Latten / Zierleisten am Standklavier abgefallen - wie repariere ich das?

xara99

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In der Sommehitze haben sich beim Entstauben einfach mal diese vertikalen Zierleisten auf beiden Seiten gleichzeitig verabschiedet. Das Klavier ist BJ 1996 und der Kleber wollte wohl nicht mehr? Nun frage ich mich, womit ich am besten erst einmal die Klebereste entfernen und dann mit welchem Kleber ich die Leisten wieder aufbringen kann. Kann mir jemand sagen, welcher Klebstoff hier üblicherweise benutzt wird? Und außerdem - ist das normal, dass man Holz auf den Polyesterlack klebt? Das scheint mir nicht besonders weise. Vielleicht anschleifen...? Es ist ein August Förster, da hätte ich nun nicht erwartet, dass mir bereits Einzelteile entgegenkommen.
 

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womit ich am besten erst einmal die Klebereste entfernen und dann mit welchem Kleber ich die Leisten wieder aufbringen kann.
Wenn der alte Kleber die genaue Position vorgibt, würde ich den dranlassen und die Teile mit Sekundenkleber wieder ankleben.
Ansonsten mit einem Stecheisen abkratzen und mit Uhu-Plus oder einem anderen Epoxidharz-Kleber wieder befestigen.
 
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Und vorsicht mit den Zweikomponentenklebern, die rinnen langsam aber doch!

Plan B wäre ein kräftiges beidseitiges Klebeband mit Kleber auf Acrylat-Basis (langzeithaltbar).
Plan C wäre es, die Leisten von hinten zu verschrauben, wenn soweit zugänglich.

Würde man die Leisten nicht auf den Lack kleben sondern nach dem Kleben lackieren gäbe es helle Streifen, wenn die Leisten im Zuge ihrer weiteren Austrocknung schwinden würden. Diese Effekte kann man bei jeder alten Kassettentür betrachten.
 

Diese Effekte kann man bei jeder alten Kassettentür betrachten.
Nur bei welchen, die nie nachlackiert wurden:lol:

Ich habe hier noch 3 ca. 100 Jahre alte Kassettentüren und bei keiner sieht man die beschriebenen Streifen Holz bzw. alten Lack.
Auch die Kassetten an meinem 130 Jahre alten Klavier zeigen sowas nicht ... aber sämtliche Kanten an dem Kasten könnten mal einen Schluck Farbe gebrauchen (etwas abgegriffen ... nach 130 Lenzen wohl kein Wunder).

Ich glaube aber, dass es bei so alten Hölzern nicht mehr viel Veränderung durch Austrocknung gibt. Das betrifft doch eher jüngeres Gemüse.
Mit Feuchtigkeit muss ich bei den alten Teilen aber vorsichtig sein ... das alte Holz saugt das auf wie ein Schwamm.
 
Zuletzt bearbeitet:
Für Holz nimmt man eigentlich immer Weißleim (z.B. Ponal), der die Möglichkeit des genauen Anpassens über die ersten 10 Sekunden hinaus bietet. Sinnvoll wär zudem hier, oben und unten am Klavier ein kleines Nägelchen (15 mm) einzuschlagen, den Kopf abzuzwicken (es somit spitz zu machen) und dann die Leiste vorsichtig aufzuklopfen.
 
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Frage 1: Halten denn die Nägelchen auf Polyester?
Frage 2: Wie lang haben denn die Leisten mit dem Ursprungskleber gehalten?
 
Frage 1: Halten denn die Nägelchen auf Polyester?
"Auf Polyester" halten auch größe Nägel nicht (aber auf einer waagerechten Polyesteroberfläche sollte auch ein dicker Nagel einfach liegen bleiben).

Zum Glück kommen die Nägel nicht auf, sondern durch das Polyester (bis tief ins Holz).
Und das hält unabhängig von der durchnagelten Oberfläche.

