Euro gehabt! Keine 350 Euro. Das ist ein rieisger Unterschied. Der Höchstsatz für BAföG beträgt 585 Euro. Nur mal so, zum nachdenken...
    Aber darum geht es nicht. Ein Student oder Arbeitnehmer ist jemand, der entweder später eine Leistung an die Gesellschaft zurückgeben wird oder dies bereits tut. Das BAföG muss man anteilig zurückzahlen. Ich erhielt kein BAfög und musst alles über Kredite finanzieren.
    Ein ALG II Empfänger ist volskwirtschaftlich gesehen völlig ineffizient und (sorry) unbrauchbar - die Betonung liegt auf volkswirtschaftlich gesehen!!! Wahrscheinlich fließen aus dieser Richtung nur noch Verbrauchssteuern. Es ist doch finanzwirtschaftlich und erziehungswissenschaftlich nur logisch, dass man dann einem solchen Betroffenen, nicht mehr Geld zur Verfügung stellen kann. Es geht darum, das Nötigste zu decken - ein Leben zu ermöglichen und zu animieren, einen Job zu finden. Obwohl ich denke, dass speziell Kinder mehr Geld seitens des Staates zustehen sollte. Mein Bruder aber ist ein fauler Sack (anders kann man es nicht ausdrücken) und hat gar keine Lust, zu arbeiten. Soll der auch noch mehr Geld bekommen? Wie willst du Faulheit und Altersarbeitslosigkeit zuverlässig unterscheiden?

    Es gibt viele Leute in meinem Bekanntenkreis, die für 700 Euro (netto) arbeiten gehen... Sie beziehen also 100 Euro mehr und müsssen dafür 40h/Woche arbeiten, wofür natürlich Fahrtkosten entstehen. Diese Bekannten haben auch manchmal kein Geld, um Essen zu kaufen! Ist das fair?

    Jene, die ihren Job verloren haben, bekommen ALG I. Das ist dann auch höher.

    Ein Student, der sein Studium zügig abschließt, sollte jedoch nicht an der unteresten Grenze leben - außerdem hat er Ausgaben für Bücher und Auslandssemester. Er sollte ein variables Einkommen haben, welches er später zurückzahlen muss und zwar komplett. Dann könnten sich Raucher ihre Zigaretten leisten, Klavierbegeisterte ihre Unterrichtsstunden und Hundebesitzer ihren Hund. Je nach Präferenz.

    Ich denke, dass ich als Arbeitnehmer, der monatlich einen nicht unwesentlichen Beitrag an die Gesellschaft zurückgibt - Rentenversicherung natürlich auch noch völlig umsonst - ein Anrecht auf höhere Lebenshaltungskosten habe (, die dann einen Hund oder ein Auto enthalten). Aber wie gesagt, auch ein ALG II Empfänger hat ein Anrecht auf einen Hund! Ich habe wöchentlich 90h in der Uni verbracht und habe mein Studium unter der Regelstudienzeit abgeschlossen, habe alles über Kredite finanziert und sogar noch Studiengebühren gezahlt und deswegen soll ich jetzt darüber nachdenken, dass es Menschen wie meinen Bruder gibt, die mehr Geld bekommen sollten? Ich will dich nicht angreifen, aber das ist gelinde gesagt Schwachsinn!

    @Sonnenblume: Danke, für die ausführlichen Hinweise! Ich erhielt bisher nur Schelte für meine viel zu hohen Ausgaben und dass, obwohl ich ein Geizhals bin.

    Noch ein kleines Statement zur Aufklärung: die LV dient der Absicherung eines Kredites, den ich für die Studiengebühren aufnehmen musste. Ich habe sie also nicht "freiwillig" abgeschlossen. Mein Auto ist ein Dieselfahrzeug - daher die hohe Steuer/Versicherung, aber auch die günstigeren Benzinkosten. Die Umstellung auf jährliche Abrechnung der Versicherung habe ich schon vornehmen lassen - wieder ein paar % gespart :D Die ADAC Mitgliedschaft habe ich für die nächsten Jahrzehnte schon wieder drin. Mein Auto ist schrottreif. Ich musste schon so oft abgeschleppt werden, sogar aus dem Ausland.... weil ständig essentielle Teile defekt sind.
    Eine BU läuft momentan noch, aber die zahlt unwissentlich mein Vater ein, weshalb ich sie nicht angab. Gleiches gilt für meine UV.
    Bezüglich RV: das ist momentan noch eine Riesterrente. Mein Finanzberater ist schon "über mich hergefallen" und gerade dabei, ein Renten- bzw. Finanzkonzept für mich zu erarbeiten. Irgendwann möchte ich ja auch mal in den Urlaub fahren...
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. Apr. 2007
  14. Sonnenblume
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    Sonnenblume

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    Tja, das ist genau das Problem.

    Es gibt da leider diese ganzen Problemfälle, die faul zu Hause rumsitzen und dem Staat und somit auch uns Steuerzahler auf der Tasche liegen wie z.B. ein 36- jähriger Mann, der in seinem ganzen Leben noch nie wirklich gearbeitet hat (sei es auch aus Gründen mangelnder Bildung - ist in diesem Fall aber mehr Faulheit),der ca. 500,- EUR im Monat bekommt aber noch bei Mutti zu Hause wohnt (frei Kost und Logis) und das ganze Geld nur für sich und seine Hobbies ausgeben kann......


    Dagegen verdient z.B. ein junger Mann (gelernter Friseur), der täglich fleißig arbeiten geht mit ca. 800,- EUR monatlich nur unwesentlich mehr, muss aber Geld für die Miete, etc. aufbringen.
    Im Endeffekt bleibt diesem jungen Mann sogar noch weniger bzw. wenn man ehrlich ist gar kein Geld zur persönlichen Verfügung übrig. Außerdem wird es für ihn unter diesen Umständen wohl kaum möglich sein, eine Familie zu gründen.
    Nun, ist das gerecht? Deswegen wäre ich z. B. auch für einen gesetzl. eingeführten Mindestlohn in machen Berufen weil so etwas meiner Meinung nach nicht angehen kann. Ist aber wieder ein anderes Thema über welches die Meinungen teilweise weit auseinandergehen u. worüber man ewig diskutieren könnte......

    Andererseits gibt es da natürlich auch viele unverschuldete Arbeitslose, die man nicht dazuzählen darf. Nehmen wir z.B. die unzähligen Siemens-Mitarbeiter, die aufgrund von falscher Unternehmenspolitik alle unverschuldet auf der Straße stehen. Das sind ganz gewiss nicht alles ungebildete faule "Säcke". Haben selber jahrelang Steuern gezahlt und werden aber leider von unserer Gesellschaft mit abgestempelt.
    (Den ganzen Talkshows sei Dank....)
    Ein betroffener 45-jähriger Familienvater, 2 Kinder, hat jahrelang gespart, ist schon Jahre nicht mehr in Urlaub gefahren, nur um sich seinen Traum -nämlich ein eigenes Heim zu bauen- zu verwirklichen, steht jetzt auf der Straße und das ALG reicht absolut nicht aus, um auch die monatl. Darlehensraten abbezahlen zu können. Was bedeutet das für ihn? Muß er jetzt sein Eigenheim, wofür er jahrelang gespart hat und welches ja auch eine Art "Altersvorsorge" für ihn ist, verkaufen und wieder in eine Mietwohnung ziehen? Ist das fair? - Da kann man nur hoffen, das man selbst verschont bleibt....


    Dies ist auch so ein Thema, worüber ich ewig diskutieren könnte.....

    Ich bin z.B. absolut GEGEN Studiengebühren. Ich finde, dass dies wieder ein gewaltiger Schritt zurück zur "2-Klassen-Gesellschaft" ist.
    Wollen wir wieder dahin zurück, dass sich nur dir "Betuchteren" unter uns gute Bildung leisten können sowie damals auch nur die Kinder der reicheren Eltern zum Gymnasium gehen konnten?