Vorsicht. Beim "Leiste festklopfen" sacken die abgeknipsten Nägel nochmal etwas tiefer ins Holz ... also sollte der Nagel vorher etwas zu weit herausschauen, sonst liegt die Leiste bald wieder unten (wenn der Nagel da dann doch nur 1-2mm tief eindringen konnte).
Ihr werdet am abgezwickten Ende des Nagels keine so schöne Spitze haben ... eher so "Schlitzschraubenzieher-Style".
Wer alte Wohnungen renoviert, der hat hin und wieder mal ein neues Stück Stoßleiste anzubringen ... das macht man ähnlich ... und kriegt Probleme, wenn die abgezwickten Nägel zu tief in die Fussleiste einsacken.
Und wenn die Nägel vorher nicht exakt gerade (90° zur Verbindungsstelle bzw. so, dass sie im rechten Winkel in die aufgeklopfte Leiste eindringen können)) eingeschlagen werden, hat man ebenfalls keinen Spass. Die ersten paar Male ist das tatsächlich etwas frickelig.

Nach einer Weile wird sich allerdings ein Spalt zeigen .. einfach weil die Nägel nicht mitarbeiten, wenn das Holz was zu tun hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #10
Die Zierleisten sind doch, wenn ich das richtig sehe, Teil vom Ober- bzw. Unterrahmen. Wieso dann diese Frickelei mit Leim und abgezwickten Nägeln? Lässt sich doch von hinten her prima schrauben!
 
  • #11
Also bei mir wäre Schrauben problematisch, da die Zierleisten (bzw. die Entsprechung bei meinem Klavier) den Spalt zwischen oberer Frontplatte und Seitenteil verdeckt.
Das wäre ebenfalls Gefrickel, die Schrauben müssten recht tief versenkt werden, um beim Zusammenbau nicht im Weg zu sein.
Wenn Schrauben, dann vorher Bohren (etwas kleiner als die Schraube ohne Gewindegang).
Einfach, um das Holz nicht unnötig zu belasten (es ist zwar "nur" der Rahmen, aber auch der sollte heile bleiben).
 
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  • #12
Natürlich vorher bohren, ischa logisch ...
 
  • #13
Aber aufpassen beim bohren in Polyester: Gefahr von Rissen. Am besten vorher ankörnen, dann mit scharfem Bohrer langsam und mit wenig Druck arbeiten.
 
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  • #14
Erste paar Drehungen von Hand und entgegen der eigentlichen Drehrichtung. Das klappt aber nur mit scharfen Bohrern. Wenn man ganz sicher gehen will, nimmt man den nächst größeren Bohrer dafür.

Den Polyester-Ring mit kleinem Loch in der Mitte dann vorsichtig raushebeln oder -kratzen, dann kann da beim anscvhließenden Bohren auch nichts reißen.
 
  • #15
Wie dick ist denn die Blende? Die Schraube benötigt für ihre Festigkeit genügend Material, um zu halten.
Und kann es überhaupt von hinten geschraubt werden? Ich habe glaube Tomaten auf den Augen, da ich die Stelle nicht wirklich erkenne.
Eine Möglichkeit wäre eine punktuelle Verklebung mit Sekundenkleber in Gelform, da ist die offene Zeit etwas länger, oder in Nichtfachsprech, das bappt nicht sooo schnell an.
Die Platzierung der Zierleiste sollte eben zur Fläche sein, evtl den Leim entfernen.
 
  • #16
Sieht das nur für mich so aus, als ob die große Menge des Klebers am schwarzen Lack verblieben wäre und das Holz der Leistenrückseite recht sauber?
 
  • #17
Kann gut sein, dass ich jetzt unter Hitzeschaden antworte.
Ich würde die beiden Klebestellen sparsam vom Lack usw. reinigen und die Leiste mit Kleber ran pappen.
So'n Gedöns wegen soner Leiste.
:017:
 
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