    Natürlich gibt es da dann die Studienkredite, die man aufnehmen kann, aber mal ganz ehrlich, wer möchte schon mit einem gewaltigen Schuldenberg am A.... auf gut deutsch gesagt ins Berufsleben starten. Also ich nicht.
    Wenn ich nochmal 10 Jahre zurückdrehen würde und nach meinem ABI vor der Entscheidung stünde studieren ja oder nein, würde ich mich ich dagegen entscheiden. Allein wegen der Studiengebühr. Ich würde mich nämlich nicht in so jungen Jahren schon verschulden wollen.
    Außerdem gibt es genügend Studenten, die während des Studiums merken, dass der Studiengang ihnen doch nicht so liegt, die entweder dann abbrechen und umschwenken oder es vielleicht auch gar nicht erst schaffen - besonders ärgerlich wenn man kurz vorm Abschluss des Studiums steht. Sicher ist jeder seines Glückes Schmied und auch wenn man voraussetzt, dass sich derjenige auf seine Hinterbeine setzt und wirklich etwas dafür tut, trotzdem schaffen es viele nicht. Nicht jeder ist so gut wie z.B. Shiraa und schafft es, sein Studium sogar noch unter der Regelstudienzeit abzuschließen. Es gibt da auch Studiengänge, die m.E. so schwer u. umfangreich sind, das dies auch kaum möglich ist, wie z.B. Medizin oder Maschinenbau.
    Und was ist mit den ganzen BWL´ern , der Studiengang ist so dermaßen überlaufen, dass viele nach Abschluß des Studiums erst einmal auf der Straße stehen.
    Wie soll denn dann der Studienkredit abbezahlt werden???? Schönen Dank auch. Das wär mir alles zu riskant.
    Außerdem soll die Studiengebühr dafür verwendet werden, die Studienbedingungen und das Bildungsniveau für die Studenten zu erhöhen.....
    Da ist m. E. noch nicht viel passiert. Im Gegenteil, die Hörsäle vieler Unis sind immer noch absolut überfüllt u. viele Professoren sind sogar so wenig ausgelastet, dass sie sich nebenbei noch auf Stellen in der freien Wirtschaft
    bewerben.....

    Unsere Gesellschaft braucht mehr gut ausgebildete Akademiker aber ich bin der Überzeugung, dass wir dieses Ziel nicht mit der eingeführten Studiengebühr erreichen können sondern dass eher das Gegenteil der Fall sein wird.


    Noch eine kleine Anmerkung:

    Jemand, der z.B. 6 Jahre studiert hat, muß mit Berufsbeginn dann nicht nur seinen Studienkredit abbezahlen sondern muß dann auch erst einmal die 6 Jahre nachholen, die er nicht in die gesetzl. Rentenkasse eingezahlt hat....Die Studienzeit wird ja -glaube ich- nicht mehr mit angerechet...Das würde also bedeuten, dass er privat entsprechend mehr für seine Rente ansparen muss, um auch diese sogenannte Lücke stopfen zu können.

    Viel Spaß kann ich da nur sagen.

    Gruß, Sonnenblume
     
  15. chief
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    chief Guest

    @Shiraa
    Nur zur zur Information:Für Langzeitarbeitslose gibt es kein Alg I oder II sondern nur noch Hartz IV. Hier wurde Sozialhilfe und Arbeitlosengeld II zusammengelegt.
    Der Regelsatz Grundversorgung beträgt 350,-@ monatlich. Hinzu kommen die kosten für die Wohnung für Heizung und Nebenkosten, nicht für Stom!
    Beispiel: Für eine Einzelperson stehen nur 47 qm zur Vefügung, die nicht mehr als 175,-€ im Monat kosten dürfen. Miete das mal in einer Stadt.
    Hinzu kommen die Heizkosten und Nebenkosten so das sich eine Summe von ca. 230,-@ macht zusammen 580,-@ wovon noch Strom abgeht.
    Reicht das zum Leben, oder ist es zum Sterben zuviel.

    Übrigens, ich wohne allein in einem alten Haus mit Flügel, der ein ganzes Zimmer blockiert und habe Elekto- Nachtspeicher Heizung.

    Gruß Chief
     
  16. Sonnenblume
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    Sonnenblume

    Beiträge:
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    Chief:

    Vielleicht mag das für das 36-jährige Muttersöhnchen, das zum Arbeiten zu faul ist und zu Hause nichts abgeben muss, ausreichen.
    Aber ganz ehrlich. LÄCHERLICH. Damit kann kein Mensch klar kommen.
    Auch mit der Mietwohnung, die nicht mehr als 175,- EUR im Monat kosten darf ist das so eine Sache. GIBT ES NICHT! Wo bitteschön gibt es solche Wohnungen?

    Ja, ich finde es wirklich traurig, dass die Mehrheit immer nur schlecht über Hartz IV-Empfänger spricht.
    Wie bereits zuvor erwähnt sind daran auch die sogenannten Talkshows im Fernsehen schuld, in denen sich die WIRKLICH FAULEN SÄCKE auf den Sesseln rumlümmeln.
    Man darf aber wirklich nicht alle über einen Kamm scheren.
    Ich finde Hartz IV menschenunwürdig und schließe mich dieser Meinung an:

    Durch meine berufl. Tätigkeit habe ich viel mit diesen Menschen zu tun und bekomme viel von den Hintergründen u. den Schicksalsschlägen mit, die die meisten in diese schlimme Situation gebracht haben.
    Die schwarzen Schafe wollen wir jetzt mal außen vor lassen. Die gibt es nämlich überall.

    Aber der gute Herr Hartz hat ja vor kurzem mehr oder weniger zugegeben, dass er da ganz großen Bockmist verzapft hat.
    Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Aber diese Einsicht kommt wohl etwas spät....

    So können wir alle, die momentan noch einen sicheren Arbeitsplatz unser eigen nennen können, uns sehr sehr glücklich schätzen.

    Und die, die immer nur über "die soziale Unterschicht" lästern können, sollten vielleicht einmal darüber nachdenken, dass es jeden von uns treffen kann.
    Und vielleicht sogar schneller als man denkt.

    Man erwähne nur die Deutsche Bank AG, Allianz, Siemens......

    Sonnenblume
     
  17. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Bildung kostet aber nunmal Geld. Ein Akdemiker verdient auch in der Regel etwas mehr als ein normaler Schulabgänger.
    Der Bildungsgrad eines Akademikers nach dem Studium ist sicher vergleichbar mit einem Handwerksmeister. Ein Meisterkurs kostet richtig Kohle. Danach kommt meist der Schritt in die Selbstständigleit (sonst rechnet sich die Investition in die Bildung garnicht), wofür nochmals enorme Kredite nötig sind. Das Risiko dürfte hierbei höher sein als das eines Akademikers, arbeitslos zu bleiben. Ich fnde es nur fair, dass Studenten zumindest für einen Anteil an Ihrer Bildung selbst aufkommen müssen. Als postivier Nebeneffekt fördert das auch den Ehrgeiz, ein Studium abzuschließen und nicht als Langzeitstudent hin- und herzupendeln.
    Da Sagste was! Nach mehr als 10 Jahren Selbstständigkeit durfte ich wegen eines Motorradunfalls auch für ein Jahr Bekanntschaft mit HartzIV machen. Wünsche ich wirklich keinem; ist kein Leben! Meine Existenz ist zwar immer noch auf wackligen Beinen, aber "ich lebe" wieder.

    Als Vergleich zu dem Mindesstatz von HartzIV: Einem alleinstehenden Handwerker, der Insolvenz angemeldet hat aber selbstständig bleibt, stehen mehr als 900,- EUR/Monat zu. Nur was darüber liegt, darf eingezogen werden.
     
  18. Sonnenblume
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    Sonnenblume

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    Ein Meisterkurs wird in der Regel neben dem Beruf belegt, d.h. man verfügt über finanzielle Mittel um diesen zu bezahlen. Ein Erststudium wird normalerweise nach dem Abitur oder nach der Ausbildung begonnen, d.h. man hat kaum eigene Mittel um dieses Studium zu bezahlen; es sei denn man wird von den Eltern unterstützt.
    Wobei wir wieder bei der 2-Klassen-Gesellschaft wären. Haben die Eltern kein Geld, so ist das Erststudium für die Kinder nicht möglich. Dann bleibt tatsächlich nur das fremd finanzierte Studium über Studiendarlehen. Somit müssen die Leute, die über kein eigenes Geld verfügen automatisch ein höheres Risiko tragen.
    Bildung kostet. Das ist richtig. Allerdings ist die Bildung auch die Investition in die Zukunft, in die Zukunft der Gesellschaft. Man möge sich eine Gesellschaft ohne Akademiker vorstellen.

    Es war abzusehen, dass Klischees herangezogen werden. Ich glaube nicht, dass die Quote der Langzeitstudenten dadurch merklich abgesenkt wird. Es ist ohnehin sehr schade, wenn sich Leute, meistens sind es sogar die, die nie studiert haben, über Studenten als "verwöhnte, bis zum Mittag schlafende, faule, evtl. mit dem Cabrio von Papa zur Uni kommende Studis" aufregen. Das ist nämlich auch wieder mal nur eine Minderheit von schwarzen Schafen, die dieses typische Studenten-Image prägen.
    Zu Peter: Ich meinte damit nicht Dich persönlich, sondern allgemein finde ich, dass zu viele so über Studenten denken.

    Die Studiengebühren werden den Eintritt ins Studium für eine große Anzahl von potentiellen Studenten versperren. Unter ihnen ist statistisch gesehen auch eine Anzahl von wirklich sehr begabten. Diese vor die Wahl zu stellen einen Kredit aufnehmen zu müssen oder sich von der Vorstellung dieser Ausbildung zu verabschieden finde ich einfach nur lächerlich.

    Anstatt die Studierenden (im Erststudium!!!) zur Kasse zu bitten wäre eine Belastung der Allgemeinheit besser gewesen. Man stelle sich vor, man würde jede verkaufte Flasche Bier mit zusätzlichen 0,15€ besteuern. Diese 15 Cent würden dann der Bildung zu Gute kommen. Denn warum sollte die Allgemeinheit durch die Folgen des Alkoholkonsums über die Krankenkassen belastet werden. (Nur mal zum Nachdenken:rolleyes: ) Natürlich kommen jetzt Einwände wie: "Warum soll ich für das Studium eines anderen zahlen?" - Weil wir jetzt auch schon für andere Leute mitzahlen, z.B. Arbeitslosenversicherung etc.
    Es sieht schlecht aus mit unserer Wirtschaft und wir brauchen junge, gebildete Leute. Es gibt Branchen, die händeringend nach guten jungen Akademikern suchen und teilweise Leute aus dem Ausland einstellen müssen weil es bei uns keinen Nachwuchs gibt.
    Nur durch die Einführung der Studiengebühren wird es sicherlich nicht besser werden.....

    Dies ist mittlerweile leider auch ein Märchen oder Running Gag. Ein BWLer verdient als Einstiegsgehalt kaum (wenn überhaupt) mehr als ein Industriekaufmann, der vielleicht schon 4 oder 5 Jahre Berufserfahrung hat, d.h. in den 4 Jahren hat er Zeit gehabt auch noch Geld anzusparen, während der Betriebswirt mit einem Kredit in die Berufslaufbahn startet. Armes Deutschland. Soviel zum Thema, dass der normale Betriebswirt den Industriekaufmann innerhalb einiger Jahre finanziell einholen kann.

    Nur noch mal als Resümee:

    Die Meinungen gehen -was diese Thema betrifft- sehr weit auseinander.
    Entweder gibt es absolute Befürworter oder aber absolute Gegner von Studiengebühren.
    Und ich bin und bleibe absoluter GEGNER von Studiengebühren.
    Zumindest ein Erststudium sollte für alle kostenlos sein.
    Es wäre sowieso erstrebenswert, Bildung generell als kostenloses Gut unserer Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Das dies sehr ideell und leider wohl nicht in jedem Fall (z.B. Musikschulunterricht) durchsetzbar ist, ist mir klar.
    Dennoch bin ich der Meinung, dass die Ärmeren unter uns nicht benachteiligt werden dürfen.
    Es ist und bleibt m.E. nicht gerecht, dass ein Kind mit reichen Eltern kein Studienkredit aufnehmen muss wohingegen ein Kind aus einer sozial schwächeren Familie durch einen Kredit schon gleich schlechtere Startbedingungen hat.

    Darüber sollte man mal nachdenken.

    Gruß, Sonnenblume
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. Apr. 2007
  19. chief
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    chief Guest

    Danke, Sonnenblume es reicht auch nicht zum Leben.

    @ Peter ich will mal auch was sagen, wie man so leicht in eine solche Situation kommen kann. Man arbeitet sichals selbstständiger die Finger blutig.
    Acht Stunden Tag, ha,ha und macht trotzdem pleite. Plötzlich hat man soviel Schulden am Hals die man in diesem Leben nie wieder zurückzahlen kann.
    Ist kein Geld im Haus, fliegt die Liebe zum Fenster raus.
    Die Frau haut ab, und da sind noch ein paar minderjährige Kinder, da muss mann froh sein das man nicht zu allem Übel noch im Knast landet, Unterhalt und so.
    Das mit dem 900,-€ ist das nicht pfändbare Existenzminimum, jeder Hartz IV Empfänger wäre glücklich wenn er so viel hätte.

    Das ist kein Leben, du darfst nichts mehr von Wert besitzen, kein Auto, keine reiche Freundinn, keine Computer u.sw.
    Kannst froh sein, wenn du überhaupt noch ein Bankkonto eröffnen kannst.
    Von einer Kontoüberziehung kannste nur träumen.

    Die Ähnlichkeit mit leben Personen ist rein zufällig

    Gruß Chief
     
  20. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Und ich dachte schon, Du kennst mich perönlich. :D

    Auch das ist ein Klischee. Zudem kann man ja auch genauso studieren.

    Ich denke, wir sind uns alle einig, dass in unsererer Gesellschaft zu wenig für Bildung getan wird. Wenn denn finazielle Mittel bereitgestellt werden, dann doch lieber für die Grundsschulen. Dort fehlt es am meisten.